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Don't Look Back In Anger

mars"Wie kann ich diese Anhaftung loswerden?"

"Indem du es gar nicht versuchst." (Mingyur Rinpoche).

Wenn man sich jetzt zum Boss über irgendein wildes Ärgergefühl aufschwingen will und versucht, es wegzudrängen, völlig aufzulösen oder anders zu verhindern, wird es sich womöglich noch schneller als sonst verstärken. Emotionen wird man ja nicht los wie Ungeziefer. Wieso sollte man auch. Krebs (mit allen Kardinalzeichen) hat das selbe Recht auf Atem wie alle anderen.

Man könnte drum zum Beispiel auch mit ihnen tanzen. Diese ganzen lästigen Gefühle rücken bei Abweisung doch bloß nach einer Atempause in stärkerer Aufstellung nach. Nun ist auch noch Mars seit gestern (26.6., 23.05 h) rückläufig. Wenn es schlecht kommt, werden die zwei Monate Umkehrkurs also ein bitterer Blick zurück im Zorn. Wenn es gut geht, entsteht aber eine ganz andere und viel, viel reichere Sicht der Dinge. Mitten hinein in unsere aktive, hoch emotionale oder ärgerliche Beteiligung an Situationen, die wir seit dem 12. Mai erlebt haben. Mars sagt immer: Etwas muss passieren.

0000klima

Bis zum damaligen Mars-Stand im Mai nun kehrt der Impulsgeber - kurz vor Steinbock-Krebs-Vollmond - dann bald wieder zurück und greift die Inhalte dieser Phase seither noch mal anders, frischer, heißer und potenziell konstruktiver auf. Emotion versus Disziplin. Darunter steht durch Mars als Aktivator im Drucktopf Leben noch Unerledigtes an. Man neigt in Situationen seines Rücklaufs schneller dazu, sich angegriffen zu fühlen, weil die Feuer-Luft-Energie jetzt sofort durchdringt, nach innen, wo alte Trigger warten. Alles ruft vielleicht auf einmal: "Schluss!" Aber: Don't look back in anger. Sondern lieber erst danach.

"Das Leben tritt nicht einen Augenblick auf der Stelle." (Gampopa)

Wahr ist: Umwälzungen sind sowieso immer fällig. Keine Minute bleibt etwas, wie es war. Und auch Wut vergeht wieder. Aber nur, wenn man nicht an ihr festhält, indem man sie ausschließlich destruktiv besetzt. Häufig spürt man unter t-Mars rückläufig ja zuerst dominante Handlungs-Reflexe. Einen Druck, etwas unbedingt erledigen, verändern zu müssen. "Etwas", das hat meist mit überfälligen Cuts in Bereichen der Häuser zu tun, die er bei uns gerade transitiert. Denn wir reden ja hier auch vom Wassermann. Betroffen sind alle. Nicht nur die, die eine Doppel-Dosis abbekommen, weil sie fixe Radixstände im engen Kontakt zum t-Mars haben. Alle müssen wie erst mal zurück auf Los, zum Saturnischen, und stimmigere, stabilere Basics für schnelle Schnitte schaffen. Gute Grundlagen. Rückläufige Faktoren haben einen klaren Bezug zur Introversion - sie erleichtern alles, was sich nach innen orientiert. Man kann also drinnen Ordnung schaffen, bevor man entscheidet, was enden muss und wie. Wichtig: Auch Abwehr sogenannter "negativer" Gefühle fällt unter Anhaftung. Wogegen man sich wehrt, das bleibt.

Wichtig dabei, alle Gefühle, die erscheinen, auch wirklich zu würdigen. Sie sind Ausdruck unserer Situation, wie wir sie verstehen. Wir sind leider nicht "erleuchtet", wie einige Esologen weismachen wollen, wenn wir etwa nur gute Gefühle vom "Universum" (des Ich!) anfordern. Oder Schein-Harmonie wahren. Das ist eher der Garant, dass etwas nicht stimmt im Staate Ego. Als würde man jeden, der einen auf etwas Unangenehmes aufmerksam macht, auf die Stille Treppe verdonnern. Um dann zu beobachten, wie das Ausgesperrte irgendwann das Haus niederreißt. Gefühle sind keine Stiefkinder im Märchen. Man wird sie nicht aushungern. Sie lösen sich mit genug Raum. Oder eben gar nicht, dann suchen sie einen eher immer wieder heim wie Geister.

marsAuch und gerade der angeblich so "böse" Mars mit seinem Riesenbündel an Ärger, Wut und Zorn nicht. Mars weist uns anfangs immer darauf hin, wo etwas in oder um uns herum einen anderen ganz neuen, anderen Impuls braucht. Taten. Eine Aktivität. Das kann eine Trennung genauso gut wie wie ein neuer Anfang sein. Vielleicht ein Revival, unter anderen Vorzeichen, besser vorbereitet. Aber passieren muss etwas. Wut ist die Signal-Anlage. Vermeiden wir sie, kommt wie gezaubert alles auf, was Mars sonst noch zu bieten hat. Die Erlebnis-Analogien kippen dann schnell ins Destruktive ab: Das kann manchmal sogar bis zum Hass gehen. Nur weil man friedlich sein wollte. 

Oder wie der buddhistische Lehrer Mingyur Rinpoche auch noch empfiehlt: Es lohnt sich in Zeiten wilder Gefühle, unseren Zustand, welcher es auch immer sei, wieder und wieder einfach nur anzusehen. Und es hilft, wenn man bei ganz kleinen Feststellungen (völlig ohne ethisches Urteil) bleibt: "Ich bin ärgerlich. Ich bin eifersüchtig. Ich bin müde." Erst wenn man solche unliebsamen Gefühle nicht mehr bossy bekämpft oder sie abweist wie unerwünschte Gäste, die an die Tür klopfen, erkennt man, wie nun mal ist, was da ist. Ja, das alles fühle ich. Bin ich, weil ich es fühle. wenn ich es wegschiebe, schiebe ich mich selbst weg. Scheint Zeit zu werden, dass ich etwas ändere. Na. super, sagt Mars.

Wir sehen dann auch leichter, dass sich selbst solche hartnäckigen Emotionen von selbst viel fließender und schneller ändern, als wenn wir ihnen Hausverbot erteilen. Um dann doch wieder auf den ganzen, unmöglichen Druck hin alles böse auszuagieren. Das halte ich für einen wunderbar praktischen Tip. Es aushalten. Uns aushalten, gefühlsgeladen, wie wir nun mal sind. Sehen und ziehenlassen. Bevor wir später - zurück im Erwachsenen-Selbst, ohne diese immense Ladung - dann auch wirklich handeln. Damit sich etwas ändert und die ampel wieder auf Grün springt. Das will Mars, in Mars-Zeiten. Hinter der Wut (Mars) zeigt sich in solchen Gefühls-Prozessen dann oft Trauer (Mond). Aus Trauer wird vielleicht Liebe (Venus). Aus Liebe (und Begegnung) erwächst Umsetzungs-Kraft (Saturn). Dann geht der ganze Zyklus von vorn los. Das nennt man Leben. Keine Chance, dem zu entkommen. Aber immer, besser freundlich mit sich selbst im Fokus der rückläufigen Mars-Kraft umzugehen. Das schafft dann auch etwas mehr Sachlichkeit mit anderen, die weit weniger verletzt, als das ewige Kreisen im Trigger-Rad. Keiner muss Situationen aushalten, die ständig Wut aufrufen. Dann passt innen und außen etwas nicht. Das lehrt der "gute" Mars. Aber man sollte schon die Wut ergründen. Was zeigt sie an?

Die schönste Variante wäre natürlich, gleich den ersten Ärger wieder auf diesen nötigen und bisher unterdrückten Handlungs-Impuls herunterzubrechen. Von dem man ja weiß, dass er durch Mars sowieso ansteht. Zu schauen: Wo habe ich etwas nicht getan, entschieden, verändert oder beendet (in diesem Fall des Wassermanns), was nötig gewesen wäre? Und stattdessen durch meine Ausbrüche am Ende doch nur die Lage neu belastet? Denn Ausbruch ist nicht Ausdruck. Der Ausdruck eines Ärgers kann über Merkur wundenloser geschehen, wenn es zivil zugehen soll. Aber so spirituell eingenordet ist kaum jemand immer. Freundlichkeit kann man nicht dauernd produzieren wie frische Wäsche. Aber man kann sich immer vergeben dafür, ein Mensch unter anderen Menschen zu sein. Was die Voraussetzung für das Verzeihen auch bei anderen ist.

111marsDa Steinbock Widder hemmt (und Saturn den Mars), mag sich so eine Disziplin in den praktischen Situationen mit dem Potenzial fliegender Teller (oder sogar Fäuste) nicht wirklich so lustig wie ein Malediven-Urlaub anhören. Ist sie auch nicht. Aber Mars kommt erst durch Saturn zur vollen Wirksamkeit (in Steinbock erhöht). Wenn man die Gefühle in sich einfach nur sieht, willkommen heißt, bleiben und gehen lässt, wann sie wollen, ergeben sich meist auch völlig andere Aussichten.

Manchmal sogar ein toller Meerblick (denn dann kommt Neptun zum Zuge, das wissen, dass wir alle fehlbar sind). Währenddessen lohnt sich der Blick auf sich. Stille. Handeln sollte man danach. Nach dem Durchlaufen der Emotionen erst ergibt sich der Kern dessen, was getan werden muss, um neue Umstände zu schaffen. Denn das muss man nicht vermeiden, wenn nicht das ganze Theater von vorn losgehen soll. Passiert das häufiger, lohnt sich die Überprüfung, ob man nicht mit jemandem in einem Kreislauf negativer "Strokes" steckt (wie es die Transaktionsanalyse nennt). Lieber schmerzhafte emotionale Streicheleinheiten als gar keine.

Die Chance auf mehr Übersicht und Struktur in den eigenen Prozessen im Gefüge verspricht der Mars-Rücklauf bis ins Saturns großes, würdiges Zeichen. Bis 27.8. um 16 Uhr 05 (oder 28° Steinbock) dauert also die Variation unserer alten Themen - auf neue Weise. Im Oktober kommt Mars sogar erst wieder beim ursprünglichen Wendepunkt an. Danach geht's wieder auf zu völlig neuen, kurzfristigen Ärgernissen (es sei denn, man hätte gerade einen langwierigen Uranus- oder Pluto-Transit über dem eigenen Mars). Zu neuen Übungen, Entwicklungen, Taten. Falls einem die innere Übung zu lästig sein sollte, hier noch eine Einsicht von Patrul Rinpoche, einem anderen großen buddhistischen Lehrer: "Auch ein kleiner Funken Glut kann einen Berg von Heu in Flammen setzen." Das stimmt - besonders in Beziehungen. Oder, wie mir mal mein kleiner Mega-Widder beibrachte: Verschüttetes Wasser kehrt nicht ins Glas zurück. Auch nicht, wenn du fest schiebst. Mama! Wenn man das weiß, also ein bißchen Saturn-Konsequenz im Denken an den Tag legt, fällt vielleicht diese neue Runde Mars leichter. Dann wirkt sein Zündfunke nämlich selbst-bestimmend und (fast) grenzenlos.

Bild (bearbeitet): Pixabay

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Dienstag, 25. September 2018

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