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Saturn: An die Arbeit, in den Fluss.

satarbeitDie Zeiten sind hart. Härte ist Saturn. Manchmal setze ich Bilder dagegen. Dieses, von der fleißigen, stillen Kormoran-Fischerin in der Morgendämmerung (links). hängt lange schon in meinem Wohnzimmer und macht mich immer auf eine seltsame Art glücklich. Ich hatte wirklich viel Neptun- und Uranus-Theater in meinem Leben - und diese andere saturnische Stetigkeit, die ich in dem Foto sehe und die gerade jetzt so häufig herausgefordert ist, war mir nie selbstverständlich. Ich weiß nicht mehr, wer der Fotograf ist, es muss jemand mit großem Saturn und großem Neptun in einer perfekten Übereinstimmung gewesen sein, die erst dann immer heilige Momente schafft. Das sollten wir vielleicht gerade jetzt nicht vergessen. Form ist Leere. Leere ist Form. Das Licht steigt auf aus der Nacht und wird zu einem Tag. Es ist sehr früh, die Arbeit beginnt. Saturn.

Für mich zeigt dieses schöne Bild einen Archetyp - nicht Großvater Saturn, den strengen Lehrer, zu dem er kulturell in Männergesellschaften gemacht wurde, sondern einen weiblichen Saturn in seiner Ruhe, Energie, Selbstdisziplin und Ausdauer. Erde, wie sie umsetzt, Frauen und die Weisheit des Tuns. Ohne je die Anbindung an die unnennbaren Kräfte von Erde und Himmel zu verlieren, deren Brücke wir als Menschen ja immer waren, buchstäblich. Immer noch (oder wieder) läuft ja Saturn jetzt in Erde, zuhause, durch den Steinbock, nach einer kurzen Stippvisite im Wassermann, wohin er erst kurz vor Weihnachten dann endgültig wandern wird. Dann wird etwas anders.

Bis dahin wird es Zeit, sich endlich noch einmal praktisch klarzumachen, was eigentlich seine Phasen-Herrschaft über Pluto und Jupiter bedeutet, zwei der wichtigen Zeichenherrn aus dem Beziehungs-Quadranten, die alle Anspannung zwischen "mir und den anderen" in der 10. Phase des Zodiak ins Kollektive ziehen. Unter Saturn können sie das nur verbindlich, strukturiert und diszipliniert, wie er das will. Wehren sie sich, gibt es eine Blockade nach der anderen. Genau das erleben wir jetzt. Man kann mit und gegen die Zeitströmungen gehen, man ist frei - aber unter Saturn wird man lernen, ob man sich in Übereinstimmung befindet oder nicht. Passe ich mich nicht dem an, was das Kollektiv überleben lässt, werde ich verregelt. Erst recht jetzt, da Mars mitten in die Spannung hineinläuft und ohne Kompromisse von seiner Arena im Widder aus kämpft. Immer dagegen. Als Anstoß für Neues.

Das ist absolut nicht falsch. Aber es wird aus dem Überhang im Steinbock noch geblockt. Nicht, weil böse Feinde das Neue verhindern wollen, sondern weil ein anderer Rhythmus noch den Ton angibt. Als Trägerin eines massiven Steinbock-Saturn in 2 war ich gespannt auf die Klima-Änderungen in den Phasen des mundanen Erd-Saturns, mit all den Überlagerungen der anderen Planeten-Symbole. Es war mir klar, dass sie mit Ursache-Wirkungs-Gefügen zu tun haben würden - aber nicht, WIE stark sich das diesmal zeigen könnte. Denn Uranus, der Stier besetzt und gleichzeitig dort das Unterste zuoberst kehrt in der stofflichen Überlebens-Gesellschaft, die von ihrer Panik vor Verlusten gebeutelt ist, wiegt offenbar schwer als unangebundener, zeitlicher Begleiter. Aber er hat nicht den Hut auf. Es grüßen als Bosse zur Zeit weiter der gute, alte Saturn und Neptun, ebenfalls zuhaus, in den Fischen. Vielleicht bewegt mich auch darum gerade jetzt wieder die Kormoran-Fischerin so sehr, in ihrem schönen Nebel. Wann immer Klientinnen zur Zeit mit plutonischen Schmerzen oder uneingelösten jupiterhaften Visionen vom fehlenden Großen in ihrem Leben kommen und ich Verbindungen zum Steinbock-Stellium sehe, sage ich inzwischen: Genug gedacht. Praktischer Arbeitsbeginn. Geh über den inneren Berg des "Ich will nicht!" oder "Nein, heute geht es wirklich gar nicht!". Dann nimm den Block für die Planungs-Schritte in die Hand, den Hammer, das Putztuch, die Mauersteine, das Fischernetz, die Projektunterlagen, den Organistionskalender, was auch immer. Und fang an, ein Ziel zu suchen, die nötigen Schritte aufzuschreiben und sie dann, Stufe für Stufe - ganz langsam - umzusetzen. Saturn ist der Erbauer von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Irdischen. Er kann mit Ahnungen, Risiken, Bildern, Gedichten, Ausreden oder Schuldzuweisungen nichts anfangen. Saturn regiert die Regierungen - und wenn du nicht selbst Regie führst in deinem Leben, auch in der Beschränkung, korrigiert er eben deinen Kurs. Darum fang an. Es geht nicht um mentale Haltungen, sondern um Einordnungen und Organisationen.

Saturns Blockaden weisen ja fast immer darauf hin, dass etwas vergessen, übergangen, übersprungen, nicht auf überpersönlichen Nutzen oder Einbindung in ethische Prozesse überprüft wurde. Er verhindert, um später nachhaltiger zu bereichern. Er schnallt den Gürtel eng, wo Jupiter den Bauch zu sehr aufgepumpt hat und den Kopf mit Vision überladen. Wo Saturn herrscht, kommt es einem manchmal vor, als könne man seine Aufgabenstellung hören. Tu etwas Anfassbares. Rede nicht nur darüber, In meinen Phasen nimmt zuviel Reden dir die Handlungs-Energie. Wirklichkeit ist Verwirklichung. Tat. Nur so kommen wir langsam, und Zug um Zug, alle (ja, auch ihr Feuer-Luft-Menschen) in Übereinstimmung mit dem Saturn-Prinzip der Umsetzungs-Energie. Mit jeder Geste, Handreichung, jedem Schritt, Tun und Machen einen Meter mehr mehr. Das geht langsam. Weil es bedacht sein soll (Steinbock spiegelt sich in die Zwillinge). Jedes Tun hat irgendwann Folgen. Denn genau das ist Saturn. Das Ergebnis. Ohne Tun keine Realisierung.

Auch Zeit - neben Raum Saturns Domäne - ist letztlich nur durch Veränderung des Raumes messbar. Die zieht sich, stetig. Der erste Gang, den man einlegt. Das begann mit Sonne, Mond und Sternen, die in ihrem Lauf beobachtet und zu Daten und Einheiten festgefroren wurden. Am Öffnen und Schließen, am Erblühen und Verwelken der Blüte misst sich ebenfalls, wie Zeit verrinnt. Das endet nie, denn nach Saturn, als altem Herrn auch des Wassermannes, kommt ja im Zweifelsfall, wenn alles eingefahren ist und genug Struktur und Organisation hat, dann immer Uranus, der radikale Schnitt. Saturns Prozesse der langsamen Bewegung werden fraglos zu Uranus' Flug. Damit ist die Veränderung dann vollbracht. Etwas wird gebaut, etwas wird abgeschnitten.

Aber wir, hier, sind ja heute immer noch in der Sammlungsphase, wo sich Tatsächliches nur analog zum Gesetz des Natürlichen verändern wird. Erst das Langsame. jetzt. Dann die Beschleunigung. Es geht gar nicht anders. Verändern wir ab heute tätlich, täglich und tatsächlich noch im ersten Gang unsere inneren und äußeren Räume, beobachten wir, was dann passiert, bewegen wir uns mit Saturn durch eine ganz eigene und trotzdem nicht unverbundene Welt des Entschlusses und der Bestimmung, der wir Bedeutung zumessen. Auf dass sie bedeutsam wird, weil wirklich, irgendwann. Ursache setzen, Wirkung empfangen. Auch wenn immer wieder so ein Saturn als bedingende Vorstufe der freien Radikalen in Uranus' Universum höchst unfrei erscheint, macht er wegen seiner Stabilitäten vielleicht doch ganz anders frei. Selbstkontrolle ist eine unbedingte Voraussetzung für Freiheit. Wenn ich mich nicht disziplinieren kann, habe ich keine Entscheidung, sondern bin getrieben. Darin steckt Trieb. Auch das rein uranische Hochsprühen von Luft kann zwar kurzfristig heftig befreien, hat aber in sich keine Dauer. Das ist dann die Explosion, die Dinge in Schutt und Asche legr, aber nicht, für sich, in sich, wieder aufbaut, zufüttert, ansammelt. Dazu braucht es viel, viel später erst Venus (Stier), dann Merkur (Jungfrau) und danach Saturn als Konsequenz, die geschaffen wird und schafft. Eine manifeste und manifestierende Dauer-Wirkung. In diesem Prozess teichelt die Welt gerade hin und her.

saturnsteinbockDas kann absolut unberechenbar und launisch wirken, weil so viel unterdrücktes Trauma in all dem gebunden ist (Pluto, der gerade zwischen Jupiter und Saturn steht und immer wieder seelische Ladungen implodieren lässt). Manchmal bringt einem selbst Facebook neue Einsicht in Zusammenhänge. Wie ich dort neulich las, bedeutet das tibetische Wort "rang dbang" für 'Freiheit' auch 'Selbstmächtigkeit'. Das übersetze in etwa mit "Autonomie". Damit wird vielleicht der Zusammenhang zwischen Saturn als altem Herrscher von Steinbock und Wassermann etwas klarer. Auch im I-Ging findet sich im Hexagramm 21, "Hien/die Einwirkung, die Werbung" ein Text, der mir dabei geholfen hat, diesen - auf den ersten Blick so paradoxen - Zusammenhang von Saturns alter Beherrschung des 10. und 11. Prinzips zu verstehen - die sich unter anderem aus der ganzen Achse Krebs/Steinbock und Löwe/Wassermann ergibt, von der da inhaltlich symbolisiert ja die Rede ist:

"Jede Stimmung des Herzens regt zu einer Bewegung an. Wonach das Herz strebt, dahin laufen die Schenkel, ohne sich zu besinnen; sie halten sich an das Herz, dem sie folgen. Aber aufs menschliche Leben übertragen ist diese Art, auf jede Einwirkung einer Laune hin sofort sich in Bewegung zu setzen, nicht das Richtige und führt, dauernd fortgesetzt, zu Beschämung. Ein dreifacher Gedanke ergibt sich: Man darf nicht ohne weiteres allen Leuten nachlaufen, auf die man einwirken möchte, sondern muß sich unter Umständen zurückhalten können. Ebensowenig darf man sofort allen Launen derer nachkommen, in deren Dienst man steht. Und schließlich soll man den Stimmungen des eigenen Herzens gegenüber nie die Hemmungsmöglichkeit vernachlässigen, auf der die menschliche Freiheit beruht."

Das heißt auch: Die Freiheit der Wahl bedeutet nicht nur, frei sein für etwas, völlig entgrenzt, sondern auch Freiheit von etwas, also Beschwerungen, oder eben, die Freiheit zu entscheiden, sich selbst einzuschränken, die nur wir Menschen so haben. Für etwas. Mit Bewusstsein. Den Beginn einer ganz anderen, aufbauenden, transpersonalen Art von Autonomie. Saturn kommt jetzt und hier, mit oder ohne Gegenwehr, faktisch in seine Verwirklichung als Vermieter im Steinbock - für das Überpersönliche, für die Kollektive, die aus dem reinen Ich-Du des 1. und 3. Quadranten herausführen in etwas Größeres. Interessanterweise gibt es nur im 3., im Begegnungs-Quadranten des Zodiak, kein Erdzeichen. Dort schaffen wir vielleicht Resonanz und Beziehung, aber keine Dinge, die überall sonst kreativ "gemacht" werden können. Als Gebieter über die Mieter Jupiter und Pluto wird Saturn mit den beiden Vorgängern, deren Ergebnis er in der Zeichenfolge darstellt, jetzt aber auch von Mars in seinem Domizil Widder kraftvoll angeschossen. 

Mars stand bereits im uadrat zu Jupiter, geht ins Quadrat zu Pluto und erreicht zuletzt 90° zu Saturn. Mit dieser Schere verletzt er leider das Zeichen seiner Erhöhung, Steinbock. Was nahlegt, dass Mars, als Zündschnur und Katalysator so vieler rebellischer Prozesse momentan zwar auch Uranus im Folgezeichen Stier in seinen Kapriolen "füttert", aber letztlich dem Saturn unterliegt. Den Zeichen der Zeit, die auf Organisation, Selbstdisziplin und Regeln stehen. Wieso? Weil es dran ist. Weil "der kosmische Fahrplan" es abspiegelt. Saturn will weg von Spontan-Aktionen, wie immer man das selbst gerade findet, denn seine Basics führen unbedingt hin zu mehr Nachhaltigkeit und Nachvollziehbarkeit.

capricorn

Ganz ähnlich spiegelt auch das Foto von der Kormoran-Fischerin am chinesischen Fluss Li für mich wunderschön die Idee von einem konstruktiv arbeitsamen, elegant disziplinierenden Saturn wider, wie er gelebt werden könnte. Im freien Tun, zu dem wir uns entschließen - weil wir den Sinn einsehen. Saturn ruft Vorgänger Jupiter bestenfalls ja mit auf. Dann werden wir der Welt und uns selbst zuliebe klagloser, ohne dass wir als Menschen erst "von oben" dorthin korigiert werden müssen. Es wird immer ein Oben, ein Gesetz, eine Einschränkung, eine Grenze geben, wenn man nur laut genug danach ruft. "Warum nicht um seine Ketten betteln", hieß es früher, wenn man sich selbst nicht strukturieren konnte oder wollte.

Natürlich kann man immer diesen schweren Weg wählen, auch wenn man Astrologie versteht, und sich weiter aufbäumen und marsisch kämpfen und in jedem kleinen Symbol für Unfreiheit das große Prinzip der Knechtung entdecken und auzuhebeln versuchen. Wenn sich aber nicht die Gesetze der Zeit völlig verändert haben, werden wir dem Symbol des Saturn gegenüber solange machtlos sein, bis wir es respektieren. Dann wird allerdings auch in genau dem Maß sein Druck größer werden, in dem unsere Widerstandsidee wächst und wächst. Dann gibt es eben, wie ich schon im Silvesterartikel schrieb, irgendwann Hindernisse, noch mehr Blockaden, Krankheiten, Armut, Not. Weil da, wo Saturn ist, eben Saturn ist. Also gehe man besser eine Weile mit. Das nennt man: geschickte Míttel.

Die Planetenbilder sind ja nicht dazu da, uns zu erziehen oder uns zu politischen/unpolitischen Menschen zu machen oder uns die absolute Wahlfreiheit zu schenken, einfach alles in alles hineinzuinterpretieren. Saturn im Steinbock als Vermieter von Jupiter und Pluto ist KEIN Uranus. Er ist auch kein Neptun, der uns die Verwirrung um der Kunst halber gewährt. Sondern ein Taktgeber für Phasen der großen Ordnungen. Er ist auch jener steinharte, sichere, tragende Teil in jedem von uns, der entschieden sein kann, weil er sein Ziel kennt, das er in Übereinstimmung mit Zielen, Gebräuchen und Kontext ausrichtet. Um irgendwann dann, fast mühelos, aber nie ohne große Arbeit, getragen von seiner Bereitwilligkeit, etwas zu schaffen, bei sich und seinem Ergebnis ankommt. Fähig, aus Ausdauer und Materie Stoff zu machen, Strukturiertes. Diese langsame, manchmal quälende Entwicklung durchzustehen, die Leben auch ist. Und ja, auch müde, ausgepumpt, aber DA.

Oben auf dem Berg dessen, was zu tun war.

Saturn legt immer einem zu schnellen Mars das Handwerk und macht ihn so erst zum wirksamen Energie-Pfeil - der nicht nur sprintet und spurtet, sondern Pausen einlegt. Saturn - und das glaube ich, weil ich so ein ungeduldiger Mensch bin und es erlebt habe - kann eine extrem klare Schönheit im Leben einziehen, wenn man zulässt, dass er es mit seinen Korrekturen vereinfacht. Dass er - nur für eine Weile - die Zwischenwelten, Grautöne, vielen Sichtweisen, endlosen Zickzackkurse einfach weglässt. Es ist eine Phase, nicht für immer. Verlangsamung benötigt das Dasein genau so, wie die Beschleunigungen an anderen Stellen. Dass die äußere, saturnische Arbeit am und für das Kollektiv genauso wichtig ist wie die innere, plutonische oder neptunische, lässt sich in Zeiten der Esologen-Inflation leicht vergessen. Was ich strukturiert und entschlossen angehe, stützt mich auch.

wasserbombeSaturn steht im 12. Harmonic gerade wieder auf 0° Fische. Was auch noch mal auf die generelle neptunische Unterströmung dieser Zeit und auf die Freundschaft zwischen Saturn und Neptun hinweist. Gerade die spirituelle und persönliche Verworrenheit bis Verwobenheit des 12. Prinzips, seine Neigung zur Illusion bei zu wenig Erdung, die Crazyness des Entgrenzten sind ja Legende. Auch persönliche Neptun-Anlagen brauchen als Ausgleich unbedingt sichere Struktur, starke Organisation, ein Talent zu den Erdprinzipien, ohne die sich das Göttliche des Uranisch/Neptunischen nie und nimmer wahrhaftig zu uns herunterholen lässt. Dann bleiben wir unspirituell oder besser, in einer individuellen Vorstellung vom Heiligen und Numinosen stecken, das weit vom Kern entfernt ist.

So spirituell wir uns dabei auch denken oder fühlen mögen. Es ist für mich deshalb auch gar nicht merkwürdig, dass selbst in tibetischen buddhistischen Klöstern, wo so viel Wert auf die Freiheit und Weite des Geistes gelegt wird, eine unglaublich klare Struktur und eindeutige Regeln herrschen. Von Versklavung oder Ausbeutung durch Hierarchien habe ich dort nie einen der Mönche reden gehört. Sie kämpfen schlicht weniger als wir mental mit dem, was das Dasein fordert und bei all den Fights so viel Reibungsverluste erzeugt. Dort so, hier anders, aber alles ist überall ja eine einschränkende Aufgabe, was nicht voll und ganz selbstbestimmt sein kann. Wenn ich nun hier, in meinem Luxusleben (das ich gegenüber einem armen Nepali selbst bei schlechtem Einkommen immer noch habe) ab und zu die Aufgaben fraglos erledige, die mir das Leben stellt, kann ich nicht mehr versklavt werden (Saturn/Pluto!). Ich tue dann, was zu tun ist, weil ich es tun will, und ich will es tun, weil es dran ist. Selbst da, wo andere etwas von mir verlangen und ich gewohnheitsmäßig Abwehr spüre. So wird Tun irgendwann Meditation. Und Theorie zu Praxis. Auch hier gilt: Man muss natürlich gar nichts. Außer sterben irgendwann. Aber es ist hilfreich, die astrologische Bedeutung Saturns gerade jetzt ernstzunehmen, statt sie als lästig wegzubeamen. Es geht vielleicht um eine Rückkehr zu den einfacheren Relationen, auch in uns, nicht nur um uns.

Selbst wenn ich ahne, warum die Kormoranfischerin auf meinem Bild wie viele Stunden auf wessen Auftrag ab wann in der Früh dort, im Flusse Li, fischen muss, ändert das nichts daran, dass genau diese Arbeit jetzt dran ist. Und ja, wir sind alle tatsächlich von der Welt versklavt. Von fremden Forderungen, Ansprüchen. Regeln und Gemeinheiten bis Gemeinsamkeiten. Soweit der eine Blick. Sich gegen Ausbeutung zu wehren, ist absolut legitim und richtig, solange der Kampf nicht eine Angewohnheit ewiger Kinder im Klammergriff ewiger vorgestellter Elternfiguren ist. Denn das muss und wird irgendwann in der Forderung nach Umsturz jedes Ordnungsprinzips gipfeln. Genau die kann aber nicht dauerhaft funktionieren. Denn dann gibt es kein Kollektiv mehr, keine Verantwortung für mich UND die anderen, keine gemeinsame Ethik. Saturn mit seinen Grenzen, Mauern und Verantwortungen ist nicht unser Vater oder unsere Mutter. Man kann ihn, Steinbock und das 10. Haus auch schlicht nicht aus dem Tierkreis kippen oder aus der Symbolik, die er nun mal hat. Denn er beschreibt den Eintritt in die Zeit und aus der Zeit - und ihre Gesetzmäßigkeiten, die in Rhythmen und Wellen das Leben bestimmen. Auch uns.

Wir sind hier, im Westen, wieder so kindlich geworden im Anspruchsdenken des Egoparadies. Vielleicht hat die Überkonzentration auf die Eigenwirksamkeit psychologisch uns da eine schwierige Falle gestellt. Denn es wird ja immer etwas geben, was mich behindert. Besser, sich jetzt langsam wieder neu mit dem Gedanken anzufreunden. Es hat ja einen Grund. Es geht um Ordnungen des Lebens, nicht nur um Ordnungen der Ausbeuter. Man muss das nicht lieben, aber am Ende doch die Aufgaben, die in dieser Struktur des Seins für Menschen liegen, immer wieder angehen. Jeden Tag neu. Morgens um halb fünf, am Fluss Li, im Nebel, mit den Kormoranen und der Schönheit der Welt in und um uns. Da oder hier: Ohne Form keine Leere. Ohne Leere keine Form. Kein Neptun ohne Saturn. Kein Gebet, ohne das Bewusstsein, dass es etwas Größeres geben kann als mich und ich dadurch trotzdem nicht aus der Freiheit falle.

Bilder (bearbeitet): sri (Original vermutlich Dan Ballard) + Pixabay

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Samstag, 5. Dezember 2020

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