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Astro-Labor

Dynamische Quadranten

Kürzlich unterhielt ich mich mit einem befreundeten API-Astrologen über die Art und Weise, wie wir an Projekte herangehen. Wir wollten gemeinsam einen Artikel für eine astrologische Fachzeitschrift verfassen. Unsere Idee war, dass ich den ersten Teil mit einführenden Worten übernehme und das Thema vorstelle, und mein Bekannter wollte eine Deutung eines praktischen Horoskopbeispiels beisteuern.

Doch diese Zusammenarbeit verlief nicht so, wie wir beide uns das vorgestellt hatten. Ich wusste ziemlich schnell, was und wie ich über das Thema schreiben würde, und verfasste innerhalb von wenigen Tagen meinen Text. Mein Bekannter kam jedoch auch nach mehreren Monaten zu keinem Ende seiner Arbeit. Ein Grund dafür war sicher der Umstand, dass er beruflich stark eingespannt ist und ihm nicht viel Freizeit bleibt, in der er sich dem Projekt widmen konnte. Gleichzeitig war ihm selbst dennoch unverständlich, warum es mit dem Text nicht wirklich voranging. Als wir uns über mögliche Gründe dafür unterhielten, fiel uns eine Technik der Astrologischen Psychologie ein, die erklären kann, warum Projekte bei Menschen so unterschiedlich verlaufen können und wo die Gefahr besteht, dass es zu einem Abbruch kommt: der Dynamische Quadrant.

Statische Quadranten

Das astrologische Häusersystem wird in vier Quadranten eingeteilt, die jeweils an einer kardinalen Hausachse beginnen: am AC der 1. Quadrant, am IC der 2. Quadrant, am DC der 3. Quadrant und am MC der 4. Quadrant. Jeder dieser vier Quadranten besteht aus drei Häusern, die einer der drei Kreuzqualitäten angehören: zunächst ein kardinales Haus beginnend an der Hauptachse (K), dann ein fixes Haus (F) und zum Schluss ein veränderliches Haus (V). Dann beginnt der folgende Quadrant wieder mit einem kardinalen Haus, dem ein fixes und dann ein veränderliches Haus folgen.
Diese Einteilung, die schon der klassischen Astrologie des Altertums geläufig war, bezeichnet die Astrologische Psychologie als "statische Quadranten".

 

Betrachten wir Handlungen vor dem Hintergrund dieser herkömmlichen Quadrantenlehre, so baut sich zunächst einmal kardinale Energie auf - wir tun etwas, bringen Leistung, Handlung, Aktion und setzen Impulse. In den fixen Häusern wollen wir das Erreichte festhalten, es sichern, bewahren, oder auch pflegen, ausbauen und perfektionieren. In den veränderlichen Häusern wirken dann auflösende oder relativierende Kräfte, wir zweifeln, fühlen uns ohnmächtig und hilflos, wenn das zuvor Aufgebaute sich wieder verändert oder wir es verlieren. Wir können durch die Auflösungsprozesse auch etwas lernen oder Neues erfahren, oder auf der Basis materieller Sicherheit des vorhergehenden fixen Hauses uns den Luxus des Philosophierens leisten.
Wir können diesen Ablauf zusammenfassen in die Kurzformel

Tun  –  Behalten/Sichern  –  Verändern/Nachdenken/Lernen.


Dynamische Quadranten

Diese beginnen nicht an den kardinalen Hausachsen, sondern an den Talpunkten der vorhergehenden fixen Häuser. Der dynamische Quadrant setzt sich fort in den veränderlichen Häusern, denen die kardinalen und schließlich die fixen Häuser folgen, bis am Talpunkt des fixen Hauses wieder der nächste Quadrant beginnt.

Der Prozess beginnt im Dynamischen Quadranten am Punkt des äußersten Stillstands - die fixen Talpunkte. Dann werden wir unruhig und unzufrieden mit den Dingen, wir denken nach, überlegen, planen, informieren uns und sind schon in den veränderlichen Häusern. Allmählich glauben wir zu wissen, was wir wollen, und wie wir es erreichen können und schreiten zur Tat. Wir setzen in den kardinalen Häusern unsere Ideen in Handlungen und Aktionen um, wir sind schöpferisch und kreativ. Dann versuchen wir in den fixen Häusern das Gewordene noch auszufeilen, die Fundamente zu sichern, in den Genuss unserer Arbeit zu kommen, uns auszuruhen und gelangen zum Schluss wieder zum Talpunkt der fixen Häuser.

Die Kurzformel dieser prozessorientierteren Sichtweise lautet:

Nachdenken/Willensbildung – Schaffensprozess – Konkretisierung/Formung

oder

GEDANKE   -   ENERGIE   -   FORM

 

Das Formular "Dynamischer Quadrant"

Die vier dynamischen Quadranten werden übereinandergelegt, so dass wir nur noch einen Quadranten mit vier Fächern vor uns liegen haben.
Später wurde dieses Formular in eine reihenförmige Darstellung geändert, um den Prozesscharakter zu betonen. Die oberste Reihe entspricht dem 4. Quadranten (IND für Individual-Quadrant), die zweite Reihe dem 3. Quadranten (DU für Du-Quadrant), die dritte Reihe dem 2. (KOL für Kollektiv-Quadrant) und die untere Reihe dem 1. Quadranten (ICH für Ich-Quadrant). Links beginnt der dynamische Quadrant mit den fixen Talpunkten und endet rechts wieder bei den fixen Talpunkten. Die senkrecht eingezeichneten Linien entsprechen den Häuserspitzen, Invert- und Talpunkten. Sie unterteilen den Handlungsablauf in neun unterschiedliche Phasen. Die Planeten werden in Häusergraden eingetragen, der gesamte Quadrant umfasst 90 Häusergrade. Tierkreiszeichen werden nicht berücksichtigt.

Die Abfolge der Planeten im persönlichen dynamischen Quadranten (von links nach rechts gelesen) repräsentiert unser individuelles Aktions- oder Handlungsschema, sowohl bei den kleinsten alltäglichen Verrichtungen als auch bei groß angelegten Projekten. Es handelt sich um das in der Kindheit erlernte Verhaltensmuster, wie wir die Dinge und Situationen des Lebens angehen und bewältigen.

Wir beginnen jede Handlung, jede Tat oder Aktion mit dem Planeten, der links als erstes erscheint, arbeiten dann die nachfolgenden Planeten Schritt für Schritt ab und landen schließlich beim letzten Planeten rechts. Wichtig hierbei sind vor allem
• der erste Planet links, mit dem wir starten
• der letzte Planet rechts, mit dem wir aufhören
• leere Räume
• der Mondknoten

Der am Anfang stehende Planet leitet den Prozess ein. Entsprechend seiner Qualität gehen wir das Projekt oder die Tätigkeit an und nehmen die Sache in Angriff. In der ersten Phase, der Zweifelsphase (TP fix bis veränderliche Spitze), sind diese Antriebsimpulse des vorhergehenden Prozesses gerade an einem Nullpunkt angekommen. Es herrscht Ruhe und scheinbarer Stillstand. Kurz danach stellen sich jedoch (evtl. unbewusste) Zweifel ein, man ist misstrauisch oder kritisiert das Vorhandene. Erste Ideen für einen neuen Beginn stellen sich ein, allerdings noch recht vage und unbestimmt, aber auch forcierend.

Der am Schluss stehende Planet fungiert oft wie eine Art Antreiber für die vorhergehenden Planeten und er gibt Aufschluss darüber, wie wir Dinge zu Ende bringen und abschließen.
Meist gibt es Phasen bzw. größere Räume, in denen keine Planeten stehen. Hier fehlen uns Werkzeuge, mit dieser Prozessphase aktiv umzugehen, weshalb der Prozess manchmal zum Erliegen kommen kann, wenn der Schwung nicht bis zum nächsten Planeten weiterträgt.
Der Mondknoten versucht, den vor ihm und den nach ihm stehenden Planeten miteinander zu verbinden. Beide Planeten sind wichtig für unsere geistige Entwicklung. Manchmal scheinen Handlungsprozesse am Mondknoten abzubrechen. Es gilt dann, bewusst ein Brücke zu bauen, die durch den Mondknoten symbolisiert wird.

Beispielhoroskope

Zunächst mein Dynamischer Quadrant:

Meine Verhaltensabläufe beginnen mit einem zögerlichen Neptun. Auf den Tagesablauf bezogen bedeutet dies zum Beispiel, dass ich morgens eher schlecht aus dem Bett komme, schon in der Zeit, als ich noch zur Schule ging, und auch später mit Beginn des Arbeitslebens. Nur am Sonntagmorgen war ich zum Leidwesen meiner Eltern schon um sechs Uhr morgens quietschlebendig. Denn ein Prozess beginnt bei mir am leichtesten in einer Art Traumzustand, wenn ich nicht zu bestimmten Leistungen gezwungen bin oder unter Termindruck stehe, sondern einfach spontan kommen lassen kann, was auch immer da an Ideen, Träumen, Sehnsüchten oder meditativen Erlebnissen auftauchen mag.

Diese neptunischen Inspirationen lasse ich zunächst so, wie sie sind, denke meist nicht weiter darüber nach, schmiede keine Pläne, was ich eines Tages daraus machen könnte und wie ich am besten dabei vorgehe. Das würde mit Planeten in veränderlichen Häusern geschehen. Dort habe ich jedoch keine Planeten. Deshalb wandern viele meiner "Tag-Träume" und Inspirationen "ungenutzt" wieder zurück in die Welt der Potentiale, ins Reich des Unbewussten oder des Vergessens.

Wenn mich eine Inspiration jedoch tief im Innern anspricht, weil sie geheimnisvoll erscheint, weil sie die Einheit in allen Dingen betont (das "All-Eins-Sein" Neptuns), oder wenn es darum geht, zwischenmenschliche Beziehungen verbessern zu können, oder ich Menschen in Not helfen möchte... sobald eben Neptun-Themen angesprochen sind, dann gehe ich "in die Vollen" und setze alle Hebel in Bewegung. Der Leistungsmotor dreht plötzlich auf 5000 Umdrehungen auf, denn in der kardinalen Phase der Energie und des Leistungsumsatzes stehen mir sieben Planeten zur Seite, darunter alle drei Persönlichkeitsplaneten.

In der wieder ruhigeren Verwertungsphase der fixen Häuser wartet zunächst Mars, der den Prozess noch nicht wirklich zur Ruhe kommen lassen will, weiter aktiv bleibt und das Geleistete hier und da noch verbessert und perfektioniert. Als Kind hatten meine Eltern zum Beispiel abends ihre liebe Not, mich dazu zu bewegen, endlich ins Bett zu gehen, und auch heute noch drehe ich oft zu später Stunde nochmals richtig auf. Jupiter wirkt dann abschließend wieder beruhigend, denn er lässt im Rückblick die positiven Errungenschaften des Prozesses, der mit Neptun initiiert wurde, wahrnehmen und genießen, ebenso wie der aufsteigende Mondknoten, der rückschauend die wichtigen Erfahrungen des Prozesses nochmals reflektiert, um sie dann jedoch loszulassen, um für den kommenden neuen Prozess offen zu sein.

Bei meinem Bekannten beginnt der Prozess mit Mond und Venus neugierig, phantasievoll und empfindsam in Bezug auf ästhetische Eindrücke, denen sich unmittelbar Pluto anschließt.

Pluto fordert hier maximale Perfektion, bzw. er ist störungsanfällig für alles, was nicht seinem hohen Maßstab an Perfektion entspricht. Mars in der veränderlichen Prozessphase denkt lange und intensiv über die Ideen und Bilder nach, die Mond, Venus und Pluto im Bewusstsein angereizt haben. Er mag hier vielleicht Ungereimtheiten oder unrealistische Aspekte entdecken und verwirft den Gedanken wieder. Oder ihn plagen Selbstzweifel. Mit dem nachfolgenden Neptun gewinnt der idealistische Gedanke wieder das Rennen – findet dann aber schwer Verwirklichung, denn in der kardinalen Phase stehen nur der Mondknoten und später die Sonne als Handlungsorgane zur Verfügung.

Der aufsteigende Mondknoten ist kein Planet, er symbolisiert keine Fähigkeit, kein Funktionsorgan des Selbst, sondern er markiert einen Lernauftrag. Er betont neu zu entwickelnde Fähigkeiten, die allerdings immer auch mit Anstrengung und dem Überwinden unbewusster, reflexhafter Handlungsmuster verbunden sind. Damit der Handlungsprozess im Dynamischen Quadranten an der Mondknotenposition weiterfließen kann, bedarf es einer mehr oder weniger bewussten Anstrengung, und je geübter wir in der Umsetzung unseres Mondknotenthemas sind, umso leichter kann der Prozess hier weitergehen.

Im Horoskop meines Bekannten steht der Mondknoten in der kardinalen Phase des Schaffensprozesses, wo er die Inspirationen von Mond, Venus und Pluto an die Sonne zur Umsetzung weitergeben soll, d.h. im konkreten Beispiel den Artikel fertigstellen  –  aber der Prozess geht nicht weiter, sondern gerät hier ins Stocken. Die bis dahin gesammelten Ideen und Notizen werden wieder verworfen, denn es besteht der Eindruck, nicht wirklich das zu Papier gebracht zu haben, was als wesentlich und als tiefgründigster Aspekt des Themas in der Planungsphase erkannt wurde. Da die bisherige Arbeit diesem Maßstab offenbar nicht genügt (vermutlich aufgrund der visionären und etwas anspruchsvollen weil überhöhten Vorstellungen Plutos, die selten leicht umsetzbar sind), wird das bisher Erarbeitete immer wieder verworfen oder zumindest erst einmal liegen gelassen. Vielleicht stellt sich ja später noch eine bessere, durchschlagendere Erkenntnis ein. Störungen im Schaffensprozesses, zum Beispiel durch berufliche Verpflichtungen, tun in dieser Phase ihr übriges...

Der Text ist bis heute noch nicht fertiggestellt.

Wenn eine der Hauptphasen (veränderliche, kardinale oder fixe Häuser) unterrepräsentiert ist, behilft man sich am besten, indem man mit einem Menschen zusammenarbeitet, der in seinem Prozessdiagramm dort Planeten stehen hat, mit denen die eigenen Leerräume aufgefüllt werden können. Gerade in der kardinalen Leistungsphase habe ich viele Planeten und es fällt mir leicht, die Ideen meines Bekannten aufzugreifen und in einem Artikel zu verarbeiten.

Ich wiederum tue mich schwer mit der Planungsphase der veränderlichen Häuser, in der ich überhaupt keine Planeten habe. Ich greife oft Ideen von Menschen auf, die selbst diese Phase betont haben und setze sie kreativ in Handlungen um, indem ich in diesem Blog zum Beispiel über Themen der Astrologischen Psychologie schreibe. Deren Schöpfer Bruno Huber hatte mehrere Planeten in veränderlichen Häusern, die sich lange Zeit intensiv mit vielen Ideen beschäftigten, sie erforscht, in der Tiefe ausgelotet und in der Praxis überprüft hatten. Ich setze dieses Wissen in Horoskopberatungen, Texte und Artikel um, was der kardinalen Phase entspricht. Es ist eher selten, dass ich eine ganz eigene Idee, die ihren Ursprung im Neptun hat, in Handlung umsetze, weil Neptuns Ideen meist nicht die lange Durststrecke bis zur kardinalen Schaffensphase überstehen, sondern sich wieder verflüchtigen.

Mit dem Wissen um den Dynamischen Quadranten kann ein astro-psychologisch geschulter Projektleiter seine Team-Kollegen bei Projektarbeiten an dem Platz einsetzen, an dem sie ihre Fähigkeiten ihren Verhaltensabläufen entsprechend optimal zum Einsatz bringen können. Ein solcher Projektleiter sollte zum Beispiel vermeiden, zwei Menschen mit Betonungen der kardinalen Häuser zur gleichen Zeit mit der gleichen Projektarbeit zu beauftragen, weil die beiden schnell in Konkurrenz geraten, worunter schlussendlich das Betriebsklima und die Arbeit leiden kann. Auch in Beziehungen teilen sich Partner die Alltagsarbeiten idealerweise entsprechend ihrer Planetenbesetzungen im dynamischen Quadranten auf.

Den Original-Artikel sowie ausführliche Informationen über Birgit Braun und ihre astrologische Arbeit finden Sie auf ihrer sehr empfehlenswerten WEBSEITE STARFISH. 

Lese-Tipp:
Bruno & Louise Huber: Transformationen – Astrologie als geistiger Weg. API-Verlag
Grafiken:
Schulungsmaterial aus API-Kursen, teilweise mit eigener Bearbeitung
Megastar
von Andrés Nieto Porras from Palma de Mallorca, España (A todo gas  Uploaded by russavia) [CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

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