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Die Glyphosat-Verschwörung

SchmidtTitelWer hätte sich wohl in einigen Monaten noch an einen gewissen Christian Schmidt erinnert? Astrologisch durchaus interessant, der Mann wurde schließlich unter einer Sonne-Pluto Konjunktion geboren (wie zum Beispiel auch Syriens Machthaber Assad) und hat zudem noch drei weitere Planeten im selben Zeichen stehen: Jungfrau nämlich. Die ja aus klassischer Sicht eher zu den aufrichtigen Archetypen gezählt wird. Nur hätte das allein wohl nicht für einen Eintrag in eines der zahlreichen VIP-Bücher gereicht.

Ebenso wenig wie seine bisherigen Auffälligkeiten, die diesem Sonnenstand durchaus entsprachen. Zum Beispiel während der Krimkrise, als die Sanktionen gegen Russland Obst-Exporte verhinderten, prägte Schmidt den „schlauen“ Spruch: „An apple a day, keeps Putin away." Und kurz nach den Pariser Terroranschlägen auf Charlie Hebdo war er sich auch nicht zu schade, um mit einem Plakat für bayrische Wursterzeugnisse zu werben, auf dem stand: „Je suis Greußener Salami.“

Aber gestern im Laufe des Nachmittags hat besagter Christian Schmidt in seiner Eigenschaft als bundesdeutscher Landwirtschaftsminister und CSU-Mitglied (als welches er im Moment auch noch das Verkehrsministerium prophylaktisch leitet), eine (scheinbar) einsame Entscheidung getroffen, die ihm über Nacht zu unglaublicher Bekanntheit verhalf. Er hat im Namen von Deutschland (also von uns allen) der weiteren Verwendung des Umweltgiftes Glyphosat in Europa zugestimmt. 

Gegen die Geschäftsordnung der amtierenden Regierung, bestehend aus CDU, CSU und SPD, gegen die ausdrücklichen Stellungnahme der amtierenden Umweltministerin Barbara Hendrick, gegen alle Absprachen und Vereinbarungen.

ChristianSchmidtRadixEr hätte dies „aus rein sachlichen Gründen und nur dem Land zuliebe“ getan, so Mr. Sonne-Pluto (rechts Mittags-Stände) heute in verschiedenen Interviews. Und nun rätselt Deutschland und halb Europa, wie so ein eklatanter Rechtsbruch in Zeiten wie diesen überhaupt möglich sein kann und man ist schon fast geneigt, Herrn Schmidt die alleinige Verantwortung dafür zuzuschreiben, denn angeblich hat er dies auch völlig allein entschieden. Schließlich sei er ja der zuständige Minister…

Nun ist das Wunderbare an der Astrologie einerseits, dass man selbst Personen wie Herrn Schmidt, denen man noch nie im Leben begegnet ist und die man auch ansonsten kaum wahrgenommen hat, relativ schnell einordnen bzw. verstehen kann, wenn man sich mit ihren horoskopischen  Grundanlagen beschäftigt. Da wird dann zum Beispiel besagte Sonne-Pluto Konjunktion maßgeblich, denn nach der übereinstimmendem Erleben vieler Millionen Menschen besteht unter solch einer Konstellation zumindest eine übergroße Wahrscheinlichkeit, dass es  im Leben häufig um das Thema Macht und Ohnmacht geht.

Was selten harmonisch und einfach ausgelebt werden kann, sondern dann mehr über solche Vorgänge wie gestern manifest wird. Je nachdem, welchen inneren Weg die betroffene Person einschlägt, zeigt sich eine solche Anlage auch im Umgang mit der äußeren Welt. In diesem Zusammenhang sollte man sich zumindest einmal Herrn Schmidts offizielle Stellungnahmen ansehen, dann werden einem womöglich zwei Dinge auffallen:

Zum einen kann man seine Haltung durchaus als narzisstische Selbstbeweihräucherung einstufen, denn da ist auch heute nicht die Spur von Einsicht und Reue, ganz im Gegenteil. Er benutzt (im Sinne von missbraucht) sämtliche Grundeigenschaften, die man ja tatsächlich dem Jungfrau-Archetyp im positiven Sinne zuordnet und beansprucht sie für sich selbst. Er hätte nur aus Sachkenntnis und Pflichtbewusstsein heraus entschieden, er musste diese Entscheidung zum Wohle Deutschlands treffen, es lag ja in seiner Verantwortung usw. usw. usw.

PatentglyphosatWohlgemerkt, Christian Schmidt spricht dabei über die Entscheidung, europaweit weiterhin einen sogenannten „Weedkiller“ zu verwenden, bei dem zumindest die Gefahr besteht, dass er einerseits bei Menschen Krebs verursachen kann. Andererseits mitverantwortlich ist für das große Insektensterben, dass nachweislich seit der übergroßen Verwendung solcher Mittel in der Landwirtschaft katastrophale Ausmaße auch bei uns angenommen hat. Herr Schmidt hat also zum Wohle unseres Landes entschieden, dass wir uns diesen Gefahren weitere fünf Jahre aussetzen müssen, auch wenn er sich durchaus bewusst war, welche Reaktionen das auslösen würde.

Nun könnte man, ohne astrologisches Hintergrundwissen, ja denken, der Mann steht eben zu seinen Überzeugungen. Ihm liegt viel an einer sachlichen und wahrheitsgemäßen Darstellung des Thema und deshalb hat er ebenso entschieden. Das könnte durchaus sein, wenn, ja wenn Herr Schmidt nicht ausgerechnet gestern eine ziemlich genaue Opposition des aktuellen Neptuns (der stand gestern bei 11°28 Fische) zu seinem Radix-Mars (ebenfalls als Mittagsstand ca. 11°30 in der Jungfrau) erlebt hätte. Hinzu kommt noch, dass Neptun genau an dieser Position schon seit ca. 14 Tagen fast stationär feststeckte und sich diese Spannung vor vier Tagen durch die Beendigung der Rückläufigkeit noch verstärkte.

Neptun-Transite haben erfahrungsgemäß sehr viele Facetten, sie können durchaus zu einer absolut einzigartigen, spirituellen Erfahrung führen, wenn man sich dementsprechend mit dem eigenen Leben befasst. Im einem normalen, sprich, erst mal vorwiegend von Nichtwissen darüber und von spiritueller Ignoranz geprägten Alltag, sind Neptun-Transite aber äußerst schwierige Herausforderungen, die nicht selten zu einer inneren und äußeren Verstrickung in zwielichtige und mysteriöse Umstände führen.

Dann ist man manchmal plötzlich durchaus auch gezwungen, sich die Wirklichkeit umzudenken und schönzureden, denn nur so kann man, wo sie diffus unwahr sind, die eigenen Handlungen noch vor sich selbst rechtfertigen. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird den Fischen, als dem Domizilzeichen Neptuns, deswegen häufig die Manifestation sowohl von heiligen und großen Geistern, wie auch von Lügnern, Betrügern und Verbrechern zugeordnet. Je nachdem eben, wie jemand mit diesen Herausforderungen umgeht und welche Ziele er oder sie hat.

In diesem Zusammenhang ist erstaunlich, dass Herr Schmidt selbst in Fernsehinterviews ähnliche Handlungsweisen präsentiert, wie man sie von destruktivem Neptun kennt. Er versucht dabei ganz offensichtlich, nicht direkt und nachweisbar zu lügen, weicht aber bestimmten Fragen permanent aus und antwortet stattdessen ins Leere hinein, so als könnte man dadurch bestimmte Dinge ungeschehen machen. So zum Beispiel auf die Frage in einem N24-Interview, ob er sich mit Barbara Hendricks abgesprochen hat und wie genau das vonstatten ging (siehe Video). Es scheint mittlerweile sicher zu sein, dass Schmidt nicht nur eigenmächtig gehandelt hat, sondern seine Absichten der Umweltministerin gegenüber auch  noch verschleiert hat. Denn um 13:07 Uhr am Montag schickte Schmidt nach Aussage von Hendricks eine SMS, nachdem die SPD-Politikerin  zuvor noch mit dem CSU-Politiker telefoniert hatte und ihm ihr Nein zur Glyphosat-Verlängerung mitgeteilte. In dieser SMS schrieb Schmidt, dass der Dissens bestehen bleibt und: „Es ist völlig klar nach der Geschäftsordnung der Bundesregierung, wenn es einen Dissens zwischen zwei Ministerien gibt, dann muss man sich enthalten."

SMSSchmidt

Das ist der wahre Skandal. Wenn das richtig ist, hat Herr Schmidt seine Kollegin nicht nur übergangen, sondern auch völlig im Unklaren darüber gelassen, was er vorhat, und sie sogar noch in einer Scheinsicherheit gewiegt. Das würde man normalerweise eine glatte Lüge nennen, aber Herr Schmidt hat sicher auch dafür eine andere „sachliche“ Erklärung. Nur – wenn so etwas unter einem Neptuntransit stattfindet, kann es zwar durchaus sein, dass es sich nur um die Aktion eines verwirrten Ministers handelt. Ebenso groß ist aber die Wahrscheinlichkeit, dass sich dahinter weitaus mehr verbirgt, als nun offiziell erklärt wird.

Denn wem nützt diese Entscheidung? Vermutlich vor allem der BAYER AG, die ja schon im letzten Jahr beschlossen hat, MONSANTO, den weltweit größten Hersteller von Glyphosat zu übernehmen und jetzt nur noch auf die Zustimmung der Aktionäre und der Kartellämter wartet (siehe auch Stoppt Glyphosat).

Insofern wird Angela Merkel nicht wirklich traurig darüber sein, dass ihr Landwirtschaftsminister diese Entscheidung fällte. Inhaltlich zumindest hat er ihr damit sicher einen Gefallen getan, allerdings dürfte sein Alleingang nicht mit der Kanzlerin abgesprochen worden sein. Denn die hat gerade Mars im Quadrat zu ihrer Sonne-Uranus Konjunktion, was in aller Regel ein Hinweis darauf ist, dass der Ursprung des Ganzen, die eigentliche Aktivität nicht von ihr ausging, sondern sie eher davon überrascht wurde (Mars-Uranus-Verbindung). Und sich nun auch ziemlich darüber ärgert, weil dieses Vorgehen ihren Koalitionswunschpartner jetzt erst richtig aufgebracht hat.

Kann man sich aber wirklich vorstellen, dass selbst ein Christian Schmidt mit solchen Verhaltensmustern, die man üblicherweise als egomanisch bezeichnen würde, so einen Skandal ohne Rückendeckung auslöste? Bleibt die Frage: Hat sein Chef Horst Seehofer davon gewusst? Nun – Seehofers Sonne steht auf 11°53 im Krebs. Der aktuelle Neptun, der gestern Schmidts Mars in diesen Skandal trieb, steht gerade im Trigon zu seinem Persönlichkeits-Mittelpunkt. Zudem läuft auch noch Jupiter „inTrigo“ zur Sonne des bayerischen Ministerpräsidenten, der nun sicher nichts dagegen hat, wenn einem Großkonzern wie Bayer dadurch ein paar Milliarden mehr Umsatz ermöglicht wird. Wäre er ebenfalls übergangen worden, hätte man zumindest ansatzweise auch bei ihm ähnliche Auslösungen finden müssen, wie bei Merkel. Stattdessen steht der aktuelle Mars in Konjunktion mit seinem Waage-Mond, wäre er also tatsächlich von Schmidt übergangen worden, hätte er sich mit Sicherheit schon gestern ärgerlichst zu Wort gemeldet. So aber kann diese Konstellation durchaus auch als passive Aktivität seitens Seehofer interpretiert werden, denn bis jetzt schweigt München. Und das wird seine Gründe haben...

HorstSeehoferRadix

Vor diesem Hintergrund könnte man dann durchaus auch noch einmal das Scheitern von Jamaika neu bewerten. Denn ausgerechnet die Annäherungen zwischen Grünen und CSU im Bereich der Agrarwirtschaft wurden ja fast schon überbetont in den anschließenden Stellungnahmen. Aber eines hätten die Grünen oder ein grüner Umweltminister ganz sicher nicht akzeptiert – eine weitere Zulassung von Glyphosat. Die FDP hatte sich als Vertreter der Wirtschaftskonzerne aber schon in der Vergangenheit massiv für die Zulassung von Glyphosat eingesetzt, ebenso Herr Schmidt und die CSU. Wie hätte unter solchen Voraussetzungen überhaupt eine Jamaika-Koalition zustande kommen sollen?

Auf diese Frage wird es ganz sicher keine astro-logischen Antworten geben, aber vielleicht mag diese Auflistung von „kosmischen Zufällen“ ja den einen oder anderen Verantwortlichen zumindest zum Nachdenken bringen, um diesen unglaublichen Bruch aller Regeln nicht einfach auf sich beruhen zu lassen. Denn die Konsequenzen aus dieser Entscheidung sind für niemanden wirklich abzusehen. Sollte Glyphosat tatsächlich hauptverantwortlich für das große Bienen- und Insektensterben der letzten Jahrzehnte sein, dann könnte alleine dieser Umstand in fünf Jahren Realitäten schaffen, die keine Macht der Welt mehr rückgängig machen könnte. Und von denen wir alle unmittelbar betroffen wären.

So etwas darf sich nicht einfach wieder in allgemeine, neptunische Kollektivdemenz auflösen, es wird Zeit solche Entscheidungen, deren Konsequenzen ganze Generationen schädigen können, nachhaltig zu ahnden.

Titelbild: Thomas Lother [CC BY-SA 3.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

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Freitag, 15. Dezember 2017

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