Loop!

Astro-Labor

Pluto-MC: Das Brett fällt um

brettNeulich im Alltag - oder: Wie Astrologie in den kleinen Dramen des Lebens auch die größeren Konflikte aufspürt. Über Pluto am MC habe ich schon vor 4 Jahren geschrieben. Gestern Nacht nun, als ich endlich bei einem kleinen Windhauch aus dem Röststufen-Schleichgang auferstand, gebückt die Dachzimmer-Hölle stoßlüften wollte und danach zum DRITTEN Mal mit derselben Stelle am Schädel empfindlich gegen das Kippfenster knallte, stand Pluto hier wieder auf Spitze 10. Er wiederholte meine Geburts-Konstellation.

Diesmal, im Steinbock, noch aufdringlicher als sonst. Da dachte ich mir, drei Omen sollst du nicht übersehen und darum gibt es heute für euch den Artikel über MC-Pluto noch mal - denn das hat auch mit seinem Mundan-Stand in Saturns Zeichen zu tun: "Kurz nach Mittag und ich bin unter Zeitdruck. Die demente Mutter will Saft, der Junge wissen, wo der Staubsauger ist, der Partner Astro-Logistik besprechen, der Hund Wasser, Loop! einen Artikel. Am nächsten Tag stehen zwei astrologische Gespräche an, die mich seit Tagen schwer beschäftigten. Es geht um Neptun. Am liebsten alles andere liegen lassen und nur noch diese beiden Charts bedenken. Geht aber nicht.

1111liveAlles wie immer. Nur dass seit Wochen der Wurm im Getriebe sitzt. Ich stolpere, wo ich gehe und stehe. Werde immer wieder ruhig gestellt. Oft ein Zeichen, dass ein Transit nicht konstruktiv mitgegangen wird. Welcher Transit? Ich habe gar keinen Transit. Bis auf Saturn, der gerade den Scorpio-AC kreuzt und nun durch 1 in Opposition zur Sonne läuft. Da fühlt man sich nicht so - klar. Was aber nur bedeutet: Willkommen im gemütlichen Elend, der Realität. Alles voller Pflichten. Danke, Watson! Mein Watson heißt: Saturn-Pluto und er weiß immer Auswege - am besten für die anderen. Denn hier kommen ja mundan ein Herrscher des Du-Quadranten mit einem aus dem Transpersonalen zusammen. Feld 8 und 10. Da beschäftigt man sich lieber mit dem Unerledigten in anderen. 

Das ist die Falle. Beide Frauen, deren Geburts-Bilder mich gerade nicht loslassen, haben hoch dominante Saturn-Transite bei einem intensiven 12. Prinzip im Radix. Dazu eine Neigung, die eigene Empfindsamkeit zu vergessen. Neptunierinnen, heimliche Wasser-Wesen, als Ausgleich aber ausgestattet mit starken Saturn- und/oder Pluto-Tools. Oder umgekehrt. Kompensation funktioniert beidseitig. Immer im Dienst, hoch funktional. So geht Beratung auch: Jeder bekommt die Klienten, die er braucht. Das Gefühl, Sklavin des eigenen Anspruchs zu sein, kenne ich durchaus und stehe seit Jahren mit einer Art perfidem Stolz zur Selbstausbeutung. Ich mag das - es zeigt mir, dass ich einen Motor habe, der läuft und läuft. Wozu heißt das Hamster-Rad wohl Hamster-Rad, wenn der Hamster einfach aussteigt? 

So ist die Lage, als neulich, um genau 12.04 h (die Uhr, der beste Freund der Astrologin), unten etwas heftig scheppert. Dann crasht das Internet plötzlich. Rien ne va plus. Nichts geht mehr. Ein intelligenter, neuer Versuch des saturnisch-kosmischen Regulativ-Programms, mich abzuschalten? Soll ich jetzt etwa auch nicht mehr arbeiten? Schönen Dank, Pluto-Saturn. aber die mundanen Übergänge der Langsamläufer über die Achsen neigen sowieso täglich zum Auffallen. Wer das noch nicht gemerkt hat, schaue immer mal in seine Umgebung, wenn eine Orts-Achse oder der Mond einen Radix- oder Mundanstand überläuft, der dazu noch eine wichtige Radix-Konstellation berührt. Auch so geht praktische, astrologische Arbeit. Vielleicht hat das für mich ja nichts zu bedeuten.

Die letzten Wochen waren merkwürdig. Seit Saturn durch 12 und Beinah-Kontakt zum AC, häuften sich winkende Zaunpfähle. Gebrochene Zehen, Bandscheiben wie die Prinzessin auf der Erbse, Gehunfähigkeiten, merkwürdige Viren und dann das unsägliche Zahn-Theater. Implantate drohen. Ein künstlicher Mars. Das passt zu Uranus Quadrat-Mars, der mich in nicht allzu langer Zeit ereilen wird. Aber Watson hat für Besorgnis keine Muße. Saturn-Pluto kann ja gnadenlos sein. Dann schreibst du eben vom Bett aus, Schwester. Und suchst ansonsten - geistig souverän - die Gegend weiter nach Defiziten ab. Business as usual. Irgendwo wird immer eine fremde Schwäche piepen, die sich organisieren lässt.

Worauf alle glücklich werden und man endlich zu dem vorstößt, was man immer schon mal für sich selbst tun wollte. Soweit das Märchen. Solche Konzepte erfindet sich ein lebendiger Pluto in seiner Grandiosität (Voraussetzung für Jupiter!) gern als Ausgleich des selbstgemachten Traumas, überall zwingend und zwanghaft in fremden Grenzen tätig zu sein (Skorpion/8 = Sicherung der anderen). Aber nirgends wirklich "nötig". Denn für das Manipulieren der anderen Selbste entschädigt einen sowieso keiner. Sie ahnen ja meist nicht mal, wodurch sie viel glücklicher wären. Oder was falsch läuft. Denkt jedenfalls Watson.

Mein Kreuz: Ich habe im Radix Pluto-Saturn durch Pluto am MC (als Herrn Skorpion-AC = Mars-Saturn und Mars-Pluto). Samt mehrerer anderer Entsprechungen. Das hört sich nettt an, falls man sich vorstellt, Herr 1 in 10 (= Mars-Saturn) würde mit dieser Stellung sozusagen fließend maßstäblich werden. Wird man auch manchmal. Sofern man Siegfried und Roy heißt, Kaninchen in Hüten verschwinden lassen, Jungfrauen materialisieren oder Kreise quadrieren kann. Falls nicht, hat man oft einen harten Hund am Hacken. Wer sich da am liebsten von Kindesbeinen an den Phänomenen fremder Bestimmung abarbeitet, wird vom Alltag berichtigt. Früher sagte man dazu einfach Schicksal. Heute vielleicht Daseins-Korrektur. Heißt jedoch beides nicht mehr als: Lass es besser. Oder es gibt Wirkungen, bis dir etwas auffällt.

Plutonier sind ja Arbeiter, Saturnier auch und zusammen haben sie meist noch einen starken Neptun irgendwo im Gepäck. Welcher all das Erarbeitete, Erzwungene oder Ermanipulierte dann wieder auflöst. Es gibt keinen dauerhaften Extremismus in der Natur und im Kreis ohne Balance. Irgendwo kompensieren wir daher auch im Horoskop immer immer. Und haben dafür andere Konstellationen mitbekommen. Bei Saturn-Pluto liegt Ackern, so gesehen, zunächst prima im Muster. Bis hin zur Selbst-Versklavung, wenn die anderen Sklaven mal nicht können oder wollen. Unter uns, das können sie nie. Denn Saturn-Pluto zieht auch noch befremdlichen, inneren Gewinn daraus, sich abzumühen, alles besonders effektiv und mega-korrekt zu gestalten. Was andere liegengelassen haben. Oder wo etwas fehlt. Wenn er in der Jungfrau stationär steht, wie bei mir jedenfalls (und auch sonst ganz gern).

Vor allem bei Widerstand von außen. Zumal die Wahrheit der eigenen Konzepte irgendwie in die Welt soll. Was sich Pluto als Teil seines Gepäcks (sowie von Neptuns Tsunami-Wellen im Rücken) als Pflichtprogramm einbildet. Ab und zu kann man vielleicht sogar wirklich etwas Dankbarkeit von denen pflücken, die von der eigenen Kraft, Stärke, Power im Tank (bitte!) beeindruckt zu sein haben. Darauf sind gerade Orientierer ja angewiesen. Leute mit einem picke-packe-vollen ersten Quadranten benötigen "Hilfe" von den gut Besetzten im Du-Quadranten. Weshalb man sich dann gegenseitg ausgleicht = erschöpft.

0000leid108Pluto nun, als fixierender Stammvater des Du-Besserwissens im Ich, legt da eine ordentliche Lunte. Saturn als MC-Ausrichter glaubt: Was für alle besser ist, liegt auuf der Hand. Hier ist die Regel dazu. Zusammen sind sie eine Plage. Alles könnte so schön sein, so lange man sich nicht zu sehr aus dem Fenster lehnt. Leben geht leicht für Saturn-Pluto, anderen Welten, die immer irgendwo ein Loch zum Stopfen anbieten, in ihr Glück zu versklaven. Dann gib's logisch irgendwann Druck von den nun fröhlich neu Orientierten. Soweit, so passend. Denn weniger als Druck kennt Pluto-Saturn ja nicht. Er lebt schlafwandlerisch sicher gegen seine eigene Natur, die ihm in den Höhen breitestens bekannt und in der Tiefsee schleierhaft bleibt.

Starkes Prinzip 8/10 sorgt kurzfristige für Unterdrückung von 2/4 (Venus/Mond). Sprich: Saturn-Pluto-Menschen wird oft das Wesentliche in den frühen Jahren nicht zugestanden. Es sind oft parentifizierte Kinder, die auch später noch Elternrollen spielen und von daher ausnutzbar sind. Wogegen sie sich dann massiv mit Gegen-Kontrolle wehren können, um doch wieder nur einzubrechen. Denn seelisch abhängig zu sein von Kontrolle und Bestimmungen, bedeutet ja nicht, erwachsen zu sein. Hier ist es wichtig nachzureifen. Irgendwann nicht mehr nur im Dunkeln besonders laut zu singen. Zu begreifen, dass das, was man für Licht hält, auch Schatten sein kann.

Dann mag man später auch spüren (und nicht nur mental konstruieren), wie man sich für "Zwänge" und Unfertigkeiten der anderen verausgabt hat. Vielleicht lässt Watson dann sogar zu, dass Welt manchmal ihre Defizite benötigt. Saturn-Pluto feiert bis dahin das Schicksal durch Absingen von Parolen im Diktat des Konjunktivs. Man müsste, könnte, sollte... Wenn man sich schon von anderen bestimmen und für deren Konzept verbrauchen lässt, will man sich wenigstens selbstwirksam dabei fühlen. Und setzt deshalb die Kontroll-Muster der anderen doppelt hart fort. Nicht etwas aus Rigidität, sondern aus Hilflosigkeit. Oder Unwissen über das, was man selbst leben soll, kann, darf. Skorpion oder 8 mit Pluto tarnt sich oft als Checker-Tum, das anderen ihre Grenzen stabilisiert. Es ist ja das fixe Wasser, das als einziges aus dem Gefühls-Element wie ein knallharter Merkur wirken kann, aber doch ein Pluto bleibt. Verfestigtes, steckengebliebenes Gefühl oder Trauma - wenn es hart kommt. Das auf Wandlung wartet. Er begreift nur oft nicht, dass er sich wandeln soll, niemanden sonst. Oder: vor allen sonst.

Mit Saturn im Verein kommt es so lange hart, bis man seine eigene Verantwortung (erst mal für sich selbst) und Wiedergeburts-Fähigkeit entdeckt und hebt. Das geschieht fast immer nach zutiefst konfusen Phasen. Da meldet sich dann erst mal ein hoch empfindlicher Neptun, der endlich ins Dasein durchschwimmen will. Dafür muss er einem den Boden unter den Füßen wegziehen und Leere erzeugen. Wo sich zum Reparieren letzten Endes etwas Eigenes mehr anbietet als die Baustellen der anderen. Das können Skorpion- und Steinbock-Betonte gut: Kaputtes fixieren und den Karren selbst aus dem Dreck ziehen. Pluto-Saturn packt im Wahn der Selbst-Bestimmung fremde Fehler wie im Reflex an. Immer zuerst. Immer an der Wurzel.

Umfassende Sicht auf das eigene Problem ist zwar theoretisch vorhanden und als Konzept stets belegbar, wird aber real selten umgesetzt. Zu hektisch sind die Träger der Bürde mit Kanal-Arbeit in fremden Zusammenhängen beschäftigt. Aber auch ein freundlicher Eingriff (und freundlich würde ich Saturn-Pluto nicht wirklich nennen) bleibt immer ein Eingriff. Auch als "nette Hilfe" bei Dingen, die andere gut allein hinbekommen würden. Wenn man sie ließe. In Watsons kleiner Lebens-Reparatur-Werkstatt fühlt man sich zwar wunderbar gebraucht. Aber selbst der tollste, maßstäblichste Diener des Konzepts fremder Wirklichkeiten wird immer bloß Dienst tun müssen. Was die ultimative Herausforderung darstellt, weil es die eigene Bedeutung demokratisch bestimmbar macht. Ob nun dem Umfeld vor Pluto-Saturns Posing die Ohren wegfliegen oder nicht, man wird das Hamsterrad am kreiseln halten. Wenn man die Power darin einmal kennengelernt hat. Da in den Begünstigten meist ein dominanter Sonne/Merkur steckt, Saturn-Plutos projizierender Schatten. Es ist beidseitig eine Verbindung, die sich selbst versklavt, wenn es nicht die anderen für einen tun.

Mich hat die Konstellation Saturn/Pluto, die ja 2020 wieder kommt (und vorher schon durch Pluto Steinbock gegeben ist, immer fasziniert. Wie ein Antrieb, der überpersönlich läuft und läuft. Ein Perpetuum Mobile. Die Katze, die sich am eigenen Schwanz aus dem Wasser zieht. Oder der Frosch, der nicht in Milch ertrinken will und paddelt, bis er auf dem Sahneberg sitzt. Ähnliche Auswirkungen wie direkte Aspekte zeigen sich auch über Herrscher und Häuser-Verstrickungen. Speziell, wenn Saturn oder Pluto als Achs-Herren beteiligt sind. Im Effekt erinnert Saturn-Pluto immer an eine Hydra, die Wasserschlange. Fass ohne Boden der Umsetzung. Vor allem bei Menschen mit Pluto oder Saturn in den mundanen Zeichen des Fühl- (2.) und Begegnungs-Quadranten (3.). Auch das Sternbild Hydra liegt ja am Fuße von Krebs, Löwe und Jungfrau. Da, wo Empfinden und Lebenskraft immer erst gegen die Umwelt ausgesteuert werden müssen. Genau das Richtige also für einen flankierenden Pluto-Saturn, den Herkules unter den Konstellationen. Anders als der energetisch vergleichbare Jupiter-Pluto, der sich gern vor den Realisierungen verbrennt.

"Das ist alles sehr anstrengend," sagte mein Lieblings-Astrologe Wolfgang Döbereiner seinerzeit zu meinem Pluto-Saturn-Skelett um Haus 10. "Oh ja..." antwortete Pluto-Saturn ergriffen. "Vor allem für die anderen!" setzte der große, alte Mann der Rhythmenlehre hinzu. "Wenn da so ein Bohrer wie Sie daherkommt, findet sich immer was zum Bearbeiten!"

Watson war entrüstet. Aber der Druck, der so eine Konstellation dahin zwingt, sich ständig in fremden Bestimmungen herumzutreiben, entsteht aus Extremen der Anlage, nicht aus Halbheiten. Alles  dreht sich vermeintlich sofort um die Existenz und Wahrheit der Welt. Deshalb wird Watson bei seinen Feldzügen pro Wahrhaftigkeit auch ein wenig rigide. Es muss gerettet, bestimmt und Chaos verhindert werden. Was für eine Ironie des Schicksals. Wo gerade im Neptun für diesen Club Erlösung liegt. Das darf man ruhig glauben. Nur, wieso, wenn man nicht muss? Wenn keine zwingenden Beweise vorliegen?

Dem Himmel sei Dank, bleibt das Leben ein einziger Ausgleich und und will, dass wir alle Anlagen des Radix verwirklichen. Deshalb haben die meisten Hyper-Funktionierer oder Sozialdiener (auch Venus-Saturn, mit der Einsteigerin der Überlebensachse 2/8 ist da eine tolle Kandidatin) starke Regulative im Chart: Ob ein dominanter Pluto dann einen ebenso einflussreichen Neptun kompensiert oder umgekehrt, ist fast egal. Die Wahrheit bleibt: Dieser Hamster hier soll schwimmen, weil er gar kein richtiger Hamster, sondern ein beflosstes Zwischenwesen ist. Nur, welcher Hamster, der sich als Anlageberater des Schicksals sieht geht schon freiwillig ins Wasser? So dreht sich das Rad der Selbst- und Fremd-Bestimmung ununterbrochen weiter. Bis es irgendwo scheppert.

Oft bei Transiten oder wenn ein Partner die Saturn-Pluto-Konstellation aktiviert. Ganz langsam regt sich echtes Empfinden der Not hinter den Stangen des Käfigs, wo Saturn aufwärts kraxelt (seine einzige Richtung, die nach oben), wenn schließlich - noch formlos - eine Bestimmung auftaucht. Hinterm Marterpfahl der gefühlten, nicht hinterfragten Ansprüche und Vorstellungen, wo Pluto gefesselt klebt. Im Nebel leuchtet dann diffus das gelobte Land. Das Pluto-Saturn zwar ständig beruft, aber selten erreicht. Denn er liebt 1.) weniger eigene Konsequenz (eher die der anderen). Und 2.) gibt es vorher eine Unzahl an Aufgaben zu erledigen, die wie Hydras bedrohliche Köpfe immer wieder an der Peripherie fremden Daseins auftauchen und abgeschlagen werden müssen.

Wo Pluto-Saturn den Wachturm des Richtigen und Falschen spielt und "im Prozess" der Richtigstellungen seine Energien auszehrt, ist aber Balance unbedingt nötig. Man findet sie auch in jedem Horoskop. Rigidität wird Erweichungs-Potenzial beigegeben. Skorpion und Pluto würden sonst weiter vom magischen Sog in die Verbindlichkeiten anderen Daseins hineingezogen. Noch mehr mit Steinbock oder Saturn. Weshalb sich das Team 8/10 ja erst so freudig in jede Herausforderung einhämmert. Nur keine Lücke lassen. Ich weiß, wie's geht. Für alle. Bedeutet das nun, alles ist verloren? 

Schicksal schickt Störung 

Nein. Wieso heißt Schicksal Schick-sal? Weil Dasein einem manchmal, wenn man Jupiter oder Neptun nicht völlig amputiert hat, Hinweise schickt. Auch wenn man kein Astrologe ist. Winke, wie man vielleicht den unangenehmen Fall der abgewiesenen eigenen Bestimmung konstruktiver lösen könnte. Das passiert, wenn bei Überläufen eingespielte Überlebens-Muster plötzlich ausfallen. Angegriffen, blockiert, unterbewertet werden. Da die transitierten Faktoren sich dann einfach klarer bemerkbar machen. Pass auf, lieber Watson! Du arbeitest zuviel? Weißt nicht, wo dir der Kopf steht, weil du Dinge richtig machen willst? Sitzt zur rechtesten Seite des irdischsten aller Götter, von Jupiter? Bist dir sicher, wo es bei anderen hapert und was sie tun sollten? Findest es wichtig, ihnen das beizubringen, bevor du selbst ans Eingemachte gehst? Deines? Dann sendet dir dein Leben deine eigene Medizin. Durchaus auch dreimal täglich. Das kann alles sein. Manchmal so simpel, dass man lachen würde, hätte es nicht Folgen. Ein Elektrokabel, das im Weg liegt (Uranus-Transit). Einen bissigen Hund im Park (Pluto). Einen Wasserschaden hinter der Küchenwand (Neptun). Man stolpert, bricht sich was und schon herrscht Zwangspause im Hamsterrad. Nicht lang natürlich, wenn man ein echter Watson ist (wo Merkur noch im Dienste des Pluto-Saturn steht). In dem Fall steigern sich zwangsläufig irgendwann auch die Zaunpfähle. 

So war es damals bei mir. Und noch lange danach. In den ersten Monaten von Saturn durch 1 tauchten - zusammen mit neuen Gebrechen - in meinem Leben plötzlich viele Klientinnen mit vom Transit gramgebeugten 1. Haus auf. Durchsetzungs-Probleme. Vielfach hatten sie nur einen indirekten Saturn-Mars (Impuls-Verlangsamung) und entwickelten eine Menge ähnlich interessanter körperliche Verhinderungen wie ich. Natürlich wusste mein Watson Lösungen (theoretisch) und schmiss nebenbei den Rest der Welt und 1000 andere Verantwortungen. Als neue Sendboten erhielt ich kurz danach ein paar unverbrauchte Engel, wie die Egologie das nennt: Undinen. Neptun hier, Neptun da. Natürlich wusste sofort der innere Detektiv Bescheid, den Plutonier oft einem inneren Kind vorziehen. Das mögen sie nicht, weil es sie an ihre eigene verdeckte Schwäche erinnert. Es waren durchgängig Leute, die ihren Neptun wachküssen mussten. Aufrechte Arbeiterinnen im Weinstock des Systems, mit einer starken Dosis Saturn-Pluto, unter deren Radix-Schlüsselstellungen ein mächtiger Neptun lauerte (oder Fische/Haus 12 dominant). Läutete bei mir etwas? Nein. Watson widmete sich stur weiter der Lösung des Eigenen im Fremden. Sofa verrutscht? Verschiebe ich allein, bevor sich noch jemand verhebt. Folge: Meniskus angeschreddert, Zehen gebrochen, Kiefer am Ende auch. Das Boot der Selbst-Verhinderung füllt sich gern mit neuen Flüchtlingen. Was lernt man daraus? Nichts, wenn man wie alle ist.

matchesWobei man wissen muss: Nur ein hilfreich starkes, neptunisches Prinzip macht ja überhaupt erst mit seiner Durchlässigkeit den Schlaf in der Realität möglich, der die Selbst-Ausbeutung befördert. Sodass sich Pluto-Saturn entfalten kann. Mein Rat an Klientinnen lautete meist, den Angriff des Mars-Saturnischen auf Pluto-Saturns Lebenskonzepte auszuhalten, um Neptun "durchdringen" zu lassen. Ihm sogar "bewusst" mehr Einfluss anzubieten. Klar, alter Freund Watson, Bewusstheit ist vermutlich für einen Saturn-Pluto auf einmal Neptuns Lieblings-Disziplin. Natürlich lief deshalb dann meist doch alles anders. Wenn der Herr des Formlosen sich aus den Fluten des Ungewissen erhebt, meldet sich sehr, sehr leise die eigene Wahrheit. Da die eben kein Reklameangebot aus dem Esologen-Angebot ist, wird alles manchmal erst noch schwieriger. Manche bringen dann mit Tavor oder natürlichen Mitteln ihren Watson erst mal auf's Trockendock. Danach fängt - vielleicht erst völlig aus dem Ruder - auch etwas in einem an anders zu strömen. Diesmal, indem man es nicht sofort gestaltet =kontrolliert. Neptun.

Mit ihm kommt das Zeitlose in die Zeit. Praktisch hat das für die Watsons unter uns mindestens 2 Varianten: a) Es geht gar nicht - die häufigste Version. Pluto-Saturn ist ja sehr an sich selbst gewöhnt und Watson deshalb ziemlich hartnäckig. Dann dreht sich das Hamsterrad weiter, bis es im Orkus explodiert. Oder b) man tut einfach überhaupt nichts mehr. Das führt dazu, dass auch nichts mehr von dem funktioniert, was man sonst am liebsten macht, nämlich Welt in ihre Bestimmung zwingen. Dann taucht Angst auf. Überall da, wo Saturn-Pluto etwas nicht mehr weiß als andere. Ein Signal. Das ist der Punkt. Den kann man sich ins Taschentuch knoten. Aushalten, beobachten, abwarten, fließen lassen. 

Am schlimmsten wäre nun, was fast immer passiert. Sich schnell irgendeine schöne fremde Unordnung zum Aufräumen zu suchen. Das fanden die dankbaren Klientinnen auch, waren alle überaus eingedenk, dass wir das Prinzip zusammen so gut verstanden hatten. Um fließend zurück in ihr funktionales Leben zu gehen. Und weiter zu kurbeln. Seufzend entließ ich sie also und dachte bei mir, noch bevor die Türe zufiel: Ach, sie werden es doch wieder tun. Pluto-Saturn ist so stark! Aber vielleicht ist Neptun noch stärker? Sie sollten einfach... besser wäre es, wenn sie jetzt gleich... Schon war die Arena sperrangelweit neu geöffnet. Aber dann brach ich mir irgendeinen neuen Zeh und konnte nicht mehr so viel nachdenken und beraten. Saturn durch 1 eben. Das geht vorbei. Nur etwas mehr Selbst-Disziplin, und schon funktioniert die Überlebens-Technik wieder. Weit gefehlt. Danach hatte ich einen bedrohlichen Hexenschuss mit angepeilter Spontan-OP, den Laptop auf den Knien und führte die Ordnung anderer Leben im Liegen durch. Wenn Liegen noch möglich war. Da lässt es sich allerdings bestens kommandieren, weil sonst nicht nur die Familie, sondern auch die Arbeit und das Leben an sich zusammenbricht. Meinte Watson, den ich inzwischen rechtschaffen hasste.

Als es - mitten im Verzicht auf die Demut - unten dann schepperte und das Internet plötzlich weg war, zeigte die Stundenuhr Pluto am MC.

Meine Geburts-Konstellation. Unter diesem Aspekt mundan fallen ja, mit Uranus im Radix-Team, bei Achs-Auslösung gern Sachen vom Himmel. Zum Beispiel Flugzeuge. Vermutlich, weil zwischen Skorpion und Wassermann (den Quadrat-Zeichen) Saturn-Jupiter fehlt, der die Bestimmung fügen könnte. Alles springt ohne Umweg weltweit ins Verordnen (oder Trennen). Ohne tiefer gehendes Verständnis. Dazu kam im Schepper-Radix ein Widder-AC. Aszendent und Himmelsmitte = Saturn-Mars, stellte Watson fest, die Symbole des aktuellen Transits. Behinderung der Selbst-Durchsetzung. Dass der Artikel, an dem ich gerade schrieb, ausgerechnet vom Merkur auf Sonne-Pluto handelte, in Saturns Zeichen, fiel mir auf. Nicht aber der dreifache Saturn-Pluto, den man auf den ersten Blick gar nicht sah. Was heißt "man"? Ich sah es auf den ersten Blick nicht. So läuft Verdrängung des Eigenen.

Wie im Großen, so im Kleinen

Astrologie lebt von den Bildern, einer "unendlich rückbezüglichen" Symbolik (ein Ausdruck von Werner Lang). Das hermetische Prinzip des Kleinen, das sich im Großen spiegelt, wirkt sehr hilfreich. Speziell gegen Kompensation, Saturn-Plutos Hobby. Zum Beispiel eines Neptun, der möglichen, eigenen Schwäche und Erschöpfung. Oder anderen Einbrüchen dessen, was an Unbewusstem unterm Trauma noch schwelt, das Plutonier oft früh in der Welt erleben. Gespenster, in denen eine andere Aufgabe steckt, als sich in den Angelegenheiten anderer aufzureiben. Pluto-Saturn dient der Abwehr des Wirklichen, jenes Namenlosen, Heiligen, Neptunischen, das diese Geburtsbilder so oft als Kreuz dominant in sich tragen. Was Menschen erst verwirrt und dann anders bewegt als Systeme. Im Horoskop des Schepperns springt einem ein sehr dominanter Neptun in 12 entgegen, im eigenen Haus. Den habe ich auch. Wie fast alle wichtige Konstellationen, die dieses Radix aufbrach. Astrologie ist eben eine Reise in tausend Ecken, hinter denen sich Wahrheit verbirgt.

Im Schepper-Horoskop war zu sehen, dass die Ursache beim Jupiter Krebs in 4 (als Herr 8) sitzen muss. Der von Pluto am MC gegenüber belästigt und behindert wird. Macht einen feinen Saturn-Pluto. Was auch Uranus im Quadrat dazu aus der Gnade fallen lässt. Der plötzliche Tod des Internet wurzelte vermutlich in der Küche. Aber der Router, auf seinem Regal, war unzerstört. Uranus lebte. Dann sah ich das Corpus Delicti. Ein Schneidebrett. Lebendiger Mars-Saturn, der den Transit Saturns durch mein 1. Radix-Haus spiegelte. Am Abend vorher hatte ich das schwere Brett nicht ordnungsgemäß verstaut, sondern an einen übervollen (Jupiter in 4) Haken am Eisen-Regal (Mars-Saturn) lustlos aufgehängt. Ich war einfach müde. 

Jemand (vermutlich mein Sohn, Widder-Mars auf 0°) hatte dann bei seinen lauten, bewegungsfrohen Verrichtungen (Mars in 6) kurz vorher eine Kettenreaktion in Gang gesetzt. Der Staudamm brach (Jupiter-Pluto, den habe ich leider auch im Radix). Bei MC auf Pluto fiel das Brett vom Haken (Zerstörung der Struktur). Es landete auf der Steckdose, die einen Kippschalter hat, und schaltete so Uranus vorübergehend ab. Strom fehlte (Pluto zeigt, was unfertig ist), der Router ging aus. Watson lamentierte die halbe Nacht noch über die Rezeption Saturn-Pluto und dass das nur heißen konnte, wir müssten uns noch mehr anstrengen, alles im Griff zu behalten. 

Leider (oder dem Himmel sei Dank!) war aber das Bild sehr passend. Ab da ging nichts mehr an Selbst-Verleugnung ohne Verletzung. Womit sich das schöne Motto 'Zähne zusammenbeißen und durch' auch erledigt hatte. Das ist nun vier Jahre her. Kurz danach zog der Zahnarzt meines Vertrauens dem armen Watson und mir gleich mal den halben Mars. In Form mehrerer, beim Transit spukender Zähne. Wobei übrigens besagter Kiefer auch kurz in Teilen brach. Da ich mein Akkord-Programm immer noch nicht einstellte. Der Zahnarzt war ein Steinbock. Mit einer Konjunktion Herrscherin 8 und dem Herrn 10 in 8. Macht doppelt Saturn-Pluto.

Wie praktisch! Danach brauchte mein Pluto-Saturn namens Watson keinen Maulkorb mehr ( = Pluto-Mars, zu dem mein indirekter Verhinderungs-Saturn-Mars im Transit durch Mundan-Rezeption wurde). Die Selbst-Durchsetzung war ja bereits logisch wegoperiert. So bekam Neptun seine große Stunde. Reihenweise klickten die Zahnrädchen ineinander. Anders, neptunischer. Wie sagte noch der Herr Döbereiner, damals in der Beratung? "Sie haben doch da oben den Neptun so stark, den müssen Sie nur heben, gegen ihre ganze Bohrerei." Ich erinnerere mich gut, wie ich damals dachte:  Niemals! Ich habe doch Pluto am MC. Wo bleibt denn da die Ordnung?

Das Brett fiel trotzdem - oder gerade darum - um. Pluto-Saturn ist und bleibt - laut Rhythmenlehre die Ägyptische Gefangenschaft, Moses, der vom Berg aus mit den Gesetzestafeln winkt. Geistige Strenge, das Prinzip der Versklavung, aktiv und passiv. Eine Bestimmung, die angeklebt wie hinter Gittern sitzt und auf Erlösung wartet. All das, während Plutos Konzepte die Welt mit maßstäblichem Rat und Tat vor der einbrechenden Wirklichkeit zu retten versuchen. Unter dem klassischen "Zwang zur Wahrheit" des Pluto-Saturn ist Neptuns Erscheinung aber immer nur eine Frage der Zeit. Armer Watson!

Raus aus dem Hamsterrad

Um die komplizierte Geschichte aufzulösen: Dann hat es doch noch viel länger gedauert. Transite folgen wie fallende Dominosteine aufeinander. Und lösen die sprungbereiten Inhalte aus. Erst jetzt, so viele Jahre danach, erlebe ich zum 4. Mal Pluto Opposition-Mars, bevor sich der Aspekt im November letztmalig melden und verflüchtigen wird. Das entspricht Herrn 1 Quadrat Herr 8 im Brett Horoskop. Manchmal kann man sich nur wundern, wie logisch sich Astrologie fügt. Man muss nur die kleinen Hinweise sehen wollen. Meine gesamte Durchsetzung hat sich in den Jahren verändert. Mein Willen, entweder andere zu belehren oder mich von ihren Bedürfnissen versklaven zu lassen, ist einer ganz zarten, neuen Bereitschaft gewichen. Manchmal sitzt Watson, wie früher als Kind, einfach wieder in der Gegend herum und weiß, dass es eine unendliche Gnade ist, einfach dem Wasser zuzuhören, das irgendwo fließt. Ich träume wieder viel, ab und zu schreibe ich Gedichte und alle Eingebungen von damals sind auch wieder da, vielleicht lebendiger als je. Ich muss nicht mehr jeden davon überzeugen, dass das nächste Loch in der Straße sofort zu stopfen ist. 

Bis dahin war wirklich ein langer Weg. Das umgefallene Brett 2014 ein Anfang, aber danach kamen noch viele, viele Verwicklungen. Die Kiefer-Geschichte endete vorläufig damit, dass inmitten der schwierigen Behandlung über Jahre der Zahnarzt starb. Was in mir nicht nur große Trauer erzeugte, sondern auch diagnostiziert einen unglaublich symbolträchtigen "verlorenen Biss" (Mars-Neptun) und das Gefühl, nun eventuell völlig allein mit meiner mangelnden Durchsetzung zu sein. Alle Versuche, das während Pluto-Mars zu beheben, scheiterten. Das brachte mich auf die Idee, vielleicht ist "Beißen" als Funktion noch gar nicht wieder dran? Worauf auf der Stelle ein Gutachter auftauchte, der erstmals nach den ganzen Jahren mitteilte: Das war eine wirklich böse Geschichte. Aber man bekommt es wieder hin. Soweit waren sie sich einig. Watson und er. Nur ist nicht alles, was man beheben will, durch einen Saturn-Pluto zu lösen, sondern manchmal dadurch, dass man eine Weile aus der Zeit fällt. Neptun. Er flutet in den Fischen langsam, aber gewaltig die Tore des Unsinns, der Rationalität heißt und sich gegen alles absichert. Auch da, wo er im Radix gestört oder vergessen steht. Am besten begegnet man ihm, wo man am meisten Angst hat. Wenn man ihm nicht ausweicht, erlöst er zum Wahrhaftigen und hebt die Riten des saturnischen Pluto oder plutonischen Saturn auf. Gerade, wo jemand das Prinzip Druck durch Anforderung von außen erlebt. Wenn Bandscheiben knirschen, Knie gebeugt, Biss verhindert und Zähne aufeinander gebissen sind. Wenn Überfunktionierer überfunktionieren. Wenn die Welt am Reißbrett am besten zu beherrschen ist, zeigt sie einem, wie sehr man sich täuscht.

Bilder (bearbeitet): Pixabay

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