Loop!

Astro-Labor

Juri Viktor Stork: "Die Entdeckung einer Sprache, die ich schon konnte..."

Astrologie im Echtzeit-Chat – das ist die Serie „Sky-Pen“. Diesmal hat Loop! mit JURI VIKTOR STORK geskypt, Astrologe, Executive Director beim ASTRODIENST Zürich, Musiker und zweifacher Vater. Ein spannendes Interview mit einigen Anfangs-Hindernissen, das mit Krebs-AC in den letzten Graden, Widder-MC nah Uranus und Venus-Neptun genau auf Spitze 9 begann. Anfängliche Konfusion und Unterbrechung waren in diesem Gesamt-Paket also fast schon absehbar. Nachträglich haben wir „neuralgische“ Auslösungen durch Achsen und Häuser-Spitzen nachvollzogen und kursiv eingefügt. So lässt sich miterleben, wie auch in Gesprächen ungeplant Bilder der gerade überlaufenen mundanen Anlagen einfließen. Ein ganz praktisches Lehrstück in Astrologie sozusagen…

[14:00:02] Juri Viktor Stork: Hallo! Von mir aus können wir loslegen, bin gespannt.

[14:02:05] Loop: Hallo Juri! Schön, dass das so gut klappt!

Aber es klappte dann eben doch noch nicht. Denn nach dem ersten Austausch gesprächs-üblicher Freundlichkeiten steht um 14.06 h Spitze 5 genau am rückläufigen Saturn. Als Herr 7 wird er damit zur Blockade und die Leitung verabschiedet sich, bis zehn Minuten später Aszendent in den Löwen und Deszendent in den Wassermann überlaufen. Jetzt erst hält die Technik - und das Interview kann formell starten, weil Sonne mit stabilisierendem Trigon zu Saturn dominant wird und sich Uranus als neuer Austausch-Herr 7 in 10 verbindlicher, statt störend wie vorher zeigt.

[14:15:21] Loop: Juri, wie bist du zur Astrologie gekommen? Gab es da ein prägendes Erlebnis?

[14:22:59] Herr 7 Uranus steht direkt am Widder-MC -> 

Juri Viktor Stork: Ja, schon. Ich komme ja ursprünglich aus der Theater- und Musikwelt. Als 18jähriger bin ich mit viel Glück in ein Jugendtheater reingerutscht und habe dann beinahe 10 Jahre lang Theater und Musik gemacht. Aber kurz vor meiner Saturn-Return bin ich in eine existenzielle Krise geraten: Ich spielte in einer recht erfolgreichen Pop-Band, wir spielten genau die Musik, die ich am liebsten mochte, und wir waren direkt vor dem grossen Abflug, Preise bei Wettbewerben, erste CD usw. Dann, mitten an einem Konzert, war da plötzlich eine Stimme in mir, die sagte "Für was mach ich das eigentlich? Ist es das, was ich wirklich will?". Ich brachte diese Stimme nicht mehr aus meinem Kopf heraus und entschloss mich, alles an den Nagel zu hängen.

Juri Viktor Stork: Ich jobbte herum, und dann half ich mal jemandem beim Ausbau des Dachstockes eines Kurszentrums. Der Leiter des Zentrums kam dann mal in der Pause zu mir und sagte mir, dass er einen Einführungskurs in die Astrologie mache, und da ich ja sichtlich nicht wisse, wo es weitergehen sollte mit meinem Leben, soll ich doch mal reinschauen. Das tat ich, und schon am ersten Tag war ich wie vom Donner gerührt, denn ich hatte das starke Gefühl, dass das genau das ist, was ich immer schon gesucht habe. Ich habe dann das erste Jahr der Ausbildung gemacht, das waren 12 Wochenenden und eine Intensiv-Woche. Für mich war diese erste Begegnung mit der Astrologie wie die Entdeckung einer Sprache, die ich schon konnte.

Loop: Ist diese Sprache für dich nur eine Art subjektiver Bildsprache, also so unterschiedlich wie Menschen? Oder gibt es darin etwas wie eine „gültige“ Wahrheit, die auch für alle nachvollziehbar ist?

[14:29:14] Spitze 6-12 wechselt in Steinbock-Krebs, Spitze 9 läuft über Fische-Sonne/Chiron ->

Juri Viktor Stork: Es gibt schon eine Art Wahrheit darin. Ob sie nachvollziehbar ist, kommt natürlich darauf an, ob sie jemand nachvollziehen möchte. Das Theater hat mich gelehrt, dass es viele Rollen gibt im Leben, und dass eine Rolle nicht dasselbe ist wie der Mensch, der sie spielt. Natürlich ist die Bildsprache subjektiv, aber da sie auf Archetypen beruht, ist sie eben so was wie ein Grundmuster, mit denen man sich identifizieren kann. Mit Betonung auf "kann", denn ich glaube, die Astrologie bietet quasi ein Set von archetypischen Identifikationsmuster an. Es gibt auch andere, die genau so funktionieren, wie das Tarot zum Beispiel.

Loop: Wie ging es dann weiter in deiner astrologischen Entwicklung? Welche Richtungen, Menschen, Ideen, Bücher waren wichtig für dich?

Juri Viktor Stork: Da ich kein Intellektueller bin, war für mich die Art und Weise der Ausbildung wunderbar. Wir haben immer auf zwei Ebenen gearbeitet:  Zuerst gingen wir in's Malatelier und haben einen halben Tag gemalt, unter Anleitung einer Maltherapeutin. Wir haben z.B. das Thema "Mond" gemalt, nur mit roter Farbe, mit den Händen, nur den Impulsen gefolgt und wahrgenommen, was das mit einem macht. Anschliessend haben wir einen Tag Prozessarbeit gemacht und die ganzen psychischen Eruptionen, die in diesem Feld entstanden sind, untersucht und bearbeitet, unter der Leitung eines Psychologen. Anschliessend haben wir das ganze theoretisch mithilfe der astrologischen Symbolik eingeordnet.

Für mich war das eine wunderbare Art zu lernen. Doch dann habe ich die Astrologische Menschenkunde von THOMAS RING entdeckt, und der Ehrgeiz hat mich gepackt. Ich habe alle vier Bände durchgearbeitet (und bin fast wahnsinnig geworden dabei  ;-)). Nachher war der Bann gebrochen, und ich habe mir alles von LIZ GREENE einverleibt. Liz' Bücher waren sowieso eine Offenbarung für mich, und in der Folge natürlich auch SASPORTAS. PETER ORBAN war auch sehr wichtig für mich. Ich habe dann anschließend an die astrologische Grundausbildung beim gleichen Lehrer noch eine Ausbildung in Prozessorientierter Persönlichkeitsentwicklung gemacht, zwei Jahre, und noch zwei Jahre Assistenz in einer psychotherapeutischen Gruppe, zusammen mit einem Psychiater. Dazu eine dreijährige  Lehrtherapie bei einem anderen Psychiater, was mir für das Verständnis der Psyche extrem hilfreich war.

[14:46:57] IC auf Mond in Waage als Herrscher 12 ->

Juri Viktor Stork: Ich habe sehr schnell begonnen mit Beratungen. Nach dem einen Jahr Grundausbildung kamen die ersten Klienten, teilweise Leute, die mit mir in der Ausbildung waren. Ich war mir sicher, dass ich ein berühmter Astrologe werden würde  ;-) , musste dann aber schnell einsehen, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen. In Basel, wo ich lebte, kannte man mich als Musiker und Schauspieler. Ich kam nicht raus aus dem alten Bild und zog nach Zürich. Ich baute dort eine Praxis auf, und konnte mehr schlecht als recht davon leben. Dann aber wurde meine Freundin schwanger und ich wusste, dass ich das nur mit Astrologie nicht prädestinieren konnte. Ich musste mir einen Job suchen, fand ihn in der Kulturwerbung und war dann erst mal für fünf Jahre mit Job und Kleinkindern beschäftigt. Die Astrologie fristete ein Nebendasein.

Loop: Kommt daher auch dein Ansatz mit den Astro-Kids, aus dieser Arbeit?

Juri Viktor Stork: Ich scheue mich, das Leben mit meinen Kindern als Arbeit zu benennen, obwohl es natürlich oft genau das ist. Die Astrokids entstanden aber erst, als ich bereits bei Astrodienst arbeitete und wir sehr verbunden war mit dem Thema.

Loop: Wie ist das heute? Welche Rolle spielt dein astrologischer Hintergrund in deinem Privatleben? Richtest du dein Leben zum Beispiel auch nach Auslösungen aus?

Juri Viktor Stork: Die Astrologie ist natürlich stille Begleiterin, aber nicht in dem Sinne, dass ich mein Leben nach Auslösungen ausrichte. Die Beschäftigung mit Astrologie kann ja sehr schnell in eine ziemlich neurotische Kontrolle ausufern - ich finde, auch ein Astrologe sollte ganz ohne Astrologie leben können. Natürlich wusste ich  vor zwei Jahren, dass mein Chiron-Return anstand, und ich war auch froh darum, das zu wissen, als dann die Krise voll da war. Aber man darf nicht vergessen, dass die astrologischen Planeten-Symbole eigentlich Kräfte im eigenen Innern sind und nicht die realen Planeten.

Ich sehe das wie ein Reiter auf einem Wagen, der verschiedene Pferde angespannt hat. Da gibt es eines, das zieht wunderbar, ein anderes, das zieht auch gut, wenn das andere sein bestes gibt. Dann gibt es vielleicht eines, das ist ein lahmer Gaul, aber es so lange es mitkommt, ist noch alles in Butter. Dann gibt es vielleicht noch ein äußerst störrisches Pferd, welches volle Aufmerksamkeit bekommen muss. Kurz: Ich bin selbst verantwortlich für meine Pferde. Auswechseln kann ich sie nicht, ich kann sie nur versuchen zu meistern. Die Astrologie hilft dabei, das Wesen jedes dieser "Pferde" zu verstehen, aber es ändert nichts dran, dass ich die Zügel in den Händen halte und einfach schauen muss, dass der Wagen rollt und nicht im Graben landet.

[15:01:14] Spitze 9 steht genau auf Merkur rückläufig, die Leitung ist kurz unterbrochen ->

Loop: Ich glaube Skype unterbricht die Verbindung immer dann, wenn zu lange keine Nachrichten geschickt werden. Du hast ja selbst schon ASTRODIENST angesprochen, wie war das damals, als du dazu kamst? Und wie hat sich dein Leben dadurch verändert?

[15:10:02] Spitze 5-11 wechselt nach Schütze-Zwillinge ->

Juri Viktor Stork: Das mit Astrodienst war - und ist noch immer - eine ungemein glückliche Fügung in meinem Leben. Ich hatte in der Kultur-Werbeagentur schon Mitte der 90er Jahre die erste Begegnung mit dem Internet und gelernt, Webseiten zu erstellen. Im 1999 habe ich bei Astrodienst eine Blind-Bewerbung gemacht, als Astrologe und Webdesigner. Es war schnell klar, dass ich dort am richtigen Platz war. Nichts desto trotz waren die ersten Jahre ziemlich hart, ich musste hart arbeiten, um meinen eigenen Erwartungen gerecht zu werden. Ich kam aus einer Welt, in der alles fließend war, Musik, Theater, Kreativität. Es lehrte mich, sehr diszipliniert zu arbeiten.

Wir schauen die Welt mit Menschenaugen an.

Wir können ja nicht anders.

Aber natürlich war und ist es noch immer eine große Ehre, für so ein wichtiges Unternehmen zu arbeiten. Ich bin ein starker Schütze, mit Sonne, Mond, Merkur und dem DC darin. Ich habe gerne große Geschichten, und Astrodienst ist definitiv eine solche. Das wichtigste, was ich dort gelernt habe ist: Fehler machen ist menschlich. Doch nur wenn sie nicht versteckt werden, kann man sie korrigieren, nur dann ist stabiles Wachstum möglich, im persönlichen Bereich wie auch wenn es um ein Produkt geht. ALOIS TREINDL ist für mich eine sehr wichtige Persönlichkeit, ich mag seine Art, die Dinge genau zu betrachten, ohne das Große aus den Augen zu verlieren.

[15:16:18] Spitze 9 läuft auf Mars Fische, Spitze 6 zeitgleich auf PlutoSteinbock ->

Loop: Wie wirkt sich das aus, wenn man für eine Webseite mitverantwortlich ist, die täglich von über 100.000 astrologisch interessierten Menschen besucht wird? Bekommt man da eine andere Vorstellung von der Bedeutung der Astrologie?

Juri Viktor Stork: Das ist eine schwierige Frage. Einerseits sehe ich das Bedürfnis einer grossen Zahl von Menschen, Astrologie zu konsumieren. Andererseits seh ich aber auch, wie wenige Menschen auf diesem Planeten leben, die wirklich verstanden haben, was Astrologie denn eigentlich ist. Das macht mir manchmal schon etwas Angst. Es ist mir klar, dass auch ich nur das sehen kann, was sich zu Wort meldet. Aber manchmal habe ich schon den Eindruck, dass selbst diejenigen, die sich seriös und vertieft mit der Astrologie beschäftigen wollen, hauptsächlich auswendig lernen, sie lesen dies und das und versuchen, Regeln zu finden. Aber Astrologie besteht nicht aus Regeln, sondern aus der Erkenntnis der Grundlagen von Natur! Und mit Natur meine ich natürlich nicht nur der Baum dort draussen, der Zeitpunkt des Sonnenaufganges oder die Menge des Wassers im Bach, sondern die Natur der Wahrnehmung des Menschen.

[15:28:17] Spitze 2-8 wechselt nach Jungfrau-Fische ->

Juri Viktor Stork: Wir schauen die Welt mit Menschaugen an, wir können ja nicht anders. Was wir mit Hilfe der Astrologie sehen können ist die Art und Weise, wie wir Natur verstehen. Da gibt es nichts auswendig zu lernen, sondern zu erkennen und zu verstehen. Die grosse Masse, die Astrologie konsumiert, will eine Antwort auf eine ungestellte Frage. Der Erfolg von Astrodienst hat auch damit zu tun, dass wir trennen zwischen Konsumenten und Fachpersonen, auch wenn sich das an vielen Orten überschneidet. Die wenigsten Besucher von astro.com (Link) wollen Astrologie lernen, sie wollen sich spüren, erkannt werden. Diesen versuchen wir, auf dem höchstmöglichen Niveau das zu geben, was sie suchen. Mit dem, was Astrodienst damit verdient, finanzieren wir dann wieder die speziellen Bereiche für diejenigen, die Astrologie lernen möchten oder bereits anwenden, wie die Horoskop-BERECHNUNGEN, die Astro-DATABANK oder das ASTRO WIKI.

Loop: Damit hast du die nächste Frage schon beantwortet – nämlich, wie man als "astrologisches Aushängeschild" dieser Verantwortung im Sinne einer positiven Mitgestaltung der astrologischen Szene gerecht wird. Das ist ja eines der Dinge, die man am Astro-Dienst bewundern muss, die von dir angesprochenen Projekte.

Juri Viktor Stork: Auch hier muss ich natürlich Alois (TREINDL) ein Kränzchen winden. Er ist ja seit Jahren treibende Kraft hinter all diesen Bemühungen. Angefangen hat das mit den Swiss Ephemeris, der Berechnungsroutine für korrekte Horoskop-Berechnung, die er zusammen mit DIETER KOCH noch im letzten Jahrhundert programmiert hat und die heute als offener Quellcode für nicht-kommerzielle Programme kostenlos zur Verfügung steht. Der Grund dafür war die erschreckende Einsicht, dass viele Astroprogramme in den 80er und auch noch in den 90er Jahren falsche Horoskope berechneten. Und das ist natürlich ein Problem, mit dem die Astrologie sich grundsätzlich auseinander setzen muss: Es ist ein Feld, wo jeder irgendwie kann, oder zumindest meint, dass er (oder sie) kann.

[15:39:34] Spitze 8 auf Venus-Neptun, Spitze 11 auf Jupiter Herr 5 Zwillinge ->

Juri Viktor Stork: Das hat auch damit zu tun, dass Astrologie halt immer auch eine Kunst der Interpretation ist, und immer ein Mensch da ist, der sein eigenes einbringt. Das ist auch richtig so. Wie du weisst, habe ich ja mal einen Artikel geschrieben über die Nichtbeweisbarkeit der Astrologie. Dazu stehe ich noch immer. Was es zu schulen gilt, ist nicht nur das Verständnis der astrologischen Grundlagen, sondern auch das Verständnis des Menschen. Deshalb legen wir bei Astrodienst den Schwerpunkt auf Psychologische Astrologie. Wir versuchen, einen Ankerpunkt zu sein gegenüber all den schwammigen Wahrsagern, Hellsehern und dergleichen. Nicht weil ich das per se Humbug finde, sondern weil ich die Vermischung von mantischen Künsten mit Astrologie als sehr schädigend für die Astrologie ansehe.

Denn obwohl die Astrologie von der Interpretation des Astrologen abhängig ist, gibt es einen großen Unterschied zur Hellseherei: Ein Hellseher hat einzig eine innere Instanz, der er sich verpflichtet fühlt. Er sieht entweder mit einem inneren Auge, oder vielleicht hört er auf eine wie auch immer geartete innere Stimme, einen "Geistführer" oder wie er das auch immer nennen will. Auf jeden Fall ist seine Aussage absolut individuell und nicht nachprüfbar. Ein Astrologe jedoch weiß, dass seine Aussage zu einem astrologischen Aspekt durchaus eine überprüfbare Grundlage hat. Er wird kaum sagen, dass ein Transit von Pluto über Mond eine wunderbare Zeit sein wird.

Loop: Gleichzeitig schreibst du aber auch in deinem Artikel, "dass Astrologie nicht im wissenschaftlichen Sinne" beweisbar ist. Glaubst du nicht, dass bei all den Fortschritten in anderen Wissensbereichen doch eines Tages die Möglichkeit besteht, Astrologie als allgemein anerkanntes Wissensgebiet zu etablieren?

Juri Viktor Stork: Es ist ein Unterschied, ob etwas beweisbar ist oder anerkannt wird. Musik ist ja auch nicht beweisbar, aber niemand käme es in den Sinn,  da nach Beweisbarkeit zu fragen.

[15:49:40] MC-IC ist soeben nach Stier-Skorpion übergelaufen  ->

Juri Viktor Stork: Es ist eine kulturelle Haltung, dass die Astrologie heute so unterschätzt wird, und das hat viel mit dem Selbstverständnis der Astrologen selbst zu tun. Ich kann das nachvollziehen: In den ersten Jahren meiner Beratertätigkeit war ich oft sehr beeindruckt davon, wie viel ich einem Menschen über ihn selbst erzählen konnte. Wenn ein Astrologe hier in seinem Ego hängen bleibt, dann wird es sehr unangenehm. Der Astrologe könnte ein Berater für das Kollektiv sein. Dann muss er sich aber der Verantwortung bewusst sein, die er damit übernimmt. Wenn ich dann mal in "Astro TV" reinzappe, wie ich es während meiner letzten Grippe mal  gemacht habe, dann habe ich das Gefühl, dass wir vor einer solchen verantwortungsvollen Position weiter entfernt sind denn je.

[15:54:16] Spitze 3-9 wechselt nach Waage-Widder ->

Loop: Ein Thema über das wir uns gemeinsam noch stundenlang ereifern könnten. Aber du hast ja die Musik angesprochen. Und neben deiner astrologischen Tätigkeit bietest du auch Kurse über Oberton-Singen an und veranstaltest Konzerte. Gibt es da für dich eine Schnittstelle zwischen beiden Bereichen, Musik und Astrologie?

Juri Viktor Stork: Jein. Musik, und vor allem die Musik, die man selbst macht, ist unmittelbar. Vor allem die Stimme, die ist immer im Jetzt, da kann man einfach nichts verstecken. Nachdem ich selbst die Musik für viele Jahre an den Nagel gehängt habe, kam ich als beratender Astrologe immer stärker in einen Konflikt. Ich sass da mit Menschen und öffnete einen Seelenraum, in dem Gutes und Schwieriges, Dunkles und Helles erscheinen konnte. Die meisten meiner Klienten kamen und kommen ja mit einem Konflikt in eine Beratung, und meistens ist der Konflikt der, dass es nicht fliesst. Es staut irgendwo, irgendwo ist Sand im Getriebe, die Welt ist nicht so, wie ich sie will. Ich eine Möglichkeit anbieten, wo man auf einfachste Art und Weise wieder in Fluss kommt. Die Stimme ist dazu sehr geeignet, und so habe ich begonnen, wieder Kurse in Obertongesang anzubieten. Später ist dann daraus das Klangfeld entstanden, ein Projekt zusammen mit Nanina Ghelfi, wo wir Mantras chanten oder auch lange Stimmmeditationen mit OM anbieten.

Mit Astrologie direkt hat das nichts zu tun, und ich scheue mich, die Musik astrologisch anzugehen. Es sind zwei eigenständige Systeme, die beide nichts anderes tun, als sich mit Schwingung zu beschäftigen. Die Astrologie erforscht sie, in dem sie die grossen Schwingungszyklen im Sonnensystem und im Menschen beobachtet und interpretiert, die Musik IST Schwingung.

Loop: Es gab ja aber schon vor vielen Jahren den Versuch von Cousto und anderen (Kosmische Harmonie), die beiden Medien zusammen zu bringen, zum Beispiel über das Konzepot der Planetenfrequenzen. Siehst du darin einen Weg oder eine Bereicherung?

Juri Viktor Stork: Ich finde es zumindest interessante Projekte, aber musikalisch halt eben nicht sehr ergiebig. Ich habe ja selbst experimentiert mit der Vertonung von Horoskopen nach Cousto, und das ergab durchaus interessante Klanglandschaften. Aber eben keine Musik. Wir haben bei Astrodienst in Zusammenarbeit mit den Leuten von Planeten-musik.de ein Klanghoroskop integriert (Erweiterte Grafikauswahl, Spezial, Klanghoroskop -> KLICK). Man kann dort die Transite und mundanen Bewegungen in Klängen ausgeben.

[16:13:02] Spitze 8 geht über Chiron-Sonne 

Juri Viktor Stork: Man kann auch z.B. die Oberton-Reihe als Fibonacci-Reihe anzeigen, was man auch mit den Planeten machen kann. Aber das ist alles Mathematik, und Musik kann man zwar mathematisch analysieren, aber umgekehrt funktioniert es eben nicht.

Mathematik ist nicht Musik. Nicht jede Schwingung ist Musik, aber jede ist Klang. Bzw. umgekehrt gesagt: Jede Schwingung ist auch Klang, aber nicht jede ist Musik... 

Loop: Wenn du einen Wunsch frei hättest, was würdest du dir in Zukunft für deine Arbeit als Gesamtes (Astrologie und Musik) wünschen?

[16:26:13] Spitze 9 auf Uranus, Lilith Spitze 11 ->

Juri Viktor Stork: Hui, eine gefährliche Frage ;-). Und es sind halt - wie so oft - mehrere Wünsche auf‘s Mal. Als erstes würde ich mir mehr Zeit wünschen. Das hat damit zu tun, dass ich - nebst meiner Arbeit bei Astrodienst und meinen privaten Projekten - auch noch ein praktisch alleinerziehender Vater mit zwei Teenagern bin. Ich freu mich über die zwei wunderbaren Kinder, für mein Leben sind sie das Beste, was ich je "gemacht" habe. Aber ich freu mich auch drauf, wenn ich in ein paar Jahren wieder etwas mehr Raum habe, um ins Unbekannte zu horchen. Dann - so hoffe ich - finde ich endlich auch genug Raum, um meine Ein- und Ansichten zur Astrologie und dem Wesen des Menschen in Worte auszudrücken, sei es, in dem ich direkt unterrichte, oder vielleicht dann doch mal das Buch schreibe, das in vielen Fragmenten bereits in meinem Kopf sowie auf der Festplatte des Computers liegt. Und zuletzt würde ich gerne wieder mal eine Zeit lang unterwegs sein. Ich träume von einer Gruppe von Menschen, die mit Musik, Meditation, Yoga, Bewegungsimprovisation und Spektakel unterwegs sind, um zusammen mit anderen das JETZT zu zelebrieren.

Loop: Lieber Juri, zweieinhalb Stunden wie im Flug vergangen. Viel Stoff und Anregung,  danke dafür!

[16:29:45] IC steht genau auf dem Saturn im Skorpion  ->

Juri Viktor Stork: Herzlichen Dank auch euch, Harald und Susanne. Ich schätze eure Plattform sehr und finde, ihr macht supergute Arbeit! 

Das Interview begann am 28.2.2013 um 14.00.02 in Hagen/Zürich mit AC 27 Grad Krebs und MC 1 Grad Widder. Die genannten Zeiten beziehen sich auf den Empfangs-Ort Hagen.

Mehr von JURI VIKTOR STORK: Webseiten ASTROLOG und KLANGFELD

ESSAY BEI LOOP! „Astrologie ist nicht beweisbar“

Bild-Quellen: siehe Einzelbilder. Das Interview führte Harald Lebherz, Gestaltung: Sri.

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