Loop!

Astro-Labor

Das Dilemma einer kleinen Null

Astrologie: Alles entsteht abhängig von etwas anderem

Astrologie ist...

...wie alles in der Welt eine endlose Kette erlebbarer Erscheinungen, die zu Gründen führt, wieso sich etwas ändert (oder auch nicht). Sie windet sich um die alte, kühne Interpretation dessen, was, wie und warum auftaucht. Vor dir. Jeder Augenblick jung. Klick. Ein Morgen. Klick. Er riecht süß. Klick. Jemand hat mich aufgeweckt. Klick. Es war unnötig. Klick. Lass mich schlafen. Die Perlen dieser Kette zählen wir ab, bis wir sterben. Wir fällen unsere Entscheidungen und Urteile dabei. Wir finden, wir suchen und weben unsere speziellen Muster. Andere nennen das viel einfacher: Schicksal. Oder: Gemeinheit des Seins. Entzücken des Moments. Oder: Leben. Es gibt so viele Deutungen. So viele Fragen.

Immer aber entsteht am Ende (oder war es am Anfang?) ein ganz anderes Bild. Eine Meinung, die aus einem riesigen Raum von Zeichen, Zahlen oder Bedeutungen aufsteigt, den das Universum uns anbietet. Diese große, rote Sonne des: Es IST. Deren erster Strahl wiederum einen noch größeren Raum erhellt, die ganze, weite Welt, von sehr kleinen Menschen bewohnt. Alles Verhältnismäßigkeit. Alles abhängig. Sie leben. Sie denken. Mit ihren Möglichkeiten und Grenzen tanzt, ohne Unterbrechung, ohne Sammlung, ohne Verlust, unser kleiner Raum namens Astrologie. Er erfindet, innerhalb jenes endlosen, wunderbaren, ANDEREN Raumes (namens Universum), unsere Sicht neu. Webt ein Netz, das sich vervielfältigt und junge, frische Pulsschläge des Kosmos zählt.

Astrologie ist das schönste Spiel, das wir je hatten. Das große Ohr mitten im Atem der Zeit. Kein Einsatz außer unseren wagemutigen, bittersüßen Herzen. Wir leiden so oft, weil wir so erklärungslos sind. Weil niemand es, uns, das Sein, ganz und wahr und wirklich trifft. Weil immer etwas fehlt. Weil wir suchen und nicht finden und in unseren störbaren Zuständen von Entsetzen, Zweifel, Begeisterung und Unruhe einen Kompass zu uns selbst so nötig haben. Immer und immer wieder. Wir haben ihn gefunden. Astrologie. Das Universum und wie es den Planeten Erde sah.   

Das heißt übersetzt: Stell dir vor, es ist dunkel. Dann macht jemand Licht. 

So ist es für mich. Aber ich habe hier (amtlich festgestellt) auch nicht die tragende Rolle. Ich bin nur ich. Du nur du. Man könnte sich sicher fragen: Wieso schreibt sie das? Was hat es mit ihrem Leben zu tun? Warum denkt sie so? Kaum jemand wird das tun. Wir sind uns selbst die Nächsten. Und das ist auch gut so. Das Rezept für Wahrheit ist ein trügerisches: Aus vielen mach eins. Immer bestimmt der lauteste Chor aus Urteilen, Entscheidungen, Beschlüssen über das, was passiert, die Wirklichkeit. Realität ist eine demokratische Entscheidung, die Schnittmenge von Milliarden einsamer Bewusstseins-Wesen. Oder auch: Amen, so ist es einfach! Wasser ist nass, die Herdplatte heiß, der Baby-Hund weich, das Herz ein schlagender Motor. All das nur eine Sache von Abstimmung. Die immer da passiert, wo Leute Gemeinsamkeit erleben und sich auf ihre Wirklichkeit einigen. Im Grunde beschäftigt Astrologie sich mit nichts anderem. Wie etwas wirkt, auf wen es wirkt und was es mit dem Menschen, dir, mir, unserer Situation und allen Folgen macht. Das heisst: 

Alles entsteht abhängig von etwas anderem.

Astrologie hat insgesamt mindestens drei Schlüssel-Dimensionen: Den Raum (oder Ort, an dem wir geboren werden oder leben), die Zeit (oder die Phase, durch die wir gerade gehen) und den Kopf desjenigen, der sie anwendet (oder dessen bereits gelebte Erfahrungen und gelerntes Handwerkszeug). Mit diesem Dreizack im Koffer (Ja, hier ist er schon, der Neptun!) im Sand der ewigen Ozeane von Zeit und Empfinden kann der Lauf der Planeten am Himmel seit Jahrtausenden auf das Leben dieser seltsamen Lebewesen bezogen werden, im Mahlstrom, Walzer, Riesenrad des Entstehens und Vergehens. Weit unter den kühlen, gedachten Gedanken, die mehr als flüchtig sind. Genau so arbeiten wir. Wir Astrologen, die suchen, sammeln, dichten, fügen, erklären, sehen und letztlich auch nur vorübergehen. Und am Anfang (Oder war es am Ende?) hört alles schon mit dem ersten Urteil auf, das auch wir über dieses Dasein fällen müssen, um uns orientieren zu können, im  Raum und der Zeit mit ihren vielen, vielen Sekunden bis Äonen. Tick. Vorbei. Tack. Vorbei.

Astrologie ist auch das: Rechnung auf einer Schiefertafel, Zeichnung in einem virtuellen System, Abbildung von Mensch und Sein. Letztlich nur ein weiteres der zahllosen mathematischen Systeme. Allerdings rechnen wir keineswegs nur mit Formeln, sondern verknüpfen astronomische Bedingungen mit menschlichem Schicksal. Astrologie und ihre eigentümlich großen Analysen zielen immer auf Bedeutung, die Zeit bezogen auf Energie und Masse hat. Oder: Sie bestimmt bestimmte Phasen und deren Wirkung auf Mann, Frau, Kind, mein, Haus, dein Pferd, unser Auto. Solche Zuschreibungen von Sinn (die übrigens in die fallenden Zeichen oder das jeweils letzte Haus jedes Quadranten gehören - das nur für unsere Protokollanten-Freunde, die Wissenschaftler), sind üblich. Ohne sie findet keine Abstraktion, keine Selbstdistanz, keine Betrachtung statt. All das entstand in den Jahrtausenden. Zwischen Babylon, Mesopotamien, Tibet, Indien oder Alaska. Es wurde dunkel, es wurde hell. Der Mond zog über mich hinweg - wie ich damals war - die Sonne zog über mich hinweg, die Sterne zogen über mich hinweg. Und du, in deiner Muschel, beobachtetest die Endlosigkeit, die über dir zusammenschlug. Gott nannte das Feste Land und das Flüssige Wasser. Du nanntest das Helle Tag und das Dunkle Nacht.  Empirische Beobachtung wurde zur Wurzel unseres Überlebens.

Irgendwann begann es vielleicht damit, dass jemandem ein Licht aufging:

Aha, die Tage werden mir lang. Wenn da mal kein Magier seine Hand im Spiel hat! Es muss an den Gestirnen liegen. Und, siehe da. Plötzlich fühlten Menschen sich besser. Es wurde warm, im Monat Mai. Die angenehme Zeit des Jahres begann. Stier war geboren. Oder auch so: Schaut mal! Da steht dieser sehr helle Stern auf einmal - ganz eng bei der Sonne - am Himmel. Plötzlich häuften sich glückliche Zufälle. Die Sonne-Venus-Konjunktion samt ihres guten Rufs war erfasst. Aus blanken Beobachtungen entstand so über lange Zeiträume zuerst Regelhaftigkeit, dann Verknüpfung und zuletzt Voraussage über das Schicksal der Könige und Kaiser. Viel, viel später erst wurde ein Reim für alle daraus, jene alte, mutige Wissenschaft, die Mutter aller Abstrakta, die noch heute als Spiegel tausendfacher Lebensmuster wirkt. Astrologie.

Seither hat sich die Welt verändert. Aber nicht die Phasenhaftigkeit von Zeit. Nur für jene kurze Weile, in der neue Gewohnheiten, Rituale, Moden, Alltags-Erfindungen auftauchen, die vom Eintritt der Langsamläufer in andere Zeichen symbolisiert werden, erscheint das Leben kurzfristig neu. Sie verändern die Welt (oder nicht), spielen individuell und überpersonal eine Rolle (oder nicht) und vergehen wieder. Das nennt man Endlichkeit. Astrologie schaut in ihr nach vorn. Und zurück. Sie schlüsselt all das auf. Sicher ist nichts. Nur, dass nichts unabhängig von anderem existiert. Wissenschaft nicht ohne die Faktoren, die sie begutachtet und klassifiziert. Menschen nicht ohne Eltern. Brötchen nicht ohne einen, der sie backt. Freude nicht ohne den Freudigen, der sie empfindet. Astrologie nicht ohne die Sterne, die sie beobachtet, erkennt und deutet.

In diesem stark leuchtenden Systems namens Dasein arbeiten wir nun mal mit jenen schwach leuchtenden Körpern, die nicht Vögel, Flugzeuge oder Wolken heißen. Obwohl wir ihnen trotzdem seit Urzeiten beim Vorüberziehen, ihrem Auf- oder Untergang am Himmel, zusehen. Ob das nun als Wissenschaft gelten soll, darüber streiten wissenschaftliche Angestellte, Astronomen, Soziologen, Geographen oder Philosophen noch immer. Wenn's mal passt. Mit namhaften und namenlosen Astrologen. Wir sind viele. Aber auch wir teilen nicht immer die gleiche Meinung. Wir sind ja nur ein kleiner Teil der streitbaren Welt. Obwohl wir so gründlich denken. Welche Vorteile genau es also hätte, wenn die Astrologie nach langer Zeit aus der Schublade der Para-Wissenschaften hervorgekramt würde und wieder Eingang in die heiligen Hallen der sich selbst begründenden feierlichen Wissenschaften fände, bleibt - mangels Praxis - nebulös.

Alles andere ist sonnenklar: Wenn wir, die unfeierlich Ausgegrenzten, zu ihnen gehörten, den Wissenden, den amtlich attestierten Weisen, den Erfindern des kultivierten Daseins, würde vermutlich auch bei uns, die wir über alles und nichts miteinander diskutieren, keine Krähe mehr der anderen ein Auge aushacken. Wir wären im Nachteil. An-erkannt zu-erkannt. Der Prüfung unserer Erkenntnisse an der Wirklichkeit enthoben, wie alle, die das Branding haben: Wissenschaft. Vielleicht wären wir ein wenig wie die Ärzte - diskret gegenüber eigenen und fremden Fehlern derselben Disziplin, die nunmehr einfach "wissenschaftliche Irrtümer" oder Kollateralschäden oder offiziell gestempelte Grauzonen hießen. Keine Humbug-Verteiler mehr, keine Geldschneider, keine Fallensteller. Denen jeder vernünftige Mensch auf den Leim geht, wenn er Beruhigung sucht. Aber wer will schon freiwillig auf solche Angriffe verzichten, wo doch jeder weiß: Wer nicht angefeindet wird, ist ein Niemand. Wer Seitenhiebe abbekommt, den nimmt man ernst. Stimmt das? Wen interessiert's.

Astrologie funktioniert. Das ist das große, verrufene Wunder für die, die um sie wissen. Zu denen übrigens auch ich gehöre. Deshalb heisst es Wissenschaft. Und diese, unsere merkwürdig paßgenaue, geliebte, verzauberte, unberechenbar wahre "Halb-Wissenschaft" arbeitet mindestens im gleichen Maße exakt wie andere. Zum Beispiel die Psychologie, deren Status längst anerkannt und per Dekret besiegelt wurde. Im Stahlbad der Praxisversuche gehärtet, vom Hochamt der anderen wissenschaftlichen Disziplinen gefeiert. Obwohl sich unsere Arbeit, das Stiefkind der Forschung, häufig viel greifbarerer Parameter bedient, als beispielsweise diese kleine Schwester Psychologie, die mit dem gewichtslosen Pfund der Seele hantiert, fehlt uns immer noch die Eintrittskarte in den Dom der universitären Glaubens-Systeme. Wir sprechen mit den Sternen? Wir enthüllen die Zukunft wie ein Denkmal? Wir prägen einer - ohnehin unveränderbaren Vergangenheit - auch noch unseren Stempel des "Wusst' ich es doch!" auf? Sicher ist nur, dass wir uns zu versichern versuchen. Wir "benutzen", lesen, denken in den Kategorien derselben handelsüblichen Sterne, die als Objekte der anerkannten Astronomie von keinem vernünftigen Wissenschaftler je bestritten wurden.  

Aber dann gibt es wieder Zank. Drama, Baby. Denn wir verfolgen sie nicht nur. Wir deuten. Man darf alles tun: Aus den dicken Bären die kalten Winter lesen, aus gebrochenem Licht Strings extrahieren, die Schönheit des Alls mit Vermutungen kontaminieren, die Missing Mass oder Quantenschaum heißen. Nur eines darf man nicht. Sterne. Deuten. Daran sind wir Astrologen nicht so ganz schuldlos: Damit eine Wissenschaft Wissenschaft heißen darf, muss sie vor allem eins vorweisen - Statistiken. Formeln. Besser noch: Untersuchungen. Oder sehr hoch fliegend: Forschungsprojekte. Und sehr, sehr viele Ja-Sager. Da der Astrologe nun aber durch Jahrhunderte des Schattendaseins ans einsame Kritzeln im Schrank gewöhnt ist, wird sein Dasein, seine Reputation, mit diesen Forderungen nicht eben leichter. Im Tango, im Schwebflug nah der heiligen Grenzen des Namenlosen, zwischen den Schleiern des Begreif- und Unbegreifbaren, im bescheidenen Nischen-Dasein als Geheimtip, in den Bodenritzen, Estrich zwischen Esoterik und ernsthaftem Systemdenken, fällt es uns schwer, die fremdbestimmt wissenschaftlich oktroyierten Grenzen per Buchhaltung über Erfolg und Misserfolg zu erreichen. Geschweige denn, zu überschreiten.

Das erledigen vorwiegend die amtlich bestellten Betreuer der Gegenseite. Eines Vereins, der uns nicht als Mitglied will. Sein Ticket heißt: Skepsis bis zum Umfallen. Seine Taktik: Übersehen oder Verhöhnen. Wo nahezu jede Prüfung des Getanen unter Umgehung der system-immanenten, astrologischen Basisdaten und Respekt für ein anderes Denken, Fühlen, Finden, Erklären über die Bühne geht. Wir reden hier auch von Weltbildern: Nein, sie akzeptieren den Astrologen nicht. Dich und mich. Bis auf einige Ausnahmen, wie den Franzosen Michel Gauquelin, der immerhin mit Statistik aufwartete, so angreifbar sie auch war. Oder den als Playboy getarnten, altersmilden, leidenschaftlichen Astrologen Gunter Sachs. Der immerhin zu ihnen, in die Welt des Wirklichen, gehörte. An manchem kommt ihr nicht vorbei.

Wobei mal klar wäre, wie in der herkömmlichen Wissenschaft die Ausgangs-These zum Test der Existenz-Berechtigung der Astrologie heisst: Und sie funktioniert doch nicht! Insofern dient dort jeder Beweis meist schnellstens der Erfolglosigkeit des Beweises. Als Astrologin fehlt mir dafür übrigens keineswegs das menschliche Verständnis: Ich kann eine Menge akzeptieren, was anderen ein Buch mit mindestens sieben Siegeln, ein fieser Verrat an menschlichem Denken, an der Logistik der Unterwanderung von Rationalem, letztlich ein Affront gegenüber der Erklärbarkeit des Kosmos wie er nun mal ist ist. Ach, ihr Natur-Wissenschaftler, ihr habt ja auch nur das zu schützen, was euch Schutz war - Ruhe und Ruf. Den Donnerhall der ernsthaften Absichten. 

Auch wenn es der Astrologen-Welt genau daran genauso wenig mangelt, verweigert sie sich weitgehend ungebrochen jeder Erbsenzählerei, die mit dem Erstellen von Diagrammen, tagebuchhaftem Erforschen von Transiten oder ordnungsgemäßer, armeehafter Konsequenz, dem Erfinden merkwürdiger Projekte oder Weltblicke einhergeht. Meist hat all das doch nur größere Unbequemlichkeit im Gepäck. Die man als Sternenbeobachter im Alltag sowieso oft genug erlebt. Selbst schuld, darf die Welt da sagen. Denn es ist wahr: Ein gewisser Eigensinn astrologischen Selbstverständnisses, das sich über Aberkennungen wissenschaftlicher Ehre mokiert und dabei weiter (als exotisches Randgruppen-Phänomen) den Schlaf der Gerechten schläft, ist legendär und kaum zu überbieten. Warum?

Aus Angst vor dem Reinfall, der uns droht, falls wir Maßgaben, Versuchs-Aufstellungen, Statistik-Sammlungen oder streng plutonisch kontrollierte Experimente auf die Beine bringen? Vielleicht, aber nur vielleicht, liegt es eher daran, dass wir gar nicht dazu gehören wollen. Denn Drin-Sein, Mit-Spielen, Ein-Tauchen könnten bedeuten, die Sprachen, Gewohnheiten und Probleme einer Riege von Rationalisten zu adaptieren. Von Menschen also, die sich die Welt als eine Verkaufs-Veranstaltung von Fakten und Formeln erklären. Und diese Sicht dann als bewiesene Basis des Lebens weiterverschenken. For free. Das wäre die eine Hypothese.

Aber vielleicht ist alles auch ganz anders.

Wir Astrologen leben in und mit der Unsicherheit, die entsteht, wenn man zwischen Himmel UND Erde wohnt. Täglich arbeiten wir mit der Notwendigkeit, Mikro und Makro, die auf herkömmliche Weise, nach herkömmlicher Argumentation, keinesfalls zu vereinbaren sind, zusammenzubringen. All diese Phänomene, all diese Notwendigkeiten, das Träumen zu vergessen. All diese Mühe, diese Not des Beweises. Er ist kompliziert. Er ist erschöpfend, solange Himmel und Erde nicht zum Kölner Kartoffelgericht zusammengerührt werden. Hier geht es, das ist die Krux, immer auch um ein strittiges Glaubens-Thema, das in seiner Faktizität als Fusion der Elemente von Philosophie, Mathematik, Physik und Astronomie von eben jenen anderen, stilisierten, kühlen Konsumenten des "reinen" Wissenschafts-Kuchens chronisch (und mit gewisser, ersichtlicher Freude) attackiert wird. Wo das Wissen aufhört, fängt der Glaube an. Aber wer weiß was schon?

Vielleicht lieben, putzen und desinfizieren wir Astrologen ja unseren Sonderstatus. Vielleicht sind wir deshalb dumm genug, nicht den Erfordernissen der Wissenschaften, dieser unendlichen Gnade erforderlicher Erklärbarkeit, Erlösbarkeit, Genüge zu tun. Vielleicht befürchten wir tatsächlich, nicht hinzureichen. Aber vielleicht haben wir auch - vor der Endlichkeit des Lebens - schlicht nicht die Zeit, uns inmitten der alltäglichen Lebensberatung noch den Lebensberatungs-Schein abzuholen, der für die Psychologen beispielsweise zur Grundausstattung gehört. Astrologie funktioniert. Wir erleben das täglich. Sie dealt mit Worten, Werken und Ergebnissen der Schöpfung. Das ist eigentlich alles, was wir wissen müssen. Ansonsten heißt es: Genau sein. Nicht fantasieren, sondern beobachten. Fügen. Schlüsse ziehen.

Wo immer der Grund liegt, die Ursache, die Erklärung: Es läuft, wirkt, ist anwendbar, hilfreich und wird genau so - immer schon, immer noch - von den berühmt-berüchtigten Aber-Millionen trotziger Menschen akzeptiert. Wenn sie alles können - ihr reiner Omo-Dash-Ariel-Geist (ja, ich meine euch, Hochwissenschafts-Kollegen!) kann da wenig ausrichten. Sie dreht sich doch, alles fließt, die Kugel rollt weiter die Schräge herunter. DAS ist euer Metier. Unseres ist das Erfahren. Wie wirkt sie also, die Astrologie? Im Groben gibt es da zwei Theorien (und ich maße mir nicht an, die eine von der anderen als Schwarz-Weiß-Zauber zu unterscheiden):

1. Der Fundamentalismus. 

Bekannt als eine im Volksmund eher "mittelalterliche" Auffassung von Astrologie, die klassische Ursache-Wirkung-Beziehungen anwendet und nutzt. A macht B. Dann fällt um. Oder heiratet. Sofern Jupiter im Spiel ist. Dieses Prinzip hat inzwischen von unerwartet moderner Seite Nahrung bekommen. Waren Astrologen lange der Ansicht, dass sich ihre Berufung eigentlich (im Sinne einer eher schlampigen Argumentation) über Koinzidenzen (oder Synchronizitäten) erklärt (Saturn macht einen 180-Grad-Winkel zum Mars und ich habe - kausal unabhängig davon - einen bösen Unfall), unterstützen neuere quanten-mechanische oder -technische oder -physikalische Forschungen der anerkannten Naturwissenschaft inzwischen auch wieder eine sehr alte, fast abergläubische Annahme. Die Planeten selbst könnten tatsächlich Wirkungen auf den menschlichen Organismus ausüben. Wenn es also wahr sein sollte, dass Lichtjahre entfernte Protuberanzen auf der Sonnenoberfläche an Akupunkturpunkten auf menschlichen Versuchsobjekten direkt den Hautwiderstand beeinflussen, wäre all das natürlich drin. Falls - wie in der neuen Physik erforscht - sogar ein Teilchen gleichzeitig  auf zwei verschiedene Weisen existiert oder Magnetfelder für das geistige und körperliche Wohl ärztlich bestätigte Rollen spielen, sind auch kausale Verursachungen der Planeten nicht nur fantastisch. Durchaus eine Option, dass sich selbst fernster Allschrott wie anziehende Galaxien, deren Ausdehnungs- oder Abstoßungskräfte die des himmelblauen Planeten Erde zum Teil bei Weitem übersteigen, doch irgendwo, irgendwie, irgendwann auf uns auswirken. Wer liefert den Gegenbeweis? Wo keiner bisher erklären kann, wieso im Mikrobereich die Gesetze des Makrobereichs nicht mehr wirken. Wo ihr - in den tröstlichen Armen all eurer Erkenntnis - die Weltformel immer noch nicht gefunden habt.

Wenn selbst Quantenphysik einiges für möglich hält, was einst - mit ganz viel Großmut - gerade mal einem Science-Fiction-Hollywood-Streifen abkaufbar gewesen wäre, weshalb sich dann WIRKLICH ein paar bis vor wenigen Jahren gültige Meinungen als zu klein, engstirnig oder fachlich falsch erwiesen, gehen heute auch progressive Astrologen wieder vom Grundsatz aus: Es könnte eine direkte Beinflussung des Menschen durch die Sterne geben. Dieser Meinung bin ich nicht unbedingt. Aber: Ich glaube an die Power der Balance eines unendlich un-erforschbaren Sonnen-Sternen-Galaxien-Systems, das sich selbst durch anderes als nur Flieh-Kräfte im Gleichgewicht hält. Und ich weiß, dass ich Teil desselben bin. Also scheint mir logisch, dass ich gewissermaßen auch seinen Energien unterliege. Vielleicht kommt das auf dasselbe heraus. Zirpt Pluto und ich werde irrwitzig? Möglicherweise. Beschwören möchte ich das aber nicht. Da gäbe es genügend andere Gründe verrückt zu werden - angesichts der Wahllosigkeit der herrschenden, wissenschaftlichen Bedeutungs-Zuschreibung. Daumen runter also, für's Erste, was diese Theorie angeht. Rein subjektiv. Natürlich.

2. Die Spiegeltheorien 

Der Rest der Astrologenwelt rettet sich häufig - solange jedenfalls, wie die sonst überall übliche Forschungs-Unterstützung durch respektvolle Annahme von Wissenschaftlern anderer Disziplinen sowie disziplinübergreifende Untersuchungen fehlt - in die breite, heilende These: Es gibt keine direkte Kausalität zwischen Planeten und Menschen. Sondern nur Funktionsmuster, die, sagen wir, dem Alibert-Spiegel-Schrank in meinem Badezimmer gleicht. Das Gesicht, das ich darin morgens sehe, ist beim Anfassen glatt und dimensionslos. Es riecht und schmeckt nicht, wenn man es berührt. Man kann es nicht hören, sich nicht daran wärmen und fasst letztlich doch nur einen Spiegel an. Statt dessen, was er zeigt - wenn man das eigene Gesicht umarmen will. Aber wer versucht das schon?

Wir alle wissen: Ich bin's. In diesem Spiegel sind meine Augen nicht wirklich meine Augen. Nur ein Spiegelbild. Eine Abbildung, ein Symbol, Symptom, wie fast alles, an dem wir uns brechen, wenn wir uns darin finden. Das ist sogar wissenschaftlich untermauert. Trotzdem handelt es sich eindeutig (und soweit die Wissenschaft weiß, auch ohne größere Verfälschungen oder Verzerrungen) um meine Augen. Wie kann nun Eins Eins und doch nicht Eins sein? Ähnlich könnte es sich mit den Planeten verhalten, die individuell menschliche, soziale, geographische Vorgänge oder Entwicklungen lediglich aufzeigen, spiegeln und so sichtbar machen. Ohne auch nur einen Hauch von Verantwortung dafür zu haben oder gar kausale Veranlassung dafür zu sein. Wo der Spiegel nicht für mein Gesicht zuständig ist, sind Sonne bis Pluto nicht für die Geschehnisse in meinem Leben anzuklagen oder haftbar zu machen. Aber spiegeln tun sie meine Welt eben doch. Hier hört der Glaube auf und fängt das Wissen an. Hunderttausend Mal erfahren. Erlebt. Errechnet. 

Koinzidenzen dieser Art gehören übrigens anderswo längst in den Basisfundus "ordentlicher" Universitäts-Vorlesungen. C.G. Jung prägte den Begriff der Synchronizität, die in der Psychologie als Phänomen bekannt, gern genutzt und akzeptiert ist. Auch in der Mathematik, der ernsthaften, alten Dame der Naturwissenschaften, sind Zahlen und Formeln ja nicht etwa vom Himmel gefallen, von Gott abgesegnet, in Kreideschrift als Naturereignis  auf einem Felsen vor Gibraltar gefunden oder von einem brennenden Busch in die Welt gespuckt worden. Nein, sie basieren - ähnlich wie die vermeintlich willkürlichen Beiordnungen der Astrologie (so einer der Vorwürfe der Wissenschaft), letztlich auch nur auf vom Menschen vorgegebenen Ideen und Systemen.


Das muss nun auch mal betont werden.

Wieso das pure Nichts beim Rechnen ausgerechnet Null genannt wird und ob es "wirklich" Null, Nichts, Niente ist, wird mathematisch seit Jahrtausenden mitnichten mehr hinterfragt. Es gilt als Tatsache. Fakt. Natürlich nicht wirklich. Aber irgendwie doch. Wissenschaft. Ja, danke! Vielfach eingeübt, noch öfter gedacht, als Basisfaktor gewürdigt. Unüberlegt wie die Frage, ob sich denn diese Null, das kleine Nichts auf Millimeterpapier, "in Wahrheit", tatsächlich, real vom Erscheinenden, dem Rest der Zahlen-Welt zwischen Eins und Unendlich, unterscheidet. Für den Mathematiker sind solche Philosophien nun nicht etwa eine spannende Grübelaufgabe, für den Skeptiker kein Anlass zu weiter gehenden Frechheiten, für niemanden eigentlich Grund zu nichts. Im Gegensatz zu jenen Forschungen, die der Astrologie - als unbekanntes fliegendes Objekt, auf das man sich nun mal eingeschossen hat - bei ihren Voraussetzungen abverlangt werden. Erforsche die Null und du hast ein Recht auf dein Verlangen!

Die wissenschaftliche Sprachregelung für ihre unbewiesen-unbeweisbaren Annahmen wie die Existenz oder Nicht-Existenz eines "wirklichen" Nichts wie der Null nennt man kurz, praktisch und unbeweisbar: Prämisse. Was heisst: Sie MUSS angenommen werden, falls man richtig rechnen können will. Das sollten wir Astrologen uns erdreisten. Ohne Respekt vor der Existenz von Zahlen funktioniert die Mathematik nämlich erst gar nicht. Trotzdem verlangte nie einer von Adam Riese, das Dasein der Zahl 714 oder 3165 erst einmal gründlich zu beweisen, bevor er seine Practica verfaßte und aufstieg in den Olymp der Rechengötter. Auch die binomischen Formeln hat noch keiner als "Aberglaube" identifiziert und dingfest gemacht. Weil sie - natürlich - auf Annahmen, nämlich erfundenen Variablen oder Werten, fußen. Und das, obwohl sie und ihre Formelbrüder und -schwestern allesamt vom Menschen erdacht und nur innerhalb des Systems der Mathematik beweisbar sind.

Insofern liegt der Verdacht nah, dass die Creme der Naturwissenschaft in den eigenen Reihen mit zweierlei Maß mißt, Wein trinkt und Wasser predigt. Eine Klärung eigener Grundlagen-Probleme? Nicht drin. Was der Astrologie so oft und gern hingeknallt wird, erledigt sich anderswo von selbst. Während wir, die Beweislast-Träger, uns verbissen im Kampf um den Fleischbrocken (oder eben nicht) aufreiben, uns gegenseitig disqualifizieren, ins Koma des Ist-auch-egal absinken und dann schachmatt gesetzt sind. Geoutet als uneinig. Solche Ablenkungs-Kämpfe führt der Mathematiker nicht. Er hat den Schädel sowieso bis Oberkante Unterlippe voll von legalisierten Rechtecken, Kreisen und Quadraten, die er irgendwann von Rechen-Ahnen übernahm. Geheimtipp: Verstehe das System als natürliche Wahrheit. Ehre es. Hinterfrage es nie. Man nennt es "Voraussetzung". Das bedeutet: Es ist nicht diskutierbar. Hast du das immer noch nicht verstanden? 

Für jeden wissenschaftlichen Kosmos - außer dem der Astrologie - nimmt man schlicht an, seine Schlüssigkeit lasse sich nur mittels Vor-Annahmen erklären, die sich gegenseitig bedingen und dadurch wiederum beweisbar machen. Rück-Schluss. Punkt. In keinem der von Menschen als Naturgewalt "erkannten" (aber eigentlich durch menschlichen Geist frei erfundenen) Systeme sieht die Schlüssigkeit allerdings auch nur ansatzweise vor, dass von außerhalb des Systems Belege, Beweise oder "unabhängig" existente Gesetze angewandt werden. Beweise einen Apfel mit einem Wasserstands-Messer. Begründe die Schwerkraft mit dem Schnitt eines Skalpells. Lass dir als Beleg der Wahrheit von Geographie einen Ober kommen, der Amerika medium rare serviert. Wendete man eine ähnliche Abschuß-Freude wie die mit Ziel Astrologie (und deren system-immanenten Prämissen) z.B. auf die Psychologie an, wäre totales Argumentations-Chaos die Folge. Sie lägen dann vor Madagaskar und hätten die Pest an Bord. Um mit einem meiner Lieblings-Beispiele aus eben dieser (sehr fragwürdigen) Lieblings-Wissenschafts-Disziplin aufzuwarten - um einen Angstzustand festzustellen, muß sich der Therapeut

1. neben eigener Beobachtung auf die speziell von Patienten geschilderten Symptome verlassen (Psychologe wie Patient darf nicht subjektiv sein, sonst funzt es nicht mehr) und dafür die Symptomatik

2. als Teil einer vorher per statistischen Manualen festgelegten "Panikerkrankung" (Abweichung von der angenommenen - weil hochgerechneten - Norm) klassifizieren. Außerdem

3. diese hoch intelligente Kategorisierung, die vom subjektiven Psychologen vorgenommen, gestempelt und befriedet wird, dann auf dem Boden vermeintlich objektiver Grundlagen, die andere subjektive Psychologen demokratisch abstimmen, für den ebenfalls schwer subjektiv leidenden Klienten/Patienten als wiederum angebliche Fakten verhandeln. Und heilen. Was gern mal misslingt (Statistiken?)

Tut nun die Astrologie das Gleiche und legt - sagen wir - einer Zwillinge-Sonne eine von Astrologen empirisch als für Zwillinge typisch festgelegte Aussage vor, ist das Frevel. Objektiv. Bitten wir den Ratsuchenden dazu, per Multiple Choice Verfahren (beliebtes Psychologie-Tool) anzukreuzen, ob X oder Y für ihn typisch sei (oder etwa nicht), beginnt das große Fressen. Ab diesem Moment - damit ist empirisch zu rechnen - geht es nur noch um so unwissenschaftliche Dinge und Annahmen wie vorgebliche, subjektive, frei erfundene Kriterien der Astrologie. Oder - noch härter - gleich um die ganze Welt. Ab jetzt kämpfen wir um die Wurst. Und die Ehre. Und die Würde, derart enttarnt, ein einigermaßen normal denkender Mensch zu bleiben. Meine These: Herkömmliche Wissenschaft duldet ungern bereits vorab ausgemachte, festgestellte Buh-Männer in ihren Reihen. Hier findet eine Art übernatürlicher Auslese statt. Selbst wenn der Astrologe, nennen wir ihn Ptolemäus, mit denselben Formeln und Prämissen wie die ernsten Disziplinen arbeitet. Das heißt man dann in jedem Fall: Wissenschaftliche Unvoreingenommenheit. Oder: Objektivierbares Vorgehen.

Nun. So kann man es durchaus auch bezeichnen.

Was ich, um es deutlicher auszudrücken, den etablierten Wissenschaften gegenüber der Astrologie vorwerfe, ist: Unwissenschaftliche Voreingenommenheit. Geradezu blindwütiges Klischee-Denken, das sich von der eigenen Marge nicht weiter entfernen könnte, als es das realiter tut. Double-Binds, die für eine Sache auf keinen Fall dieselben Grundbedingungen gelten lassen, wie für die andere. Da die eine eben MEIN und die andere DEIN heisst. Ein typisches Problem - mal astrologisch gesprochen, liebe Wissenschaftskollegen, also bitte kurz weglesen! - von Widder-Waage oder Stier-Skorpion. Ich und Du. Meins und Deins. Der ganz große Deal der BEDEUTUNG, die daraus im Kampf um Identifikation oder Grenze entsteht, und ein Paradebeispiel für Subjektivität von Positionen ausbildet. So läuft das im Leben, wenn es schlecht läuft.

Jedes Vorgehen, das innerhalb von rational begründeten, kongruenten wissenschaftlichen Systemen verstehbar, durch Erfahrung belegt und für Angehörige der E-Disziplinen durchaus üblich ist, wird der U-Rand-Wissenschaft Astrologie als Stolper- oder sogar Grabstein ausgelegt. Was nun aber passiert, wenn Gruppen wie diese und jene chronisch in anderen Zungen reden, zeigt der Turmbau zu Babel: Immer stürzt am Ende irgendetwas ein. Keine Wissenschaft wird je - bei alleiniger Draufsicht durch ein sich selbst autonom legitimierendes Außen - als funktionabel erkannt werden. Das nennt man auch Diktatur des Dogma. Oder Fanatismus. Oder Besessenheit. Um es zu ändern, braucht es Exorzisten. Nun, Freunde der fernen Gestirne: Ja, Pluto lässt grüßen. So schön gestaltet sich zur Zeit die Lage zwischen Para- und Voll-Wissenschaft.

Nehmen wir noch einmal kurz, für Dumme die Mathematik und ihre Irrungen zur Hand:  

Zahlen und Formeln wachsen, das haben wir nun gelernt, auch nicht auf Bäumen oder als Wurzeln unter der Erde. Damit ist eigentlich alles gesagt. Jede, aber auch jede Zahl oder Formel, die mathematisch als "wirklicher" Faktor bestehender, funktionierender Systeme gehandelt wird und durch eben diese pure Existenz zu immer komplizierteren Erweiterungen des Rechen-Konzepts führte, war ursprünglich nur das: Ein nicht gedachter Gedanke in einem noch nicht geborenen Gehirn. Von Geist will ich lieber gar nicht reden, da auch der letztlich nichts als eine nebulöse Erfindung der unstofflichen Welt der Esoterik ist. Genau wie die Seele. Wo ist der Beweis? Die Idee der Null ereignete sich genauso "zufällig" wie die von Neptun, dessen Auftauchen sich zwanglos aus der faktischen Erfahrung von Uranus' Bahn-Unregelmäßigkeiten ergab. Seine Zuordnung zu den Bereichen des Numinosen passierte wie Wernher von Brauns Geburt und ihre Folgen für Houston-übernehmen-Sie! Einfach so. Weil es zum Leben passte. Anders als das Null-Eins-Gesetz. Das besagt: Etwas tritt entweder sicher ein oder ist unmöglich. Wisst ihr was? So ticken die Uhren des Kosmos nicht. Selbst nicht astrologisch.

Möglicherweise hatte ja der Erfinder der arabischen 6 einfach keine Lust mehr, kleine Bildchen zu zeichnen oder schlecht skizzierte Kreide-Botschaften minder-bemittelter Maltalente als steinzeitliche Einkaufszettel zu entziffern. Es war so umständlich. Daraus entstanden Symbole. Zahl und Schrift. Wer beweist, dass für dein Rot nicht mein Grün ist? Kannst du in meinen Kopf sehen? Aber natürlich, ich habe einen Magnet-Resonanz-Tomographen. Und was beweist das? Dass irgendetwas in meinem Gehirn aufleuchtet, wenn ich wütend bin. Oder eben nicht. Die ganze Welt besteht aus Zuordnung von Sinn. Logisch? Ja, wenn wir die Logik hineindenken. Vermutlich ahnten die klugen Zahlen-Erfinder, damals, weit vor und von uns entfernt, in einem Lande derjenigen, die wir heute als minder-zivilisiert empfinden, intuitiv bereits, dass Systeme Analogien benötigen. Das funktioniert überall so. Hochgezogene Mundwinkel? Der Typ ist freundlich. Zähne und ein Messer zu sehen? Nimm die Beine in die Hand und renn! Die Einigung der Menschheit auf A = B. 

Aber Griechenland, wo die Baby-Schritte in die geometrischen Strukturen jener Welten stattfanden, ist nichtsdestotrotz heute pleite. Sokrates und Archimedes zum Trotz. Grundlagen müssen dennoch überall erst angenommen und dann mittel der Annahme bewiesen werden. Nur so kann ein in sich schlüssiges grenzposten-gesichertes Gebiet namens Mathematik, namens Biologie, namens Medizin erfunden, gewürdigt und verwendet werden. Wie hieß Blinddarm, als Blinddarm noch nicht gefunden war? Gab es die Lichtgeschwindigkeit, als Einstein nur in Form von Liebe seines Ur-Ur-Ur-Großvaters zu seiner Verlobten existierte? Drehte sich die Sonne um die Erde, als die Erde sich noch nicht um die Sonne drehte? Wissen ist relativ. Es beruht auf der Wahrnehmung einzelner Gehirne. Das ist die Antwort. Oder, wie klügere Menschen als ich einst sagten: 42! 

Am Anfang aller beweisbaren Existenz war das Wort. Und das Wort kam von Gott, den Menschen benannt und geträumt haben. Und er erfand Leute, die Zahl, Namen, Bedeutung entdeckten. Soviel zur Logik dessen, was heute Urknall heißt. Oder: Wir wissen auch nicht, wie das Universum entstand. Jeder spätere Beweis der Folgerichtigkeit einer Erfindung führt sich auf die Erfindung selbst zurück. Jede Folgerichtigkeit auf eine These, die in sich schon aus einer Übereinstimmung in Hinsicht auf Bedeutung von Zeichen entsteht. Worten. Definitionen.

Was wiederum nur funktionieren wird, solange man Eins schlicht Eins nennt. Statt plötzlich Kühlschrank, Uhr, Zeitsprung oder Ritzel zu heißen. Denn damit stimmt  die ganze Formel nicht mehr (das sagt einem übrigens nur der gesunde Menschenverstand). Wenn also so viel eng begrenzte und sich selbst erzeugende Logik als wissenschaftlich korrekt gilt und heute (samt aller Konsequenzen für die Erfindung der Welt innerhalb dieser gedachten Bedeutungen) unhinterfragt als Wissenschaft bezeichnet wird, lautet das faire Motto mit Blick auf Astrologie: Im Zweifel immer für die Angeklagte.

Möglicherweise würden die "esoterischen", erlauchten, angefeindeten Kreise geheim-wissender Sternen-Gläubiger oder -Schuldner sich bei etwas großmütigerer Anerkennung solcher Faktenlagen dann ja ebenfalls herablassen, hie und da ein Diagramm zu malen, eine Statistik zu erstellen, einen Versuch zu protokollieren. Der - unter vielen mathematisch logistischen Wenn-dann-Absicherungen - die Konsequenz eines Saturn-Mars-Transits bei 1000 Testpersonen so subjektiv/objektiv (wie etwa die Psychologie) beschreibt. Eine Hand wäscht die andere. Gelder werden gern entgegengenommen. Wenn die ernsthaften Forschungs-Disziplinen bereit sind, ihre überaus vorteilhaften Bedingungen, die sich diejenigen von ihnen, die dem System entstammen, zubilligen, brüderlich zu teilen. Alles andere ist nicht fair. Sei ruhig, Astrologe. Du verstehst das nicht. Unsere Verteilerkästen kommen aus dem basis-demokratischen Prinzip. Geteilte Meinung, geteilte Finanzen. 

Dass gleiches Vorgehen wie das der gleich Vorgehenden (Annahme + Prämisse + Suche = Forschung) überall möglich wäre, ist für mich keine Frage. Die lautet vielmehr: Cui bono? Wem nützt das überhaupt? Auch ohne all die Quarks des Hinterfragens beweisen ernsthafte Wissenschaftler - allein durch pures Nachdenken und Festlegen - Spiegel-Neuronen, Wirks, Neutrinos, Strings oder Gottesteilchen, die bis heute keine Menschenseele gesehen oder besser: angefaßt hat. Munter glaubt man an Syndrome wie Borderline oder ADS und erfindet Burn-Out-Attacken, die für Rententräger Grund genug sind, eine Kur zu spendieren. Wenn das Wissenschaft ist, dürften auch Spiegel-, Phasen- oder sonstige Theorien der Astrologen logischerweise keine Halsabschneiderei oder Zaubergläubigkeit mehr sein. Was ansteht ist, falls doch: Vor der Herstellung von Besenreinheit an der Schwelle fremder Türen dürfte soviel Zeit sein, dass sich Anhänger und Ausüber der reineren Lehren erst mal mit der wuchernden Beliebigkeit im eigenen Vorgarten konfrontieren. Auch wenn Natur immer besonders schön und erhebend wirkt. 

Angriffe auf die Scheinwissenschaft Astrologie verwässern, welcher Auslassungen man sich bei den eigenen "Tatsachen"-Bekenntnissen und Rütli-Schwüren auf die "streng naturwissenschaftlichen" Disziplinen (Merke - sie bilden Wirklichkeit ab!) schuldig macht. Auch hier wird nur mit Wasser gekocht, das möchte ich sagen. Meßwein ist dagegen dem Glauben, der Kirche, die mit Hörigkeit erlaubt wird, vorbehalten. Was wäre, wenn sonst doch immer sehr gut informierte Wissenschaftskreise dem Katholizismus, Protestantismus, Judentum, Tendenzismus oder Intoleranzismus dieselben Flüche, Verdächtigungen, Irrungen, Wirrungen oder Erfindungen aufdrückten, wie der Astrologie? All diesen philosophisch, geisteswissenschaftlich, mental gültigen Strömungen mit derselben Heftigkeit Kommerzdenken, Irrlehren oder auch Rattenfängerei vorwürfe? Nichts. Denn das wird nicht passieren. Selbst der Papst wird geglaubt. Wie können wir den Sternen da nicht trauen?

Stell dir vor, es ist Kirchensteuer-Zahltag und kein Studien-Abschluß-Inhaber zahlt. Große Freude für die Finanzamts-Eintreiber. Dass die eigenen Erkenntnisse der Skeptiker ursprünglich ebenso wenig auf Wahrheit oder Wirklichkeit fußen wie alle astrologischen "Lügen" ist ebenso wahr und wirklich wie jede (bislang auch nur angenommene, unzulänglich gemessene und auf frei erfundener Kausalität beruhende) elektrische Ladung oder Entladung im menschlichen Gehirn. Die man "beweisbar" Gedanke, Synapsen-Klicken oder Realität nennen darf. Wer immer also, von all den Adam-Riesen, in einem solch berückenden Augenblick des Spannungs-Aufbaus oder der Abfuhr auf die Idee kam, die Zwei Zwei zu nennen: Er hat sich um die Mathematiker und anderen Wissenschaftler dieser Welt verdient gemacht. Aber eigentlich nur bewiesen, dass Gehirn-Elektrik zweifelsfrei und ohne Mystizismus zu komischen Ideen führt. Was für ein Wunder.

Liebe Freunde und Kollegen der Wissenschaft: Hier ein astrologisches Geheimnis. Meere von Papierkram hat jeder Astrologe im gleichen Ausmaße zu bieten, wie ihr. Raummeter davon. Rechnungen schreiben wir auch. Wir können sogar denken. Und manchmal fühlen wir uns - siehe obige Herleitung - bei soviel Double-Bind der erfahrenen großen Brüder, einfach eigenartig. In unserem Aquarium schwimmen die Schwärme der bunten Exoten. Wir sind wie ihr. Dazu eine kleine, logische Wurzelziehung:


Wenn jeder Mensch fühlt, und wenn Astrologen fühlen, sind dann Astrologen

a) Objekte

b) mondsüchtig oder

c) Menschen?

Ich weiß, das ist nicht ganz so einfach. Aber auch keine wirklich unlösbare Gleichung. Schmeißt einfach mal den Kopf an, versucht's mit dem Taschenrechner! Wie auch immer: Astrologie ist (wenn wir alles Zeug mal weglassen) ein den anderen Wissenschaften vergleichbares System von Analogien, die ins Verhältnis von Raum, Zeit und Realität des Menschseins gesetzt werden. Auf dem Boden bestimmter Prämissen, die mit denselben Mitteln beweisbar sind wie die Eins und die Null in der Mathematik. Da es dafür aber mindestens einen Wissenschaftler, nämlich den Astrologen, braucht, der diese Zusammenhänge auf dem Boden seiner Prämissen interpretiert, ist Astrologie von euch nicht ab-erkennbar. Als Wissenschaft steht sie auf demselben Boden wie alle anderen: Wir sind störanfällig für Fehlurteile wie jedes subjektiv erdachte, der Realität beigeordnete, vermeintlich "wahre" System. Das Menschen für Menschen als Erklärungsmodell erfunden haben.

Allerdings kann Astrologie auch genauso präzise sein wie eure Mathematik. Da sie alle bekannten Dimensionen oder - je nach Disziplin auch: Variablen - nämlich: Zeit, Raum und Erkenntnis auf dem Boden ihrer Lehrsätze und Erfahrungen zusammen bringt. Für jeden, der astrologisch arbeiten will (oder auch nur von der Arbeit der Astrologen profitiert), nun noch ein paar kleine Grundsätze.

Es ist wichtig, sich genau hier von der üblichen Wissenschafts-Ethik zu unterscheiden! 


1. Nichts ist unveränderlich. 


Es gibt kein Schicksal, das den freien Willen ausschließt. Das Grundhoroskop, das aus der Stellung der Planeten im Tierkreis zum Zeitpunkt der Geburt (eines Ereignisses oder Menschen) besteht, ist zwar Working Basic jeder Deutung. Aber es beschreibt lediglich die überall sonst auch festgestellten "natürlichen Tendenzen" = die automatisch aufscheinende Anlage einer Sache oder Person. Und zwar so, wie sie sich gestalten kann und wird, wenn der/die Betreffende unbewusst agiert und - zunächst mal - ohne Bezugspunkt ist. Bzw: Ohne jemanden oder etwas gegenüber (zum Beispiel, ohne Arzt, Therapeuten oder anderen Diagnostiker), der oder das ihn beeinflußt und auf ihn rückwirkt. Das Unbewusste daran fällt für mich unter das auch wissenschaftlich gültige "Grottenolm"-Prinzip.

Wir sitzen jahrzehntelang im Dunkeln, leben vor uns hin, finden uns rührselig, bösartig oder viel zu begriffsstutzig und wissen bei all dem nicht, wie uns geschieht. Wieso bin ich nur so? Das ist in Sinnkrisen stets die Frage. Natürlich gibt auch darauf die Astrologie eine Antwort, aber viel wichtiger ist es für den Astrologen darauf hinzuweisen, dass all das

a) kein Gottesurteil ist, aber 

b) auch nicht ohne weiteren Aufwand variierbar ist.

Da wir alle mit einer Tendenz zu bestimmten Eigenschaften (und damit auch prognostizierbaren Verhaltens-Reflexen) zur Welt kommen - das haben Entwicklungsforscher und Mediziner (Genetik!) hinlänglich beschrieben - die sich im Laufe eines Lebens verfestigen oder abgemildert bzw. sogar aufgelöst werden können, haben wir alle auch eine gewisse Neigung, das ICH BIN immer wieder wie einen Stempel auf die Ware EGO zu drücken.

Dabei ist das Horoskop nun keine begrenzende Angelegenheit, sondern gibt nur die Richtung unserer Talente, Risiken, Verhaltenswege und anderer Gewohnheiten und "Mitbringsel" an. Die sind aber nie statisch, sondern immer in Bewegung. Will sagen, dass einerseits alles, was erscheint, bestimmte Qualitäten, Entwicklungsmöglichkeiten oder -hindernisse aufweist. All jene sind recht sicher aus einem Chart herauszulesen, aber niemals im Sinne einer Rollen-Verordnung ewig festzuschreiben. Andererseits ändert es sich mit jedem ANDEREN, dem wir begegnen. Auch das können wir lesen, indem wir Zeit-Qualität oder das Chart eines Menschen auf unseres beziehen. Beziehung schafft Verbindung schafft neues Dasein. Hier oder dort. Gib Gelb zu Blau, macht Grün. Wer will das bestreiten?

Jeder gute Astrologe ist sich darüber bewusst, dass etwas, was er dem Klienten über sich und andere und gegenseitige Re-Aktionen sagt, unter Umständen dessen Klischee über sich selbst bedient. Festnagelt. In die Wirklichkeit hämmern kann. Manchmal soweit, dass es in Gefahr kommt, noch statischer zu werden als ohne die Astrologie. Wir Menschen sind ohnehin geneigt, an fixen Bildern über uns selbst und das Leben festzuhalten. Andererseits kann man astrologisch viel dazu beitragen, dass der Klient Chancen und Risiken seiner Entwicklung früh erkennt und bewusst und so neugierig verfolgt, dass sich seine Wege tatsächlich zum Positiven oder wenigstens in Richtung auf größtmögliche Konstruktivität hin verändern.

Wenn ich also einen starken Mars im Radix- (=Wurzel) -Horoskop mitbekommen habe, zeigt das nicht gleich den größtmöglichen Bösewicht in mir, selbst wenn meine Umwelt mich oft so erleben mag. Darunter, in der Tiefe, die Astrologie mir öffnet, kann ich nämlich mit Hilfe des Astrologen erkennen, was die Grundlage jeder (und damit auch meiner) Wut ist. Nämlich ein ausgewiesen reflexhafter und von Geburt an ausgeprägter Handlungsimpuls, der so lange eingeengt, verschoben oder durch Erziehung zerlegt wurde, dass er sich bis zum Zorn steigern musste, um in die Wirklichkeit kommen zu können. So macht mir die Astrologie ein Geschenk, unter der Oberfläche eines für mich und die Welt schwierigen "Charakterzuges" ausnahmslos dessen positive Mitgift zu entdecken, etwas, was ich der Welt zu geben habe und was mir vielleicht selbst noch gar nicht bewusst ist.

Die Sturheit, Berechenbarkeit und Gefallsucht einer eher destruktiv ausgelebten Stier-Anlage andererseits, zum Beispiel, versteckt oft als Grund-Talent  eine bisher nicht auslebbare, unbewusste Tendenz zu großer Konsequenz, lebens-erleichternder Absicherung im Stofflichen und tiefer Sinnlichkeit, die auch dem Umfeld das Leben erleichtern kann. Sobald ich ein Gefühl dafür bekomme, das bestimmte Charakterzüge schlicht meiner natürlichen Absicht, meinem Fluss, meiner speziellen Gabe entsprechen, deren positiver Ausdruck nicht willkommen geheißen wurde und sich dann deutlicher (und u.U. anstößiger) Bahn bricht, verschafft mir der neue Blick mehr Handlungs- und Empfindungsspielraum. Auch für ungeliebte und angefeindete Seiten meiner selbst.

Kann ich die laute, wütende Variante meines hyperaktiven Mars gelassener experimentierend beobachten und jedes Mal, wenn ich sie bemerke, analysieren, an welcher Stelle ich zuvor meinen Handlungsimpuls (ebenfalls Mars) übergangen habe, finde ich Stück für Stück zu einem angemessen Ausdruck des Mars-Prinzips zurück. Einen Ausdruck, der andere nicht verletzt und mich selbst stärker, selbstbewusster und im guten Sinne kriegerisch macht. Das erspart mir möglicherweise sogar eine Menge Geld für einen jahrelang beschäftigte Therapeuten.

2. Nichts dauert ewig. 

Dass Veränderung das einzig Sichere innerhalb zeitlicher Verläufe ist, spiegelt sich auch im Bereich der astrologischen Transite der Planeten. Sie bezeichnen Zeitfenster, während derer ein laufender Planet einen anderen aus dem Geburtshoroskop in berechenbaren Winkeln überläuft oder beleuchtet. Damit das astrologisch eintritt, muss der Planet diese Beziehung zu dem betreffenden Geburtsplaneten aufnehmen. In der Grundanalyse des Geburtscharts ist es angeraten, sich zunächst auf die traditionell großen Aspekte (0 Grad/Konjunktion, 180 Grad/Opposition, 90 Grad/Quadrat, 120 Grad/Trigon, 60 Grad/Sextil, 150 Grad/Quinkunx, sowie die Spiegelpunkte über die Achsen 0 Grad Widder bzw. Krebs) zu beschränken. Innerhalb der Phasen, in denen solche Winkel zu unseren Planeten bestehen, kommt es zu einer erhöhten Chance für Veränderungen und neue Weichenstellungen.

Dabei bin ich nicht der Ansicht wie einige andere Astrologen, dass aus dem Horoskop nur das herauskommen kann, was bereits als Anlage darin steckt. Das hieße: Wenn sich Mars nicht schon zu Saturn in einem Geburtsaspekt befindet, wird der Transit ohne große Spuren an einem ablaufen. Nach meiner Erfahrung verhält es sich eher umgekehrt: Wenn Mars und Saturn im Geburtschart bereits in Beziehung treten, kennt der Klient das durch die Planeten angezeigten Energiemuster bereits recht gut und wird den Transit, der sie nur in einen anderen Aspekt zueinander bringt, mit einem "alten" Gefühl durchleben. Kurz, er ist ganz gern blockiert. Sicher wird sich innerhalb dieses Zeitfensters der Ausdruck der Energiefusion relativieren, verändern, eventuell auch komplett erneuern.

Demgegenüber erlebt jemand, der bisher Saturn nur als Saturn und Mars nur als Mars kannte, oft den brandneuen Einfluss unter Umständen viel schärfer, abgegrenzter und härter als Transite ohnehin bezogener Planeten. Das führt häufig zu Knalleffekten, wie sie andernfalls nicht vorkommen, da eine andere Variante gleicher Aspektierung oder Häuser-Anlage manchmal schlicht gar nicht mehr auffällt. Garantiert ist mit Blick auf Transite, dass alles enden muss, wie alles anfängt. Der Klient, der sich trostlos fühlt, weil der Saturn den Merkur beleuchtet, benötigt die Perspektive dafür, dass das, was geschieht, seiner Entwicklung nützt, und vor allem WIE GENAU und WIE LANGE. Damit er nicht in der scheinbar endlosen Wüste seiner Veränderungs-Sprünge verloren geht. Mir hat es geholfen, mir bei meinen eigenen Transiten immer wieder bewusst zu machen, dass tatsächlich nichts von Dauer ist, was auf dieser Erde stattfindet. Selbst die Phasen der Veränderung, die manchmal so schwierig zu bewältigen sind, enden. Wann, sagt und sieht die Astrologie. 

3. Nichts ist so eindeutig wie es scheint

Unser Leben hat so viele Dimensionen, weshalb es auch so verführerisch ist, sie aus Gründen der Übersichtlichkeit und aus dem Wunsch heraus, nicht in ihnen zu ertrinken, kleiner zu machen als sie sind. Das führt manchmal dazu, dass Astrologen ihre Lieblings-Deutungen immer wieder für bestimmte Konstellationen heranziehen, auch wenn es dem Klienten unangenehm ist. Hier tappe ich selbst immer wieder gern in die Falle des Pluto (das heißt, der bequemen Fixierung eigener Vorstellung, die für fremdes Leben gültig gemacht wird). Es ist aber Folgendes unabdingbar zu begreifen

a) Wie oben, so unten - inflationär, aber kein Schlagwort

Denn diese Einsicht hat astrologisch durchaus ihre Gültigkeit. Man kann jeden Aspekt und jede Konstellation in vielen Dimensionen lesen. Merkur im Chart bezeichnet einen Analogien-Pool. Er kann für das Denken generell ebenso stehen wie für die spezifische Idee, die kleine Reise wie für die Nervosität, für das Schnellfeuer aus Worten wie körperlich für die Haut. Daher ist es wichtig, nicht nur auf allen Ebenen der astrologischen Auslegung (von der hoch angesiedelt geistigen über die emotionale bis hinunter zur körperlichen) firm zu sein, sondern auch Klienten Angebote zu machen. Wie kann er - bisher gewöhnt an einen bestimmten Ausdruck (Motto: Bei Mars-Pluto immer Kopfschmerzen) - auf eine andere Ebene wechseln und das dahinterliegende Geschenk (siehe 1) endlich wahrnehmen, auspacken und anwenden?

In der asiatischen Elemente-Astrologie gehört es zum Standard, die Multi-Dimension des Kosmos zu respektieren, indem man den Menschen auf der Ebene abholt, auf der er sich befindet. Aber eben nur abholt. Das Ziel der ganzen astrologischen Veranstaltung besteht darin, den Einzelnen zu seiner Ganzheit mit all ihren Möglichkeiten zurückzuführen, statt - wie in westlichen Kreisen üblich - Einzelaspekte zu herauszunehmen und auf der Ebene der Erscheinung zu verarzten. Dabei hat es sich auch in der hiesigen Astrologie als sehr hilfreich erwiesen, an einem Punkt der Entwicklung anzusetzen (beispielsweise den Pusteln, die nach dem Baden immer auftreten) und den Menschen zu dem dazugehörigen, darunter liegenden Merkur-Neptun-Uranus-Aspekt zu führen. Der vielleicht auf einer ganz anderen Ebene als der von Hautcreme oder Atemübungen gegen den Stress gelöst werden kann.

Man spricht dann diese gewisse, angeborene Transzendenz (wahlweise Diffusität) des Denkens an, die unberechenbar auftreten kann und eigenartigerweise stets von Pusteln nach dem Baden abgelöst wird. Es sind ganze Komplexe, ausnahmslos, die von den verschiedenen Lesarten der Konstellationen beschrieben und durch unterschiedliche Brillen entschärft oder effektiv gemacht werden können. Hier kommt es darauf an, das Individuum in seiner unverwechselbaren Anlage kennenzulernen und dann das homöopathische Prinzip anzuwenden: Gleiches wird mit Gleichem geheilt. Oder zumindest erleichtert. Die schwersten Auswirkungen eines Mars-Pluto (zum Beispiel ein wütend ausgebrochenes Geschwür) mit Mars-Pluto. Zum Beispiel einer Lenkung des Bewusstseins dahingehend, dass der Klient vielleicht ein kleines Bisschen zu viel Zorn nicht wahrhaben mochte im Verlauf seines bisherigen Lebens. Was er auch weiter so betreiben kann, wenn er nur einen anderen Mars-Pluto-Ausdruck, nämlich seine körperlich eruptive Energie und seine Faszination für fixierende Leidenschaften aller Art mit wahrnimmt. Und in seinem Leben konstruktiv zu installieren beginnt.

In diesem Zusammenhang gilt ohne jeden Seitenweg astrologisch Mikrokosmos=Makrokosmos. Was sich in der Umwelt des Klienten abspielt, er aber nicht als ihm zugehörig begreift, spiegelt sich als Abspaltung in jeder seiner Körperzellen. Und auf jeder dieser Ebenen kann der Astrologe Angebote machen, die alle betroffenen Planeten-Themen integrierbar und vor allem als Geschenke nutzbar sein lässt. Wenn er umfassend arbeitet. Was auch keine Selbstverständlichkeit ist.

b) Es gibt kein Du ohne ein Ich, das ein Du definiert

Es existiert keinerlei Qualität eines Verhaltens ohne ein Urteil, das darüber gefällt wird. Also existiert keine Verhaltensqualität ohne jemanden, der ihr einen Namen gibt. Was ich als Astrologe im Klienten sehe, muss nicht mit der Wahrheit des Klienten über sich übereinstimmen. Und das ist weder mein, noch sein Fehler. Es ist überhaupt kein Fehler, sondern nur das Zwei-Personen-in-einem-Zimmer-Prinzip. Fragt man die eine, was sie sieht, sagt sie "Ein Fenster!" Fragt man die andere, antwortet sie: "Nein, zwei Fenster!"

Das Problem ist hier nicht eine nicht festmachbare Faktizität, sondern ganz einfach die Blickrichtung, die offenbar konträr ist. Denn beide haben Recht und es befinden sich drei Fenster im selben Raum - nur dass unsere Augen leider unfähig sind, 360 Grad zu erfassen, wenn wir nicht den Kopf drehen möchten. Im Gegensatz zu den Ohren. Mensch denkt und sieht voraus. Wenn er sich ständig erinnern sollte, hätte er auch rückwärtig Augen. Insofern stellt es sich oft als hilfreich für Astrologen, Klienten und den Rest der Welt dar, die verschiedene Seiten derselben "Sache" (einer Lebenssituation oder eines spezifischen Lebens) zu betrachten, öfter mal links und rechts am Wegesrande metaphorisch anzuhalten und den Kopf vom anvisierten (Denk-)Ziel wegzuwenden.

Letztlich ist jede Positionierung, jede Sicht eine Entscheidung für ein Modelll. Dessen müssen wir uns gewahr bleiben. Gerade die Astrologie bietet so viele wunderbare Auswege aus unseren kleinen Vorstellungskäfigen, dass es Hybris wäre, weiter allein unserer Denkmechanik zu folgen, die vielleicht liebgewordene Gewohnheit ist, zu selten aber der "ganzen Wahrheit" entspricht. Diese wiederum setzt sich wie ein Mosaik aus Milliarden von Faktizitäten und Subjektivitäten zusammen. Natürlich leben wir in einem gemeinsamen Kulturraum, der bestimmte Tatsachen "for granted" nimmt, also als garantierte Belege einer geteilten Realität. Natürlich können zehn Menschen dasselbe bezeugen (dass zum Beispiel ein Auto gerade mit Vollgas in eine Schaufensterscheibe gefahren ist), aber warum es das getan hat, wird zur kritischen Sollbruchstelle.

Weil der Fahrer die Augen geschlossen hatte. Er schlief, meint der eine Beobachter. Die Bremsen haben gequietscht, sie müssen versagt haben, sagt der andere. Ich kenne den Mann, der hatte Beziehungsprobleme. Er hat sich umbringen wollen, sagt der dritte. Wer weiß, was richtig ist. Das im Auge zu behalten, ist es, was uns Astrologen vor der Arroganz schützt, besser als unsere Klienten Bescheid zu wissen über deren Leben. Und uns als Klienten, Menschen, die einfach ihr Leben leben oder Beteiligte an vermeintlichen Faktizitäten davor, zu unbedacht in die Winterstarre des "Heureka - ich hab's begriffen!" zu verfallen. Die sich dann später als Lebenshindernis, Falle des Selbst oder Spielwiese des Ego entpuppt. Nicht als Meilenstein bei der Lösung jedweder Probleme oder auf dem persönlichen Weg der Entwicklung.

4. Nichts was ein Problem zu sein scheint, ist nur ein Problem. 

Nehmen wir die Schwierigkeit, die jeder Mensch mit dem Mechanismus der Projektion hat. Alles, was mir am anderen als stark ihm zugehörig auffällt, heißt es, liegt auch in mir selbst. Dass der beliebte Mechanismus der Projektion, die in der Psychologie eine so große Rolle spielt, bei der Nutzung oder Anwendung der Astrologie zum Stolperstein werden kann, läßt sich auf die Möglichkeit zurückführen, astrologisch Projektionen so schnell dingfest machen zu können. Im dritten Quadranten des Horoskops erleben wir oft das, was zu uns gehört, als etwas, was uns von Außen entgegenkommt. Wir veräußern quasi die Planeten, die sich in diesem Bereich empfinden, wir empfinden sie als das, was nicht uns ausmacht, sondern die anderen.

Wenn ich jemanden berate, dessen Mars im 7. Haus, also im wichtigsten Du- oder Beziehungsbereich, steht, ist es natürlich, dass mir auffällt, er könne möglicherweise seinen Mars projizieren. Traditionell gelten solche Aspekte als begegnungs-aggressiv und sind es oft auch. Der Eigner sendet also ständig, ihm selbst unbewusst, ärgerliche Signale aus, die in Begegnungssituationen zu Irritationen beim anderen führen. Mache ich dem Klienten nun klar, dass er die Aggression, die er auf Schritt und Tritt bei anderen feststellt, leider nur projiziert (was zwar zweifellos der Fall ist), kann ich leicht vergessen, dass er den Mars ja tatsächlich im 7. Haus hat und dementsprechend zwar sein Gegenüber und nicht sich selbst als latent wütend erlebt, aber dass mit dieser Marsstellung auch einhergeht:

Seine Gegenüber sind wirklich aggressiv. Es ist also keine blanke Einbildung, die auf ein Defizit des Klienten zurückzuführen ist. Wenn diese Wechselwirkung nicht im Mittelpunkt der Beratung steht, stehen am Ende alle konfus da. Missverständnissen sind Tür und Tor geöffnet. Es gilt also, die Wahrnehmung des Klienten sowohl zu bestätigen, als auch zu ihm selbst zurückzuführen. Vermutlich geht der Mechanismus so einer doppelten Projektion darauf zurück, dass sich Topf und Deckel immer an genau den Stellen im Lebensplan treffen, wo es nötig ist, sich gegenseitig derart in die Enge zu treiben, dass eine Auflösung der Schwierigkeit jedes Einzelnen überhaupt erst möglich gemacht wird. Ohne Bewusstsein für das Problem keine Lösung. Also muss das Bewusstsein im Menschen prioritär hergestellt werden. Und das geschieht am einfachsten, sobald etwas stört.

Konstruktive Anwendung von Astrologie wirbt für ein gesundes Sowohl-Als-Auch. Das bedeutet: Das Problem ist gleichzeitig immer ein Fortschritt. Mithilfe von Problemen lösen wir uns aus festgefahrenen Situationen, passen unsere Wahrnehmung der Wahrnehmung der anderen an und erhalten so einen effektiveren Blickwinkel auf ein Dasein, das eben nicht alles oder gar nichts ist. Mitnichten. Sondern eine Suppe aus vielen Halb- und Ganzheiten. Ich werde, das stellt sich beim Vergleich meines Horoskops mit dem meiner liebsten Menschen heraus, in ihrer Anwesenheit zu einem anderen, als ich für mich allein bin. Denn ihre wichtigen Planeten  stehen häufig in genauen Winkeln zu meinen, was Züge in mir auf- oder ausbläst, die mir sonst zur zweiten Haut geworden sind.

Die Bereiche, für die meine betroffenen Planeten stehen, werden besonders prominent, wenn diese Menschen bei mir sind, während sie sonst eine Nebenrolle spielen. Die gute Nachricht: Das alles passiert sowieso. Auch ganz ohne Astrologie. Aber es ist eine große Hilfe, solche Wechselwirkungen, die das Netz unserer Wahrnehmung und damit unser ganzes Leben prägen, astrologisch unterstützt schnell und sicher zu erkennen. Damit ist nichts, was sich vielleicht als Problem zeigt, in Beziehungen oder auch allein mit mir, wirklich eins. Sondern lediglich ein weiterer Schritt hin zu mir und meinem Sein in einer Welt, die mir und der ich antworte. Womit ich sie und mich in jeder Minute neu, als anders reagierend, erfinde. 

Auf diese Weise unterstützt Astrologie mit ihrem klaren Blick für Verhältnisse darin, täglich wieder die besondere Frische zu erfahren, die in einem Leben liegt, dessen Türen eben nicht durch einen immer gleiche Bewertung vermeintlich gleicher Verhältnisse verschlossen werden.

5. Nichts ist wirklich, alles nur demokratische Vereinbarung, aber achte auf die FAKTEN! 

Wie in benachbarten Wissenschaften auch (ob nun etablierter Art oder nicht) gibt es auch in Astrologen-Kreisen genug Debatten über die eine oder andere Art, das Wissen anzuwenden, Konstellationen zu deuten, über Wahrheit, Wirklichkeit und letzte Erkenntnis. Das ist üblich, fordernd und gut so. 

Denn nur auf diese Art kann sich etwas, was nicht in Stein gemeißelt auf einer Grabstätte steht, vital und großzügig gegenüber Einwänden entwickeln, die vielleicht eben der gerade fehlende, neue Ansatz sind. Solange wir Systeme anwenden - ob es die Sprache ist, die nur versteht, wer sie gelernt hat, die Physik, die Philosophie oder Medizin, die Ordnung in unserer Wohnung oder die Schleife, um uns die Schuhe zu binden - werden wir akzeptieren müsseen: Es gibt andere Systeme, die sich als genauso wahr,schlüssig, ergebnis-freundlich und real herausstellen können. Auch wenn sie dem unseren widersprechen. So wild, so ungeordnet und gegenteilig ist es, das Leben. Ich kann dich lieben. Und hassen kann ich dich auch. Manchmal liegt nicht mal Zeit dazwischen. Das Wissen, dass selbst die uns umgebende Welt letztlich nicht mehr ist als jene, nun mehrfach benannte (Sicher doch, Mantras wirken!) demokratische Vereinbarung über Logik und Kausalität von Erscheinungen, erleichtert ungemein. Dieser Planet war zunächst eine flache, gefährliche Scheibe, weil wir sie so sahen, dann eine Kugel, mit der wir geistig spielen wollten, weil wir Instrumente erfanden, das zu messen, morgen wird sie Virtualität sein, weil wir ihre verborgenen Ecken aus noch dunklerer Materie erstmalig entdecken. Durch solche Ansätze erleiden Menschen eine tröstliche Flucht aus der vermeintlichen Sicherheit des Fassbaren.

Dinge in Frage zu stellen, tut gut. Auch unsere eigenen Dinge. Es wirkt wie eine Art Kondom gegen jede Form von Übertreibung bei der Durchsetzung der Subjektivität, die gern zu Jammern und Wehklagen führt. Deshalb werden unsere demokratischen Vereinbarungen über die Wirklichkeit, die wir Fakten nennen, nicht weniger wichtig.  Das ist ein Fliegenpilz! Den darfst du nicht essen, Sabinchen! Vielleicht ist in einem virtualisierten Kosmos, in dem Sabinchen gelernt hat, seinen Körper so wenig wahrzunehmen, dass es Fliegenpilze ohne Anzeichen des nahenden Todes verdauen kann, Respekt für die real existierende, relative Wirklichkeit nicht allzu notwendig. Aber noch sind wir alle soweit nicht. Noch leben wir hier, ziemlich unverwirklicht und müssen mit dem umgehen, was der Rest der Welt als Minimalkonsens für sicher oder unsicher, gefährlich oder ungefährlich, notwendig oder nicht hält. Wir sollten versuchen, Sabinchen so weit wie möglich vor den Folgen unguter Handlungen zu schützen. Und uns auch. Da muss man nicht erst das Karma bemühen. Naturgesetze reichen.

Das ist nicht nur sozial kompatibel, sondern unter Umständen auch lebenswichtig. Die Yuppie-Esoterik mit ihren Modeklischees war eine Ausgleichsbewegung zu der langen Phase wissenschaftlicher Aufklärung in der Zeit davor. Und damit nötig, aber genauso übertrieben wie die Heiligung der Ratio. Diese leicht degenerierte Form von Innenschau allzu stark mit der Astrologie zu vermischen, die sich immer an gelebtem Leben orientiert hat, ist nicht nur kontraproduktiv, sondern auch unfair gegenüber einem Denksystem, das aus sehr praktischen und faktischen Sonnen- und Mond-Auf- und Untergängen überhaupt erst seine Berechtigung zog. 

Dass alles eins ist, bedeutet im Umkehrschluss nicht etwa, dass eins im Sinne eines überstarken Astrologen-Ego immer alles sein kann. So ein Anspruch spiegelt höchstens den verqueren, magischen Versuch, sich über die Grenzen dessen zu erheben, was vernünftig, praktisch, machbar und vor allem hilfreich für andere ist. Dazu braucht es ein feines Empfinden für Demokratisierbarkeit. Faktizität ist: Jemand will einen astrologischen Rat von dir. Nicht-Faktisch ist: Du willst ihm dann unbedingt erklären, wer und was er "wirklich" darstellt, in seiner Tiefe. Manche Menschen wollen das nicht wissen. Kein Fehler. Faktizität ist auch: Jemand hat Probleme in der Beziehung und braucht deine Hilfe. Nicht-Faktizität wäre: Du "hilfst" ihm, indem du ihm bei-biegst, dass dies "nicht wirklich" eine Beziehung ist. In dem Fall heißt Faktizität nicht mehr als: Du hast ein Ego (und vermutlich ein dominantes erstes Haus). Wie so viele von uns. Nicht weiter schlimm. Wir sind ja Astrologen und wissen uns zu helfen. Schlimm sind nur die ewigen Vorstellungen.

Vielleicht war mal wieder dein starker Pluto im Spiel, den du, der Astrologe Ptolemäus, der den Skorpion-Herrn leider noch gar nicht kennt, jetzt zum Einsatz bringen möchte. Weil er in all seinem Unwissen unter der Knute des  Kontroll-Wahns steht und nicht anders mit seinen Schwäche-Ängsten umgehen kann. Mehr ist es gar nicht. Nie. Kein Beinbruch. Der Wind des Karma weht weiter. Welten werden geboren und vergehen. Wir irren uns. Wir kämpfen. Das ist auch schon das ganze Geheimnis. Wir sind nicht besonders, weil wir ahnen. Und manchmal sogar wissen. Besonders sind wir dennoch. Als Menschen. Es wäre angemessen, all diese Abwege des Astrologen-Lebens ab und zu im Auge zu behalten. Mit scharfem, freundlichen Blick. Mit Mitgefühl, nicht nur für unsere Klienten. Auch für uns. Denn Astrologie funktioniert. Wenn sie nicht funktioniert, liegt es am Astrologen. Und das ist mein ganz persönliches Credo. 




 


Grafik: Bearbeitung von Claude Marquet

Bilder: New York Public Library und Alice/Cornelia Kopp (Flickr) via Wikimedia Commons

Cartoons: Gaspirtz + Welleman from nl from Wikimedia Commons

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