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Von Tätern, Opfern und Dämonen

daem2Dann wäre da noch der "Killer von Herne". Unter Pluto im Steinbock kommt es vermehrt zu nicht nur sprachlichen Dämonisierungen: "Das Böse" materialisiert sich ja schon seit einer Weile für viele als Prinzip, wonach sie es schnell und laut "dingfest machen" und in anderen Menschen oder virtuellen Gestalten (Zombie-Inflation in Filmen) von der eigenen Psyche abspalten. Pluto in Erde bedeutet aber auch immer, dass es in diesen Phasen zu viel um "Richtig oder Falsch" geht.

Eins der schwierigsten, weil schlimmsten Beispiele für tatsächliches und danach sogar noch einmal überhöhtes Grauen bietet der jetzt zu lebenslänglicher Haft verurteilte Marcel H. Auch solche blutigen Titel, wie sie ihm seit den Taten übergehoben wurden, blasen die zweifelsfrei brutalen Täter, die nun immer öfter aufzutreten scheinen, zur Beruhigung der Beobachter noch mal zum Mythos auf und machen sie gleichzeitig anfassbarer, wirklicher. Pluto im Steinbock arbeitet jetzt mit Saturn. 

Wobei solche Täter-Horoskope dann - wie wir noch sehen werden - eben auch selbst schon in der Anlage oft die Tendenz zum Träger für die gesellschaftliche Delegation von Schlechtem klar bedienen. Marcel H., die "Mordmaschine" (oder wie er sonst genauso publikumswirksam bezeichnet wird, wie er selbst zuvor versuchte, seine Morde zur Netz-Kunst zu machen) war vor seinen beiden wirklich unendlich grausamen Taten ein außenseiterischer, etwas durchgedrehter junger Mann. Er steht im März 2006 in oder nach einem Pluto-Quadrat auf seine Waage-Sonne, das viel Druck hochschwemmt, als die Situation endgültig umkippt.

Experimentell sollte man astrologisch durchaus das Orcus-Transit-Quadrat zu seinem unangenehm selbstherrlich angelegten Schütze-Mars-Pluto noch hinzunehmen als Transit. Da Orcus als "der Schlund" und Plutos Geschwister nach bisherigen Erkenntnissen schon einen massiven Sog des Destruktiven anzeigen kann. Nach einem Abweisungs-Erlebnis (Bundeswehr lehnt Bewerbung ab), das Marcel H. aus dem Radix mit doppeltem Mond-Saturn schon kennt, geht der Sonderling, der die Schule meist im Tarnanzug besucht, plötzlich her und bringt erst den Nachbarsjungen unglaublich brutal um. Dann einen Bekannten, um sich danach im Internet damit zu brüsten, darzustellen und später als "Held" bei der Polizei zu melden (ein derart jupiterhaft ausgeweiteter Mars-Pluto kontrolliert ja oft selbst noch die eigene Bestrafung). Wie bei vielen der "kalten" Mörder explodiert bei Marcel H. Gnadenlosigkeit im selben Maß, wie sie ihre Impulse vorher abspalteten. Auch er hat wieder starke kettenhafte Besetzungen in den Zeichen des Begegnungs- und Projektions-Quadranten - Waage, Skorpion und Schütze (worauf wir oft hinwiesen bei solchen Tätern). Da wird oft gespiegelt was das Zeug hält, wenn die Zeichen-Anlagen untereinander so vernetzt sind. Was selbst dann meist harmlos bleibt und nur bei zusätzlicher Druck-Komponente zu Durchbrüchen führen wird.   

Denn bei Marcel H. trifft seine angeborene Neigung, Projektionsfläche entweder zu sein oder zu suchen, speziell auffällig auf den Klassiker der Brutalität, Mars-Pluto mit Venus (also zwei der Zeichenherrscher der Beggenungs-Triade) auch noch in Jupiters Zeichen. Was alle drei Faktoren dann völlig entgrenzt. Eine Basis-Konstellation, die im Quadrat auch sein zweites Opfer Christopher aufweist (vom ersten, Jaden, gibt es nur eine Annäherung an den Geburtstag). Wie ebenfalls häufig. Ob man die Begegnung mit Gewalt bei so massiven Pluto-Aspekten (vorwiegend Konjunktion und Quadrat) letztendlich in der Handlungs- oder Erleidensform erfährt, ist selten vorher auszumachen. Auch nicht, wo man die Geburtszeiten hat, was hier nicht der Fall ist. Deshalb sind wir immer auf einen Abgleich von häufigeren astrologischen Anlage-Mustern von Taten und Tätern angewiesen, wie sie einem in der Alltagsarbeit mit solchen Tragödien begegnen. Am Tag, als all das passiert, besteht ein starker Neptun-Einfluss (Fische-Sonne/Merkur läuft gerade aus der Konjunktion mit Neptun heraus), und die Jupiter-Uranus Opposition, mit ihrer mundanen Neigung, gerade virtuell größenwahnsinnige Rebellen auf den Plan zu rufen, ist erst kurz vorbei. 

marcelopfersynMarcel H. (Mittags-Radix rechts innen) fühlt sich als fähiger "Held" im Web. Er hat selbst Uranus-Jupiter im Wassermann (also doppelt stark) und kompensiert so fließend "technisch" offenbar seine Größen-Fantasien der Schütze-Konjunktion. In seinem Leben scheinen tatsächlich mit den Techniken der virtuellen Realitäten viele Bedürfnisse einen Ausdruck zu finden. Dazu spielt er gern Richter, um nicht dauernd hart abgeurteilt zu werden: Auch ohne Geburtszeit steht der Mond in Saturns Zeichen und dazu noch im Quadrat zu seinem Herrscher Saturn. Was emotionale Verhärtungen durch große Abweisung und einen immensen Hunger nach Liebe anzeigen kann. 

Welche synastrischen Kontakte nun den Täter Marcel mit dem kleinen Jaden verband ist wegen des fehlenden Datums weitgehend unklar. Sicher nur, dass Jaden (geboren November 2007) unter anderem Saturn im engen Quadrat zu Marcels so schwieriger, weil unerfüllter Schütze-Konjunktion hatte. Was den kleinen Jungen im Empfinden des Täters spontan zu einem Bild der Behinderung an sich gemacht haben muss. Da ist die Mauer. Ich räume sie weg und gewinne alles. Auch das zweite Opfer, Christopher hat den Saturn im Quadrat dazu - nur von Fische-Seite her. Das ist schon unglaublich tragisch, was allein die physische Näh der beiden damit energetisch in dem gewaltbereiten Mars-Pluto lostrat.

Im Vergleich mit Christopher bemerkt man auch sofort die ähnliche Mond-Lagerung. Nur dass er als der Ältere viel weicher ist, da emotional nicht zusätzlich von Saturn belastet. Auch den Mars-Pluto hat der Schütze, mit dem Marcel noch isst und trinkt, als er dort Unterschlupf findet, bevor er ihn am nächsten Morgen umbringt. Vermutlich erlebt Christopher generell den Pluto eher als Größe und Kontrolle der anderen, nicht wie Marcel H. als Aufwallung in sich selbst. Und genau das ist einer der wichtigen Unterschiede in der Lagerung: Während Marcel als Waage-Sonne im Wesenskern schwächer ist als Christopher, haben sie noch eine wichtige Gemeinsamkeit: Sonne-Saturn. Marcel die Opposition, in die zusätzlich noch traumatisch der Mond hineingrätscht - alles voller Zäune. Christopher ein Quadrat.

Und so finden sie sich selbst im anderen, da, wo Täter im Bruchteil einer Sekunde ihre Opfer zu genau denen machen und damit auch Teile von sich selbst umbringen. All das, was in ihnen an ungeliebter eigener Schwäche, Wehrlosigkeit und Getretensein geopfert werden soll (aus ihrer Sicht: muss). Weil ein anderer, losgelöst neurotischer oder psychotischer Teil das nun einfach so will, wie Größere es einst mit ihnen taten. Eine Erklärung für solche Teil-Mechanismen ist übrigens nie vollständig und vor allem keine Entschuldigung. Dass später solche Taten, die an fragloser Gewalt kaum noch zu überbieten sind, von der Gesellschaft zusätzlich dämonisiert werden, als sei der Teufel persönlich plötzlich aus einer Kiste gesprungen und nun hinter Gittern sicher aufbewahrt, hängt auch mit unser aller eigener Panik zusammen.

Vor allem, was wir in unmittelbarer Nähe an Grausamkeiten, Macht-Ereignissen, unkontrollierbaren Größen-Demonstrationen plutonisch selbst erlebt haben als Kinder, Heranwachsende, Geschwächte und womit wir meist keinen Umgang gelernt haben. All das steckt im traumatisch bis heilsamen Prinzip Pluto - der auch die Möglichkeit der Wandlung mitgibt. Wo er andernfalls tölich zerstören kann.

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Was wir vielleicht bei Pluto in Erde immer deutlicher sehen können als sonst - an lebenden Beispielen. Die Angst bis Panik vor Besetzungen durch "das Böse", vor allem merkbar, wenn wir selbst keinen Erd- oder Wasser-Pluto haben, die das Dunkel der eigenen Seele manchmal besser (üb-)ertragen und dadurch vielfach schneller spüren und entmystifiziern. Kommt jedoch bei Neptun in den Fischen wie jetzt dazu auch noch ein überhöhtes magisches Denken, werden wir alle leicht wieder zu Kindern und aus Rache für die selbst erlittenen Traumata die neuen Hexen, Magier oder Teufel jagen, die dann anstelle unserer Peiniger dran glauben müssen. Zumindest im Auge der Öffentlichkeit, die aus dem Menschen - selbst in einer Gestalt wie Marcel H. - zu leicht einen Mythos zwischen Monster und Märtyrer macht. Denn auch das kommt ja in den aufgepeitschten Zeiten der "Reitenden Leichen" allüberall vor, die ja der anfassbarere Pluto als Bild auf die Erde wirft. 

Dann werden Shoolshooter, Einzel-Mörder oder andere Gewalttäter plötzlich zu Anführern von neuen Bewegungen, zu denen das Internet als Vervielfältigungs-Maschine von Meinungen ja verleitet. Dass Marcel H. sich als verirrte Jupiter-Uranus-Person (die sonst eine beträchtliche Größe haben können) auch öffentlich genau dort auf seine Taten vorbereitete und die genauso detailverliebt nachbereiten konnte, ist ein Zeichen der schwierigen Demonstrations-Ära. Wo nicht mal Handeln, sondern Denken und Reden (wie destruktiv oder abgehoben auch immer) einen sofort zum "Influencer" macht, der andere so oder so beeindruckt und damit wiederum frei flottierende, bisher ungezielte Mars-Impulse lostreten kann.

Das ist auch letztendlich keine Sache von Schuld, sondern von einer schweren Fehlentwicklung, die bisher kaum beantwortet bleibt, weil im Gift der Potenzierung durch Virtualität natürlich auch die Gabe der öffentlich zugänglichen Information steckt, die sehr wichtig war. Aber als Mischmasch führte es zu einer gesellschaftlichen Anstreckung. Wie sie nach den gedemütigen bis narzisstischen Kriegs-Egos bei Pluto im Löwen seit Pluto in Jungfrau mit zunehmender Massenwirksamkeit der Einzelnen durch Medien immer mehr eskalierte. Und dann schließlich seit Pluto im Schützen grenzenlos wurde.

tattagWann wird aus einem Tag wie jeder andere ein Tattag (rechts Mittags-Stände von Marcel H.s erstem Mord)? Wenn man das sagen kann, sind wir Götter geworden. Und gerade darum geht es ja bei Pluto im Schützen nicht, sondern darum, nach der Vision der Größe wieder auf den Boden zurück zu kommen. Weil wir an den Eckdaten der Zeit sehen können, wie weit unsere Zivilisation wirklich ist, nicht daran, was wir darüber denken. Dabei geht es auch darum, wie wir mit Mördern und anderen Tätern umgehen. Ob wir sie dämonisieren oder in eine Realität integrieren, wo sie nicht nur als persönliche Versager, sondern auch als "Ergebnisse" von Ursachen stehen. So ist nicht ja leider nicht nur einer wie Marcel H. ein Kind dieser Zeit, ein Irregewordener, völlig Fehlgepolter, in dem ungesehen auf dem Boden der vielen Alles-ist-möglich-Mentalitäten etwas Höchstpersönliches losgetreten wurde. Einer, der keine Antworten fand, weil niemand ihm die richtigen Fragen stellte.

Auch in ihm kann man ja durchaus noch das verhärtete, früh groß gezogene Steinbock-Mond-Saturn-Kind mit Saturn-Quadrat sehen. Neben den Rittern und Schwertern aus der abenteuerlichen, nie ganz echten Schütze Vision, die dann mit dem plutonisch verzerrten Mars im- und explodierte. Wo die 9. Phase in die 10. übergeht und maßstäblich = wirklich wird, verliert sich die Option, dass jede Richtung weiter werden kann. Man wird sich im Steinbock als Plutonier immer ausrichten müssen.

Marcel H. hat - vermutlich logisch in seinem Leben - den komplett falschen Abzweig genommen und auf eine Art sein Selbst-Bewusstsein gefüttert, die andere Leben zerstörte, aber in den virtuellen Spiel-Welten logisch ist. Weshalb er sich auch nach dem Urteil und Haß der Menschen womöglich immer noch als Gesandter eines Helden-Kosmos zwschen Schütze und Wassermann sieht, wo er selbst der Saturn, der Richter und Vollstrecker wird, der seinen Mond sonst von außen quälte. Eine Folge der allgemeinen Utopien-Welle ist aber so auch die nun allgemeine Erd-Hypnose durch Pluto und Saturn, die jetzt Konsequenzen sehr handfest aufzeigt, deren Samen schon zwischen Plutos Reise durch das 5. und 10. Prinzip gelegt wurden.

Zwischen Königen des Ego und Kaisern der Bestimmung, Großeltern und Eltern dieser Kinder - ob und wie viele davon dann noch ausrasten oder nicht, darauf werden noch Wetten angenommen. Diese Geister, die wir durch die Überhöhung von irrealen Tabubrüchen riefen, werden wir jedenfalls vermutlich erst wieder los, wenn Pluto irgendwann zwischen Fische und Widder steht und ein neuer Zyklus von verbindlichen, zwingenden Selbst- und Fremkonzepten beginnt und die alten Bemächtigungen ablöst, die in den grausamen Kriegen begannen. Hoffentlich zum Konstruktiveren, Integrierteren hin, wo weniger technisch abgespalten und mehr menschlich begreifbar gelebt wird.

Bilder (bearbeitet): Pixabay

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