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Faketopia: Neptunische Wahrheiten

Es hätte so schön sein können. Als ich das erste Mal von dem Plan hörte, 15 Menschen ein Jahr lang auf die Suche nach neuen Begegnungs- und Gesellschaftsformen zu schicken und die ganze Entwicklung dann live und ungeschminkt ins Netz zu stellen, hörte sich das an wie ein Sechser im Astrologen-Forschungs-Lotto. Newtopia - ein Jahr lang Menschen beobachten können, die nicht wissen, dass man ihre astrologischen Grunddaten als Referenz nimmt und die somit auch unbeeinflusst bleiben.

Aber ach, du schöne neue Welt, schon das Chart der Erst-Ausstrahlung von 23. Februar 2015 löste leichtes Stirnrunzeln aus. Sonne in Konjunktion mit Neptun – das war natürlich ein Hinweis auf mögliche Ausdrucks-Formen, die mit den negativen Eigenschaften des Fische-Archetyps konnotiert sind. Betrug, Verrat, Mauscheleien, Unklarheiten, eigentlich eher das geeignete Horoskop für den Aufbau einer Irrenanstalt, folgt man den klassischen Deutungen. Aber natürlich lag darin auch eine gewissen Chance, dass Menschen hier tiefgreifende spirituelle Erfahrungen machen könnten, jenseits von Mainstream-Esoterik- und Religions-Dogmen.

Nur zeigte das Quadrat zu Saturn, dass auf solch' hohem "Einweihungsweg" viele innere und äußere Hindernisse zu überwinden wären. Aber vor allem dürfte man eins nie machen – die Wirklichkeit außen vor lassen und versuchen, hinter den Kulissen zu verfälschen, was offiziell als rein und unverfälscht angeboten wird

Anfangs sah es dann auch so aus, als würden sich die Themen dieses Charts im Verhalten der Teilnehmer widerspiegeln. Da gab es massenhaftes Getratsche hinter dem Rücken des jeweils anderen, es wurden geheime Allianzen gebildet und vor allem die Emotionen der Teilnehmer waren teilweise völlig unberechenbar. Ja, es gab sogar eine Esoterik-Fraktion, vertreten durch C&C (Conny und Candy), die hervorragend aufzeigte, wie man aus jeder guten Idee einen ideellen Rohrkrepierer machen kann, wenn man sich menschlich nur völlig daneben benimmt.

Menschen, die auch in ihrem Grundhoroskop eine starke Verbindung zwischen Sonne und Neptun haben wie zum Beispiel Kalle, wurden zu Protagonisten einer neptunischen Heckenschützen-Mentalität. Und wenn es dann zum hundertsten Mal am Lagerfeuer in trauter Runde darum ging, über die vermeintlichen Fehler der anderen her zuziehen, mochte man aus Fremdscham nur noch abschalten.

Am deutlichsten zeigte sich die Grundthematik aber auch in der völligen Ziellosigkeit der Gruppe (Sonne-Neptun in den Fischen), die Ausrichtung wurde von Anfang an nur von den scheinbaren Notwendigkeiten der „harten Realität“ dominiert (Saturn-Quadrat), eigene Planungen, die mittelfristig tatsächlich ein „neues Utopia“ aus dem Projekt machen hätten können, gab es kaum.

Aber, für die astrologische Grundlagen-Forschungen wäre das alles nicht relevant gewesen, im Gegenteil, bis zu einem gewissen Punkt wurde genau dadurch ja schon fast alles bestätigt, was man allein im Ereignis-Horoskop der Erstausstrahlung „lesen“ konnte. Und auch das Verhalten der Teilnehmer, sofern man es live beobachtete, entsprach in weiten Teilen dem, was man aufgrund ihrer Anlagen und momentanen Auslösungen vermuten durfte.

So weit, so gut. Nur zeigte sich dann abends, bei der jeweiligen Zusammenfassung der Ereignisse (immer rückwirkend, nie aktuell auf den selben Tag bezogen), dass die Redaktion anscheinend von Anfang an bestimmte Klischees bedienen wollte und dies auch ausführlichst tat. So erschien dann im Hauptprogramm manches überzeichnet und hochdramatisch, was im Live-Stream eher nur ein laues Lüftchen war.

Umgekehrt tauchten bestimmte Verhaltensweisen der einzelnen Teilnehmer, die nicht unbedingt dem bedienten Klischee entsprachen, nur selten oder gar nicht auf. Das war einer der Gründe, warum ich persönlich relativ früh darauf verzichtet habe, mir die Zusammenfassungen anzusehen. Dagegen war die Beobachtung bestimmter Auslösungen bei Einzelnen im Livestream ein voller Erfolg. Gemessen daran, dass die Teilnehmer ja nicht wissen konnten, welche Transite gerade wirksam waren, verhielten sie sich im besten Sinne astrologisch kompatibel.

Nur hin und wieder, gab es dann plötzlich unerklärliche Aussetzer der Live-Kameras, manchmal gerade dann, wenn es interessant wurde. Plötzlich war da nur ein Standbild, was auch von den Beobachtern im Live-Chat irgendwann registriert wurde. Und nach einiger Zeit konnte man nicht mehr anders als vermuten, dass hier dann ganz konkrete Eingriffe seitens der Redaktion statt fanden, vor allem wenn sich etwas in eine Richtung entwickelte, die nicht dem „Reality-Script“ entsprach.

Aber – das war eben nur eine Vermutung, bis zum 13. April um 02:00 h morgens (Link zu SPON). Die obligatorischen Nachtschwärmer des Live-Stream trauten ihren Augen und Ohren nicht – die Kandidaten wurden durch ein Signal geweckt und alle Kameras schalteten plötzlich auf den Kuhstall um. Bis auf eine – die 360° Kamera in der Scheune blieb online und so konnte man live den Auftritt der Redakteurin Jacqueline Boßdorf verfolgen. Die mit einem Kasten Bier kam, das Rauchverbort aufhob und dann erstmal erklärte, dass sie schon leicht angetrunken sei. Aber man müsse jetzt trotzdem mal reden, die Quoten seien nicht so toll und überhaupt…(Link zum Ablauf und einem Protokoll).

Fassungslosigkeit bei den Beobachtern, denn bisher hatte es ja immer geheißen, die Kandidaten wären völlig auf sich gestellt und der Sender SAT1 würde keinen Einfluß auf die Entwicklung oder die Entscheidungen der Teilnehmer ausüben. Stattdessen empfahl die Redakteurin nun, die Kühe zu verkaufen und im Stall ein Restaurant aufzumachen etc., etc.

Saturn hatte zugeschlagen und die neptunischen Nebel machten einer klirrenden Klarheit Platz. Aus Newtopia wurde Faketopia im Netz und die Aufregung war groß. Betrug – Skandal: Alles was man also anfangs schon im Chart der Erstausstrahlung als Potential vermuten durfte, bewahrheitete sich jetzt. Natürlich auch dank der entsprechenden Auslösungen – denn wie aufmerksame Astrologen ja wissen, ist Saturn seit einiger Zeit wieder rückläufig. Und steht genau jetzt in Konjunktion mit sich selbst bzw. im Quadrat zur Sonne der Erstsendung.

Astrologisch gesehen, also ein voller Erfolg, genauso wie vieles andere bisher. Wie schon im ersten Beitrag angedeutet, spielt vor allem Aurica eine besondere Rolle in dem Projekt, da sie ihre astrologischen Anlagen in Teilen sehr deutlich mit den Anlagen der Sendung übereinstimmen. Vor allem ihr Mars im Steinbock wurde schon vor einigen Wochen besonders erwähnt. Und siehe da, pünktlich zum Übergang von Pluto über ihren Mars, während gleichzeitig Neptun im Quincunx zu ihrem Radix-Pluto steht (beides exakt!), muss der Notarzt gerufen werden (12.04. gegen 16:50 h). Aurica hatte, wie sich später heraus stellte schon seit längerer Zeit starke Zahnschmerzen, jetzt kam noch ein eingeklemmter Rückennerv dazu.

Fazit: Am Montag wird sie erst mal unter Vollnarkose operiert (Weisheitszähne), bis dahin darf sie sich zuhause erholen und erst danach wird entschieden, ob sie wieder zurück kommt. Das ist nun mit ziemlicher Sicherheit kein Fake, wie jeder unschwer an den Auslösungen erkennen kann. Genauso wenig, wie manche Ausbrüche der Kandidaten live vor den Stream-Kameras, die dann meist auch in völliger Übereinstimmung mit den Grundanlagen und aktuellen Auslösungen statt fanden. Mit anderen Worten: wenn sich „die Welt“ gerade darüber aufregt, dass bei Newtopia doch nicht alles „natürlich“ ist, dann darf man sich schon einmal fragen, wie naiv manche Zuschauer denn im Zeitalter von NSA und Snowden-Enthüllungen immer noch sind? Warum sollte da ein Sender nicht eingreifen, wenn die Quoten in den Keller gehen?

Die Frage wäre eher, wie das in Zukunft geschieht und wie transparent diese Eingriffe dann für den Zuschauer sind. Wenn man radikal offenlegt, was genau hinter den Kulissen passiert, bleibt immer noch genügend Spielraum für anderes. Für das kleine, angedachte astrologische Forschungsprojekt ist diese ganze Entwicklung eigentlich sehr positiv zu bewerten. Nicht aus ethisch-moralischer Sicht, sondern nur aus faktischer. Das astrologische Modell funktioniert perfekt und in Newtopia alias Faketopia zeigt sich dies trotz aller Unstimmigkeiten hervorragend.

Im Gegenteil, wenn ich zuvor schon drauf und dran war, das ganze Konzept zu vergessen, hat mir diese selbst-erfüllende Saturn-Episode eher einen neuen Schub gegeben. Zwar habe ich bisher auch vermisst, dass sich überhaupt noch andere Beobachter zu Wort gemeldet haben (Ausnahme Leserin Bellana, der ich hier herzlichst für ihr Feedback danke), aber vielleicht wird das ab jetzt ja auch besser. Damit keine Lücken in den eigenen Beobachtungen entstehen, gibt es die Charts der neuen Kandidaten (Sebastian, Andreia und Kate) nun auch frisch im Hauptartikel, zusammen mit allen anderen Horoskopen (Newtopia: Die Kandidaten), alles weitere dann in den nächsten Tagen.

Titelbild: ©  SAT.1/Andre Kowalski   

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