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Die Seelen, die Zeiten + die Raben

raven1008Stell dir vor, du bist begraben im Reich der Knochen, die einst den Seelen ein Zuhause gaben - und nur einmal im Jahr kommst du ans Licht und siehst die Wolken über dich hinwegziehen, hörst die Menschen über dich reden, spürt den Boden, auf dem du einst gingst. Wir fühlen im Kern das Wesen Skorpion, wie es ihn nach innen zieht und nach draußen schiebt. Auf den Erdboden des Stiers, den der Löwe, der Mensch, mit Wassermann, den Himmeln, verbindet. Die fixe Zeit der unendlichen, gefährlichen Tiefen ist jetzt. Damals und immer. Wo Erde in den Himmel will, muss es vorher skorpionisch werden. Sonst wird es nicht pur, sonst wird es nicht Wassermann, sonst wird es doch wieder: Liebes, altes Ego.

Man sollte schon auch mal vorher den Schritt ins Erkennen der eigenen Macht und des Umgangs damit wagen, damit die Selbstdistanz des Uranischen sich irgendwann auch entfalten kann. Sie fängt hier an. Ein bisschen Sollte, Müsste, Könnte wird zu Soll, Muss, Kann. Auch skorpionisch, aber zum Guten. Das ist  schließlich einer dieser Zwischentage, aus den Zwischenwelten, wo man gut daran tut, AUCH sich selbst und sein Verhalten anzusehen: Wie wirke ich verantwortlich mit den und für die anderen?

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Auch das ist ja Skorpion, nicht nur die Manipulationen. Die Krähen und Raben fliegen, und heute, nachts, passiert der alte, heidnische Übergang: Samhain gilt als Öffnung der Pforten zwischen den Universen.

Menschen denken an die, die sie verloren haben, man feiert die Gespenster, auch die eigenen, indem man sie spielt. Halloween, das Vereinigungsfest von Unten mit Oben, über dem die Elfennebel schweben. Der dunkle Pol der Welten, der den hellen trifft. Stier-Skorpion, die (Über-) Lebensachse spiegelt das astrologisch. Vor Allerseelen tritt man vielleicht in die wichtigste Phase des 8. Zeichens und seiner Kinder ein. Wir  gehen in den Wandel, von innen nach außen, aber dafür müssen wir absteigen. Es wird oft weh. Pluto in jedem von uns ist ja da. Nun taucht er mit seinen bekannten Themen in den manchmal geisterhaft kalten Tagen auf. Mond und Neptun schwemmen alles Unfertige massiv ins Bewusstsein.

So, wie die drei spirituellen Anzeiger eben stehen in jedem Horoskop. Wenn es gut geht, wird uns diese Zeit wandeln und wir können uns so selbst verwandeln, in eine Richtung, in der es schöner für alle ist. Der erste Mond im neuen Monat wird ja ein dunkler sein. Da melden sich die guten Geister und die Gespenster, die wir im Inneren am Leben halten. Das, was uns nicht loslässt, besetzt, drückt und damit zur nötigen seelischen Transformation bringt.

Gerade jetzt wäre es gut, genau hinzusehen, wo in den Umwegen und Hindernissen, die sich seit Neujahr auftaten, überraschende Wendungen und Hinweise steckten. Vor lauter Leid über alles, was schiefging, übersieht man das leicht. Der vorletzte Neumond im Jahr, am 7. November schon, schwemmt uns wirklich tiefer ins Innere, weil Jupiter seinen Abschluss im Skorpion macht und ja bereits seit über einem Jahr im kollektiven Unbewussten als Erhellung des Fehlenden arbeitet. Sein Zyklus im Zeichen wird überprüft. Sind wir endlich an dem, was sich vor uns versteckte, in uns, wie WIR wirken auf die anderen, nicht, wie andere wirken auf uns? Das 8. Prinzip zielt doch auf's DU, nicht auf's ICH. Darum ist Skorpion auch für manche so unerträglich, weil er - falsch verstanden - und gedankenlos gelebt, auch destruktiv immer auf den anderen zeigt. Dabei ist er auch konstruktiv Du-bezogen. Er stammt aus dem Begegnungs-Quadranten. Ist man mit sich mutig, werden blinde Flecken jetzt sogar müheloser ausradiert bis abschattiert.

Verdrängung wird darum auch jetzt noch viel, viel schwerer als sonst. Auf dem letzten Skorpion-Grad erledigt Jupiter zu Neumond Feinarbeit und weckt schlafende Hunde in uns auf. Auch Tiere schlafen nicht gut. Unser Traumleben ist mächtiger als sonst und manchmal melden sich sehr alte Traumata. Das kann sich anfühlen wie in einer Parallelwelt im Schlaf aufzuwachen, in Gegenden, die man schon lange kennt und verloren hatte. Als würde man eine uralte Heimat wiederfinden, nach der man sich sehnte und wo man nie ankam. So unscharf sind Integrations-Prozesse in Wasser. "Nur" Gefühle, wenn etwas endlich einklickt. Habe verstanden. Es "lag doch an mir". Aber es ist ja gar nicht Schuld, sondern nur Unwissenheit, wenn wir alle mit plutonischen Verteidigungsprozessen und Grenzüberschreitungen so leicht bei anderen immer wieder Angst auslösen und Entwertungen schaffen. Wo und wie? Sieh nach deinem Pluto im Radix, dem Zeichen des 8. Hauses und dem Feld, das Skorpion anschneidet.

Demeter wartet. Es warten die Mütter mächtiger Riesen. Die Nornen, die drei, formen zur Kugel den Blitz im Gewitter, schneiden den Faden nicht. Eiapopei! Geisterzug wiegt sich auf schwankenden Ästen, Tau füllt den Tränenkrug herztotem Kind, aber die Tropfen, schon zitternd am festen Rande - er läuft nicht. Denn Götter: sie sind. (Hollunderzeit, Friederike Langgässer, Fische-Sonne, AC Scorpio Kon Jupiter in 12) 

Neptunier und Plutonier wachen jetzt morgens häufig tatsächlich mit einer großen Sehnsucht auf, da die Bewegung vom Skorpion zu den Fischen sehr fließend ist. Im Skorpionischen fühlen wir bloß wirklicher, spüren so überdeutlich, was unserer Seele fehlt (von den anderen, immer den anderen!). So kommt es zum plutonischen Tiefseetauchen um Halloween. Häufig mit all der Gier nach irdischer Erfüllung. Das, was wir dann später in den Fischen so unendlich weit spüren, dass man es auch "göttliche Sehnsucht" nennt. Den Wunsch nach Einssein, das sich irdisch nicht erreichen lässt. Skorpions Sehnsüchte sind aber stabiler. Manchmal wirklich Süchte, die aus emotionaler Frustration entstehen, Besessenheiten, die ein Opfer wollen, um Hunger und Durst zu stillen.

crowZwischen Pluto und Neptun liegen aber noch Jupiter, Saturn und Uranus. Die Vision, die Verwirklichung und die Freiheit. Alle drei sind nötig, um in den Fischen, der Auflösung all der Verstrickung anzukommen. Oder neue Verstrickung zu schaffen, wenn man nicht weiß, wie Schütze, Steinbock, Wassermann denn "gehen soll". Wie wir durchkommen. Die Muster der Er-Lösung laufen immer gleich. Niemand erlöst sich für sich selbst, sondern immer nur für ein Verschwinden aller Grenzen. Nicht nur in Liebe, sondern vielleicht am bedeutsamsten im Hass. Hier setzt Skorpion an, der bedingungslos ehrlich mit sich und dem Dasein inmitten der anderen sein soll. Darum stellt sich jetzt auch die Frage: Wie weit sind wir wirklich bereit zu gehen, um uns mit unserer Unfertigkeit abzufinden oder von Zorn und Hass aus unseren alten Täter-Opfer-Geschichten abzulassen?

Um das zu beantworten, haben wir einen Winter lang Zeit. Alles im Skorpion (und gerade jetzt besonders der Jupiter, der am Tag nach dem ersten November-Neumond wechseln wird) bewegt sich ja auf Schütze zu. Auf die Horizonte, die zu überschreiten sind, aber die wir nur "sauber" erreichen, wenn wir unsere eigenen Fehler, Defizite, Unfertigkeiten bei allem, was wir draußen an Falschem sehen, niemals vergessen. Wenn wir im Herzen behalten, wer Skorpion in seiner Wirksamkeit ist: Nicht umsonst verletzt er sogar sich selbst lieber, als ein ethisches Prinzip, bevor er einem anderen schadet. Wenn er denn reif genug ist und in endlosen Stahlbädern sich selbst gegenüber gesessen hat, um aufzuhören mit dem: Du bist schuld!

Die 8. Phase ist die einzige, die zu einer solchen gnadenlosen Selbstkritik bis in die letzte Zelle fähig ist. Sie steht darum ja auch im Quadrat zum so oft nur fröhlich spielenden Löwen. Wenn man jetzt damit anfängt, wird Selbstsicht einen nicht zerstören, sondern - im Gegenteil - neu gebären. Skorpion ist der Phoenix. Er allein hat die Kraft der unmittelbaren irdischen Wandlung, weil alles, was er rein anfängt (das heißt, entselbstet tut) sich sofort im Stier gegenüber, stofflich, umsetzt. Erscheint. Damit sage ich nicht, dass etwa nur die Skorpion-Besetzungen über diese Kraft verfügten. Wir alle haben sie, wie wir ja alle Skorpion im Radix haben. Jeder kann schauen, wo er so gelagert ist: Die 1. Quadrantler (Skorpion im 1. Quadranten) müssen IMMER diese Arbeit in dieser Gegenwart, Tag für Tag, selbst tun, die 2. Quadrantler erledigen sie mit dem, was sie erschaffen, 3.Quadrantler erfahren sie von anderen, 4. Quadrantler erleben sie oft als Ergebnis scheinbar schicksalshafter Wandlungen. Wohin dann Pluto jeweils die Themen trägt, sollten wir uns selbst wenden. Hier sehen wir, welche Auswirkungen unsere Wandlungen tief in uns haben.

Diese Zeit erinnert auch deshalb an die Notwendigkeit der Einkehr. Jetzt, wo Wasserwesen, Drachen, Schlangen, Nagas einem im Schlaf begegnen, finden manchmal die intensiven, psychischen Bilder sogar merkbar im Verhalten der Rollenspieler aus der Außenwelt ihre Fortsetzung. Dann sehen wir, wie das ganze Horoskop, unsere innere Bühne, auf einmal durch sie in Bewegung gerät und lebt und begegnen klar unserem 3. Quadranten. Wo wir abgeben an andere, was eigentlich uns gehört (über dem Horizont) oder wo wir ganz wir selbst und entschieden sind (darunter). Da Pluto zur Zeit direkt an seinem absteigenden Knoten steht, fällt uns in diesem Jahr die Wandlung schwerer (die sich von Veränderung des Wassermanns durch Innerlichkeit unterscheidet). Skorpionisches ist so unglaublich hartnäckig. Immer wieder fliegen darum auch bei der Frage, welche Rolle wir selbst und unsere Traumabrillen eigentlich im großen Leidzirkus spielen, die großen, schwarzen Vögel des Schmerze erst in und dann aus ihren Käfigen.

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Ein wirklich schmerzhafter Reinigungs-Prozess, der die Reste des Unverarbeiteten aber immer ausschwemmt. Nach dem Mythos ist der Schleier zwischen der Oberwelt und den Unterwelten gerade heute Nacht dünner, durchsichtiger, bewegter als irgendwann sonst. Rechnerisch steht der Neumond am 7. November (rechts) wie im letzten Jahr Vollmond am Ende der alten verbrannten Straße (Via Combusta 15° Waage und 15° Skorpion). Während Sonne hier wandert, brennt immer die Luft vor Archetypen, Symbolen, Ahnungen. Vielleicht feiern wir auch deshalb das, was uns heilig ist, als Weg. Wie auch die Toten, auf deren Knochen wir gehen, weil sie uns Leben geschenkt haben. Typisch für alle, die hier eine Anbindung haben, ist: Ohne Skorpion kommen wir weder ins Leben, noch in den Tod. Und niemals in die erwirkte Veränderung des Uranischen.

Das Rad dreht sich überm fixen Kreuz: Binden und lösen, erlauben und verbieten, anknüpfen und entknoten. Da, wo es still ist, findet man die seelische Wahrheit vor der namenlosen Wahrheit der Fische jetzt übrigens am Leichtesten. Nicht da, wo wir kämpfen müssen und immer wieder Skorpions Klebstoff versuchen, doch bitte endlich unsere Nägel einschlagen zu dürfen bei anderen, damit wir auch "richtig" gehalten sind. In Beziehungen, Familie, bei der Arbeit. Das geht oft genau in dem Maß schief, wie wir Kraft gegen Widerstände einsetzen. Wasser, selbst fixes Wasser im Skorpion, bewegt nur gut, wo es fließen oder stehen kann, wie die Welt es erlaubt. 

Erst dann, wenn man die anderen einbezieht, auch als Blockierer der scheinbar so "korrekten" eigenen Rechte, entfaltet sich die ganze Kraft des Pluto. An ihrem Widerstand lernen wir, wo uns etwas fehlt. Merkur Spitze 8 für Greenwich zeigt im Schützen, dass man im Skorpionischen für andere endlich auch gedanklich "seine Visionen" einsetzen sollte. Verbindlich. Der Neumond und Jupiter in 7 mit Pluto am MC will Ergebnisse, kein Gerede mehr. Tu es für ihn, sie, es, dann tust du es für dich. Wandle deinen Blickwinkel dauerhaft - Richtung Stier-Ac mit Herrin Venus in 6 Waage. Sichere andere endlich praktisch ab und dann erst diskutiere darüber. 

Aber machen wir uns nichts vor. Trotzdem kann man sich ziemlich allein fühlen, nachts, zwischen bedrohlichen Schatten der eigenen Verletzung, die so oft gegen "dein Verhalten" gesetzt werden. Was letztlich auch nur unsere plutonische und neptunische Lagerung widerspiegelt. Uranus tickt zwischen Stier und Widder, Absicherung und Kampf. Samhain, Halloween, Allerheiligen markiert da eine Wende nicht nur im keltischen, sondern auch astrologischen Jahr - Abschied als Bedingung jedes Anfangs. Zwischen Herbst-Äquinoktium und Winter-Sonnenwende sinkt die Welt nach innen, stirbt aber nicht. Der Trost, wenn man das wehe Ziehen im Herzen spürt, das mit Heilung einhergeht. Da, wo man abrückt vom Selbst. Das hat nicht mit Märtyrertum zu tun, sondern mit Entscheidung.

Wir verbinden jetzt auch systemisch wieder mit den Ahnen, wo Erde in die Dunkelhälfte abtaucht. Seelisch überfliegen uns die Raben, auf denen die Seelen derer reiten, die wir geliebt haben und vermissen. Zugleich erinnert man sich gut an alles Schmerzhafte aus der Vergangenheit. Nur daraus, was uns angetan wurde, lernen wir, was wir anderen nicht antun sollten. Heute und morgen Abend können wir ihnen und uns eine Kerze anzünden, die für alles brennt. Das, was sie und wir erlitten und das, was sie und wir erlöst haben. Wir verbrennen das Gewesene in ihrem Licht. Wir fangen neu an. Bei uns und dem, was wir zu geben haben.

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Da, wo man weiß, dass man jemandem wehtut (so dumm uns auch die Gründe vorkommen), sieht man jetzt richtig. Da fängt alles an. Vielleicht erinnert sich jemand daran, morgen, übermorgen oder in 14 Tagen eben nicht den einen gemeinen Satz nachzuschieben, der ihn selbst vielleicht als Kind gerettet hätte aus der Ohnmacht, als er von den Eltern kleingemacht wurde. Aber wir sind jetzt erwachsen. Zwanghaft Skorpionisches manipuliert damit einfach doch, um eine schwer verletzte Kinderseele in sich zu erlösen. Reife Skorpion-Besetzungen lernen Stück für Stück an jeder dieser kleinen Hassaktionen im Alltag, wie man sich aus dem Kreislauf der verspäteten Ermächtigung befreien kann. Man lässt es einfach. Man tut dem anderen nicht mehr weh. Weil man weiß, wie Schmerzen schmerzen.

Und dass die wirkliche Antwort auf Ohnmacht nicht Macht, sondern ein praktisches Konzept gegen das Entstehen von Ohnmacht bei anderen ist. Es fängt damit an, dass man ernsthafter bei sich ansetzt, um sich und andere von den wiederkehrenden Mustern von Schmerz zu erlösen. Das ist so unglaublich schwer, wie ich selbst oft genug erlebt habe. Was dem entgegensteht, ist Skorpions Trotz und Rechthaberei. Aber jeder plutonisch Besetzte hat genau diese Power der Wandlung. Es wäre schade, das Geschenk in immer gleichen Kämpfen an den Sender zurückzugeben. Dieses Leben. Das Radix dieser Samhain-Nacht, auf den Nullmeridian Greenwich erstellt, ist merkwüdig. Vor allem für Frauen. Ich berechne es auf die Minute vor Mitternacht zum 1. November, da Samhain traditionell als Feier des Unsichtbaren am Vorabend begann und in der Nacht zum Monatswechsel gefeiert wurde.

Wieder trägt es das große Kreuz der Fixzeichen. Löwe im Aufgang mit dem unverstandenen Mond (Bann und Verzauberung des Weiblichen), einer Sonne nah am tiefsten Punkt, dem IC und Merkur-Jupiter im 4. Haus. Hier ist Zuhause, woher wir kamen, wo wir immer sind. In uns. Nigredo, die Schwärzung des Plutonisch-Saturnischen, mit dem Symbol des Raben, führt alchemistisch zum Stein der Weisen, vergraben im Bauch der Erde. Im Abstieg des Moments steigen wir erst zu uns selbst auf. Merkur auf 0° Schütze mahnt, dass wir eine Vision der Stabilisierung (2) und Freiheit (11) benötigen, um den Weg durch uns selbst zu uns selbst dann auch wirklich zu gehen. Neptun Herr 8 auf Spitze 8 verspricht Hilfe des Namenlosen. Der guten Geister. Des "Wahrhaftigen" bei dieser Wandlung.

Wer löst also das, was bindet? Welche Verbindlichkeit hat Lösung, wenn sie nicht zur Umsetzung führt? Das sind die Inhalte des Fixen, hier mit dem Stier in der Himmelsmitte und Saturn, der in 5 Steinbock wie Pluto die Lebenskraft nur für stofflich auch Umsetzbares, Erwirktes zur Verfügung stellt. Eine Feier der Erde. Samhain, Halloween, Allerheiligen ist ja auch eine Mahnung: Messzeit, Maßnehmen für das, was wir uns und anderen zumessen. Es gibt keinen Unterschied.

Nigredo, die Schwärzung, ist mit der Transformation der Prima Materia in den Stein der Weisen, die als Bild im Skorpion-Schützen stecken, ausnahmslos ein schmerzhafter, rückwegloser, mutiger Prozess. Wir alle sind aber so oft beschuldigt worden, dass es schwer fällt, eben nicht mit Beschuldigung zu antworten. Skorpion fragt nach der Tiefe der emotionalen Erkenntnis: Wer bist du dahinter? Wie kontrollierst du deine emotionalen Lecks und das, was dir fehlt, wenn wieder mal Schmerz dich bestimmt? Mach dir klar, dass Schmerz niemals ganz aufhören wird. Auf sein Ende zu warten, bevor du dein Verhalten änderst und ohne Gegengeschenk ethisch wirst, ist nur ein neuer ScienceFiction-Film. Diesmal in deinem Kopf. Ewig, es hört nie auf.

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Wir werden vermutlich unendlich unglücklich bleiben, wenn wir versuchen, Leben, das sich gegen unsere Allmachts-Fantasien sträubt, weiter in unsere Konzepte zu pressen (die Klebstoffseite des sonst transformierenden Pluto). Leiden ist aber nur vermeidbar, wenn wir den eigenen Schmerz nicht zu einer großen, glänzenden Sache machen, die ausgerechnet uns allein immer wieder zustößt. Weil wir ihn nur in uns selbst derart bitter spüren. Wenn Schmerz den Schmerz aushält und mit ihm einfach, gut, klar weiterlebt. Wasserzeichen aber ahnen reflexhaft, wie sich das Leiden der anderen anfühlt. Denn es gibt da den kleinen Trick des Daseins, dass Wasser sich selbst am meisten verletzt, wo es andere verletzt. Wir können seelisch darum auch gerade von uns selbst ausgeteilte Wunden nicht gut ertragen.

Und genau das kann ein Start für einen ganz anderen Zugang als üblich sein, den man sich sonst so vornimmt, wenn man spirituell unterwegs ist und sich schon geläutert fühlt, sobald man dem anderen nur etwas netter, softer als sonst erklärt, was er tun oder lassen soll. Am Ende bloß, um uns selbst nicht zu verletzen. Uns zu heiligen. Lassen wir es einfach ganz. Beim anderen anzufangen, um selbst besser reagieren zu können, ist die eine doppelbödige Skorpion-Variante. Die andere legt sich selbst in die Waagschale und wandelt sich wirklich, um für andere bindende Basis zu sein. Ja: Man kann kritisch werden, ohne Kritik bitterböse zu formulieren. Sich abgrenzen, ohne die Tür völlig zu schließen und den Schlüssel wegzuwerfen. Genau zuhören, wenn einem schon die Erwiderung auf einen Vorwurf auf der Zunge liegt, statt sofort loszuschießen. Man kann freundlich sein, wenn feindlich gezielt wird.

Man kann aber immer vor diesen Wechselspielen sich selbst auch gründlich im Spiegel ansehen. Was habe ich in die Situation gegeben, um solche unverschämten Antworten zu bekommen? Nichts? Immer nichts? Wirklich wahr? Welchen Schmerzpunkt im Du habe ich gepflegt übersehen? Wo schätze ich meine Verletzung höher als deine? Wo bestehe ich auf deine Wandlung, wenn meine an der Reihe ist. Nur ich kann mich verändern. Nur mich.

Was für eine Aufgabe, vor allem für uns plutonische Menschen, die Freundlichkeit leicht mit Wehrlosigkeit verwechseln. Die als Wasser im Wasser der Gefühle so wehrlos sind, weil sich sich so fühlen. Wir denken uns aufgeregt, bekämpft. Wenn die Erde zu schlafen beginnt, führt aber nun mal die Treppe der Wahrnehmung an die Orte, wo wir immer noch derart fehlbar sind und wo wir damit den anderen fehlen als Mutmacher, Unterstützer, Wandler. Zu Samhain, Halloween, Allerheiligen haben gerade Saturn und Pluto (in ihrer Unbestechlichkeit von Konzept und Ergebnis) so große Bedeutung. Jeder wird viel für alle Prozesse rundherum tun, indem er sich selbst im Horoskop noch einmal anschaut, auslegt, neu bewertet. Die Brillen. Die ewigen Voraussetzungen, die man sich so schafft, bevor man zum Mitmenschen werden "kann". Angeblich. Jetzt steigt Persephone zu ihrem schwarzen Bräutigam Hades-Pluto tief in die Unterwelt. Neptun in den Fischen ist wie ein Versprechen: Es herrscht dann Chaos, wenn du die Liebe isoliert zu dem zusammenschusterst, was du für wahr hältst. Bist du wirklich die Liebe? Schau dich an.

An diesen Tagen können manche mit starkem Neptun in Wasserhäusern oder großen Aspekten zu persönlichen Planeten hellfühlig oder hellsichtig einfach "wissen", was es braucht, um das Leben von Innen nach Außen in Fluss zu bringen. Es liegt darum auch eine so große und rührende Würde über dieser Zeit. Skorpion-Jupiter, zum Letzten: Wichtige Entscheidung. Binde, füge, lebe, löse. Werkzeuge von Macht, Ohnmacht, Erschaffung und einer nachhaltigen Veränderung. Skorpionisches war ja immer schon ein Probelauf für den großen Abschied. Der Umgang mit dieser Phase jetzt (ob unreif oder nicht) und unser Verhältnis zum Pluto (unserem und dem anderer) lässt ahnen, wie wir mit allen Toden umgehen werden. Ob wir fortlaufen wollen (dann wird es wehtun), ihn mobben oder die Arme für das ausbreiten, was unvermeidlich ist. Eine gute Übung. Skorpion bietet wirklich jedes Jahr unseres Lebens eine neue Chance: Wir lernen doch gerade im Dunkel unseres Schmerzes, Vermissens und der Schuldigkeiten, die wir so gern nur den Skorpionen überwürfen, mit uns selbst ehrlicher umzugehen. Da, wo wir noch gegen das Weh derjenigen ankämpfen, die um uns herum genauso leiden an sich und anderen, wie wir. Auch uns deckt der Schnee zu, auch wir werden unter der Decke bald neu. Für uns, die wir Menschen gehasst und geliebt, uns schuldig gemacht, reingewaschen, gegen Angst verloren und gesiegt haben, heisst der Abstieg in den Schatten der Sonne: Endlichkeit. Mein Dunkel, nicht deines.

Die dauernde Nacht wird uns ja alle irgendwann einholen, aber bis dahin bleibt Zeit, immer wieder ethisch zu sein. Seien wir also eine Weile hoffnungsvoll. Schütze ist ja in Sicht. TROTZ oder WEGEN allem, was schmerzt. Wenn Schütze Skorpion und seine Ansprüche an Wahrheit in seinem Rücken nie vergisst, wird das Leben ein bisschen besser, ehrlicher, zugewandter sein. Wenn wir uns darin erkennen, in dieser Folge, und die Option, eine Wahl zu haben. Nicht gegen den Schmerz, aber gegen unsere Befeuerung der Wunden, indem wir sie weitergeben. Man kann auch voller Leid bejahend einwirken. Das Leben kann einen schmerzen und wir sind trotzdem fähig, mit anderen für andere zu sein. Man muss es nur TUN. Was uns heute begegnet, kann ein Zeichen sein. Für das Wesentliche in uns, das sich mit dem Wesen derer, auf deren Schultern wir stehen, verbindet. Wer immer heute um etwas bittet, fordert, uns beschimpft, etwas abschlägt oder etwas schenkt, kann eine Botschaft für uns haben. Wie immer wir heute auch reagieren, wir legen einen kleinen, privaten Samen in die abkühlende, lebendige Erde und bestellen den Boden der Veränderung. Auch Wassermann wird folgen, am Ende die Fische. Irgendwo wird jemand eine Kerze für uns anzünden. Das können wir tun: Wir stecken im Dunkeln das Licht an, denn wir brauchen ja das Dunkel, um das Licht leuchten zu sehen und wir brauchen das Licht, damit das Dunkel in seiner Zartheit und Wildheit leuchtet.

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Bilder (bearbeitet): Toni Frissell, Hubble, Pixabay & Public domain via Wikimedia Commons

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