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Vogel im Käfig: Ewig mobbt der Mob

Mengen-Rabatt der "Schwarm-Intelligenz": Die neuen Hexentürme von Uranus-Pluto

Uranus im Widder trifft bald Pluto im Steinbock. Eine hoch empfindliche Zeit. Weil es sich um ein Quadrat handelt, aber auch eine Phase allgemeiner Blindheit für Hintergründe. "Vogel im Käfig", nennt Döbereiner die Konstellation. Man könnte genauso gut Bruch der Konzepte sagen, Leitbild der Revolte oder Objektivität in Ketten. Es geht immer auch um Vorstellung, die das wirkliche Erleben fanatisch ersetzt. Meist schießen hier Schwache auf noch Schwächere.

Das jüngste Beispiel dessen, was bei diesem Signum so alles passieren kann, ist jedenfalls der kaum 18jährige Schüler, der in Emden als vermeintlicher Mörder eines kleinen Mädchens namens Lena für einige Tage verhaftet wurde. Er war (mit Uranus-Neptun im Radix-Sextil zu Pluto) aber nicht der erste, der den Trend zu verbaler oder körperlicher Selbstjustiz in voller Breitseite abbekam: Der Mob ist also wieder da (lat. mobilis = beweglich). Und er tanzt auf dem Boden neuer, technischer, vergemeinschafteter Möglichkeiten.

Dabei mobben sie schon so lange, nur vielleicht nicht so schnell, breitenwirksam und spontan: Mobbing kommt selbst im Tierreich vor. Siehe Bild links, wo ein Möwen-Schwarm einen Raben-Vogel verfolgt. Schwarz und Weiß, buchstäblich und als Metapher, spielen eine Rolle. Anders sein (Uranus). Und Schuld von sich weg delegieren. Auch Menschen, vorwiegend Unzufriedene, rotten sich seit Jahrhunderten so zusammen, um ihre gemeinschafts-sichernde, religionsähnliche Kampf-Variante von "wildem Gesetz" zu praktizieren, bis hin zur Lynchjustiz. Und nun darf also wieder gerüchtelt werden, "be-sagt" und verschrien. Denn Saturn in Waage macht seit einiger Zeit geistige Such-Masken der Öffentlichkeit noch bestimmender als sonst. Denen Widder-Uranus dann seine energetisch fruchtbare (und menschlich furchtbare) Grube gräbt. Während Pluto für eine ordentliche Dosis Macht- und Ohnmachts-Effekt im Überlauf sorgt. 

Denn hier will der aggressive (Widder) mit Uranus einen Ausgleich von Gegensätzen. Am liebsten im Sinne von Revolten (Uranus) gegen Rechtszwang (Pluto im Steinbock). Gesetz wird eben gedankenlos ausgehebelt, wo es zu starr für die Masse zu sein scheint. Die harmloseren Auswüchse der Modemarke "Schwarm-Intelligenz", die mit Bezug zu Skorpionherr seit einiger Zeit alles dämonisiert, was nicht niet und nagelfest ist, zeigten sich schon an der Geschichte des Plagiats-Freiherrn zu Guttenberg. Unter Uranus in Opposition zu seinem Pluto kam er in den Genuß wahrer Mengen-Rabatte an Ächtung. Auch Wulff (sein Herr 8 transitiert von Uranus und Herr 11 von Pluto) ließ sein Urlaubs-Sponsoring ebenfalls flott in den Bereich des Teuflischen abrutschen. Kids wie der Jugendliche aus Emden, der ohne weitere Überprüfung als Unmensch oder "Killer" kategorisiert wurde, gab es dagegen, unbemerkt, natürlich viel früher schon.

Aber nicht das, was danach passierte. In Windeseile formierte sich - analog zum GuttenPlag - eine neue Bürgerwehr namens Facebook-User in Richtung Emden, wo das "Böse" zu wohnen schien. Auch in anderen virtuellen (Wassermann) Foren wurde blanker Hass gegen Teuflisches verhandelt und vermehrt, das man im Verdächtigten entdeckt zu haben glaubte. Am Ende stand Lynchen als Gebot der Stunde. Schwarz auf weiß, in den Annalen eines "sozialen" Netzwerks. Uranus-Pluto. Auch wenn der Verdächtige gar kein Täter war, wie sich später herausstellte. Ohne allzu fantasievoll zu werden, erinnert das, was nun häufiger geschieht, nicht nur schwach an das Prinzip (Pluto) der Hexenjagden des Mittelalters. Und siehe da: Zu deren Hoch-Zeiten findet sich 1598 eine Uranus-Pluto-Konjunktion im Widder bei Out-Of-Bounds-Mars (jenseits der Ekliptik-Grenzen). Was für ein Zufall.


Am Anfang war das Mobbing. Damals nannte man es allerdings noch Be-Sagen. Gekoppelt gern an Denunziation. In der Mitte folgte das Wegsperren in den Hexenturm. Und am Ende, nach einigen Wasser-, Feuer- oder Tränenproben, schließlich physischer oder seelischer Tod. Zum Erscheinen des "Hexenhammers", hundert Jahre vor der Konjunktion, die das Massen-Phänomen der Verfolgung "Be-sagter" vorbereitete, stand Pluto julianisch in der Waage und schuf Öffentlichkeit für zwanghafte Gedanken, die zum neuen Leitbild werden sollten. 

Von ausgeprägten Lynchmobs wird aus Zeiten der Hoch-Konjunktur des Hexen-Denkens (Chart rechts) berichtet: Im Umfeld der Uranus-Pluto-Konjunktion (in 12, was die Unbewusstheit solcher Erscheinungen bebildert) weitete sich der ursprüngliche Bezug von Hetze auf Frauen (Mond im Krebs am IC) auch auf Männer aus, denen Werwolf-Umtriebe nachgesagt wurden. Pluto = der Wolf. Dabei mutiert Uranus das öffentlich bestimmende Bild zu einer neuen Kategorie. Dem System des Bösen.

Auch damals befand sich Saturn wie heute in der Waage und setzte die begegnenden Ideen als versteinerte Innenbilder fest. Die metaphorische Verbindung mit dem "Bösen", das uranische Radikalität aufbrechen zu müssen glaubt, ist bei Uranus-Pluto Legende. 1851, bei erneuter Konjunktion, kam es in China zum Taiping-Aufstand, einem der schrecklichsten Bürgerkriege der Geschichte - mit über 20 Millionen Toten. Anführer war ein Mystiker, der gegen die Sünde des Götzendienstes wetterte.

Als 1966 Uranus erneut ganz exakt auf Pluto stand, diesmal in der Jungfrau, wurde die "Church of Satan" gegründet. die sich gegen den "Mythos der Gleichen" einsetzt. Eine groteske Umkehrung der Konstellation, diesmal von Plutos Seite aus. Rund um alle weiteren Berührungen von Skorpio- und Wassermann-Herr in anderen schwierigen Aspekten, entstanden historisch viele weitere Tendenzen zu Suchbildern des Bösen und massenbewegten Zusammenrottungen.

Der "Revolutionismus des MOBS" ist laut Sozial-Historiker ERIC HOBSBAWM "primitiv". Weniger von der uranischen Idee getragen, die beim Mobbing von heftigen, umstürzlerischen, geistigen Reflexen ohne Überbau ersetzt wird. Man könnte auch sagen: Der Vorgang scheint kindlich, aggressiv, noch völlig unbegrenzt und totalitär. Deshalb wird er in Zeiten nach Uranus' Überschreiten des Frühlingspunktes auch so massiv. Was nicht "Schuld" des Uranischen ist, sondern lediglich eine seiner Ausdrucksformen im Zeichen der energetischen Erneuerung. Laut Münchner Rhythmenlehre steht Uranus ja generell für den Sprung vom Unbestimmten ins Bestimmte. Als nützliches Bindeglied zwischen Fische und Steinbock. Ist er von anderen Langsamläufern gefärbt, entwickelt er aber schnell destruktive Neigungen.

Kein Wunder, dass (wegen begleitenden Entstehens von Täter-Opfer-Verfolger-Dreiecken bei solchen Vorgängen) auch Neptun und Chiron auf dem Stufenweg gesellschaftlicher Hexenjagden immer wieder ihre Rolle spielen. Die Wahrheit (Fische), die durch Lügen (ebenfalls Fische) verdeckt ist, kann nur über Uranus oder Wassermann in die anfassbare Realität zurück. Heute, da Neptun im eigenen Zeichen steht, zusammen mit Chiron, dem verwundeten Heiler, sind sowohl die Lügner, als auch die Wahrheitssucher zum Aufstand geradezu fällig. Die lange Rezeption zwischen Uranus und Neptun hat hier Maßstäbe verdreht, die nun (unter Pluto-Neptun-Trigon plaktisch) überprüft werden. 

Zu hoch orakelt? Verkünstelt gedacht und kurz geschlossen? Nun, vielleicht sollte man einfach mal die unfreiwilligen Nutznießer der alten-neuen Mobbing-Praktiken gesellschaftlicher Entfesselung fragen. Ob sie sich als Opfer, gejagt, verhetzt, verletzt empfinden oder vielleicht doch nicht. Wer nicht nur diskrete eigene Anteile am Losbrechen solcher Kreisläufe hat - wie Guttenberg oder Wulff - mag damit vielleicht noch selbstkritisch umgehen können. Aber was Menschen wie den traumatisierten Jugendlichen mit Fische-Mars-Merkur-Saturn aus Emden angeht, sieht die Sache etwas anders aus. Er musste als Gesicht einer "Bestie" herhalten, bis der wirklich Verantwortliche für den Kindermord ausgemacht war. Damit hat er auch die polizeilichen Versäumnisse abgepuffert, die letztlich zu Irrtum samt Zielscheiben-Dasein führten. Der Junge steht aber nicht nur für seinen Einzelfall, sondern gleichzeitig für die zahllosen anderen Kids, die seit Längerem unter der Mobbing-Mode - besonders in Internet-Zusammenhängen - unendlich leiden.

Mundan-Mars aus der Jungfrau (der Uranus im Widder beherrscht) hat ihm tatsächlich tiefe Wunden geschlagen. Er berührt seinen Chiron, während Chiron mundan auf dem Radix-Saturn steht. Die Verletzung des Rechts auf Wahrheit oder der wirklichen Struktur. Letztlich bezeichnet Saturn-Chiron mit Neptun aber auch immer die Untröstlichkeit oder eine sich nie schließende Verletzung. Wie ein kaum Volljähriger es verkraftet, in ein gesellschaftliches Phänomen derart eingebunden zu sein, zeigt sich auch an der Berührung Plutos und Uranus' mit seiner Sonne. Hier macht sich eine Rolle als Anker der Zeitqualität überdeutlich fest.

Was bleibt bei so viel Synchronizität? Dass wenigstens einer sich für einen einzigen Vorgang des Mobbens öffentlich entschuldigte. Ausgerechnet Salon-Philosoph und Kolumnist Wagner der Bild-Zeitung - die sich selbst gerade in froher Erwartung einer Pluto-Uranus-Opposition befindet. Weltgewandt, wie er ist, zeichnet er immer mal wieder für ein Schmankerl am Rande des Absurden verantwortlich. Mit Pluto-Uranus-Sextil kann Wagner Mobs ja bereits riechen, wenn sie noch als suchende Energie in Hirnen herumschwirren. Weshalb er wohl auch nicht General-Absolution für die Lynch-Träume in der Facebook-Gemeinde erbat, sondern nur dafür, dass es den Falschen traf. Was fällt einem dazu noch ein?

Höchstens eine kluge Unterwerfung (Pluto) der eigenen, spontanen Rebellen-Reflexe (Uranus), die einen angesichts solcher Ereignisse doch gern einholen. Diese etwas unschädlichere Abfahrt von der Einbahnstraße des allgemein chaotischen Fanatismus unter dem Mäntelchen des "Haltet den Dieb!" bietet Uranus-Pluto nämlich durchaus auch. Man muß sie nur suchen und finden können.             

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