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Astro-Labor

Eine Bresche für's Quinkunx

thinkerEiner der öfter aus dem astrologischen Alltag gemobbten und trotzdem sehr bereichernden Aspekte ist das Quinkunx. 150° verbinden Faktoren aus nicht zueinander passenden Elementen und es dann oft knirscht merkbar. Heute erleben wir wieder eines, um 17.18 h: Merkur-Mars - und schon morgens war bei einigen ein gewisser Klirrfaktor in der Kommunikation spürbar. Missverständnisse, weil "Ich allein es besser weiß" (Löwe-Merkur), was aber "...überhaupt nichts zur Sache tut, was die Bedeutung angeht, also wundere dich nicht, wenn ich mich aufrege!" (Steinbock-Mars). Manchmal crasht es dann sofort (vor allem bei den Schnellläufern), manchmal reibt man sich mit einem Quinkunx monatelang an Widerständen auf (bei den Transiten unter Beteiligung der Freunde aus der transpersonalen, langsameren Fraktion). Weil das Quinkunx oft so gut spürbar, aber nicht mit den üblichen verdächtigen Konstellationen einzuordnen ist, liegt mir daran, eine Bresche für diesen nicht ganz so einfachen Aspekt zu brechen. Denn er wirkt (sich aus).

astrotoolZwischen dem Quinkunx und mir entwickelte sich eine brenzlige Liebesgeschichte mit chronischen Hindernissen. Selbst habe ich eines (gedoppelt) im Radix, eng, aber streng missachtet. Ausgerechnet von meinem Wasser-Mond aus zu einer IC/Chiron Konjunktion in Luft. Zuerst verwarf ich es astrologisch völlig (eine Ablehnung, die man bei vielen Quinkunx-Trägern häufiger findet!). Dann konstruierte ich bei zeitlichen Aktivierungen immer neue Gründe, wieso es das große Q ja gar nicht sein konnte, das diese wirklich stark spürbaren Effekte hatte.

Irgendwann habe ich doch angefangen, es weiter zu erforschen. Anhand anderer Horoskope, da das eigene oft (wegen der blinden Flecke) nicht der günstigste Ratgeber ist. Als ich tiefer einstieg, fiel mir auf, dass Quinkunxe wegen der Teilungsfaktoren des Kreises astrologisch vermutlich Neptun-Sonne-Charakter haben und man gerade darum möglicherweise so gern vor ihnen flüchtet. 360 : 12 x 5 lautet ja die Formel, die 150° ergibt. Zwischen Fische und Löwe liegen sie auch, diese 150°. Wenn man diese Basis annimmt, stellen Quinkunxe immer das Ego als König in Frage (was man bei der Annäherung in den letzten Tagen auch merken konnte). Sie bringen einen, wenn man ihre Herausforderung annimmt, oft aber viel näher ins Neptunische (so wie es im eigenen Horoskop vorgegeben ist), als jede mühevolle Bewussseinsarbeit. Das Quinkunx fordert nicht viel, nur Überwindung. Dass es "Aspekt der Sehnsucht" (nach Vereinigung fremder Elemente nämlich) genannt wird, spricht neben Fluchtimpulsen vor seiner Herausforderung auch für den neptunischen Charakter. Seine Erlösung ist Gnade.

Beteiligte am Quinkunx sind manchmal wie aneinander gekettet, tauchen wie Jack In The Box wieder und wieder miteinander auf, wie mit einem Klebstoff fixiert, der leider nicht ausmachbar ist. Darum ziehen sie auch oft die Aufmerksamkeit des Trägers wie ein Magnet an. Es kann doch nicht sein, dass wir das nicht passend hinkriegen. Doch, es kann. Das "Ich" kriegt Quinkunx nie geregelt. Man spürt das Geschenk der damit verbundenen Gnade erst dann, wenn man das alte Bestehen loslässt, die nicht zueinander passenden Elemente-Energien sollten beide zugleich positiv wirken. Das geht nicht, bei jedem Zwang dazu, streiken sie. So gerät man bloß in eine Spaltung, die Gegensätze verstärkt. Loslassen ist eine Entscheidung. Die Auflösung der Problematik dann aber beim Quinkunx immer ein Geschenk. Dann bemerkt man erst, dass man die Bindung des nicht Passenden durch Konzentration selbst verstärkt hat.

Quinkunx-Themen können sich wie magisch plötzlich auch sehr flüchtig zeigen. Das ist ihr besonderer Zauber. Die Ent-Bindung. Man kann mit solchen Aspekten darum auch nur die Selbstheilungs-Kräfte einladen, die immer in ihnen stecken. So fordern sie Arbeit am oft vorhandenen Beharren auf bestimmte Lösungen, die eigentlich keine Arbeit ist. "Es sollte anders sein in meinem Traum vom Leben", so empfinden Quinkunx-Träger in den beteiligten Bereichen manchmal stark. Etwas geht nicht zusammen. Und knirscht trotzdem immer weiter. Wenn einer der beteiligten Faktoren des Q dann im Transit einen anderen fließenden Aspekt erhält, wird der andere beteiligte Faktor sich häufig noch wilder bemerkbar machen. Dann fühlt sich plötzlich "alles falsch" an, was man gerade noch so schön bearbeitet hatte. Ein Quinkunx wirkt im Transit und Geburtsbild fast wie ein Mix aus Quadrat und Opposition zusammen. Äußerst entnervend. Das Yod oder der "Finger Gottes", der vermutlich nicht umsonst so heißt, besteht dann sogar aus 2 Quinkunxen, mit einem Sextil verbunden. Es ist als Figur sehr speziell, provokant und kann einen wirklich ermüden, wenn man dagegen angeht (und nicht etwa den inneren "Fehde-Handschuh" einfach liegen lässt). Aber es wird einen eben da auch extrem erheben, wo man die inneren Ambivalenzen und Knirsch-Prozesse mit Würde trägt und die neptunische-sonnenhafte Chance dahinter findet. Verbindung des Unverbundenen, Unverbindbaren, wie aus Zufall.

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Aber das ist es nicht. Das Quinkunx handelt vom Loslassen. Ich beobachte es seit einiger Zeit daher auch immer aufmerksamer in Radix-Deutungen, allerdings (noch) mit nur einem Grad Orbis. Weil es so flüchtig, aber unglaublich störend wirken kann, hätte ich heute denn auch wieder beinah den Merkur-Mars übersehen (links der Aspekt-Zeitpunkt für Greenwich), der sich da als Q-Verbindung am Himmel bildet. Obwohl er sich in vielen kleinen Erlebnissen sehr eindrucksoll meldete. Das Denken kollidiert dann mit dem Antrieb, feurig-erdig. Man "muss doch was tun, sagen, denken", da der Antrieb aus Regel- und "Richtigkeits-Gründen" gerade sofortige "Lösung" will (im Sartunischen ein Paradox, da es besser Betonierung heißen sollte).

Wogegen der Merkur ganz hinten im Löwen noch mal seine individuelle kreativ-persönlichen Regierungs-Zugang setzt, der das Selbst durch Ausweitung und eine Zentral-Position (Wichtig bin ich!) schützen will. Und wieder das Knirschen, das dann in gezähmten Kollisionen endet, die einen aber packen. Quinkunx-Menschen, mit solchen Kontakten im Radix, haben nach meiner Beobachtung in den betroffenen Bereichen oft eine immense Intuition. Das ist besonders schwierig in Beziehungen, wenn beispielsweise zwischen zwei Horoskopen ein 150°-Kontakt entsteht. Dann kommen die Königskinder (bei Sehnsucht danach) häufig gerade nicht fließend zusammen, obwohl sie ein fast blindes, sehr feines Wissen um den Aspekt im anderen haben, der durch dessen Quinkunx-Planet bezeichnet ist. Das kann sich dann ändern, wenn beide jeden bewussten Versuch, etwas zu forcieren, unterlassen.

Auch das bestätigt die Ahnung des neptunischen Charakters dieses Aspekts. Ein Quinkunx - ob nun im Radix, Transit oder als mundane Konstellation - das man sein lässt (ihm sein Sein lässt), ohne Identifikation, wird öfter ganz von selbst in Fluss geraten und unglaubliche neue Lösungen für sehr alte Verstrickungen aufscheinen lassen. Sonst bleibt es oft eine Art gordischer Knoten unter den Aspekten, den man irgendwie nie gelöst bekommt. Als Mundan-Konstellation hinterlässt  es u.a. in Gesprächen (hier und heute mit Merkur) oder Aktivitäten (hier mit Mars) eben einfach etwas wie ein Loch. Einen unbefriedigenden Geschmack. Ein Empfinden, dass keine noch so gute Lösung konstruktiv ist für alle Seiten. "Ich sehnte mich, nach ich weiß nicht, was." Hier und heute nach Bestätigung und Anerkennung der eigenen Tatkraft oder Wichtigkeit für ein Ganzes. Aber auch das bleibt beim Quinkunx kaum fassbar und immer leicht diffus. 

puzzleJedem das Seine lassen (auch der Quinkunx-Ebene in mir) bedeutet draum für mich auch, mit den Widersprüchen des Aspekts zu leben, die er stets in sich trägt und so stark in Menschen bewegt. Das "Will-und-kann-nicht" (weil immer ein Widerstand aus der anderen Ecke da ist) wird manchmal zur ständigen Erfahrung. Wobei eine Quinkunx-Stellung dann vielleicht nur durch Hinnehmen ins Bewegung kommt. Und fähig wird, dann doch auf einmal wie verzaubert und aufgewacht sehr unerwartete Berührung und Belebung in ein Leben bringen. Wogege man sich weht, das bleibt - das ist der Slogan, besonders für Menschen mit Quinkunxen. Dieser Aspekt schafft ein starkes Gespür für Realitäten, die man anerkennen lernen und leben lassen sollte, wenn man sich selbst nicht für den Protest dagegen verbrauchen will. Mir selbst ging es da ähnlich. Ich musste lernen, dass mein Mond nie satt wird, solange ich darauf bestehe, dass ich in Familien-Angelegenheiten unverwundet bleibe (unter unbewusster Abwehr von Quinkunx Chiron/IC Wassermann mit den vielen möglichen Verletzungen und Veränderungen).

Erst seit ich beide nebeneinander, nicht gegeneinander, sein lasse, ja, sogar das Knirschen erwarte, geschehen plötzlich auf eine merkwürdige Art, tief innen, auch die Heilungen, die mit einem solchen Aspekt immer möglich sind. Das war für mich eine der größeren Erkenntnise darüber, was so eine schwierige, zerrende Seilschaft in einem Horoskop alles bewirken kann, wenn man sie in Ruhe arbeiten lässt, ohne das Selbst als Kontrolleur. Ohne Bestehen auf Verwirklichung der Träume. 

Einige Quinkunxe: Lady Gaga, James Dean + Jennifer Aniston (So-Plu), David Bowie + Nelson Mandela (Sonne-Uranus) Eddie Murphy + Francois Hollande (So-Mo), Isaac Newton, Oscar Wilde + Albert Camus (Mond-Neptun), Marlon Brando + Romy Schneider (Venus-Saturn), Prince, Sigmund Freud + Joseph Goebbels (Mars-Pluto), Amy Winehouse + Bill Clinton (Mond-Chiron).

Das Quinkunx bringt die Fremden, die sich immer in beiden Faktoren gegenüber stehen, ganz von selbst auf Augenhöhe zusammen, wenn man es einfach laufen lässt und akzeptiert. Dann zeigt sich diese ganz feine, neptunische Schwingung, die es Menschen wie einen Kanals ins Nichts schenkt, jenseits von Ursache-Wirkung öfter als heilende Auflösung, mühelos. Aber für uns Quinkunx-Eigner ist eben gerade die Nicht-Einmischung in solche Prozesse des Aspekt-Bereichs problematisch, die ja viel Bewusstsein, Akzeptanz, Achtsamkeit und Mut fordert. Etwas fehlt, etwas anderes ist zu viel. Ein Gefühl, das von Quinkunx-Trägern beschrieben wird, die sich immer noch mit ihrem Reibungsaspekt abmühen. Wir neigen dazu, uns in diesen Punkten, um die es bei uns jeweils geht, zu täuschen, wo wir zuviel analysieren. Und: Die Tendenz, die vorhandene Verbindung des Unpassenden aufzulösen, bleibt ja spontan, das Unpassende an sich bleibt auch. Selbst wenn man seinen Autopiloten wagemutig durchs Leben fliegen lässt. Meine Empfehlung für solche Momente, in denen man weiß, das Quinkunx ist getriggert: Etwas weniger Landkarte, etwas weniger Radar, etwas weniger Zugriff, etwas mehr in die Sterne sehen und ihre Schönheit genießen. Auch wenn die Tragfläche gerade zu qualmen scheint. Erst dann wird sich zeigen, was das Quinkunx von sich aus kann - wenn das Ego den Ball flach hält - und zwar oft mit Ergebnissen, die man so nicht erwartet hat.

Bild (bearbeitet): Pixabay

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