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Astro-Labor

Die Schildkrötenformation

Das nächste "wichtige" ( = aufgeplusterte) astrologische Phänomen folgt ja schon wieder - und dieses "APDM" funktioniert offenbar wie ein planetarer Kettenbrief. Wenn einer sich plötzlich auf eine solche kosmische Besonderheit stürzt, reden auf einmal alle davon. Egal, ob die Sache überhaupt etwas zu sagen hat oder nicht. Ab Sonntag um 9.43 h GMT, wenn Merkur wieder "dreht" bis 6. Februar ist also eine Weile wieder mal kein Planet mehr rückläufig. Soweit, so unspektakulär. Denn so etwas passiert öfter mal.

Trotzdem hält diesen Zyklus der Vorläufigkeit eine neue Bewegung unter den immer sprungbereiten englischsprachigen Astrologen für einen zu erwartenden "grossartigen Glücksfall". Sprich, wenn es nach ihnen geht, droht nun endlich ein kosmologisches Hoch, das (wieder mal) vieles ändern wird, soll oder muss. Aus der Sicht befindet sich damit dann das Universum in seiner "natürlichen Ordnung". Was immer das ist und wieso genau, ist auch nicht klar. Wir sind drum geneigt, den Trend als weiteren Meilenstein esologischen Glückszwangs abzubuchen, der Astrologie wieder verlockend für mehr Klienten machen kann. 

Auch wenn danach oft enttäuschenderweise all die sorgfältig zusammengedachten, strahlenden Entwicklungen doch nicht eintreten, die man sich zusammenfantasiert hat.

Zur Sache: Was nun die bald wieder vollumfänglich direktläufigen Planeten und ihre Power angeht: Das Phänomen der vorwärts laufenden Faktoren kürzt man als Jünger kundig "APDM" ab, was aber nur heißt: All Planets in Direct Motion. Oder: Alle Mann Nase nach vorn und in Schildkröten-Formation ab durch den Kosmos. Wie es sich gehört. Das soll der Astro-Wetterlage dann angeblich als durchdringend fließende Bewegung vorwärts auch energetisch und inhaltlich den erwünschten Schub bescheren. Weshalb man in APDM-Kreisen glaubt: Mensch geht es bald viel besser. Wir glauben: Das ist Unsinn. 

Es geht uns, wie es uns geht, je nach Anzeigern der Radix-Lage. Denn getreu der Annahme, dass ein einzelner Vogel noch keinen leibhaftigen Engel macht (= Uranus), kommen diese Direktläufigkeit-Phasen dafür einfach viel zu oft vor. Geradeaus ist nun mal die Haupt-Richtung der (angeblich zwei) natürlichen Richtungen der astrologischen Faktoren. Da die Rückläufigkeit ja ohnehin nur scheinbar vorkommt und nicht bei allen Planeten wirklich klar spürbar ist. Außer bei Schnelläufern, wo eine gewisse Introvertiertheit z.B. für R-Merkur, R-Venus oder R-Mars und in Teilen auch noch R-Jupiter bekannt und in den Effekten auch gut beobachtbar bleibt. Sonst aber scheint die Retro-Stellung für die Langsamläufer in einem Chart viel weniger Bedeutung zu haben, als man konstruiert, weshalb auch die gesammelte Vorläufigkeits-Phase nicht wirklich inhaltlichen Glanz hat. Denn wie man in dieser Liste der Phasen durchgängiger Direktläufigkeiten hier sieht, die wir für's neue Jahrtausend berechnet haben, muss man umgekehrt eher die Jahre suchen, in denen es ein solches "Alignment D" mal ausnahmsweise nicht gibt.

Rückläufigkeit ist, wie man ja weiß, ein rein optisches Phänomen aus Erdsicht - sprich, wir Erdlinge sehen etwas "als ob", was mit der Planeten-Position zusammenhängt und ihrer Geschwindigkeit. Heliozentrisch, also aus Sonnensicht, laufen alle immer schön geordnet in einer Richtung ums Zentralgestirn. Allein das spricht vom Symbolgehalt her schon für kleinere Fallen, in die man als irdischer Analysator dieses "Fakts" dann bei der Interpretation tappen kann. 

Rückläufigkeit ist interessant bei den inneren Planeten, da sie offenbar wirklich gekoppelt ist an eher intro- oder extrovertiertes Verhalten im jeweiligen Bereich. Bei den äußeren Faktorenkann sich eine vordergründige "Zurückhaltung" nach außen (bezogen auf die Botschaft des Planeten) für ganze Teile eines Jahrgangs zeigen, die dann z. B. möglicherweise einen nach innen etwas zwanghafter wirkenden Pluto haben als andere. Andererseits ist es einfach so, dass sich Phasen der völligen Geradlinigkeit meist jährlich für mehrere Wochen finden und die, wenn auch neuerdings hochgelobt, so besonders auch nicht sind.

Klar kann man sie dazu machen, wenn gerade sonst nicht viel los ist am Himmel und man sich langweilt mit der Aussicht, die alten Probleme noch eine Weile wiederkäuen zu müsssen als Astrologe. Interessant ist dabei auch die Minute, in der der Wechsel in die allgemeine Direktläufigkeit passiert (links). Für Greenwich zeigt das den ganzen schwierigen, weil für die Machbarkeit zu verträumten Fische-Cluster eingeschlossen. Dass dabei dann "in der Tat" viel herumkommen soll, ist eine fischetypische Illusion.

Spannend sind aber die Wechsler selbst mit ihren Anbindungen ans Geburtsbild, 1. der, der jeweils die "R-freie Zeit" einläutet im eigenen Horoskop (betont , Aspekte zu Radix.-Planeten, Feld und Zeichen!) und 2. derjenige, der uns alle wieder aus der Phase hinaus komplimentiert. Diesmal ist es wie so oft eben der R-Merkur, der wieder in die Spur kommt - so sehen, sprich empfinden wir es hier unten. Und nach den Tagen der langen Kette schert am 6. Februar Jupiter wieder aus in die vermeintliche Rückwärtsbewegung und dann kommt am 4. März die Venus dazu. DAS ist dann ein interessantes Duo zweier R-Zyklen.

Denn hier befinden sich plötzlich "kleines und großes Glück" zusammen als Außenseiter hinter der restlichen Linie der Vorläufigkeit und man bleibt eventuell innerlich auch eine Weile hinter dem Trend zur allgemeinen Entwicklung mit Blick nach vorn zurück. Jedenfalls, was die persönliche Glücksvorstellung angeht, wenn man zu den beiden engere Verbindungen hat. Das kann sich etwas low anfühlen im Energiehaushalt und der Genervtheit mit der Frage: Warum eigentlich immer ich? Wenn man bedenkt, dass diese Direktläufigkeit nun ausgerechnet die Zeit markiert, in die Donald Trumps Inauguration fällt, fällt es einem auch schwer, an das zu glauben, was die APDM-Hoffenden für die Phase sehen:

"Wir sind ermutigt, Augenzeugen zu sein und dieses Timing mit tiefer Absicht für persönliche und weltliche Vorteile zu nutzen. Wir imaginieren mit all unseren Herzen und Seelen die positivste, unerhört-wundervolle Umgebung für uns selbst und für unsere Gemeinschaften und für alle, die davon profitieren. Die spirituelle Botschaft von APDM bleibt immer dieselbe – ein kosmisches Ereignis, das das Potential der Grösse in sich trägt."

(SELTENE ASTROLOGIE)

Fazit: Insgesamt ist aus unserer Sicht ganz im Gegenteil der Jubel um das "Alignment", die Aufreihung der üblichen Verdächtigen, kein Ticket für Friede, Freude, Eierkuchen. Nimmt man nur mal als Versuch das Jahr 2014 oder 2003 - 2005 heraus, wo sich keine völlige Direktläufigkeit findet, stellt man fest: Diese Jahre waren faktisch in der Rückschau nicht wirklich glanzloser als andere. Im Umkehrschluss sollten auch all die Monate oder sogar die Jahre mit Alignment (viel zu viele, dann schwömmen wir alle inzwischen ja in kollektivem Entzücken!) nicht famoser sein als andere. Hier zum Überprüfen die Zyklen seit 2000 mit und ohne große Direktläufigkeit - zum persönlichen Vergleich, ob denn da vielleicht nicht doch außergewöhnliche Förderung stattgefunden hat, wie die APDM-Jünger glauben.

  • 12.1. bis 21.2.2000, endete mit R-Merkur, 14.3. bis 15.3.2000, endete mit R-Pluto
  • 25.1 bis 4.2.2001, endete mit R-Merkur, 25.2. bis 9.3.2001, endete mit R-Venus
  • 1.3. bis 20.3.2002, endete mit R-Pluto, 
  • 2003, 2004 und 2005 keine
  • 20.11. bis 6.12.2006, endete mit R-Saturn
  • 2007 keine
  • 27.11. bis 31.12.2008, endete mit R-Saturn.
  • 1. bis 20.12. 2009, endete mit R-Mars.
  • 6. bis 10.12.2010, endete mit R-Merkur.
  • 30.12.2010 bis 26.1.2011, endete mit R-Saturn.
  • 25.12.2011 bis 26.1.2012, endete mit R-Saturn.
  • 30.1. bis 18.2.2013, endete mit R-Saturn.
  • 2014 keine
  • 26.12.2015 bis 5.1.2016, der Rauhnacht-Zyklus, endete mit R-Merkur.

Bild (bearbeitet): Pixabay

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Donnerstag, 18. Juli 2019

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