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Wer Krisen nicht ehrt...

Wenn von Krisen die Rede ist, ist in aller Regel eine Lebenssituation gemeint, die wir astro-logisch als „Skorpion-Phase“ bezeichnen. Das achte Zeichen stellt quasi einen energetischen „Knack-Punkt“ in der evolutionären Entwicklung des zodiakalen Bilderkreises dar – hier fällt die Entscheidung, ob sich etwas oder jemand über seine Grundanlagen hinaus entwickelt, oder ob der Weg hier zu Ende ist. Es ist dieses „Stirb und Werde“, das dem marsisch-plutonischen Hintergrund solch eine Brisanz verleiht: eine Entscheidung muss und wird fallen…

Genau das bedeutet das altgriechische κρίσις ursprünglich – Meinung, Beurteilung, Entscheidung. Man könnte diese „Dreifaltigkeit“ schon als eine Art Entwicklungsweg sehen. Erst bildet sich eine Meinung, ein Standpunkt heraus, dann beurteilen wir ein Objekt oder ein entsprechendes Thema aufgrund dieser Meinung. Irgendwann aber wird jede Meinung von den Umständen heraus gefordert, es treten Schwierigkeiten und Hindernisse auf, schließlich muss eine Entscheidung getroffen werden, damit sich Leben weiter entwickeln kann. Aber das eigentliche Thema dieser Phase ist:  die ursprüngliche Meinung ist nicht mehr aufrecht zu erhalten, man muss eine neue Haltung finden und entwickeln, die den Umständen und Herausforderungen gegenüber angemessen ist.

Hier zeigt sich dann auch wieder einmal, wie genial das astrologische Grundbild aufgebaut ist. Denn der Skorpion ist ja nur die eine, die scheinbar dunkle Seite, des gesamten Themas. Die andere liegt gegenüber im Stier, sie bildet die Grundlage auf der solche Krisen überhaupt erst nötig sind und werden. Die Stier-Phase und alles was daraus an Bewusstheit und Umsetzung entsteht, sichert im weitesten Sinne unser aller Leben und Überleben ab. Dies geschieht auch durch eine Vereinfachung und Rationalisierung aller Impulse, die unser Leben ausmachen. Es wird wichtig (im Sinne des Überlebens) von unwichtig unterschieden und auf dieser Grundlage kann sich komplexeres Leben überhaupt erst entwickeln.

Sechs Zeichen später in dieser Entwicklung stößt man nun aber auf den Gegenpol der Achse. Und nun können genau diese Regeln und Verhaltensvorgaben, die bis dahin das eigene Leben absicherten, zum Hindernis werden. Jedenfalls dann, wenn sie zu ritualisierten Verhaltens-, Denk- und Empfindungsmustern geworden sind, die das gesamte Leben nur noch danach beurteilen, ob es diesen Strukturen entspricht. Hier wird dann auch jede geringste Abweichung von der „Norm“ als unzumutbar erlebt und wem die Macht gegeben ist, das Umfeld in die alten Strukturen hinein zu zwingen, der wird dies in aller Regel auch erst einmal tun. Oder besser – es versuchen.

Und genau das wird zur Krise führen. Würde man einfach einen Schritt weitergehen und die engen Vorgaben jetzt erweitern und ausdehnen, damit Raum für das entsteht, das bisher nicht eingebunden war (also freiwillig das „Jupiter-Schütze-Prinzip“ aktivieren), dann wäre das Thema schon erfüllt. Der Kampf wäre ein innerer gewesen und hätte niemals nach außen getragen werden müssen. Das klingt verlockend und man stellt sich natürlich die Frage, warum dass nicht die gängige Handlungsoption bei allen Krisen ist. Einfach mal einen Schritt weiter gehen…

Weil unsere ganzen Muster und Strukturen ja einzig und allein den Zweck verfolgten, unser Überleben zu sichern. Aber nicht aus einer gottgegebenen Vernunft heraus, nicht weil wir alle schon als Mathematiker und Wissenschaftler auf die Welt gekommen sind und in formalhaften Gedankengängen schon als Kinder berechnen konnten, was denn hilfreich und gut für einen selbst ist.

Nein, es geht dabei ja immer um archaische Empfindungen. Um Angst und Unsicherheit, um tiefste Ablehnung von dem, was die eigene Existenz scheinbar bedroht. Und innigste Hinwendung zu allem, was Schutz und Verlässlichkeit verspricht. Es geht um die Eindämmung der permanenten Todesangst, jede Entwicklung von vorbeugenden Maßnahmen soll dieses unerträgliche Gefühl der Dauerbedrohung dämpfen und im besten Falle „unfühlbar“ machen.

Und wenn nun das Leben selbst in seinen vielfältigen Ausdrucksformen an den Mauern dieser selbst-erschaffenen Schutznormen rüttelt, dann wird das Leben selbst und die jeweiligen Ausdrucksformen auch schnell zum Feind erklärt. Dann sind es eben die Juden, die Christen, die Moslems, die man bekämpfen muss, um die „gefühlte“ Bedrohung abzuwenden. Oder die Flüchtlinge aus Afrika, die Bittsteller aus Griechenland oder die Despoten aus dem russischen Reich des Bösen. Das ist natürlicherweise auch umkehrbar, je nachdem auf welcher Seite des Bedrohungsszenario man sich befindet. Umkehrbar, austauschbar und letztendlich deshalb absolut irrelevant.

Denn ab einem gewissen Punkt wird es eine Eskalation geben – „Angriff ist dann die beste Verteidigung“, wie es so schön heißt. Da wird dann angeblich zurück geschossen und in 99,9% aller Fälle wird diese Reaktion auf Grundlage einer paranoiden und wahnhaften Vorstellung erfolgen. Denn das ist das Schlimme, wenn der natürliche Fluss der Entwicklung aufgestaut wird, dann wird das was uns ursprünglich schützen sollte, die Regeln und Strukturen, die klaren Vorgaben und Zuordnungen, zur eigentlichen Ursache einer Bedrohung, die tatsächlich zur Vernichtung unserer Existenz führen kann. Nur wird das nicht mehr so wahrgenommen, denn man selbst befindet sich ja schon im Kampfmodus um dieses Überleben zu sichern. Wie könnte man da selbst zur Ursache für den eigenen Untergang werden?

Kriege sind das beste und schlimmste Beispiel für solch eine Entwicklung. Fast immer ging es in der Vergangenheit entweder um die „Absicherung lebenswichtiger Ressourcen“ für eine der beiden Kriegsparteien, oder um die Durchsetzung einer Ideologie oder sonstigen Glaubensrichtung. Ob dabei nun im Namen Gottes die Ungläubigen abgeschlachtet wurden oder im Namen einer selbstdefinierten Freiheit alle  Andersdenkenden, macht kaum einen Unterschied.

Grundlage dafür war fast immer die Weigerung oder die Unfähigkeit, sich den eigenen, aufkommenden Empfindungen von Unsicherheit und Angst so bewusst und klar zu stellen, dass die daraus resultierenden Gefühle wie Ärger, Hass, Stolz und Neid sofort als Sendboten dieser Urängste erkannt werden konnten. Und eben nicht irgendeinem Volk, einer Rasse oder Religion zugeordnet wurden, die man dann stellvertretend versuchte, „aus der eigenen Welt zu schaffen“.

Geht der Blick stattdessen erst einmal nach innen, dann ergibt sich früher oder später auch die Möglichkeit, aus einer neuen und erweiterten Perspektive heraus pragmatische Lösungen zu finden. Zumindest dort, wo es praktische Lösungen gäbe.

Gleichzeitig wird man aber auch relativ bald unterscheiden können, wo es vielleicht keine Möglichkeit gibt, den vorgestellten und erwünschten Status Quo zu erreichen. Denn ohne die eigene „Angst im Nacken“  und mit der daraus resultierenden „Vogelperspektive“ entsteht überhaupt erst ein klarer und eindeutiger Blick, der ebenso klare und eindeutige Entscheidungen möglich macht. Dann wird man auch bereit sein zu wirklichen Kompromissen, die das eigene Leben auch nachhaltig beeinflussen.

All das wird aber niemals geschehen, solange es nicht zu den befürchteten Krisen kommt. Erst wenn die alten Schutz-Mauern und -Zäune bröckeln und bersten, gibt einen überzeugenden Grund, sich um Alternativen zu bemühen.

Anders ausgedrückt – je größer die Krise, desto größer ist auch die Chance für Transformationen und Veränderungen, die nachhaltig für Sicherheiten und tragfähige Grundlagen sorgen können.

So gesehen leben wir gerade in paradiesischen Zeiten, zumindest wenn man den Slogan der Überschrift tatsächlich verinnerlicht hat:

Wer Krisen nicht ehrt, der lebt meistens verkehrt…

Bilder: Titelbild-Skorpion By Rovepestcontrol (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons; By H Dragon (Rene and the scorpion) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons; 

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Sonntag, 6. Dezember 2020

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