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Astro-Labor

Grenzgänger: OOBs, he did it again!

Die "OOBs" sind los: Seit Ende September läuft diesmal Mars, der alte Krieger und Treiber, 'out of bounds' = jenseits der Grenzen der Ekliptik, also der scheinbaren Sonnen-Bahn um die Erde. Er steht aktuell am südlichsten (wenn man so will, am tiefsten) von allen Planeten - und das noch bis November. Flotte zwei Monate insgesamt, die mit interessanten Phänomenen einhergehen können, da Transite unter OOB-Mars auch öfter einmal doppelt deutlich zünden. Wie beispielsweise den Taifun Vongfong oder Wirbelsturm Hudhud, die der Grenzgänger nicht etwa macht, aber unterstützt. Die Ausreißer-Phasen verschiedener Faktoren (von Mond bis Mars) werden astrologisch im englischen Sprachraum besonders gern gebraucht - nach Kt Boehrer heißen sie, wie sie heißen - eben OOB.

Auch im Radix soll ihr Grenzgang, wenn er denn vorkommt, für unübliches Verhalten sorgen, das zwischen Begabung und .Sonderlichkeit schwanken kann. Was sich - bei tieferen Blicken in OOB-Horoskope - durchaus von Fall zu Fall bestätigen lässt. Eigentlich ist die grobe Theorie dahinter einfach, auch wenn sie sich kompliziert anhört: Planeten "durchlaufen" ja nicht nur das flache Koordinaten-System zwischen Widder und Fische. Sie stehen in Wahrheit auch unterschiedlich hoch oder tief, Richtung Nord- oder Südpol, selbst, wenn sie in der Horizontale des Zodiak (alles symbolisch) denselben Punkt kreuzen. Konjunktion ist drum auch gar nicht immer gleich Konjunktion. Schaut man sich das nächste Treffen zwischen Venus und Sonne an, findet man beide zwar astrologisch vorn im Skorpion, zusammen auf einem Grad. Aber Zentralgestirn und schöne Aphrodite liegen eben gar nicht genau auf einer Linie. Sondern Sonne ist südlich etwas tiefer gelegt, wie ein Porsche gegenüber einem Käfer. Eine weitere Fußnote der Deklinationen (lat. Beugungen), die viel mehr dem realen Weltbild mit mehreren Dimensionen entsprechen, sind dann besagte Wanderungen über die Ekliptik-Grenzen von etwa 23.27° (Neigungswinkel der Erd-Achse). Alle Radix-Punkte, die südlich oder nördlich (-/+) höhere Zahlen haben, stehen deshalb OOB.

Hier schwimmen sich die betroffenen astrologischen Faktoren in ihrer Bedeutung frei und "funktionieren" nicht mehr ganz so, wie wir es sonst gewohnt sind. Planeten OOB (bei den Schnelläufern im Radix besonders aussagekräftig) sollen deshalb auch für einen ausgeprägten Ausdruck verschiedener, ungewöhnlicher Eigenheiten stehen. Einen intensiven, durchschlagenden OOB-Mars, wie den jetzigen, der alles, was in seine Domäne fällt (auch über akute Stellung im Zeichen), aufheizt, entdeckt man auch als Betonung der Zündung von Ereignissen der Weltgeschichte. Wie beim Untergang der Titanic, Ausbruch des 2. Weltkrieg, der ersten Mondlandung, der Kettenreaktion von Tschernobyl, 9/11, den Anschlägen von Utoya, aber auch der "Geburt" der USA (mit zwei weiteren OOBs, nämlich Venus und Jupiter).

Die Deklinationen nicht in die astrologische Arbeit einzubeziehen, erinnert an sich schon ein wenig an vorsintflutliches Augen-zu-und-durch. Gäbe es gar kein Hoch, kein Tief, kein Vorne oder Hinten auf der Welt, wäre die Erde zweifelsohne die gute alte Scheibe, an die vielleicht gerade mal die Steinzeit-Menschen noch glaubten, aber sogar kaum ein gebildeter Mensch im Mittelalter mehr (AMERICAN SCIENTIFIC). Nach neueren Untersuchungen jedenfalls. Was die Vielfalt der Dimensionen in der Astrologie angeht, benutzen wir dennoch oft weiter die glatte, flache, kleindimensionale Systematik des Astro-Neandertalers. Dabei zeigt allein eine willkürliche Liste wie die rechts mit den Grad-Ständen des OOB-Mars' bei ausgewählten Events und Geburten, dass er wohl wirklich eine ganz eigene Rolle spielen kann. Schon klar - das astrologische Konzept ist ohnehin ein Ausgedachtes, Abstrahierendes, zwar fußend auf astronomischem Wissen, aber nicht 1:1 übersetzbar. Es läuft auch ohne Sperenzchen wie OOB-Planeten sehr schön, feierlich und sinnstiftend, wenn man es genau anwendet. Aber wieso sollte man gutes, altes Wissen eigentlich immer wieder verwerfen, wo es sich letztlich als außerordentlich bereichernd erwiesen hat? Die Deklinationen (bei STERNWELTEN sehr schön erklärt vom wunderbaren Astrologen Philip Schiffmann) gingen in der Geschichte der Astrologie auf und unter und sind inzwischen in populärer Deutung leider sehr unmodern geworden.

Schade, denn damit nimmt man sich ein bedeutsames Instrument der Untersuchung. Nicht nur Parallele und Gegen-Parallele sorgen im Geburtsbild immer wieder für Erklärungen von Eigenschaften, die herkömmlich sonst schlicht schwer zu finden sind. Auch die Grenzgänger oder OOBs können, aufbauend darauf, eine große Rolle für Entdeckungen im eigenen Chart spielen, wenn man sie erst einmal differenzierter unter die Lupe nimmt. Das betrifft auch die Mundan-Stände, bei denen sich die Grenzgänger immer wieder bemerkbar machen. So ein anstrengender, aber unglaublich inhaltsreicher OOB-Mars steht eben bei Ereignissen und menschlichen Charts gleichermaßen für Marsisches "jenseits der Norm". Sprich, also keineswegs etwa ausgewiesen nur für besonders negative Verhaltensweisen, die mit dem typisch marsischen Antrieb aus Impuls oder Wut, Ärger bis Zorn zu tun haben würden. Sondern für insgesamt uneinschätzbare, nicht normier- und typisierbare und sehr, sehr spezielle Mars-Qualitäten, die in Universen zwischen Genius und Freak tändeln können. Mit den üblichen zugeordneten Eigenschaften haben diese Mars-Stellungen nur noch wenig zu tun  - ein extremer Trieb zur Selbst-Erhaltung und Durchsetzung ist ihnen jedoch meist eigen. Er muss aber nicht aggressiv daher kommen, sondern wirkt sich im besten Fall immens bewegend, motivierend und schlagkräftig aus, je nach der Anlage des OOB-Mars im Zeichen und Haus. Wobei er sich in Unternehmen, generell Ereignissen einer gewissen Größenordnung und über-individuellen Geschehen negativer zu zeigen scheint.

Mars OOB (siehe links Tabelle mundan für Oktober) ist ein Regelbrecher und geht mit Vorliebe dahin, wo alles anders läuft als woanders. Er springt einfach vom Spielfeld und macht seine eigenen Gesetze, wo immer er im Tierkreis auch siedelt. Und wenn er es nicht tut, wird er eben dorthin getrieben. Denn das ist sein Schicksals-Setting. Dieser OOB-Mars im individuellen Chart arbeitet stets etwas anders als andere Widder-Herrn.

Ein famoses Beispiel ist CG Jung mit seinem heftigen, suchenden, philosophischen fast 28er Schütze-Mars in Süd-Deklination. Ähnlich wie Angela Merkel, eine nicht ganz typische Krebs-Frau, die noch weiter marsisch hinausfliegt als der Vater der Psychoanalyse. Ihr extrem niedriger (Süd 28.36) wandernder (Schütze-) Mars am GZ war politisch schon immer für einige politisch komplett überraschende Drehungen und Wendungen gut und ließ sie letztlich als charismatisch aus dem lunaren Mutti-Kosmos immer wieder heraustreten. Zum Erstaunen selbst der eigenen Reihen. Oder Ed Snowden, dessen Impulsgeber bei seiner Geburt gerade über die Grenze gesprungen ist. Auf einer anderen Ebene agiert der weise Jiddu Krishnamurti mit seinem eindeutig OOB laufenden Mars, genau wie Silvia von Schweden mit fast demselben Stand, beide übrigens nördlich wie auch Tim Berners-Lee, Vater des Internet mit 24.21, im Gegensatz zu Osho mit 24.3, bei dem der OOB-Mars wieder südlich läuft. Sie alle sind in gewisser Weise Grenzgänger, mit enormen Widerstands-Kräften auf der Spur ihrer Impulse jenseits des bekannten Raums unterwegs. Nirgendwo hat der Mars OOB letztlich Abstufungen, er ist ein radikaler, oft einzelgängerischer Aktivist und reizbarer Streiter. Und erobert zur Not auch leeres Land:  

Wenn die Deklination eines Planeten 23°28' Nord oder Süd übersteigt, wird er als Out of Bounds beschrieben. Es gibt hier keine Grautöne mehr, nichts ist graduell oder subtil. Genau an diesem Punkt klickt etwas ein. (STEVEN FORREST, Erklärung OOB)

Wer über Mars' OOB mundane Aktivitäten etwas lernen möchte, kann sich zum Beispiel Firmen wie Gen-Krake Monsanto oder BASF anschauen, die mit Mars OOB gegründet wurden. Das Kennedy-Attentat fand auch bei Grenzgänger Mars statt, genau wie der Mord an Sharon Tate. Vor und nach den Anschlägen auf das World Trade Center 2001 stand Mars für eine extrem lange Periode von fast einem halben Jahr jenseits der Ekliptik-Grenzen. Wogegen die jetzige Phase eher ein kleiner Fisch ist. Die Kinder, die nun geboren werden, haben dennoch alle diesen speziellen Antrieb und eine besondere Berührung zu Durchsetzungs-Fragen und Notwendigkeiten.

Interessanterweise kommt der OOB-Mars individualisiert nun aber keineswegs bei Mördern oder anderen Gewalttätern häufiger vor als bei anderen Stellungen. Als Grenzgänger scheint er für den einzelnen Menschen einen viel deutlicheren Bezug zu "Bewegung und Bewegendem", allgemeinem Zündpotenzial und energetischen Katalysator-Funktionen in allen Bereichen zu haben, die Zeichen und Haus im jeweiligen Geburts-Bild berühren. Er ist ein Sonderling, ein Spezialfall, einer mit endlosen Kräften, wo er steht. Betont negative Auswirkungen finden sich eher transpersonal-mundan, aber eben auch hier nicht, wie die obigen Beispiele zeigen, in den kleineren Dimensionen der klassischen Bereiche. Sondern bei diesem Mars wird groß gehandelt, wenn erst die Grenzen des letztlich konstruierten Systems, mit dem wir astronomisch oder astrologisch arbeiten, überschritten sind. 

Wie gesagt, dieser OOB-Mars agiert anders als "Normal-Mars". Größere Naturkatastrophen, das wäre über weitere Untersuchungen zu festigen, scheinen sich übrigens mundan nicht so häufig in seinem, sondern eher im Umfeld von einem OOB-Mond oder -Jupiter abzuspielen. Wobei dann der lunare Grenzgänger noch einmal ganz besonders interessant ist, auch für das individuelle Radix. Ungefähr alle achtzehneinhalb Jahre kommen besonders viele Kids mit maximaler OOB-Mond-Stellung zur Welt (28,5 Deklination). Der nächste OOB-Mond-Segen soll 2024-25 kommen. Noch einmal Steven FORREST: 

Der Mond ist dann, mit anderen Worten, raus aus der Sicht des Königs. Nicht mehr unter Papas dickem Daumen. Wir können sagen, dass er sich jenseits der Palisaden bewegt hat. Außer Kontrolle geraten ist oder wild geworden. Er hat die Regeln gebrochen, Grenzen erschüttert. Die Form zerschlagen, den Rubikon überschritten."

Aber das ist eine andere Geschichte, die wir irgendwann an anderer Stelle erzählen. Zum Beispiel, wenn Mond das nächste Mal OOB geht. Und wir es mundan mehr mit entgrenzten Empfindungen zu tun haben als jetzt, bei Mars' wilden Impulsen, Bewegungen und energetischen Grenz-Überschreitungen.

Bilder (bearbeitet): Hendrik Goltzius [Public domain] + © Mateusz War. / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0,  + I, Dennis Nilsson [CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

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