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Dieses zarte Neumond-Netz

spider"Woran wir zu arbeiten haben, lässt sich leicht ausmachen: an allem, was nicht funktioniert." (David Richo)

Ich möchte heute die persönlichen Möglichkeiten der Zeit auf einer ganz einfachen Ebene deuten. Weil mir das so wichtig vorkommt. Nicht die politischen Begegnungen. Denn der neue Zyklus des Neumondes zeigt mit den Lichtern in 6 für hiesige Breiten auch persönliche Notwendigkeiten - oder das böse Wort: Arbeit. Praktische Anpassungen. Einen seelisch ausgelösten Scheinwerfer, der sich darauf richtet, das zu tun, was Dinge wieder ins Laufen bringt, wo sie stocken.

Für Greenwich ist mit Sonne/Mond in 7 das beschrieben, worum es überall geht: Beziehungen und wie man sie verändert - im Skorpion verbindliche Beziehungen. In beiden Neumond-Bildern steht die Herrscherin des Erd-AC Stier (auch der weist ins Praktische), die Venus, rückläufig, in Waage und Haus 6 = Aufarbeitung. Man fängt damit immer bei sich an, unter dem Horizont.

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Venus-Uranus von 6 nach 12 legt nah, dass nun die inneren Systeme fallen müssen, wenn man seine Beziehungen wirklich wandeln will und nicht nur darüber reden. Aber das Reden fällt gerade in der Liebe leichter als das Tun, denn jeder erwartet den Impuls vom anderen. Hier in der Opposition gespiegelt - und sie wird ja noch schärfer. Widder-Waage, der ewige Kampf um Balance, der innen, in mir, beginnt und sich nach draußen fortsetzt, wenn nicht einer damit aufhört. Im Skorpion bekommt die ganze Welt den Schimmer der Verstrickung. Wir paddeln auf dem Styx zwischen Ich und Du immer wieder bloß in die eigenen Unterwelten:

"Die Goldkönige sind innerhalb eines Spinnennetzes verfangen [Lösung, Aufforderung: Verreibe das Spinnennetz]. Der Goldblick ist eigentlich ein Herzblick, das Netz verhindert die eigentliche Goldkraft." (Andreas Bunkahle über Sonne-Pluto oder als Mittel 'Aurum')

Erst am 1. Dezember ist dieser Venus-Uranus-Schub mit seinen Auslösern vorbei. Man muss sich bis dahin von etwas trennen. Vielleicht lieber von seinem Bestehen darauf, Recht zu haben, von den klebrig-süßen Liebes-Romanen, in denen Leidenschaft selten das wilde Geschrei eines extremen Streits ist, als von den Beziehungen selbst. Wenn sie wichtig genug sind, tragen wir den Streit, der nur den Streit in uns selbst spiegelt. Es geht ja hier nicht um Probleme, sondern um Konflikte. Die einen lösbar, die anderen er-tragbar. Der Ruck-Effekt dabei für Skorpion ist immer Wassermann, die Selbst-Distanz. Und siehe, hier läuft gerade Mars, die Kraft, die skorpionischen Trotz befreit. Man tritt einen Schritt beiseite. Was können WIR tun, was ich?

Wenn man die Welle nicht nimmt, hängt man weiter am seelisches Marterpflahl und wartet, dass das Leben einem einen Zauberhut überwirft und sich auf einmal der andere, alles andere, die ganze Welt doch noch als veränderungswilliger entpuppt als man selbst. Und die Umstände für einen wandelt. In der Beratung heißt das immer: "Wann hört der Transit endlich auf?" Aber darum geht es ja gar nicht. 'Der Transit' zeigt ja nur das, was dran ist. Man kann es natürlich überstehen und Veränderung verweigern oder als Wendemarke sehen. Es geht beim Neumond-Klima auch genereller darum, wer schneller aus seiner Haut (6) herauskommt. Wer klüger ist und dabei nicht "nachgibt", sondern vorzeigt, was an praktischen Schritten er selbst denn tun kann. Oder sie. Es ist ja Venus, die hier handelt. Uranus wartet verzaubert in 12 und kommt nicht allein aus seiner Larve, nur durch Neptun. Bloß ist Mitgefühl nicht wirklich antrainierbar. Manchmal sollte man Astrologie schon wörtlich nehmen. Manchmal kann man auch einfach denken: "Du armer, armer Mann!", weil man von sich selbst weiß, wie stressig es ist, verzaubert zu sein (neuerdings nennt man das ja Problemtrance) und verwirrt keinen Schritt mehr gehen zu können. Auch wenn man schon ahnt, wie nötig praktisches Handeln wäre. Aber es gibt die, die es können und andere können es nicht. Jetzt nicht. Dann macht man es eben selber. Ich ändere, wenn ich Veränderung will.

Nun ist Venus dran, aber Venus, rückläufig, ist unwillig. Saturn in 9, Pluto in 10, beide aus dem Steinbock. Es geht auch darum, die Mühen der Ebenen schätzen zu lernen und so nachhaltig zu wandeln, was immer ein Angriff auf das Ego ist. Wenn jemand einen nicht schätzt, wert-schätzt. Stier eben. Stattdessen wäre es wirklich gut, einfach Schritt um Schritt mit der Zeit zu gehen und selbst Venus zu übernehmen. In sich zu gehen (retro) und in 6 das, was zu tun ist, auch zu tun. Leider kommen einem oft die eigenen Liebes-Rituale dazwischen. Beziehungen sind ja viel. Nervig, erfüllend, anstrengend, zehrend, liebend, wütend, wärmend, zerstörerisch. Aber eins selten: fair. Liebe ist nicht fair, sondern als Astrolabium Gottes ein Cocktail aus Tiefen, Tendenzen, Traumata, Trigger, Terror und Temperaturen, die sich verdoppeln, wo zwei Menschen sich immer wieder treffen und von Waage nach Skorpion das austarieren müssen, was daran einfach nur ein Kreislauf unverbindlicher Begegnung und was bindende Zuwendung ist. Der Neumond öffnete diese Tore und verleiht gleichzeitig die Energie, mit Sextil zu Pluto und Trigon zu Neptun hinter den Hüllen der Angewohnheiten den Zauber wiederzufinden. Das, was an Menschen tief und tragisch und gleichzeitig unaufhaltsam teilbar ist, in der Seele. Das geht aber nur, wenn man den anderen auch Seelen, Verletzungen, Unmöglichkeiten, Mauern und Rückschritte, kurz: Eigen-Sinn zugesteht.

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Was wir stattdessen oft tun, zeigt diese Venus-Uranus-Opposition: Wir verkünden, was für uns hilfreich, fair, unterstützend und überhaupt endlich mal so wäre, dass wir endlich auch selbst ganz Mensch sein "können". In Klammern: freundlich, harmonisch, zugewandt, mitfühlend, sprich eben alles, was wir vom anderen brauchen. Was Leute voneinander eben so erdiskutieren (Waage) erflehen, erzwingen (Skorpion) oder erpressen. Sonst kann man mal erleben, was Venus-Uranus auch sein kann: Dann war eine Beziehung schnell eine Beziehung. Dann schalten wir auf stur. Die Folge Waage-Skorpion ist vielleicht die gefährlichste in menschlichen Begegnungen. Man muss erst über das Selbst des Löwen, das in Waage seinen strategischen Ausdruck findet, hinweg.

Um auch den Tick konstruktiver auf der nächsten Stufe in den teilweise wirklich schrecklichen, aber wahren Tiefen des Plutonischen anzukommen. Leider ist genau das meist auch der Kitt, der am Ende bindet. Mich an den anderen, der auch Schmerzen, der auch Verzweiflung, der auch Traumata erlebt hat. Wenn ich aber jemanden nur liebe, wenn er mich faktisch so zurückliebt, dass ich auch ein richtig guter Hirte sein kann und unsere Beziehung gern pflege, ist das keine Beziehung, sondern eine Art Arbeitsvertrag. Darum geht es auch in der Thematik dieses vernetzenden Neumondes, der sowohl Wertschätzung, als ihren Ausdruck, als auch die Vision einer Zukunft verlangt (Schütze-Merkur Greenwich Spitze 8). Für dich und mich. Denn 8 ist bezogen, nicht verselbständigt. Jupiter hat nur noch knapp 11 Bogenminuten im Skorpion, steht also (letzter Grad überall) in einer Fische-Tönung.

Mitgefühl zu predigen ist etwas anderes, als Mitgefühl zu haben. Und es zu haben, bedeutet, es spüren zu können, weil das Du genauso als Mensch (und nicht Beziehungs-Erfüllungs-Automat) bewusst "empfangen" wird, wie das Ich. Wenn ich aber selbst kein Bewusstsein für meine schmerzhaften Prozesse habe und Enttäuschung, Verrat, Eifersucht, Verwundung wirklich "sein lasse", da sein, werde ich es dem anderen niemals zugestehen können. Deshalb wird im Skorpionischen vieles so nah, schwer, fixierend und erinnerungsträchtig. Pluto öffnet uns die Türen zu dem, was im Dunkeln liegt (und wenn wir schon 100mal darüber geredet haben, bedeutet es eben nicht, uns in der Fülle dieser Erfahrungen auch wirklich zu begreifen!). Es kommt im Skorpion immer darauf an, wie man in Waage, der direkten Begegnung eingestiegen ist. Im Idealfall erinnert man sich daran, dass man erwachsen ist. Das bedeutet nicht, dass man nicht streitet (jeder Waage-Betonte, den ich kenne, streitet expertenhaft und massiv, wenn er sich berechtigt fühlt = keine Harmonie herrscht). Sondern: Gemeinsam, nicht einsam. Auch das fängt allerdings bei mir an, ohne Ich kein Du:

"Ich kann die Sache mit dir aushandeln und wir können uns durch unsere Kämpfe miteinander näher kommen. In unserer Liebe geht es nicht um Geturtel, sondern um eine reife Verpflichtung dazu, mit unseren Gefühlen und Sorgen geradeaus umzugehen." (David Richo)

Es gibt ein Geheimnis in den drei Zeichen des Begegnungs-Quadranten, Waage, Skorpion, Schütze, deren Jobs am leichtesten auf ein Du (welches auch immer) zu projizieren sind: Was ich für dich tue, tue ich am Ende immer für mich. Es lässt mich gerade sein, mich in mir besser fühlen, ethisch SEIN, wenn ich "Dich" als eigentlich erwarteten Handelnden einfach eine Weile aus meiner Rechnung streiche. Natürlich würdest auch du das letztlich für dich tun, was du für mich tust. Aber: Ich lebe in mir, darum fange ich bei mir an und fordere von mir, was ich von dir viel lieber fordern würde. Waage weicht jedoch ganz gern mal den wirklich wilden, selbst-zersetzenden Prozessen aus, die für eine bindende Beziehung am Ende - zusammen - oft die wichtigsten sind. Deshalb liebt sie "das Positive" = die Bilder = die vermuteten Harmonien ja so sehr. Mit Venus rückläufig im Zeichen wird man ab und zu spontan extrem feindlich, sobald jemand uns unser Bild der Beziehungen zerstört, indem er sich unharmonisch verhält. Aber Waage kann eben, mit einer klaren Absicht, auch unendlich helfen, Schwierigkeiten in Beziehungen kooperativ für etwas Drittes, die Beziehung selbst, anzugehen. Sie darf nur nie den Löwen (in seinem verletzten Narzissmus) als Rückendeckung nehmen, der sie zwar im Sextil schiebt, aber hinter ihr liegt, zurückbleiben soll.

venus001Wenn Waage so erwachsen Skorpion Input gibt, verändern sich oft die existenziellen Kämpfe, die in vielen Partnerschaften oder Freundschaften im Plutonischen sonst bis auf's Messer geführt und zum Schrecken ohne Ende werden, in einen Weg in die Verpflichtung. Das passt Venus rückläufig nicht so ganz, denn Venus will Minne singen und spielen. Ungestört von Gezerre. Erwachsen sein heißt aber auch, verantwortlich all die schwierigen Situationen mitzutragen, wenn die Geigen nicht süß jauchzen (also fast immer).

Die Gegenwart erinnert einen daran, wie es laufen könnte: Das heißt, sich in Waage auf das Du genauso konstruktiv beziehen zu können wie auf das Ich. Und auf das Ich genauso destruktiv, wie man das oft tut beim Du. Was immer man davon gerade praktiziert - diese bewusste, innerliche Gegenbewegung ist ein prima Trick, wenn man die eigenen Delegationen denn mal ausnahmsweise bemerkt. Um im Skorpion dann nach einem etwas hilfreichere, reifern Einstieg auch nicht Macht für die einzige Antwort auf Ohnmacht zu halten. Sondern Intimität. Die Fähigkeit, die Tiefe mit jemand anderem so zu teilen, dass man dessen Tiefen aushält. Herr 7 am MC für Greenwich - das Du wird bestimmend. Es wird uns also so oder so bestimmen (wir können besessen von unseren Forderungen und Manipulationen und denen der anderen sein), bis wir auf uns selbst zurückfallen und mit Venus gehen und uns fragen: Und jetzt? Wie packe ich es an? Was kann ich denn eigentlich tun? 

Stier-AC entwickelt den roten Faden: Die Wirklichkeit, wie sie jetzt ist, ist absolut das, was wir gerade brauchen. Die nimmt man und arbeitet damit. Ohne Urteil, mit Power. Aber man selbst tut es, nicht andere. Man kann auch gar nichts tun, nicht arbeiten, nicht verstehen, nichts ändern. Aber diese Realität bringt uns bei, dass tatsächlich auf einer irdischen Ebene der gesunden und ungesunden Grenzen noch viel zu verwirklichen wäre. Dass sonst eine Trennungs-Tendenz besteht. Und wer es ist, der den ersten Schritt zu tun hat. Venus. Grenze heißt ja nicht Mauer. Grenze heißt auch: Wir handeln erwachsen, weil du dieses und ich jenes Bedürfnis habe. Darüber kann man verhandeln. Stier ist auch Wir. Die Herde, selbst die kleine. Waage der Austausch. Und Wertschätzung, die man in Beziehung fordert, muss man ab und zu selbst geben können. Über die Pflichten der anderen, die doch großartige Umstände schaffen könnten, wenn sie nur wollten, kann man natürlich unendlich streiten. Wieso sie nicht nett, positiv, spirituell, fair oder unterstützend sind. Aber Liebe ist ein Austausch, kein Einzelrecht. Es ist sicherer, vernünftiger und erfüllender, das, was man selbst tut oder nicht, zunächst sehr, sehr gründlich zu überprüfen. Eine wirklich gute Zeit dafür ist jetzt.

Zitate aus: David Richo "Reif werden füreinander - Wie man in Beziehungen erwachsen wird", Windpferd)

Bilder (bearbeitet): Pixabay und Hubble

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