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Die düstere Seite des Jupiter

jupVision ist immer auch ein Tod der Wirklichkeit. Kaum etwas zeigt das besser als die Geschichte von Missionar John Allen Chau: Die Wichtigkeit der Brücke von Schütze nach Steinbock, die Beschneidung des Möglichen durch Jupiter/Saturn, den freien Fall aus lebendig vibrierenden Halbgötterwelten der 9. Phase - zurück in die mühevollen, endlichen Ebenen des 10. Zeichens. Ins Alltagsleben. Dies ist so ein Drama im Großen, wie es im Kleinen jeden Tag passiert, da, wo jemand mit Pfeil und Bogen der guten Absicht zu hoch zielt.

Aus Schütze heraus, der gerade erst mit Sonne-Jupiter und 1000 Versprechungen so leuchtend aufschien, zuhause. Manchmal werden sie wahr. Oft nicht. Denn Jupiter ist ein Verstärker, kein Umsetzer. Weshalb dieses Beispiel auch zeigt, wo wir uns als Schöpfer scheinbar unendlicher menschlicher Möglichkeiten zu Gott machen und irgendwann wieder und wieder beschnitten werden. Als der Missionar John Allen Chau, Schütze-Sonne, Schütze-Merkur und Schütze-Mars, zum indigenen, "gottlosen", isolierten Volk auf der Nord Sentinel Insel aufbricht, um die Bewohner von dem zu überzeugen, was er für wahre, heilige Größe hält, kehrt er nicht mehr zurück. Er wird von den "hundeköpfigen Menschen" (Marco Polo) dort umgebracht, die jeden Kontakt mit der Außenwelt immer schon ablehnen. Sie haben ihre Erfahrungen mit Besetzungsversuchen der weißen Götter bereits 1879 bei Neptun-Chiron-Konjunktion gemacht. Damals wurde ein Paar Sentinelesen mit mehreren Kindern von Kolonialherren zur Forschung verschleppt. Worauf die älteren Gekidnappten an der Wucht des fremden Beschusses auf ihr Immunsystem starben und man nur die Kids zurückbrachte, mit Geschenken, die natürlich als Trost wenig nützten.

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Hinter der "Verbesserung" von allem, was nicht den eigenen Glauben teilt, steckt eine uralte Geschichte von Hybris, Verunsicherung und Zurückgeworfensein auf den Bestzustand des eigenen Wissens. Ich weiß das Optimum. Schütze. Manchmal zeigt sich so ein Inhalt astrologischer Zeichen schon an der Bewegung der Symbole: Horizontal gespiegelt und gedreht, ergibt Jupiter einen Saturn (Grafik).

Auch Schütze und Steinbock spiegeln sich ja über 0° Steinbock/Krebs aufeinander. Alles, was man in der 9. Phase überhöht, holt die 10. astrologische Stufe auf den Boden der Tatsachen zurück. Jupiter ist Kürze nicht gegeben, man braucht ja die Riesenblasen, um Aufmerksamkeit für Neues zu kreieren. Saturn erst setzt Realität bei ihm durch. Das wird wehtun, wenn man Vision statt Wirklichkeit auch als Ergebnis sucht. So wird im Schützen Mensch zum Halbgott, den Welt dann in ihre Schranken weist. Dass der Missionar John Allen Chau daran scheiterte, seine religiöse Weltanschauung (Schütze) durchzusetzen, spiegelt sich natürlich im Radix:

miss1Geboren mit Sonne am Galaktischen Zentrum, treibt den jungen Amerikaner (links Mittags-Radix) trotz seiner erst 26 Jahre wie viele Menschen mit diesem besonderen Stand eine Vision. Sie muss gar nicht religiös sein, aber ist immer weltanschaulich und beschäftigt sich viel auch mit Größenfantasien. Es kommen Götter, Göttlichkeit oder spirituell exzentrische, powervolle Zugänge darin vor, oft auch mit einer großen Brillianz und vielfach wahrem, aber diffusem Kern. Ein Draufblick zwischen Polemik, Perspektive, Philosophie und immer neugieriger Bewegung. Schütze ist vor dem Ergebnis = Steinbock, in der Suche, nicht im Finden, also am lebendigsten.

Das kann als Gesamtkunstwerk eines Lebens dann Zusammenhänge einerseits in der Welt neu fügen und andererseits zu einem großen Trotz gegenüber dem herkömmlichen Dasein führen. So gesehen ist Chau schon von der Zeichenanlage her ein Bilderbuch-Protagonist des Schützehaften, gerade seiner schwierigen, enthemmten Seite. Hinter der Größe, dem Glanz, der Wärme und einer Faszination für alles Fremdartige (im Positiven wie Negativen), wie sie das Zeichen oft mitbringt. Nur mit Saturn (Disziplin) wird Jupiter aber auch im Leben umsetzend und groß. Großmütig, großzügig, großherzig - kein Protagonist eines inspirierten Heldenarchetyps, der dann doch an seinen Unmöglichkeiten scheitert.

John Allen Chau. Kind aus einer geflüchteten chinesischen Arztfamilie. Als Junge ein Abenteurer und Leseratte, dann Sportmedizin-Student, später Reisender, ein Sucher, Beeinflusser und zum Schluss Mitglied einer internationalen Missionsgruppe. Wenn jemand diese eher grobschlächtig profanen Qualitäten klar an den Tag legt, wie sie die Pop-Astrologie der 9. Phase zuschreibt, dann wirklich dieser Junge, von Klein auf. Mit Venus-Pluto im Skorpion kann er seelisch besessen bis verbohrt empfinden. Saturn-Chiron gibt Untröstlichkeit und Leidensbereitschaft bei. Jupiter in Jungfrau im Quadrat zur Schützebetonung zeigt, wie schwer ihm Verwirklichung des Anspruchs fällt. Das Bild aber sitzt (tief).

"Auf Instagram erschien John A. Chau wie ein unbeschwerter junger Abenteurer - er erkletterte Berggipfel und erkundete den Dschungel. In Wirklichkeit pflegte der Missionar eine tödliche Besessenheit von einem isolierten Stamm in Indien, von dem er schon als Teenager gelesen hatte." (Washington Post)

John war gläubig, wie viele Schützen, aber dieser Glaube hat zunächst mal wenig mit Religion zu tun. Jupiter glaubt, Merkur weiß. Der Junge hatte von Jugend an eine geheime Begeisterung für genau die Sentinelesen, die ihn später wegen seiner Übergriffe auf ihr Territorium töteten. Die drei Zeichen aus dem Du-Quadranten, in deren Mitte Skorpion sitzt wie eine Spinne, spiegeln ja alle alles, was ihnen begegnet. Aber werden eben auch in jedem Erleben von anderen gespiegelt. Was du denkst, fühlst, hörst, bist immer auch du. Denn man hat hier auch Probleme mit dem Einhalten fremder Grenzen. Was einen verschobenen Standpunkt anzeigt - Besetzungen hier oder in den entsprechenen Häusern 7, 8 und 9 fallen mit scharfem Blick für den Sog des Nicht-Selbst auf. Sie begeben sich spontan in die Angelegenheiten des Gegenübers - aus guter Absicht, weil sie entweder von Anfang an beim Du "sind" (Waage), andere fixieren, wandeln/ethisch läutern wollen (Skorpion) oder in eine erweiterte Weltsicht bringen (Schütze). Nicht bewusst, sondern wie im technischen Reflex. Es funktioniert einfach so und kann angenehm sein, wenn man ihre gute Resonanz fühlt. Oder sehr unangenehm, wenn du deine Sache die ganze Zeit zu meiner machst und umgekehrt. Was bedeutet: Die Begegnungszeichen projizieren öfter und Schütze ist das letzte und einzige, das zum transpersonalen Quadranten überleitet und seinen Missionsdrang daher schon als kollektiv nötig erlebt. Dabei bleibt er doch persönlich. Mit allem Chaos, wie bei John Chau.

"Er hat wiederholt diese Insel betreten, und sie haben ihre Geduld mit ihm verloren. Es gibt Glauben und es gibt psychische Erkrankungen. Er verstand nicht die Grenze zwischen Glauben und etwas, das absolut verrückt ist. “ (Brahma Chellaney, Professor Zentrum für politische Forschung in Neu-Delhi, via Washington Post)

Jupiter vergrößert Gut und Böse, um es auf den Märchenkosmos zu übertragen. Auch so eine Besessenheit von einer Mission, sozusagen als querschlagende Essenz eines an sich schönen, optimierenden, offenen, toleranten Schütze-Ausdrucks, findet man dann besonders klar unter Sonne- oder AC-Ständen am GZ. Unter Einfluss der Bewegung seiner drei Schütze-Planeten gibt Chau nun Mitte November endgültig seinem Missionsdrang nach und besucht die "verbotene Insel", wo schon mehrere Menschen ums Leben kamen, die sich nicht an den Souveränitätswunsch der Sentinelesen hielten. chau hat Neptun Quadrat Mars eng. Sonne Konjunktion Pluto. Hier ist die Lebensgefahr. Da er damit auch unterm langsamen zulaufenden Merkur-Neptun-Quadrat fallend steht, kurz vor der Merkur-Wende, mit Merkur/Mars, wird er sich gedrängt gefühlt haben - von innerem Wissen, das bloß Glauben bleibt. Als seine Geschichte bekannt wird, aktiviert Sonne-Jupiter den Archetyp in uns allen. Wir Besserwisser. Wir Weisen. Wir Verirrten. Wir = Gott. Hier erlebt Chau stellvertretend die Übersteigerung der persönlichen Bedeutung für ein Gefüge, die Schütze häufig im Gepäck hat.

Besonders sein Schütze-Mars am Great Attractor, dem übergeordneten kosmischen "Magneten", zu dem alles hinzieht, macht womöglich extremen Druck. Aus den Zitaten geht hervor, dass der junge Mann ja gleichzeitig Angst hatte vor seinem Projekt, aber diese Angst hinter eine vermeintliche Notwendigkeit zurückstellt. Er persönlich ist für die Übermittlung der Botschaft an die "Ungläubigen" wichtig. Einer der größten und geläufgsten Schütze-Irrtümer. Wenn in der Phase 9 (Du-Quadrant) nicht das Gegenüber wichtiger wird als die Mission, geht jeder Ansatz schief.

"Gott, ich möchte nicht sterben", kritzelte Chau in seinem Tagebuch, als er in einem Fischerboot vor der Küste der Insel saß, auf der die Nord Sentinelesen leben, kurz bevor er getötet wurde. "Wer nimmt meinen Platz ein, wenn ich das tue?" (Washington Post)

Es kommt, wie es kommen muss. Der heimliche Vorstoß, die Intoleranz gegenüber vermeintlich Kleinerem als erdachter Größe, endet in einer absehbaren Generalabwehr der Sentinelesen. Für Schütze-Betonungen ist es hilfreich, zu verstehen, dass ihr Zauber der Einwirkung davon abhängt, dass ihre Inhalte nicht beweisbar sind. Dass sie Suchende bleiben müssen, dass genau das ihre Qualität ist. Nur dann vibrieren sie weiter. Entweder Saturn kommt dazu, und sie passen das Erahnte der Wirklichkeit soweit an, dass sie offen auch für Realitäten und ihre Mechanismen bleiben. Oder Merkur-Neptun (die Quadrat-Achse zu Merkur-Jupiter) löst irgendwann größte Verirrungen aus, im Sinne einer Kompensation. Hier ganz buchstäblich, denn das war der Mundan-Aspekt. Und noch etwas ist wichtig: Wenn jemand anderer keine frohe Botschaft möchte, braucht er sie gerade nicht. Ein roter Faden für den Schützen/Jupiter in uns allen, und "wüssten" wir alles dreimal besser als andere.

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Denn dann war da ja noch, anderthalb Jahrhunderte zuvor, ein gewisser Maurice Vidal Portman (rechts Mittags-Radix), mit ähnlichem Antrieb. Auch er hat einen Schütze-Mars wie Chau, sogar im Orbis des Galaktischen Zentrums, im letzten Schütze-Grad. Er ist der Mann, der 1879 dafür verantwortlich zeichnete, dass die Sentinelesen von der Insel entführt wurden - das Ereignis, mit dem der Abwehrzyklus des Inselvolks vermutlich begann. Ein britischer Marine-Offizier, der sich um die Befriedung einiger Andamanen-Stämme "verdient machte". Dieser Schütze-Mars, das beträchtliche, enegetisch aufgeladene Sendungsbewusstsein, beherrscht von Jupiter im Krebs erhöht,.

Also ebenfalls ein Abenteurer, Gläubiger, Forscher, nur im Auftrag der Krone. Sein Chiron steht eng an John Chaus Südknoten, ein Hinweis auf die Gemeinsamkeit einer schmerzhaften, vergangenen Erfahrung. Und mehr: Dirigiert man John Chaus Radix-Chiron (die größte Wunde) im Sonnenbogen auf den Geburtszeitpunkt des englischen "Vorgängers" zurück, steht er beim Tod des jungen Missionars gradgenau im Return. Zurückgerechnet auf 1879, als die Sentinelesen entführt wurden, kommt er - ebenfalls gradgenau - auf Portmans Widder-Merkur zu liegen.

Das ist schon ungewöhnlich. Die Bedeutung solcher Synchronizitäten kann man wirklich nur erfühlen. Von Karma will ich hier gar nicht erst anfangen - weil genau dieses Prinzip der Verbindung durch Weiterführung alter Pfade mit Jupiter im Gepäck sowieso grandios vereinfacht und misserstanden wird. Beide Männer haben Merkur-Jupiter, allerdings im Quadrat. Eine beträchtliche Intelligenz, die zu einem Tunnelblick in der Verkleidung der "Perspektive" ritualisiert angewendet wird. Oder, wenn es schlecht kommt, zu "gutem Glauben", der böse Folgen hat. John Chau hat für den Kick, den Schütze bestenfalls den eigenen Energien verleiht (womit er sie gesellschaftlich nutzbar macht, wenn Saturn dazukommt), mit dem Leben bezahlt. Wie gesagt, er stand unter neptunischen Transiten, die für Schütze und Zwillinge am schwierigsten sind (Quadrate) - denn sie entleeren Einsicht jeder Bedeutung, um Raum zu schaffen für gültig Neues. Nicht für das, was man im größten des kleinen menschlichen Überblicks (9) für den Platz zur Rechten Gottes hält. In jeder Hinsicht, nicht nur mit religiösem oder weitesten Sinn spirituellem Dreh.

Falls man jetzt also annimmt, in solchen Geschichten müsse eine Lehre stecken - vermutlich ist das Gegenteil der Fall. So fällt man auch wieder nur auf den vielversprechenden Jupiter-Kosmos und die Verführung durch die besten, schönsten, wahrsten Belehrungen herein (nur unter erweiterten Blickwinkeln). Das Gegenmittel für zu viel Jupiter ist ja immer noch der angewandte Merkur aus der Jungfrau = behutsame Vorsicht durch Betrachtung, auch der Risiken. Oder ein einschwimmender Neptun. Die Leere, die nach Schütze am Ende in den Fischen immer kommt. Durch die man dann doch vielleicht begreift, dass jeder Sinn, den Dinge haben, die man glaubt oder als bestmöglichen Grund für was auch immer erkennt, bloß Schall und Rauch bleibt. Gegenüber der Größe des Nicht-Greifbaren, das sich jeder Mission, Vision, Erklärung entziehen wird und muss. Am Ende steht die Auflösung, von allem. Auch in der Astrologie, übrigens, auch mit Blick auf diese Geschichte. Neptun lässt sich nur ahnen. Hinter ihm befindet sich, wenn es ihn gibt, wohl erst Gott in aller Unsagbarkeit. 

Bilder (bearbeitet): Pixabay und Wikimedia Commons (PD)

Zitat-Quelle: Washington Post

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