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Buntes

Lagerfeld: Hinter der Glaswand

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"Zwischen mir und dem Rest der Welt steht eine Glaswand." (KL, Sonne-Neptun-Konjunktion).

Besser als so kann man ein Sonne-Merkur-Neptun-Stellium kaum beschreiben. Und auch nicht dieses exakte Neptun-Saturn-Quinkunx, die "Türen aus Rauch" (Döbereiner), die direkt zur Chanel-Anprobe führten. Karl Lagerfeld, der Zar, der König, der Kaiser der neuen Kleider, der Masken, der Sehnsucht nach Besonderem, unter dem die Nacktheit der Ängste vorm Untergehen in Plagen steckt, ist gestorben. Unter Merkur/Neptun-Transit Opposition zu Sonne/Merkur, im Geburtsbild schon vom Neptun besetzt. Mit Merkur im Boot schenkte das allem, was er anfasste, den Schimmer. In den Welle der Höhenunterschiede, seiner Wassermann-Saturn-Auswege und Begrenzungen, im Diffusen der Trenduniversen, wo man nie wusste: Wer ist nun nackt? Ist der Schein wahr oder Fake? Kitsch oder Krone der Mode-Schöpfung? Wohl beides, hinter der Glaswand des Nie-Ankommens in Jungfrauwelten, die er so prägte, mit kaufbarem Glanz (er designte ja auch für C&A und H&M). Kulturschocks wie die waren er.

Für eine Jungfrau ambitioniert, massiv mutig, druckvoll, Erde gibt die Umsetzung immer dazu. Das Wagnis ist aber so ungewöhnlich nicht - mit Neptun woanders zu sein, statt im Bodensatz des Gewöhnlichen zu versinken, das er liebte, weil er es so hasste. Nur war er noch spezieller, auch ein Kontrollfreak, der den Boden der Pariser Avantgarde mühsam und hoch erfolgreich beackerte, im Kanon anderer Legenden, wie sie Gesellschaften ziehen. Sieht man sein Radix, auch ohne Felder, erkennt man Sehnsüchte, Tentakel ins Nichts, das Schwimmen in Nebeln der 1000 Eindrücke, die er befestigte, indem er sie als Larven zum Laufsteg transportierte. Es war immer auch seine Maske. Ja, ein Künstler, Gegenwelten-Architekt. Wie baut man sich mit einem Schatten ein Haus? Man muss sich glauben.

"Ich leide an einer Überdosis meiner selbst". (KL, vermutlich Zwillinge-Mond)

Für den merkurischen Mond spricht das Haspeln, schnelle Rede, tausend Ideen, dass sein Mund, wie er selbst feststellte, oft schneller als der Mind war. Es sprach und entwarf aus ihm heraus - auch Merkur-Neptun. Lagerfeld hatte mit ziemlicher Sicherheit den Jupiter auf genau 0° Waage (auch der wechselt am frühen Geburtsmorgen), wie die Venus ebenda, fast unheimlich stark, ästhetisch. Das prägt ihn als verkünstelnden, aber auch ätherischen Archetyp und umgekehrt, ein Schutz vor der Bürde dieser schweren Erde. Jupiter Waage, die große Schönheit. Die Moden. Aber auch das Dizzen, das Schweflige an Venus, die spitze Zunge, der spitze Strich, die Feindlichkeit in kleinen Freundlichkeiten. Er kenne nur Strass, keinen Stress, sagte er mal, er sei schließlich in der Modebranche. Da hat man Musen, keine Freunde, und Monsieur Karl zelebrierte sich in der formalen Gestaltung des Exzentrischen. Wassermann-Saturn, der dem Mars im Scorpio, dem tödlichen Stich, die Handschellen anlegt und daraus Extravaganz, Befreiungen, Sprengungen macht. Lagerfeld sah es nicht ein, die Wahrheit nicht zu sagen. Intuition dafür, dass auch das nie die ganze Wahrheit ist.  

"Eine Frau ohne Stil hat auch in einem Kleid mit Stil keinen Stil!" (KL, Mars-Saturn-Quadrat Skorpion -> Wassermann)

Lange war selbst sein Geburtsjahr unbekannt, Sonne-Neptun verwischt gern alle Spuren. Dann gab es Beweise für 1933, als Pluto zum Uranus im Quadrat stand. Die Zerrissenheit der Welt, die auch in Karl Otto Lagerfeld spukte. Er machte sie groß, befehligte die mentalen Brüche, mutiert zum Dogma. Insofern war er auch die Pointe der Pointen. Die schützende, verdunkelnde Brille des Neptun immer vor der Sonne. Unternehmersohn und Coco Chanels Kreativdirektor (die Merkur-Uranus in Jungfrau auf seiner Planeten-Kollektion dort hatte). Erst noch ein Hamburger "dummer Junge" (seine eigene Einschätzung), der sich später sich selbst leistete, als Symbol. Wie Choupette, die geliebte Birma-Katze, die ihn überlebt. Geburtsname: Guimauve du Blues Daphnée, am gleichen Tag wie Madame Chanel auf die Welt gekommen. Sein vierbeiniges Kollektions-Vorbild und auch Denkmal der kleinen Tiere aus der Jungfrau, der nicht nur bei KL Waage stets so glitzernd folgt. Aus Klein wird Karat, die Bildausgabe in der 7. Phase, die Dramaturgie, Strategie. Alles stil-isiert. Aus Detail mach Kategorie. Alles Karl. Aber er kann auch anders, windschnittig will er nie sein:

"Wer mich hintergeht, muss wissen, dass Vergebung nicht zu meinem Wortschatz zählt." (KL, Mars im Skorpion)

karllagerfeldDer Skorpion-Mars, der das demonstrierte, war bei ihm in jeder Faser zu spüren. Der Wassermann-Saturn im Quadrat dazu dann so stark erst im Alter, als Lagerfeld von sich selbst sagte, er würde sich nicht mehr so ernstnehmen und habe ironische Selbstdistanz entwickelt. Vorher nur provokant, als Weg, Spiel, nicht als Offensive. Aber Erde und Wasser gibt Luft immer Tiefe. Die größere Distanz stand wohl zwischen ihm und anderen. Wo Neptun alles verschwimmen lässt, herrschen gern Schwarz-Weiß der 8. Phase, die Nichtfarben, die er protegierte. Auf viele wirkte er "amüsant" (eins seiner Lieblingsworte), überspitzt, sehr extrem, wie ein Alien der ohnehin exzentrischen Modewelt.

Seinen AC hätte ich gern gewusst (rechts das Mittagsradix), da die Spitzen, die Lagerfeld immer wieder gegen die Gemeinen im Edlen losließ, gegen all den Ramsch in der Fake-Ära, die er mit groß machte, aber verachtete, ihren Spiegel in den Häuserständen vom Merkur und Mars finden müssten. 

„Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“ (KL, Waage-Venus Quadrat Pluto)

Diese Sätze wurden Dauerbrenner. Auch hier die Bourgeoisie in der Anti-Bourgeoisie derer, die Moden-Macher für alle werden. Nur höher oben. Sonne-Merkur-Neptun lebt über sich lange unbewusst, wie unter der Wasseroberfläche, und prägt die Erde der Jungfrau gerade mit so einem plutonischen Willen im Sextil zum Neptun und Komfortfaktor der Saturn-Spannung extrem. Lagerfeld suchte auch Kontrolle, die man bekommt, wenn man an der Spitze steht. So lässt sich die ewige Angst des 6. Prinzips vor Spalten, Diffusitäten, Sprüngen, Weltuntergängen ein wenig mildern. Man könnte ertrinken. Man müsste noch perfekter arbeiten. Damit nur alles übersichtlich bleibt. Ein Perfektionist war er, arbeitete gegen die Wogen des Neptun an, indem er sie nutzte für seine Fantasie. Einer, der gegen Ende seines Lebens dann auf einmal wie versunken wirkte. Man sah ihn plötzlich ohne Zähne, mit wirrem Haar. Neptunisch angekommen, denn die Belagerungen der Sonne setzen sich durch, erst recht, wenn der kolonialisierene Neptun auch noch im Transit anbrandet. Insofern war all das gut und richtig so. Legenden kommen und vergehen und bleiben sie selbst. Er wurde als Notfall ins Krankenhaus eingeliefert, das Leben hat ihn weggeschwemmt, könnte man auch sagen. Es ist, wie es ist und es ist traurig.

Mich hat der Herr Karl von Anfang an immer an den "Kini" erinnert, den bayrischen 2. Ludwig. Der Karl Lagerfeld hätte, so seh ich es, nach Neuschwanstein gehört oder ein anderes, französisches, gleißendes Schloss. In den Prunk der Fantasien des ewigen Leuchtens einer Maskensehnsucht, die er so dann eben nicht auf einem Thron, sondern auf Laufstegen verwirklichte. Des Kaiser's neuste Kleider, so seht ihr mich nicht nackt. Neptun lässt die Wirklichkeit ja nie als einzige Wirklichkeit durch. Darum habe ich vorhin nachgeschaut, ob der Ludwig und der Monsieur Karl denn eigentlich Gemeinsamkeiten hatten. Ja, beide eine Sonne in der Jungfrau, beide einen Zwillinge-Mond. Dazu der Neptun auf einem der persönlichen Faktoren (der König mit Mars im Wassermann, wo der andere König Karl sein Sextil hat - Mars beide fix). So war KL, so ist er, ein Fantast. Ich will mit Karl Lagerfeld selbst enden, seinen eigenen Worten. Davon hatte der Merkurier ja wirklich genug, so dass es aus ihm übersprudelte, wenn er nicht gerade eisern skorpionisch schwieg. Der Kern der Wahrheit in vielen Sätzen, für alle findbar, verdeckt, Einsamkeit:

"I'm very much down to earth. Just not this earth." ('Ich bin sehr geerdet. Nur nicht auf dieser Erde.' - KL, Sonne-Neptun in Jungfrau).

Machen Sie's gut, Monsieur Karl! 

Bild (bearbeitet): Christopher William Adach [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)]

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