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Lanzmann-Effekt: Kaiser ohne Kleider

Es ist uns ein neues Medien-Phänomen geboren - mit verblüffend ähnlichen Ständen im Geburts-Horoskop: Das Lanzmann-Syndrom. Oder der Benz-Effekt. Es setzt sich zusammen aus einerseits Beckmann und andererseits Lanz. Man könnte es auch so schildern: Wo viel Beckmann, da auch viel Lanz. Oder: Was der Beckmann nicht kennt, das frisst der Lanz nicht. Der eben selten allein kommt. Alte Volks-Weisheit. Aspekte und Anlagen ähneln sich hier wirklich erstaunlich.

Angeregt von den Leserbriefen auf den Artikel LANZ KANNZ und der Beschau des alten, immer noch untergehenden Schlacht-Schiffs "Wetten dass..?" am Samstag, beschlich mich heute beim erneuten Nachdenken über Prinz Charming und sein eigentümliches Hüllen-Dasein (Fische-Muster!) ein ganz merkwürdiges Gefühl. Ich kenne diesen Lanz irgendwo anders her. Aus seinem früheren Leben? Ja - als er mal der Beckmann war. Beide willig, fleißig und ehrlich. Kandidaten für die goldene Uhr beim 25jährigen Dienst-Jubiläum. Beide dieselbe Zaunpfahl-Attitüde von "Hier stehe ich, völlig natürlich, spontan und rede, wie mir der Schnabel gewachsen ist!" (was sich sowas von unentspannt anhört, dass sich einem die Haare sträuben). Beide stets ein herzhaftes "Ich bin doch ein ganz normaler Mensch geblieben!" in der Tasche (was sich übersetzt: "Ich muss es haben! Brauche es! Liebt mich oder ich fress euch!"). Und beiden innewohnend diese überaus schräge - ja, man möchte fast sagen - Aura von "Hey, Fernsehnation, diesem Gesprächsteilnehmer leiere ich jetzt auch noch einen investigativen Satz aus den Knochen. Passt mal auf, was ich alles kann!"

Dazu - wenn es Not tut - der Vera-In't-Veen-Händedruck: Mit beiden Flossen Vertrauen schaffen: "Ich verstehe dich, du  armes Talk-Gast-Geschöpf. Erzähl mir alles. Lass bloß nichts aus!" Als ich dann ECWs Hinweis auf den FAZ-ARTIKEL und den nackten Kaiser Lanz las, dem dennoch alle huldigen (wie wahr!), ging es nicht mehr anders. Ich musste die Radix-Charts vergleichen. Und siehe: Astrologie hat doch Recht. Auch wenn man das Vergleics-Horoskop gar nicht kennt. Beide sind sie also Fische-Sonnen. Beide Schütze-Mars. Beide Widder-Venus. Und vieles mehr an trauter Eintracht. Lanzmann und Benz, aus ähnlichem Holz geschnitzt, selbst wenn Beckmanns Geburtszeit nicht vorliegt. Wobei das auch kaum Holz ist. Eher pinkfarbene Wattebäusche.

Dass sie spröde sind, obwohl ihnen eigentlich nichts fehlt - außer Charisma - das war an Lanz' Auftritt als Retter der Wetter und Wetterinnen am Samstag wieder überdeutlich zu merken. Und bei Beckmann immer dann, wenn er überall - umtriebig wie sein illegitimer Zwillings-Bruder - mal nicht über Fußball spricht, sondern sich als Talk-Chef versucht. Wortreich, selbst sein liebster Gast. Wie Lanz. Wie sie Welt in den Würgegriff nehmen, kolonialisieren mit ihrem Blick. Transparent, weil ungreifbar nervig. Irgendetwas Larvenhaftes hängt ihnen beiden an, ja, es klebt an ihnen. Man kann nie genau sagen, was es ist. Neptuns süße Fallen. Es zwitschert heraus, spielt und verkleidet sich und dann ist am Ende doch nur höchst überschaubare Leere drin in der Wundertüte. Erst mag man sie, dann sieht man sie sich satt, weil da stets ein Versprechen ist, was sie nicht einlösen. Wir warten auf das Christkind, wenn sie auf dem Schirm erscheinen. Und es kommt - nichts. Wir erhoffen die Tiefe. Und es ist - seicht. Sie wollen zum Lachen bringen. Und es wird - peinlich. Dennoch mag man sie, irgendwie. Bis man sie einfach nicht mehr sehen kann und in ihren nicht existenten Konturen nach Nuggets gräbt. Den Wasser-Monden zum Beispiel, die von der Gegenwehr des Mars-Prinzips kompensiert werden. Wir wollen nur Softies sein, wenn es gerade modern ist. Aber mögen doch nie als Weicheier gelten. 

Diese Losigkeit ist das Gemeine. Vor allem für sie selbst. Wir können wenigstens abschalten. Beckmann und Lanz müssen Beckmann und Lanz lebenslang mitschleppen. Das Trauma der Fische, die allem entfliehen werden, nur einem nicht. Sie sind eben beide Neptunier,  die so wundersam-gültig beten, flehen, leiden, lieben, lösen könnten - und gehen doch der Verführung des 12. Prinzips auf den Leim. Wenn sie sich zu heiligen beginnen, statt des Wahren in all dieser Unnennbarkeit des Daseins. Die Widder-Venus und Schütze-Mars lieber als windschnittigen Porsche unter den einfachen Leuten tarnen. Derer sie beide - so ihr ewig demonstriertes Credo - der einfachste sind. Das Optimum also. Der Glanz. Im Bild rechts Mitte Beckmann, außen Lanz. 

Schütze-Mars auf Selbst-Mission. Fische-Brüder in der Maske. Widder-Venus in der Schönheits-Stürmerei und der Agressions-Verbrämung. Ich soll sauer sein? Nein, ich war doch noch nie in meinem Leben ärgerlich. Mensch Lanz, Mensch Beckmann. Was für eine eigentümlich glatte Veranstaltung. Was für aufgepumpte Männerbilder der Anti-Helden, die sich vielleicht am meisten vor sich selbst erschrecken, weil sie jedem anderen fortlaufen können. Welch' eine Selbstbespiegelung.

Es ist - wie bei "Wetten dass..?" jetzt, wirklich problematisch mit anzusehen, wenn ein Lanz sich beim Liebgehabt-Werden-Wollen so unmäßig abstrampelt und dabei bescheiden sein will. Wie er Witze absolviert und Punktlandungen ansteuert und verpasst und  immer dann, wenn sich ihm einer oder eine physisch nähert, dieses winzige, sekunden-bruchteil-lange, neptunische Zucken, das ewige Wegdriften, nicht unterdrücken kann. Wenn es ihn schüttelt, hinter der Larve, dass einer ihn berührt. All das kennt man von Beckmann ja schon zur Genüge. Die Dauer-Offensive des Widders als Folgezeichen der flüchtigen Fische dient dazu, endlich, wie ist egal, in eine Haut hineinzukommen. Ein Leben zu leben, das unverwechselbar ist. Wie es ein Gottschalk mit einem Fingerschlenkern hinbekommt, der auch Streichelungen scheffelweise braucht, der sich zum Narren macht, weil er närrisch leben kann - und trotzdem oder gerade darum kein Heini ist, der Opportunismus nötig hätte. Gottschalks kennen keine Leere, und selbst wenn sie sie kennen, flüchten sie nicht.  

Aber der Fisch hat es ja a priori auch nicht ganz so leicht. Da soll er wahr sein und kann sich erst dann wirklich entfalten, wenn er es ist. Aber es gibt so viele Möglichkeiten, so viele Larven, so viele Kokons, in denen man feststecken, sich verstecken und all das steckenlassen kann, was in die Form will. Die Ecke und die Kante. Das, was Leben ausmacht. Und wie soll einer reifen (und still halten!), wenn es ihn in die Perfektion drängt? Wenn er sich selbst nur präsentiert und in der Präsentation erst liebt? Wie lange warten, bis man endlich, endlich, in der einen - für Fische immer nur gegenwärtig gültigen - Selbst-Sache angekommen ist? Die viele ist, alles, nur aus Spüren besteht? Wo man schließlich doch erst sein darf, als was man gedacht wurde, wenn man gezeichnet wird, als Opion des Versagers, als Loser, als Mensch, der plutonisch-menschlich, weil unfertig ist?

Also reden sie lieber, der Lanzmann und der Benz, ihre Verwirrung und ihr Empfinden des Nicht-Seins in die Tonne. Sonne im Empfinden setzt auf das Selbst unglückseliger Weise ein wirklich mächtiges Tabu. Sei nicht du selbst, außer du bist es wirklich bis in die kleinste Pore. Das wirst du allerdings erst dann sein, wenn du alles und jedes und jeden in dir erkennen und mitfühlend betrachten kannst. Wenn du dich gibst. Wenn du ich-los wirst, ohne dabei das Leben mit dir zu narkotisieren. Nur deshalb, dafür, ist ja der Fisch so offen - um einen lebendigen Pool des Auflösens aller Strukturen in einem Wesen zu ermöglichen. Eines der größten Probleme der beiden dürfte daher auch ihre Selbstverliebtheit sein, die sich aus nichts speist als aus plutonischen Überlebens-Konzepten. Das geht bei so großem Neptun-Anteil aber leider nicht durch.

Lanz mit Fische-Merkur, Beckmann mit Merkur Quadrat Neptun. Beide eine Sonderform selbst-potenzierender Laber-Maschinen. Entgrenzt in der Vielfätigkeit des Einfalls, den man dann - als Zeuge - mit Einfalt verwechseln kann. Dahinter: Hilflosigkeit. Muss man die so derb-souveränisiert im Fernsehen demonstrieren? Ja. Denn die Schütze-Mars-Betonung benötigt einfach die Tapete, die sie abziehen, an der sie entlang handeln und projektieren kann. Bis Welt ihr zeigt: Du bist das kleine Zuviel. Du hast es übertrieben. Wo ist nun der Unterschied beim Lanzmann-Syndrom? Nun - Beckmann ist noch etwas penetranter.

Er hat Jupiter-Pluto eng (den Kampf gegen jeden fremden Glauben, der des Weges kommt und nicht der eigene ist = im Löwen und ist drum unglaublich unübersehbar ständig in Missionen unterwegs). Lanz mit Jupiter-Uranus schockhafter darin, wie er das Seine (von dem man nicht weiß, was es eigentlich sein mag) der Welt überhebt. Piano. Schleichend. Erst später spürt man bei ihm den Jupiter-Pluto. Denn ja, der ist leider hier auch noch vorhanden. Nur weiter als beim Kollegen im Aspekt und über eine Zeichen-Grenze knapp hinweg. Je enger, desto mehr prägen sich nun mal die Bilder, die transportiert werden, unmittelbar dem Gegenüber auf (alte Weisheit von Liz Greene). Beide sehen sie sich also auch als Kämpfer. Nur für was, das haben sie noch niemandem mitgeteilt. Krieger der Schaumschlägerei, die es doch nichts als gut meint. Das ist das Tragische.

Und so geht Lanz mit Urmel ins Eis, und Beckmann spielt Jimi Blue Ochsenknecht als wilden Kerl nach - dieser Fußball für den guten Zweck. Wer ihn da mal gesehen hat, der weiß aber, wo er echt ist. Beide knackig und kernig - die Art männlicher Hübschheit, die allerdings erst mit dem Alter wirkt. Weil etwas Häßlichkeit wirklicher macht. Und beide haben sie dazu diese problematischen Stände auf ihren Sonnen: Lanz mit Pluto-Opposition, Beckmann dito. Nur weiter. Er hat dafür auch noch das Sonne-Saturn-Quadrat, reißt sich ununterbrochen zusammen. Beide mit angeschlagenen Monden: Lanz per Mond-Neptun-Quadrat, Beckmann vermutlich mit Selbigem. Außerdem hat er den Sagrotan-Faktor mit Uranus auf Frau Luna sitzen. Beckmann gab die Mama insofern vermutlich schon früh den unausgesprochenen Auftrag, etwas zu werden. Und Lanz' hat ohnehin mit den Settings der weiblichen Familien-Seiten schwerst zu tun.

Immer unterwegs auf der Flucht vor den Müttern. Was sie wahrscheinlich beide nicht begriffen haben: Manchmal ist es besser, sich auch mal rar zu machen. Und erst wieder aufzutauchen, wenn man bei sich ist. Damit ist übrigens keine medienwirksame Klausur in irgendeinem Kloster gemeint, die man dann später wie einen Pokal vor sich herwirft. Sondern Stille. Rückzug. Das eine, fraglose Heilmittel für die Fische und Lanzmanns und Benz' dieser Welt. Sie SIND tatsächlich die Kaiser ohne Kleider und könnten getrost dazu stehen.

 

Bilder (bearbeitet): © Raimond Spekking/CC-BY-SA-3.0, http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cover_me_2007_-_0164_(Beckmann).jpg und 6eck (eigene Arbeit) via Wikimedia Commons

 

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