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Wann hat der Wahnsinn angefangen?

"Die Druckerpresse hat die Kindheit hervorgebracht, die elektronischen Medien bringen sie zum Verschwinden." (Neil Postman, Kulturkritiker und Fisch, Mars-Mars-Quadrat mit dem Dollar).

Wann hat der ganze Wahnsinn eigentlich angefangen? War es, als Pluto in den Schützen eintrat, die Über-Egomanie zum Dogma erhob und die irren Info-Kriege einläutete? Oder jetzt, wo er - anfassbarer im Steinbock - die Ergebnisse seiner buchstäblichen Fessel-Ballons präsentiert, bis wir den Druck der herbeigerufenen Geister nicht mehr ertragen können und implodieren? War es kurz vor seinem Eintritt in Saturns Zeichen schon, als bei Stier-Sonne und Merkur-Neptun-Uranus 1993 das CERN in Genf die WWW-Zugänge für die Öffentlichkeit freigab? Und wann findet das Durchdrehen seinen Höhepunkt? Denn irgendwann sollte es ja dann auch mal aufhören. Oder eben doch nicht?

Welt dreht sich weiter und weiter und niemand kann hinter die Zeit zurück, es sei denn in Gedanken. A führt zu B zu C, in einer endlosen Kette der Kompensationen, in denen Extreme sich gegenseitig bedingen. Nach der Scherbenwelt kam der Rechtsruck, der später die Scheibenwelt mit sich brachte. Flacherde und das "endgültige Wissen" darum, dass wir alle Herrscher der greifbaren Erleuchtung sind. Der Auftrag für die "neue Zeit". Feldzug der Egomania-Armee der Existenzbedrohten, denen Uranus im Stier eine ideologischen Bauernrevolution unterschob. Immer in Lebensgefahr. Betäubt von Neptuns Bildern, die in Fische viel wahrer und verlogener sind als je zuvor. Da oben muss sich jemand besinnungslos lachen gerade. Sofern es noch jemanden gibt, der größer ist als diese Spezies der Hybriden, Frevelkinder, Mischwesen zwischen Gott und Tier. Zwischen totaler Aufgabe, totalem Anspruch (nur selten an sich selbst) und totalem Ausverkauf - nun nach Jupiter/Saturn im Wassermann, beherrscht vom Uranus, dem Aufwiegler der Herden. Jede These eine Wahrheit eine Verdrehung, die angeblich nur dem Überleben dient. "Weil ich das weiß!". Ich. Jemand zuhause in den Himmeln? 

Das Leben lebt sich verworrener als je zuvor. Genau weiß man nichts mehr. Höchstens Bescheid, dass die Grenzen zwischen SciFi und Fakt endgültig verloren scheinen. Dass ein ganzes Universum endgültig in der Hand von Selbst-Erfindern gestrandet ist, vom Geist und seinen Ausgeburten erschaffen. Wir lernen, an Krankheiten zu glauben, als wären sie Diskussionsgrundlagen, und verlernen, uns zu heilen, indem wir uns auch auf Wissen beziehen. Es fehlen die sichernden Quellen, die man akzeptieren würde. Alles ist sehr groß geworden, uneinsehbar. Alltag schwankt in einer Existenz der Kopfgeburten, bis in die Absurdität überhöht. Jetzt, da wir Trump hinter uns und und Meghan Markle vor uns haben - die Bemächtigung der US-Politik durch Sternchen, die erst Prinzessinnen und dann Präsidentinnen werden wollen, schaut man zurück. Es war 2015, als dieser Artikel erstmals erschien.

Da geschah es, dass bei Stier-Sonne, im edlen Ambiente von Christie's in New York, ein Picasso für 179 Millionen Dollar einfach so unter den Hammer kam. "Les femmes d'Alger", ein Werk, das zuletzt 1997 für ein Fünftel des irrsinnigen Preises über den Tresen gegangen war. Solche Deals passierten, während in Nepal wieder die Erde bebte. 2016 erfolgte Trump, der Jahre davor noch als Micky Maus gehandelt wurde. Als Comic unterschätzt, ein Zitat aus Albträumen. Pluto und Uranus schossen sich an. Vorstellungswelten brachen ein und auf. Weltbilder, die wie die Kartenhäuser in sich zusammenfielen.

Und täglich grüßt das Murmeltier. Milliarden YouTube-, Twitter- oder Facebook Nutzer (Erfindung eines Stiers) bestimmen, was wirklich ist. Während wir morgens unsere Frühstücks-Bilder, Katzen-Fotos oder Urlaubs-Feiereien posten und stolz dafür sorgen, dass unsere kleinen Spenden für den einen oder anderen Change auch nicht übersehen werden. Im großen Rahmen des Konsums von Information, täglich, stündlich, minütlich. Seht her! Wie gut/schlecht es uns geht! Wie wir uns demonstrieren! Begann das, als zum ersten Mal das Wort "Selfie" fiel? 2002 - unter einem virtuellen Herrn 1, Uranus im Wassermann, am AC? Lange bevor sich der Glamour der Unanständigkeit abzeichnete? Dieses Mosaik derer, die Vorstellungen heiligen. Etwas, was einst blass und klein in uns wohnte, die Idee der Wirkung, die sich jetzt selbst anbetet.

Während in noch zornigeren Ländern Blogger, die religionskritisch bloggen, mit Macheten umgebracht wurden, bearbeiteten hier ewig junge Mond-Mars-Menschen (mit vernähten Gesichtern) ihre zusammengezurrten Züge mit Photoshop. Wir bestanden darauf, dass auch über 60jährige das Recht - nein, die Pflicht - zum Kindchen-Schema haben. Sonst bist du raus. Virtualität hat mit Uranus in der 2. Phase Stier längst die Wertschöpfung durch Abstraktion übernommen, Operation zur Kunstform erklärt und Reparatur zum Ausweis der Schönheit. Vor Lampedusa kriecht eine Frau an Land. Mehr als 60 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sind. Neptun steht in den Fischen, wenn jeden Tag 10.000 Menschen verdursten, darunter 4000 Kinder. Immer da, wo Mitgefühl herausgehalten wird aus dem Dasein, taucht nun besonders oft Doppelbödigkeit auf. Ein Imprint der fallenden Zeichen. Die böse, neue Mittelmäßigkeit, die eine Mitte überall ersetzt, hält sich für sehr besonders. Manchmal ist sie's. Manchmal nicht. Wassermann-Jupiter erweitert die narzisstischen Wünsche, gleich gruppenweise Begnadung zum Menschenrecht zu machen, die früher ein Geschenk war. Das Spinnennetz des Infotainments, das zur einzig wahren Wissensgrundlage wurde, liefert die Supermarktmusik dazu. Wir leben über unsere Verhältnisse, deren Zustand wir nicht mehr kennen. Denn wir kennen nur noch unseren Eindruck, den wir anbeten.

Im Vorstoß des Widders tobte Uranus als Neuerer des Neuen, wollte, musste, brach, zerrte, zersetzte mit seinen Distanzierungen die Wurzeln des Physischen. Mit Neptun im letzten Quadranten des Zodiak wird geprahlt, gelogen, gedichtet und weggesehen. Mit Gedanken-Medizin gezaubert. Konzepte, Konzepte, Leben in Smartphone-Größe, Gesichter im Rechteck, Quadrat-Schädel. Da stehen wir, wir Überformten, Vernähten, Reparierten, jungen Alten, lügen über unsere guten Gene. Während jährlich 600.000 Mäuse für Botox sterben. Wir wissen, nun, trotz der allgemeinen, uranischen Verunsicherungim Stier, wie viele Menschenleben ein einziger kleiner Picasso mit 179 Millionen Euro hätte retten können. Mit den Milliarden Euro für einen deutschen "Verteidigungs"-Etat, für eine 3D-Landkarte der Bundeswehr (Kostenpunkt um 500 Millionen Euro). Klotzen statt Kleckern muss aber sein, wenn Jupiter in Luft oder Feuer steht. Wenn Pluto im Steinbock zu Schulden, Leitbilder verloren und Leid-Bilder erfunden werden. Wann hat das angefangen? Dass Dasein so leise gegenüber den lauten Verletzungen wurde? Das, was die dummen Trends gutem Stil und guten Herzen antun? 

Wann ist die Welt dann komplett verrückt geworden und hat sich selbst wie einen kaputten Satelliten aus ihrer Umlaufbahn geschossen? Hat Uranus im Stier die Realität fortgetragen? Wassermann dezentralisiert. Zerstreut. Alles - gern auch Materie. Weil es dran ist. Weil das die Zeit ist. Aber die Entscheidung für das Neue ist immer auch eine Entscheidung gegen das Alte. Reibungsverluste der Zeit an sich entstehen immer durch Veränderung, das Nicht-Verharren. Aber warum fühlt sich das alles so anders an als Leben? Und sind wir noch zu retten?  

Fing es noch vor den Zeiten der Massen-Medien an, damals, als 1785 Gott den Dollar erst erfunden und dann sein langer Arm, der Kontinental-Kongress, die blanken Taler aus Dagobert Ducks Schatzkammern zur gemeinsamen Währung Amerikas machte? Aber ja, natürlich reagiert dieses Horoskop immer auch sensibel mit Aufstieg und Fall der Börsen - und mit den "Bösen", die die Börsen zum Umschlagplatz der neuen Moral machten und - dreist wie nie - Erfolg zur Währung des Gutseins. Auch wenn die Zusammenhänge keiner mehr begreift, weil sie zu verstrickt sind, zu unübersichtlich. 

Weil mit den schnellen elektronischen Aktions- und Reaktions-Möglichkeiten wie überall auch im Bereich der Werte die Blindheit Einzug hielt. Uranus/Wassermann ist die Voraussetzung für Neptun/Fische, und Virtualität erzeugt daher häufiger mal mangelnde Bewusstheit, wenn sie ihre blitzartigen Einsichten nicht für neptunisches Teilen einsetzt. Und das tut sie selten bis nie, bevor Lern-Prozesse einsetzen. So schlicht, so tragisch. Dann schwimmen die Fische der Angst in den Aquarien der Wert-Steigerung und lassen die erhöhte Venus um ihre Verlust-Panik kreisen. Schlechter Anfang, schlechte Mitte, schlechtes Ende. Natürlich hatte der Dollar heliozentrisch denn auch damals schon gleich beide Magnaten-Aspekte dabei, wie so viele Reiche dieser Welt später: Venus-Saturn und Venus-Pluto. Was nicht nur den Stoff stabilisiert, aus dem die Besitz-Schöpfung ist, sondern auch die Maßstäbe, die clean gehalten werden von anderer Leuts' Regeln. Das Dogma im Dogma be-währt sich fabelhaft in den führenden Währungen.

Und bewahre uns davor, dass wir Einblick erhalten in die Winkelzüge der höheren Banker-Mathematik. Wieviel der Gelder war noch mal echt? Stimmt es, dass sich Schuld, die wir auf uns laden, manchmal ganz buchstäblich in einem Schulden-System zeigt? Neptun-Pluto. Auch im Dollar-Horoskop.

Andererseits ist all das bedroht, weil das Netz eine so mächtige Technologie geworden ist und alle Lebensbereiche berührt. Es gibt deshalb unter Regierungen, großen Organisationen und Konzernen einen gefährlichen Trend, das Web kontrollieren zu wollen." (Tim Berners-Lee, Spiegel)

Auch Tim Berners-Lee, Vater des Internet, ein Zwilling, hat Venus-Pluto-Saturn, aber in problematischen Aspekten, was ihn bewusster für die Fallen des Geldes macht. Und wie wahr: Wer das Netz kontrolliert, kontrolliert inzwischen auch die Märkte, da die Märkte auf das Netz angewiesen sind, sofern sie noch vom Verbraucher leben. In Haus 2-8 der Freigabe des WWW damals (rechts im Mitternachts-Horoskop) schön angezeigt. Hier findet sich das Geld der einen und das Geld der anderen und dann ein Wassermann, Geburts-Setting der Virtualität, des konstruierenden Uranus, eingeschlossen mitten in der 2. Phase. Dazu Sonne Stier: Erlaubt ist, was mir gehört, Herden treibt - wenn nicht positiv, dann eben negativ - und Spaß macht. 

Die Schwarm-Intelligenz, ein ambitionierter Ausdruck für ihr Gegenteil, samt all der Wahrnehmungs-Probleme der Screen2Screen-Kommunikation mit Merkur-Uranus-Neptun stecken sowieso mit im Paket - wie auch die schrillen Töne. Hier will für alle Zukunft ein Beginn sein, an dem astrologische Transite sich festmachen werden. Ein Uranus-Neptun im Steinbock mit Jupiter in Waage, über den die Generationen rund um das Jupiter-Uranus Quadrat Neptun in den 50er Jahren eingenordet wurden auf "Besonderheit". Pluto in 11 im Skorpion beim Öffnen der Tür zum Web für alle klang schon wie ein schriller Schrei.

2014 spuckt Miley Cyrus (Radix ASTRO-DATABANK) ihre Fans an, sie die ein halbes Jahr vor dem öffentlichen Web mit Venus-Uranus-Neptun geboren ist - gefangen im Netz einer Generation von zukünftigen Aktionskünstlern. Wenig später lässt sich Lady Gaga (Sonne-Neptun, Mars-Uranus) bei einem Konzert künstlerisch "ankotzen" (ja, genau das, in Realzeit und Raum und Physis), während Madonna (Sonne-Uranus-Pluto-Merkur Löwe-Jungfrau) im Jahr darauf, mit 56 Jahren, offenbar unter schwerstem Einfluss physischer und photografischer Reparatur-Maßnahmen, darauf besteht, noch einmal in der Spätblüte oben ohne fotografiert zu werden. Nicht für ihren neuen Freund, sondern für die gute, alte Öffentlichkeit. Als Botschafterin besten Geschmacks sozusagen. Und es gibt viele, viele Menschen, die das würdevoll finden.

So verschieben sich die Maßstäbe, so verwackeln die Zeiten. Dies ist vielleicht nicht nur der kosmische Aufstieg, den viele Newest Age Jüngerinnen darin wähnen. Sondern andersherum auch eine Schein-Welt aus Nähmaschinen-Leuten, nach denen sich der Rest des Lebens streckt wie nach einer warmen, tröstenden Schmusedecke. Während anderswo Menschen geköpft werden, weil sie das Falsche glauben oder sagen oder denken. Wie konnte es eigentlich soweit kommen? Selbst bei der Fürsten-Taufe der Grimaldis sah man Gäste (Selfies knipsend) aus der Kapelle taumeln (links das Horoskop der ersten Erwähnung des Begriffs Selfie in einem Forum - Mond-Pluto am Great Attractor im Schützen). Während Skorpionin Anna Wintour, Vogue-Chefin, bei der MET-Gala in New York sogar ein Selfie-Verbot ausgesprochen hatte. Ergebnis: Alle pfiffen darauf.

Wieso andere fotografieren oder etwa gar nicht fotografieren, wenn man sich selbst in Szene setzen kann? Logo. Die Aggression im Darstellungs-Akt von 7 nach 8 spiegelt sich wunderschön im Radix in einem Sonne-Mars-Aspekt. Ganz unschuldig. In der Jungfrau. Rein. Etwas oder jemandem zu Diensten. Immer im Service, für ein ästhetisches Konzept von Skorpion-Venus, die sich selbst zur guten Hirtin der Container erklärt (in der wir alle stecken, wenn wir uns heiligen). Schönheit ist Macht. 

Offenbar haben wir uns daran gewöhnt, dass jeden Tag 18.000 Kinder unter fünf Jahren verhungern. Aber das ist nicht normal. [...]Die Teilnehmer der Welternährungskonferenz von 1974 haben noch geglaubt, den Hunger innerhalb von zehn Jahren besiegen zu können." (Johannes Rau, Steinbock-Sonne, Schütze-Mond, 1999, ZEIT)

Nun, sie haben es auch innerhalb von 40 Jahren nicht geschafft, soviel ist sicher. Heute sind es "nur" noch knapp 8000 kleiner Kinder täglich, die Hungers sterben (CHILDINFO). Okay, jeder neunte Mensch weltweit kann vor Hunger kaum ein- und durchschlafen. Nicht mitgezählt all die Essgestörten, die anders, seelisch, hungern, weil sie voll sind von fremdbestimmten Konzepten. Essen oder Fasten als Sucht hat immer mit den weiblichen Elementen Erde und Wasser zu tun. Auch, weil die Generation mit Saturn, Uranus und/oder Neptun im Steinbock von den dogmatischen, gesellschaftlichen Fixierungen und Manipulationen in Sachen Perfektion (dünner Körper = wertvoller Mensch) schwerst getriggert wurden. Weil sie durchlässig sind und Begrenzung suchen und sie nicht immer finden. Und so der Besonderheits-Forderung des Daseins aufsaßen, als sie ins Leben entlassen wurden und in eine langsam verfallende Gesellschaft der Egomanen.

In den Zahlen-Landschaften der Magersüchtigen und Bulimikerinnen ist, seit Jupiter im Krebs (angegriffen von Uranus-Pluto), eine Berg- und Talfahrt mit neuen Frauen-Bildern gestartet. Meist Berg, selten Tal. Während in Selfie-Landen Mega-Zwilling und Kopf-Füsslerin Heidi Klum die Silhouette eines Gabelzinkens pflegt und ihre Mädchen wegen ihres "tollen Bodys" = kaum mehr vorhandenen Körpers in eine Vorstellung von Weiblichkeit hinein feiert, die Streichholz-Dimensionen hat. Und alle finden das gut so.

Bei Kritik, woran auch immer, gehen in den offiziellen Flash-Mob-Anstalten wie Facebook Tsunamis los (rechts, Mittags-Stände der fb-Gründung). Immer da, wo gut stalken und mobben ist, weil man sich so schlecht wehren kann. Natürlich beherrscht hier der unschöne Schein das Sein, das bei Users zuhause meist auch gar nicht anders, peppiger, glänzender, aufregender als früher aussieht. Nur dass es sich in so vielen Sprüchen und Fotos einfach leuchtender verkaufen lässt. Und dann fühlt man sich eben selbst auch schon viel besser.

Das Facebook-Radix zeigt entsprechend Sonne-Neptun im Wassermann und so schwimmt einem der Anstand in den WLAN-Schwingungen einfach viel zu flott davon. Ist ja alles nicht echt. Auch wenn man es morgens schon anschaltet und nicht mehr existiert, was man nicht mitgeteilt hat. Oder sagen wir mal so, mit der überbordenden Klugheit des sozialen Netzwerks, die vor selbst ernanntem IQ und EQ und deren Scherbengerichten nur so strotzt:

Da sind verdammt viele Unterschiede zwischen einem Orgasmus und auf einen Legostein zu treten. Aber mein Gesichtsausdruck ist derselbe. (Eine der beliebten Lebensweisheiten des dritten Jahrtausends - auf Facebook gefunden).

Was ich konsumiere, das prägt leider meine Wirklichkeit. Wenn es derartige Plattheiten sind, wie man sie zuhauf im angeblich so bunten Mekka der Begegnungs-Süchtigen aus den Ebenen der darstellenden Künste entdeckt, kann man sich vorstellen, wie defizitär, darbend, kalt und alles in allem arm sich der Alltag der vielen, vielen Alltags-Darsteller, die hier mit dem Strom schwimmen, in Wahrheit vermutlich gestaltet. Sonst müsste man ihn nicht so aufbauschen. Minute und Minute protokollieren. Mitteilen. Verschenken wie etwas Großartiges an die Mengen draußen. Irgendwo nämlich hört das Anderssein, das sich so unglaublich dreist am geistigen Eigentum der anderen bedient in dieser Vervielfältigungs-Truppe namens Gesellschaft, auch auf. Dann sind alle nur noch gleicher als sie jemals zu anderen Zeiten waren. Und genau da setzt dann nach all dem Uranus auch Manna und Ambrosia der Esologen ein, die in einem fehl gepolten Fische-Wahn Neptuns zuhause mehr und mehr narzisstische Licht & Liebe-Klischees unter das süchtige Volk werfen.

Da, wo die für's Selbst verbrauchte Sehnsucht nach Wahrhaftigem wie ein Boomerang zurückschlägt, da solche Egotrips in diesem fließenden, schönen Zeichen des Altruismus schief gehen müssen. Wie der Weg wirklicher, lebender, intelligenter Astrologen, die ihrem eigenen Geltungsdrang aufsitzen und allen Ernstes in der netten Schweizerin Beatrice Egli den wiedergeborenen Wilhelm Tell erkannt haben wollen. Natürlich. Ganz klar. Für alles findet sich in diesen Welten ein klatschendes Publikum. Und sei der Inhalt noch so schmalbrüstig.

Nein, wenn das so ist, dann wundern einen auch die heftigen Kämpfe gegen die europäischen Flüchtlings-Aufnahmen nicht mehr. Und all die anderen Dinge. Wie war die Frage am Anfang noch? Wie konnte es eigentlich soweit kommen? Wo hat das alles angefangen? Vielleicht ist eine andere Frage aber viel wichtiger: Wann hört der Spuk auf? Wird es Menschen geben, die sich nicht nähen lassen? Die Nahtstellen an Körperteilen sogar fies finden?

Die keinen Lese-Ausweis in der Akasha-Chronik besitzen und kein internationales Channel-Recht höherer Wesenheiten fordern? Die auf üblichem Wege altern? Die leben, ohne sich dabei dauernd zu fotografieren und gar nicht besonders sind? Die das lieben, was an Güte, Liebe, Menschlichkeit immer da war und immer bleiben wird? Möglicherweise. Es ist noch ein Jahrzehnt Zeit, uns zurück ins Herz zu entwickeln. Bis Neptun in den Widder wechselt. Am besten, wir fangen irgendwann ganz klein damit an. Wie wär's mit ein paar Stunden Abstinenz vom Smartphone, vom PC, von Facebook? Von der ununterbrochenen Erreichbarkeit des Ängstlichen? Wie wär's mit einem halben Tag purem Leben ohne öffentliche Zeugen des "Erfolgs", den man sich mit Likes beweist? Wie wär's mit etwas blauem Himmel ohne Beweisfoto? Schlecht, offenbar, denn wenn es gut wäre, würde es so sein. Zum Richtigen gehört immer das Falsche. Und das ist ok so. Von Ethik reden wir nicht, sondern von Phänomenen...

Bilder (bearbeitet): Christie's, Hubble/Nasa, Wikimedia Commons + Pixabay

Aktualisierte Veröffentlichung, erstmals erschienen am 12.5.2015

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Montag, 17. Mai 2021

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