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Wie man ein Problem bewundert

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"Starre ist der Feind des Wandels." (Steven C. Hayes).

Ich möchte doch noch mal über Jupiter-Pluto reden. Weil mir in den letzten Tagen so oft bei der Konstellation das Thema Mitgefühl begegnet ist und mir klarer wurde, was sie damit zu tun hat. Obwohl man damit nun wirklich nicht rechnet. Die Verknüpfung ist gar nicht so einfach. Kein Hindernis - für Jupiter-Pluto. Sondern Challenge. Womit wir auch schon beim ersten geschönten Selbstbild der Konstellation wären: Lotus wächst eben nur im Schlamm. Jupiter-Pluto hat die besten Verlegenheits-Erklärungen!

Sprich: Ja. Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem. Dieser Satz, oder besser, Buchtitel (Jonathan Briefs), den ich als doppelte Jupiter-Pluto-Person schon beim ersten Mal gehasst und geliebt habe, als ich ihn las. Er traf einen Nerv. Er berührte mich wirklich stark und fast schon zu intim - in den Tiefen meiner Gefühle genauso wie in den Höhen der Vision, zwischen denen eigentlich alle Jupiter-Pluto-Personen dieser kleinen Erde, die ich so kennengelernt habe, sich immer wieder abstrampeln, wenn die Konstellation auch nur ansatzweise mit ihnen durchgeht.

Deshalb soll dieser Artikel auch gar keine Lösung sein, sondern weiter das Problem bewundern, als Tat-Sache eines Lebens. Vielleicht bringt das den einen oder die andere auf Ideen. Weil Probleme ja meist ordentlich Bohrerei zwecks Zerstörung und Wiederaufbau abbekommen (Pluto), aber viel zu wenig Bewunderung (Jupiter). Da wäre zum Beispiel das Problem von zu wenig oder zu viel Mitgefühl. Mit dem man übrigens auch ohne Lösung weitermachen und weiterleben kann. Statt eine wunderbare Zukunft in die ausgedachten, schönen Zeiten von Never-Ever-Land zu verschieben. Da, wo man endlich DIE Lösung für sich selbst in seinem schwierigen Alltag gefunden hat. Was eigentlich das einzige Problem darstellt. Dass man übehaupt damit rechnet: Irgendwann wird alles endlich richtig, richtig toll sein. Weshalb man wider besseres Wissen bis Ultimo weiterjammert und ausbessert und repariert - bis ein neues Problem entsteht. Was in die Schublade sehr ausgefeilter Vermeidungs-Mechanismen gehört. 

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Ja, und natürlich stimmt auch: Leben ist das Problem. Weil es nie 100prozentig passt. Da das normal ist, wäre es an der Zeit, sich daran zu gewöhnen. Denn ein Problem wird erst ein Problem, wenn man sich an etwas aufreibt. Wir können zwar nicht das Dasein ändern. Aber unseren Zugang. Jetzt, nach der wichtigen Jupiter-Pluto-Konjunktion und vermutlich noch lange in der Folgezeit bis zum Quadrat 2023, spürt man, wohin der große "Zwang in die Göttlichkeit" Menschen mit oder ohne Jupiter-Pluto gesellschaftlich mit Dogma (Pluto) oder Vision (Schütze) führen kann. Selbstoptimierung ist immer noch die Haupt-Verordnung. Und das Klima betrifft uns alle, wenn wir uns eigentlich schon ganz prima bewusst fühlen: Bevormundung, Ich-weiß-es-besser-Haltungen, überdimensionierte Traumata, die manchmal durchbrechen. Wenn es schlecht kommt. Und alles zusammenbricht, immer mal wieder.

Hashtag für Eilige: #SoIstEsImLeben. Und Jupiter-Pluto rennt dagegen an. Wenn der Lotus besonders hübsch werden soll, muss darunter doch irgendwo Schlamm existieren! Neben dem allgemeinen Klima der Problemfindung gibt es nämlich auch noch das private Erleben, das man dann auf mehr als individuellen Reaktion überträgt. Wir haben alle einen Pluto und alle einen Jupiter und wenn die im Radix in irgendeiner Form verbunden sind, zeigt sich das Dilemma der Folgezeichen Skorpion und Schütze oft noch mal schärfer, als es ist. Es geht ausgerechnet hier nämlich auch um Empathie, Mitgefühl oder Mitleid. Drei Zustände, die man leicht verwechselt und über die man so schnell im spirituellen Business Sprüche macht, dass jeder Zweite inzwischen. glaubt, ein besonders empathischer Mensch zu sein. Was nicht sein kann, denn dann sähe die Welt nicht so aus, wie sie ausssieht. So lange schön, bis mir etwas weggenommen wird oder du etwas anders siehst oder lebst als ich. Jupiter-Pluto ist konkurrent. Da geht es um das Leuchten des Prinzips, das sich durchsetzen will bis muss, je nachdem, von welcher Seite aus man es betrachtet - der feurigen oder der wasserhaften.

Ich habe lange angenommen, dass astrologisch auch die Fähigkeit des Sich-Einschwingens in Zustände der anderen nur bei den Wasserzeichen verortet sind, speziell beim Mond und Neptun. Aber immer wieder bin ich in Anlaufzeiten von Jupiter-Pluto über Stichworte des Mitschwingens gestolpert, bis mich das eines Besseren belehrte. Empathie wurde plötzlich Thema. Oder fehlende Empathie. Die Frage nach dem "Erarbeiten" von Mitgefühl kam auf oder danach, wieso sich eigentlich hier "kein Schwein um den anderen kümmert". Das ist eine ganz spannende Sache.

Wasser bezieht sich ja zunächst nur auf eigene Empfindungswelten. Nur ich kann fühlen, was ich fühle - und Mit-Gefühl ist eigentlich mein Gefühl, das ich erlebe, während ich andere in ihren Empfindungen beobachte. Solche Re-Aktionen wie Empathie, Mitgefühl oder eben Mitleid also (was gleich drei verschiedene Paar Schuhe sind - dazu später) müssen etwas mit den Zeichen und Herrschern des Begegnungs-Quadranten im Zodiak zu tun haben. Denn erst dort geht es prioritär mehr um die anderen, als um uns selbst. Oder besser: Es geht darum, wie wir andere beantworten und beantwortet werden. Dazu gehört auch, ob wir Mitgefühl bekommen oder mifühlend sind. Oder etwa beides sogar in einem ähnlichen Ausmaß. Und so füge ich inzwischen neben der generellen Ausprägung der Gefühls-Anlage, wie Mond sie spiegelt im Radix (Wie stark fühle ich? Bin ich auch ein Gefühlsmensch?), auch die Phasen von Venus (Waage), Pluto (Skorpion) und Jupiter (Schütze) in die Analyse ein, wenn es darum geht, wie sehr jemand zu Empathie, Mitgefühl oder Mitleid neigt. Ob es ein Thema ist in seinem Leben. Oder nicht. Ob diese großen 3 der Beziehung zu anderen nur gedachte Faktoren bleiben oder jemanden einspinnen und ins Handeln bringen. Jupiter-Pluto ist auf der Rückseite (Spiegelpunkt) ein Mond-Sonne-Aspekt. Das macht ihn als Movens so ungemein persönlich. 

In meiner Familie ist Jupiter-Pluto aber erst mal nur ein schwieriges Erbe, das seit Generationen wie die heiße Kartoffel herumgereicht wird. Wir waren alle einerseits mitfühlende Leute, weich bis zur Er-Weichung. Womit wir immer ebenso leicht in die Ohnmacht gerieten (Pluto), wenn unser bestens ausgeprägtes Gefühl für Größe und Besonderheit (Jupiter) auf der anderen Seite durch all die greifenden Fühler für die frei herumflatternden Empfindungen anderer (sprich, durch Empathie, Mitgefühl oder Mitleid) korrumpiert wurde. Also zogen wir nach der üblichen Portion Selbst-Aufgabe wieder los - zurück auf die Macht-Seite des Pluto und des Jupiter. Wir konstellierten, kondensierten, kolonialisierten und korrigierten lustig in den Angelegenheiten anderer herum. Zum Wohle des Guten (Jupiter). Zur Erleichterung des nagenden Gefühls, an irgendetwas Schuld zu haben (Pluto). Wir regierten damit. Wir reagierten uns ab. Wir (er)lösten uns im Gegenüber. Zu einem Jupiter-Pluto in Familiengeschichten kommen oft noch starke Positionen im 1. und 3. Quadranten, die das Problem des "Die oder ich!" verschärfen und Impulse auf den anderen zu, in seine Welt hinein, manchmal recht ordentlich durchbrechen lassen. Total taffe Cookies waren wir alle nämlich gleichzeitig auch (Jupiter-Plutos Selbstbild lebt eben). Fragt mal die Jupiter-Rollenspieler in meinem Leben, die mich ungebremst Pluto sein ließen, um selbst umso ungebremster Jupiter zu sein. Das macht stark und poliert die Selbstbilder. Diese gegenseitige Abhängigkeit von Pluto und Jupiter hat sich mir jedenfalls lang entzogen. Klassischer blinder Fleck!

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Ich habe lange auch gar nicht verstanden, dass das kein trauriges Schicksal ist, sondern eine knallharte Angewohnheit, die Jupiter-Pluto in meinem Horoskop (wie in denen meiner Ahnen) symbolisierte. Ich versuchte, mich selbst in anderen zu reparieren. Deren Schwächen auszumerzen (Pluto) oder gütig zu verbessern (Jupiter), weil ich an meine nicht heranwollte. Schlimmer - oft fühlte ich mich, wenn der Aspekt richtig lostickte, als hätte ich gar keine, weil ich so sehr auf das Sein anderer konzentriert war, auf ihre Gefühle, dass ich meine einfach nicht mehr fühlte oder nur über ihre, die mich völlig einwickelten und die ich dann 100fach verstärkt zurückgab.

Ich war immer eine Gefühlsbombe. Mal überaus positiv (Jupiter), mal überaus negativ (Pluto). Mal beides. Niemand löste das. Mich. In mir, als letztem Glied der Kette, zeigt sich einfach, was niemand vorher so in sich geradegezogen hätte, dass kein Kind mehr mit Jupiter-Pluto geboren worden wäre. Mein Sohn hat übrigens auch wieder einen Jupiter-Pluto - nur bereits viel schwächer. Was umgekehrt einiges über meine Lösungs-Chancen sagt. Es  gibt sie - aber voll werden sie nicht durchschlagen. Sonst wäre dieser Junge frei von der Verbindung. Also lebe ich besser damit - von Minderwert über Macht zu übertriebener Weltanschauung und Größenwahn und alles wieder zurück ohne Los auf Minderwert. Und wieder von vorn.

Es muss etwas fehlen vorher (Pluto), damit Jupiter als Allerallerallerbester noch optimaler gewinnen darf. Jupiter-Pluto ist auch das Mantra des unendlichen Ping-Pongs. Und ja: So passiert das oft, mit vielen psychologischen Erb-Geschichten, die eben genau so oft auch mit Pluto und Jupiter zu tun haben, wie sie zusammen eine Heldengeschichte erzählen. "Trotz meiner Traumata wurde ich zum Weltverbesserer. Und ich bin ein umso besserer Weltverbesserer, je größer mein Trauma vorher war!" Was irgendwann Trauma als notwendig für den Glanz der Weltverbesserung in einem selbst verankert - im Gefüge der komischen Selbsterzählungen, die sich weiter- und weiterentwickeln. Man reicht den Wanderpokal Jupiter-Pluto dann vielleicht über Generationen weiter, bis irgendjemand wirklich und wahrhaftig endlich das Thema anders löst, nämlich tief in sich wandelt. Anders, als alle vor ihm, was dann eventuell das ganze System durchrüttelt und eine Balance in der Geschichte schafft. Man weiß ja nie. Die Hoffnung stirbt zuletzt (übrigens auch ein feiner Jupiter-Pluto-Satz).

Meine persönliche Jupiter-Pluto-Geschichte ist die des Teichelns zwischen Übertreibung und Defizit in all den so sehr anderem zugewandten Bereichen ab der Empathie. Eines Quadrats, also schwieriger bis völlig unübersichtlicher Spannung: Das Quadrat ist meine erste und direkte Jupiter-Pluto-Analogie, dazu kommt Jupiter im Skorpion als zweiter Ausdruck und Herr 8 im Spielpunkt-Quadrat zum Jupiter als dritter analoger Aspekt. Das führt nicht nur zu manchmal kaum aushaltbarer Reagibilität im Sein (früher teils zwanghafte Retterimpulse), sondern auch dazu, dass mir ständig entweder Pluto- oder Jupiter-Personen begegnen. Bei denen übernehme ich dann, mit meiner Doppelbetonung, den jeweils fehlenden Part. Während sie mir meinen anderen widerspiegeln.

Zusammen sind Jupiter und Pluto schwer zu ertragen. Bei Schütze-Leuten werde ich skorpionisch. Bei skorpionischen Leuten schützehaft. Entweder-Oder. Jupiter-Pluto-Quadrat. Verschärfend kam hinzu, dass ich, mit einem voll besetzten 3. Quadranten und diesem anstrengenden, rasend emotional wechselnden Mond des Mondes (Krebs) in 9, immer jemand war, der sich zwischen Wellen von Launen, Gefühlen und Überwältigungen einsam und verloren wiederfand. Voller guter Absichten, aber spontan dauernd hin- und hergeworfen zwischen den Empfindungen anderer und meinen eigenen. Ein Jupiter-Pluto erzeugt dann die Härte, mit der man sich weder den anderen ergeben, noch sich selbst widmen will und kann. Auch keine entspannte Geschichte.

avec0Jupiter-Pluto ist wie ein Pflock, mit dem man seine Claims absteckt und irgendwann sagen kann: Du, hör mal, was ich für dich getan habe, habe ich mir zuliebe getan, weil es meinem Wert entsprach. Wenn alles gut geht. Aber öfter hört es sich so an: Wenn ich schon die Wäsche für dich gewaschen habe, ohne dass du mich drum gebeten hast, weil ich sehe, dass du mit deinem Leben selbst nicht klar kommst, erwarte ich dafür jetzt wenigstens ausnahmsweise etwas Freundlichkeit! Bis heute habe ich meinen Jupiter-Pluto nicht gelöst - aber gelernt, MIT den Schärfen dieses Aspekts zu leben. Mal überwältigend ich selbst zu sein, mal mir ausschließlich mich selbst von den so stark gespürten, überall frei herumfliegenden Energien von Gefühlen anderer Menschen spiegeln zu lassen.

Die ich fühlte und fühlte, manchmal stärker als mich selbst. Das nennt man im psychologischen Kontext auch: Etwas ist aufgeträumt. Es führte dann sogar in Richtung Co-Abhängigkeit. Gefolgt von Phasen, in denen ich absolut skorpionisch, mit Jupiter in 1, alles aufholte an eigenem Bedarf und Bedürfnissen, die ich während des Daseins als weicher Kümmerer so stark und extrem vernachlässigt hatte. Konstelliert um das gesammelte Leid der Welt, in das ich mich als verbindlich gezwungen empfand.

Wichtig ist im Umfeld des Jupiter-Pluto Differenzierung. Er beschreibt als Anzeiger für die Angelegenheiten der anderen, in denen man sich wie in den eigenen oder stärker befindet, ja unter vielem anderen auch regelrechte Glaubenskriege. Es geht auch immer darum, was man, als mitfühlender Mensch, für andere "am Besten weiß". Womit man sich überhebt und weshalb (meist handelt es sich um eine Vermeidungs-Strategie, um sich nicht den eigenen Defiziten widmen zu müssen). Darum hilft es, wenn man die Begriffe, die dieses weite Feld prägen, klar hat. Eine sehr schöne und vor allem hilfreiche Beschreibung der Unterschiede von Empathie, Mitgefühl und Mitleid habe ich bei Reto Weishaupt gefunden, einem Meditationslehrer und Achtsamkeitscoach aus der Schweiz. Hier seine Überlegungen zur Abgrenzung zwischen den überlappenden Bereichen von Waage, Skorpion und Schütze (die Anmerkungen in eckigen Klammern sind von mir):

  • [Waage oder 7. Haus] Empathie (engl. empathy) = „Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die Einstellungen anderer Menschen einzufühlen“ (Duden). Ein generelles Einfühlungsvermögen; ich fühle das, was ein anderer Mensch fühlt. Empathie ist sozusagen die Grundlage des Mitgefühls und des Mitleids. Ich fühle mit, verspüre in erster Linie jedoch nicht den Impuls mich um dich zu kümmern. Ich fühle mich evtl. entmutigt und hilflos.
    [Hier geht es erst mal darum, dass uns der andere als Wesen überhaupt begegnet. Die negativere Seite entspricht auch der geistigen = Luft = Kühle, die eintritt, wenn ich mich von den Bedürfnissen anderer gerade wegen meiner Bereitschaft dazu dann mental überschwemmt fühle.]
  • [Skorpion oder 8. Haus] Mitgefühl (engl. compassion) = „Anteilnahme am Leid, an der Not o. Ä. anderer“ (Duden). Ich nehme Anteil an den schwierigen Gefühlen (Angst, Schmerz, Sorgen, etc.) eines anderen Menschen. Ich kümmere mich um den anderen, indem ich in Verbindung bin. Ich fühle mit, ich fühle das Leiden, ohne ganz in das Leid des anderen hineingezogen zu werden. Ich möchte dir helfen und dein Leiden mildern, indem ich präsent, wohlwollend und liebevoll bei dir bin.
  • [Hier ist der Weg in die Tiefe, das Wissenwollen, das Spüren des anderen beschrieben. Die negativere Seite betrifft das zu starke Eintauchen = Wasser in die Empfindungswelt anderer, die man dann als Kompensation versucht zu steuern und zu kontrollieren bzw. zu manipulieren - als wäre es nicht deine Angelegenheit, sondern meine.]
  • [Schütze oder 9. Haus] Mitleid (engl. sympathy) = „Starke (sich in einem Impuls zum Helfen, Trösten o. Ä. äussernde) innere Anteilnahme am Leid, an der Not o. Ä. anderer“ (Duden). Ich anerkenne das Leiden eines anderen Menschen, evtl. mit einem Gefühl von Unbehagen. Ich möchte helfen, trösten, aufmuntern, um so das Leiden des andern mildern. Ich bin besorgt, jedoch mit einer gewissen Distanz und Abwehr.
  • [Hier kommen wir in der Vision für den anderen an - ich weiß am besten und völlig selbstüberzeugt, was er braucht, um "positiv" zu sein. Die negativere Seite drückt sich auch aus in einer zu heftigen = Feuer Energie, die immer weiter und weiter das Projekt Du als Selbstvorstellung entwickelt und im Ernstfall nicht mal mehr zuhören kann, wenn der andere längst gebeten hat, die immer gut gemeinten Predigten, Missionen oder Patentlösungen zu stoppen.]

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Jupiter-Pluto, den Wolfgang Döbereiner ja, wie schon oft hier angemerkt, die Vierfurcht-Marmelade nannte (Es wird zusammengerührt, was nicht zusammen gehört), ist in sich verspannt wirklich nicht der beste Ratgeber für eine lebendige, gelingende, gleichwertige Kommunikation, Verbindung und Entwicklung gemeinsamer Anschauung mit anderen. Oft kommt am Ende entweder doch nur wieder Jupiter oder Pluto dabei heraus und den anderen Part übernimmt eben ein Außenrollen-Spieler.

Man bemächtigt sich der Emotionen des anderen oder besiedelt sie wie ein Kolonialherr. Man bietet sich immer wieder als Blitzableiter an, indem man das "fremde Konzept" (Jupiter/Pluto) mit dem eigenen übermalt und am Ende mit leeren Händen dasteht, obwohl man doch "nur helfen" wollte. Es bleibt halt ein Dominanz-Aspekt, der sich eigentlich darum dreht, etwas göttlicher zu sein, als es uns kleinen Menschen in ihrem großen Anspruch realistisch gegeben ist.

Venus (Frau Kopf aus Waage) nennt das dann als Leitbild Empathie, Pluto als Leid-Bild Mitgefühl und Jupiter als Weitbild Mitleid, denn wer mitleidig ist, ist auch jovial und anderen übergeordnet, kann Brot und Rosen verschenken und sich in seiner Toleranz und Großzügigkeit ganz prima finden. Aber wenn einem einer blöd kommt, sagt man einfach: "Du kannst einem echt leid tun!" (Danke für den nassen Waschlappen!). Jupiter-Pluto speziell hat darin eben auch eine gewisse Starre, erst recht jetzt, im Steinbock - wo er aber hilft, die Strukturen, die fehlen, wieder mit einer Bodenhaftung zu versehen, die für Wachstum wichtig ist. Dagegen ist Venus, die Dritte im Bunde der Begegnenden, ein Waisenkind, mit ihren kleinen Strategien aus Waage, die im Skorpion zu Machtspielchen werden und im Schützen zur Besetzung der Unendlichkeit durch den Menschen mit seiner Krone aus allem, was ihm die Schopfung an Gottgleichheit zur Verfügung stellt. Worüber Jupiter ja auch gern erzählt. Lobpreisend.

Eigentlich eignet er sich als letzter feuriger Zündfunke aus dem Tierkreis ja auch wirklich am besten, den letzten Schub zu symbolisieren, den ein emotionaler Prozess aus dem Skorpion benötigt, um in Bewegung zu kommen, bis er im Steinbock sein Ergebnis findet. Aber leider findet die große Stunde des Schützehaften immer erst nach dem Skorpionischen statt. Wenn ich in der 8. Phase nicht ethisch korrekt (und das heißt, für alle Beteiligten!) mit Traumatischem umgegangen bin, kann ich in der 9. nicht verlangen, dass alle meine große Vision des einzig Guten, Schönen und Wahren teilen. Oder darauf bestehen, dass sie sich meine Vorstellungen überstülpen lassen und wie eine Herde kleiner Gänschen dem Gurutum meines Jupiter hinterherwackeln. Genau das aber fühlt ein Pluto-Jupiter oft als Anspruch in sich und muss (Pluto) es sich von draußen bestätigen lassen. Das Draußen kann dabei der eigene Partner sein, die Chefin oder der Therapeut - und wenn's ganz dick kommt und sich kein anderer anbietet, sogar die eigene Tochter.

Sinn macht dabei: Auch wenn ich als jupiterhafter Schöpfer alles über die allerbeste Vision für alle weiß, bin ich durch den Pluto-Anteil, der in jedem Jupiter steckt (integrierter Zeichen-Vorgänger) anfällig für das noch Ungelöste meiner eigenen Prozesse, die ich dann eifrig auf mein Umfeld übertrage. Patentstrickmuster aus meiner Über-Sicht (was deine angeht, die werde ich dir so lange als zu negativ erklären, bis du meiner folgst). Jupiter bleibt dabei aber wenigstens auf den anderen bezogen. Er ist nicht so eigensinnig wie Mars, der erste Feuer-Archetyp, der nur sich sieht, weil er als Vorgänger nur das Nichs aus Fische kennt. In seiner narrativen Identifikation ist Jupiter auch nicht so selbstbezogen wie Sonne. Nein, er erzählt, als Bewohner des Begegnungsquadranten, eben der Welt am Liebsten gleich Geschichten über das ganze Dasein, weil er es immer eine Nummer größer braucht. Du und Ich. Wir können doch... (hier bitte irgendeinen Superlativ einsetzen, der in schützehaften Gegenden immer besonders gut zündet). Was sich bei einem Jupiter-Pluto verwandelt in: Du und ich, wir sollten, müssen, dürfen auf keinen Fall.... (hier bitte etwas einsetzen, was - laut Pluto - niemals passieren darf).  

Ob wir es wollen oder nicht, unter einem Jupiter-Pluto ist Empathie, Mitgefühl oder Mitleid häufig geistig, emotional oder energetisch angepeilt, aber manchmal am schwersten ausgeglichen zu leben. Denn hier trifft Gott die Kiste, in die Mensch ihn gern setzt, um an seinen Qualitäten wenigstens im Weltbild etwas teilhaben zu können. Sind wir nicht alle ein bisschen Gott? Wollen wir nicht alle am liebsten alles so drehen, dass alles für alle am Besten läuft? Diese Absicht nennt man bei Pluto dann Kontrolle oder Manipulation und bei Jupiter Fügung oder Überblick. 

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Wobei das eine sehr, sehr gemein klingt und das andere wirklich super. Aber eigentlich Jacke wie Hose ist. Auch wenn sich das Skorpion- und das Schütze-Prinzip wie Feinde benehmen können, sie brauchen einander. Denn ohne die Ethik, die Skorpion in seinem Leben immer entwickeln muss, ist Schütze aufgeschmissen. Wobei Jupiter allerdings blind für Plutos Qualitäten bleibt - wie jedes Folgezeichen bezogen auf die Themen seines Vorgängers, die es immer umzusetzen hat, aber als Errungenschaft gern verdrängt.

Denn Schütze erinnert sich nicht so gern an die schlimmen Zeiten seiner Erfahrung, in denen er sich selbst so schrecklich skorpionisch ohnmächtig fühlte, dass er unbedingt wieder in die Selbstermächtigung wollte. Und Skorpion befindet sich sowieso immer vor den Zeiten der Vision, die erst in all ihrem Glanz die Welt erobern kann, wenn die Tiefen des Dramas entweder ausgelotet oder wegfantasiert sind. 

Und weil nun mal Starre der Feind des Wandels ist (nicht umsonst habe ich dieses Zitat an den Anfang gestellt), sollte man unter Jupiter/Pluto und in seinen Folgezeiten auch gut aufpassen, wo Empathie zum Dogma wird, mit dem man vitale Begegnung einfach durch Bilder über das Du ersetzt, die man für wahr hält, obwohl sie nur das Ich spiegeln (Waage). Wo Mitgefühl sich in eine Schwächung des Gegenübers verwandelt, dem man in seinem plutonischen Retterwahn Dinge abnimmt, die seine Eigenmacht wirklich empfindlich schwächen (Skorpion). Oder wo Mitleid in Wirklichkeit eher an einen energischen Kreuzzug für das Gute, Schöne und Wahre erinnert, das der andere unbedingt in seinem Dasein verankern muss - oder er wird eben nie die Göttlichkeit erlangen, den der "Wissende" Jupiter doch schon so lange in sich selbst spürt (Schütze). Worauf die heilige Mission sich in eine toxische Giftmischung verwandelt.

Solche Jupiter-Pluto-Verirrungen kann man in den nächsten Wochen in den Fokus nehmen. Und mit etwas Aufmerksamkeit besser aufbrechen als sonst, wo sie sich, ohne Verbindungen zueinander, oft entsetzlich gegen Veränderungen sperren. Eins muss man sich wohl klarmachen (sagt mein Pluto am MC und ist da mit meinem Jupiter in 1 ausnahmsweie völlig einer Meinung): Bei den drei Zeichen (und ihren Herrschern) aus dem Begegnungs-Prinzip dreht sich letztlich doch immer alles um irgendeine Form von Einflussnahme. Und genau da liegt das Problem, sagt Pluto. Nein, die Lösung, antwortet Jupiter. Ich kann deine Übertreibungen nicht ertragen, gibt Pluto zurück. Aber ich weiß es nun mal besser, sagt Jupiter, fang endlich an, einen Überblick zu entwickeln und nicht immer nur endlos in deinen Gefühlen zu wühlen! 

Damit will ich sagen: So sind sie, die Archetypen. Es ist, wie es ist. Und wie es ist, ist es richtig. Auch wenn es sich völlig falsch anfühlt. Solange es uns nicht dazu bringt, im Bann von Jupiter-Pluto Verschlechtbesserungen zu betreiben, weil wir das Ziehen und Zerren und Sehnen irgendeines Mangel-Traumas mit Gott in uns selbst verwechseln, ist alles gut. Denn diese Dinge bleiben einfach eine Weile noch thematisch offen. Nicht umsonst standen die Götter des Himmels und der Untererde da oben jetzt auch für alle Nicht-Jupiter-Pluto-Personen spürbar in Konjunktion (gerade ist sie vorbeigegangen). Und läuteten damit heimlich, still und leise (was weder Pluto, noch Jupiter gefällt, die gern mit Trommelwirbeln einbrechen in fremde Leben) einen neuen Zyklus in Sachen Wandlung, Toleranz und Vertrauen ein. Wozu Empathie, Mitgefühl und Mitleid, das ist wohl klar, wichtige Zwischenschritte sind. Ihre Begegnung gibt der Welt ihren Bezogenheits-Trend bis zum nächsten Quadrat im Sommer 2023 mit. Aber die Qualitäten, die in einem reif ausgeprägten und mit Fassung getragenen und übertragenen Jupiter-Pluto liegen, kann man sich letztlich nicht erarbeiten. Man muss sie sich erleben - zum Teil auch unter Schmerz.

Die eigene verwirklichende Anlage als praktische Verbindung zu den Angelegenheiten anderer, in Empathie, Mitgefühl oder Mitleid findet man nicht nur in den immer herausfordernden Aspekten zwischen Venus, Jupiter und Pluto selbst, sondern auch in den drei Feldern 7, 8, und 9 und ihren Herrschern und Bezügen untereinander. Inwieweit man dagegen generell sensibel für und berührbar ist von der tiefen, reinen Wasserqualität des Empfindens, zeigt sich in der Besetzung von Wasserzeichen und -häusern. Und in den Stellungen der drei Herrscher. Natürlich symbolisiert dabei Neptun letztlich, als Auffangbecken aller 11 anderen Qualitäten aus dem Zodiak, die ungetrennte und untrennbare feine Qualität von "Compassion", des Empfindens, mit allem anderen Leben auf eine unsichtbare Weise verbunden zu sein. Ob und wie das aber in einem echten Zugriff zum Tragen kommt, das kann man eben auch an den eher druckvollen "Greif-Aspekten" von Jupiter und Pluto ablesen.

Auch ein Skorpion-Mond in 12 wird sich kaum faktisch spontan in andere Lebensmuster einklinken, wenn er weiter keine Besetzungen im 3. Quadranten hat. Die Waage-Venus könnte viel über Empathie schreiben, aber wenig davon leben, falls sie nicht zufällig in 8 immer wieder bereit ist, in die Angelegenheiten anderer hineinzugrätschen, weil sie sich einredet, tatkräftige Hilfe (bzw. Übernahme des anderen Imperiums "aus Liebe") sei nun gefordert. Ein Venus-Pluto ohne Bezug zum Du-Bereich wird sich als Rollenvorbild für Mitgefühl wunderbar stark empfinden können, aber durchaus auch für sich allein, jahrelang im stillen Zimmer vor einer traurigen Netflix-Serie über arme Kinder aus einem Krisengebiet. Und Jupiter-Pluto-Quadrat aus 1 nach 10 bewundert eben lang und breit das Problem. Das lautet: Wieder mal hat es keinen interessiert, was ich alles heute wieder (unter Selbstaufgabe und gezwungener Einpeitscherei anderer in ihre vernachlässigten Aufgaben) autark, stark und absolut ohne eigene Bereicherung erledigen konnte (musste)! Soweit die eigene Story, die immer irgendwie gut aussehen muss für einen selbst (Schütze kommt ja nach Skorpion und fordert da das Happy End).

Womit ich meiner Story ausführlich die Ehre gegeben habe 😃 Bleibt gesund und optimistisch - MIT euren Problemen! Habt sie zur Not einfach mal lieb, wie nervige Zeitgeossen. Dann revanchieren sie sich ja vielleicht doch für Aufmerksamkeit statt Abwehr, indem sie nicht mehr so ununterbrochen an die innere Tür klopfen. Nur weil keiner sie haben will. Alles geht schließlich - und noch mehr - wenn man will, sagt Jupiter-Pluto. Mal sehen, wie weit er damit kommt.

Bilder (bearbeitet): Pixabay

 

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Freitag, 27. November 2020

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