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Der Mond, die Freiheit + die Vögel

00000moon"Was passiert, wenn wir uns entschließen, dass uns Dinge nicht einfach so passieren?" (Barbara Tranberg).

Manchmal kamen die Zeitzeichen in meinem Leben ja schon magisch an, als klare Symbole, aber selten so pointiert wie jetzt. Hinweise, Bilder und Geschichten, die sich kurz vorm Ostermond morgen, dem ersten bezaubernden Vollmond des neuen astrologischen Jahres, in der Außenwelt sehr plakativ zeigen. Als ob Träume plötzlich zu Dingen würden, da, wo die Türen zwischen den Welten weit aufstehen.

Für mich sind es diesmal die Vögel, die einfliegen, der Uranus, der Hunger nach Freiheit, den ich nun plötzlich überall sehe. Ja, man trifft es genau so, wie es das eigene Horoskop ausliefert, was der Himmel an Konstellationen für einen hat, und man bewegt sich - wenn es gut geht - wie durch einen Regen von Bedeutung. Andere sehen dann nicht unbedingt, welche Botschaft etwas für uns hat, aber wir wissen: Es ist wahr. So ist er, der "gute" Neptun, der der nicht alles verdreht, sondern das schon fast Erlöste zeigt. Das, was noch im Bann steht. Der heilige Geist, würden manche sagen.

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Nein, das sind die Schatten, Projektionen, die zurückgenommen werden wollen, sagen andere. Auch das nur eine Anschauung. Die wirkliche Wirklichkeit mit allem, was wir glauben, ist vor Ostern jedenfalls so oder so nah an der Bewusstseins-Schwelle, vielschichtig wie die vielen Geister in uns. Und wir lernen, was daran ändert, was schadet und was nützt. Wenn wir uns nur märchenhaft zu denken erlauben. Diesmal bewegt das Leben ja besonders ein eingeschlossener Sonne-Uranus, zu Vollmond morgen in 6/12, bei r-Merkur. Was uns zu Geburtshelfern der konstruktiven Seite von Konstellationen macht und insofern auch einen der "guten" Wege in die persönliche Freiheit zeigt. Auch wenn wir bei Venus-Saturn jetzt Ablehnung wirklich hinter jeder Unklarheit entdecken. Dann sollen die anderen das für uns lösen:

"Das getrennte Selbst will uns zu dem Glauben verführen, dass die Antwort auf die Leere, die wir in uns empfinden, in der Außenwelt liegt." (Tranberg, "Warum immer ich?", Ryvellus)

Dabei geht die Antwort vom Selbst aus, oder besser, seiner Bewusstheit, sofern es seine Abhängigkeit von anderen Selbsten erkennt. Und selbst mit der Veränderung beginnt. Nur du kannst ändern, was für alle anders sein soll. Fang also mit dem an, was du dir von anderen wünschst. Wenn du das ungerecht findest - lass es. Aber jammere nicht. Um die große Destruktion dieser Tage zu verwandeln, fange man in genau der Absolutheit, die man von anderen fordert, bei den eigenen Angelegenheiten an. Weil Abstraktion (die Politiker, die Medien, die Guten, die Bösen) zu leicht über uns kommt ist in Phasen des Nicht-Selbst, des Uranischen. Bei allem nötigen Ent-Binden lohnt sich nun ein wirklich scharfer Blick auf den stützenden Pluto im Quadrat zum Vollmond. Das, was wertvoll bleibt, bedeutsam wird, ist nur ein stabiles Konzept, kein Schimpfwort, sondern "bindende Ansicht" oder Absicht von Saturn und Pluto. Oder notwendige Stütze für Neptun, das Wasser, das ohne Erd-Stabilität hohl läuft, wie man jetzt an allen Ecken sieht. Verrücktes Leben, das gerade kopfüber fällt und fällt!

Wie im Bild oben, steht Steinbock-Pluto nun aber für Greenwich im Vollmond-Radix am MC und geht bei uns nach 9, als stabiler Fels absichernder Konzepte im Rücken der neuen Horizonte (in der Entwicklungsrichtung von Fische in die Zeit). Auch wenn das Boot des Sonne-Uranus durch 12 segelt, das trügerische Meer der vielen Spiegelungen. Aber die Vögel, die zwischen Himmel und Erde wohnen wie Wassermann zwischen Steinbock und Fische, kommen ja von beiden Seiten, sind also auch die Boten eines Bodens, den wir unter den Füßen brauchen, im Chaos.

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Dieser Vollmond der schwimmenden und leicht zu verfeuernden Realitäten in 6-12 (links), mit der Bedrohungs-Erwartung des Sonne-Uranus (nicht ungefährlich gesellschaftlich, weil das weitere Schnitte ankündigt), wird sich auf Merkur-Neptun-Ebene deshalb speziell denen mit feinem Gespür praktisch zeigen. Es geht ja gar nicht um diese oberflächlich so leicht zu habenden, multiorgiastischen Metaphern der virtuellen Mengen (im technisch Uranischen machen sie Stuff aus dem Geheimen, das von 12 nach 6 in die Welt will). Wo die Vögel auftauchen, sagen sie einfach: Sei anders, wage das, sing dein Lied, flieg nicht jederzeit mit den Schwärmen. 

Auch wenn die Bewegung der namenlosen Massen immer etwas schöner radikal scheinen, als direkte Begegnungen, die schützende Hemmungen vor allzu schmerzhaften Abbrüchen mitbringen. Nur ist das auch bloß wie "Schöner Wohnen", unecht. Dennoch: Man kann auch im engen Kontakt Distanz üben, wie jetzt gefordert. Sei frei, lerne, wohin du dafür gehen willst, mit wem. Übe das, im Elfenbeinturm des noch nicht Gesagten. Achte mehr darauf, was vor dir liegt, als auf das, was du zurücklassen willst. Das schafft Schmerzen bei allen Beteiligten. Drücke dich lieber kurz und klar aus. Bevor du das nicht kannst, warte ab mit der Äußerung. Jede Veränderung war ja irgendwann ein Neptun, reifte unsichtbar im Nichts, bevor sie schlagartig ins Leben kam. Das benötigt Zeit, weil Neptun alle Zeit der Welt hat, als Bewohner des Zeitlosen. Schwierig, wo man doch gerade im Uranischen so schwer abwarten kann und leicht unwillig wird, falls nicht von Jetzt auf Gleich die Welt sich bewegt. Das liegt daran, dass Uranus das Anonyme beschreibt, den Blick fürs Abstraktum und auf Löwe gegenüber schaut, die vielen anderen Selbste, von denen am besten die Veränderung ausginge (wie auch Pluto glaubt). Skorpion und Wassermann sind die Experten für Transformation und Veränderung.

Darum können sie beide auch besser als jeder andere viel über Wandlungen lehren. Sie sehen ihre Notwendigkeit, der eine heiß, der andere kühl im Gegenüber. Aber letztlich ist es so - um ihre Prinzipien zu verwirklichen, dürfen wir sie nicht gegeneinander antreten lassen und müssen zuerst wir uns selbst bewegen. Was tun wir also mit diesem Sonne-Uranus plus Pluto MC vor Ostern? Letzterer sitzt hierzulande in 9, was die Wichtigkeit von Weltbildern und ihrer bewusst konstruktiven Kontrolle beschreibt. Können wir uns ertappen, wenn wir das alte Lied von unserem Leid und anderer Vorteil wieder singen? Versuchen, "Gerechtigkeit" für uns zu erzwingen? Provozieren wir Brüche, wie das Politiker gerade anfangen? Radikale Schnitte? Übergriffe, die - berechtigt oder nicht - auch nur Krieg bedeuten? Oder bewegen wir uns einfach fließender zu anderen Ufern des Alltags, im Bekannten?

"Was, wenn die Antwort in unserer Erkenntnis der Verbindung mit dem Ganzen liegt?"  (Tranberg, "Warum immer ich?", Ryvellus)

Die letzten drei Prinzipien im Zodiak sind Transpersonal, und darum ist unsere vereinzelte Reaktion für das Große ganze unter ihren Analogien bei diesem Vollmond auch so wichtig: Wenn ich die Zeichen richtig lese, sollten wir besser kühlen Kopf bewahren und genau das, wo wir "wissen", dass sich andere ändern "müssten", zuallererst auf uns anwenden. Das hilft, die Achse Löwe-Wassermann, die in Greenwich in 5-11 steht, mit dem Sonne-Uranus, zu balancieren. Einheit der Gegensätze ist gefragt - aber sie werden eher aufbrechen, wenn man nicht aufhört, nach allen Seiten auf das Gegenteil des Selbst zu zeigen.

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Vögel gehören ja, wie Wassermann, zum Himmel, kommen kurz vor den Engeln, auch als Begleiter, und bringen die Botschaft: Freiheit heißt nicht nur, frei von etwas, sondern Freiheit heißt auch, frei sein für etwas. Uns fehlt wieder das, wofür wir sind, das große PRO, dem Zeitgeist ist das auch verloren gegangen. Widder-Uranus, betont vom Vollmond udn Jupiter, bedeutet, dass die Schere sich leicht wieder öffnet, zwischen edler Vision und Selbst-Kampf CONTRA (wen auch immer!). Mit dem alchemistischen 12. Haus-Bezug hilft es nicht bloß, gegen möglichst vieles zu sein. Sondern, sich in etwas völlig anderes, Untertrautes, als das Gewohnte hinein zu befreien. Die inflationären Schwärme der Berufsrebellen, die nun aus guter Gewohnheit wild um sich schlagen und sich gegen alles und jeden wenden, fliegen leider nur von Fokus zu Fokus, verzetteln sich, und fügen dennoch Wunden zu. Und darum verändert sich auch nichts, was sich da gerade so immens bewegt anfühlt. Uranus ist die Loslösung, aber nicht die einzige Lösung.

In den Begegnungszeichen Waage-Widder von Mond und Sonne spiegeln die Lichter ja jetzt auch die Notwendigkeit, unbedingt bezogen zu bleiben, auf ein sichtbares Du, das man nicht mit seinen Fights aus Unzufriedenheit überrollt, sondern einbezieht. Bezogen, ohne einen Handel einzugehen:

"Zuwendung gegen Zuwendung ist ein Deckmantel für eine hochgradige Abhängigkeit, und Abhängigkeit ist ein Deckmantel für Verachtung." (Tranberg, "Warum immer ich?", Ryvellus)

Genau da wieder nutzt der Uranus: Unterscheidung statt Scheidung, denn die kleine Distanz verhütet die große und macht frei und bindet auf andere Art wieder. Im Bild vom Fels und Boot und Vögeln oben, auf das ich bei der Suche nach einer Illustration für den Artikel als erstes stieß, stecken nicht nur die Fügungen des Mond-Jupiter, mir ihren Hinweisen auf begütigende (keine scharfen!), bereichernde Erweiterungen der Horizonte. Auch der ganze Vollmond, schwierig, wie er mit dem Druck des Uranischen ist, das am liebsten alle Wurzeln abschnitte. Er leitet uns über 6 funkelnd und groß in die Praktikablität. Wenn du fühlst, tu es so, dass es dir und anderen hilft. Das ist 12-6. Keine Isolation mehr. Was vereinzelnd gefährlich ist, wir nun nämlich real Folgen haben. 

Wo kein Stein der Faktizität mehr plutonisch-saturnisch auf dem anderen steht, obwohl gerade das als Stabilisierung für unsere Systeme (ob nun große oder kleine) dienen würde, können noch mehr Illusionen über angebliche Wahrheiten die Wahrnehmung überschwemmen. Wie sie in den letzten Monaten im Sonderangebot daherkommen. Dieses Prinzip eindringender anderer Wirklichkeiten, das einst so überaus wichtig war, weil das Faktische (und angeblich einzig Wirkliche) früher überhandnahm hat nun längst wie ein Fake die Stelle des Wirklichen übernommen. Keiner findet sich mehr in dem Chaos zurecht.

Die Vögel im Gewässer der Freiheit kreischen weiter wild  inmitten der vielen noch ungehobenen neptunischen Geheimnisse in der Welt um uns herum, während weiter Konzept um Konzept fällt. Ein notwendiger Prozess, seit Uranus-Pluto und Saturn-Neptun. Zerbrechlich und beängstigend wie Sonne-Uranus immer war, Schwebezustand, bodenlos. Konzepte können Retter sein. Ohne Pluto kein Jupiter. Es gibt grobe Konzepte wie das, dass Mensch nun mal Essen und Trinken braucht. Man nennt sie Fakten. Oder kompliziertere wie das, dass viele Menschen sterben, wenn einzelne Menschen zu viel Macht haben und Kriege beginnen. Wie Trump jetzt, der erstmals versuchsweise in seinem Sonne-Uranus-Druck gegen alles schlägt, was Denkzettel "braucht". 

000000moonIn Zeiten von mundan begleitendem Sonne-Uranus ist alles, was fliegt, aber oft aufgeladen mit Brisanz: Flugzeuge, Gase, Bomben. Und dann kommen sie, die Vögel, die Mahner, die plötzlich morgens anders zu rufen scheinen und an Saturn, Jupiter und Pluto nach dem Uranus erinnern. Selbstverantwortung, Ansicht und Kontrolle. So dass wir gut, besser und "sauberer" = ethischer ein- oder aussteigen könnten, in die Theorien, Ideologien, wenn wir es wollten. Dass wir hell von Wassermann nach Fische oder umgekehrt kommen.

Aus dem Geheimen ins blitzartig Eingesehene. Oder aus der elektrischen Idee in die konzentrischen Kreise des abhängigen Entstehens: Es ist Angst, die erklärt, wieso wir in einer global entwickelten Welt immer noch Mittelalter-Bewohner sind. Wo wir darum Vernetzung und Erkennen der Gleichheit mehr benötigen, als Festklopfen der Unterschiede. Manchmal holt uns dieses Empfinden dafür, dass wir alle in einem Boot sitzen, wenn wir die "Haltungen" abstreifen, ja an solchen Tagen ein. Dann kommen wir weiter. Mit uns und anderen. Der erste Vogel, der mir in den letzten Tagen begegnete, war ein wunderschöner, blauer Pfau aus Bronze, der mich ins Mark traf, als ich ihn mit einem Seitenblick in einem Laden sah. Haben, dachte ich. Wobei mir sofort klar wurde, dass es um Haben gerade überhaupt nicht geht.

"Wir werden immer glauben wollen, es gehe um etwas in der Welt. In Wahrheit geht es nur um Frieden. Und Frieden ist immer eine Frage der Wahl." (Tranberg, "Warum immer ich?", Ryvellus)

Gerade dann vermutlich am meisten, wenn man annimmt, keine zu haben, weil man für sich etwas tun muss, bevor man etwas anderes verliert. Auch hier setzen die Symbole des Vollmond an. In Asien glaubt man, Pfauen symbolisierten unter anderem Mutter Taras unendliches Mitgefühl, das den Schmerz jedes einzelnen Menschen kennt. Aber auch die negativen Emotionen, an denen man sich oft bis dahin zu stark festhält (weil man glaubt, sie würden einen ausmachen). Bevor man sie positiv verwandeln kann, indem man von sich absieht und in die Welten anderer Menschen blickt, statt um sich zu kreisen. Die Vögel kommen ja astrologisch mit den Engeln und darum ist dieser neue Vollmond ein großer Luftballon, mit dem man in die Freiheit fliegen kann. Nach oben, über die Verhaftung hinaus, aber nicht einfach in eine neue, elegante "sophisticated" Wüste. Vielleicht bringt einen der ganze Wahnsinn eines Sonne-Uranus mit Orcus wie der von Mr. Trump in seiner Selbst-Überhöhung ja heraus aus dem "gemütlichen Elend".

Denkt vielleicht kurz daran, dass Freiheit manchmal auch wehtut. Vor allem den anderen. Wenn ihr das nächste Mal einen besonderen Vogel seht oder hört, der für euch so anders singt. Wilder, verrückter, spezieller, süßer. Fragt euch in dem Moment: Wohin will ich mich befreien? Nicht wovon. Wer möchte ich wirklich sein? Und: Gönne ich genau das eigentlich auch den anderen? Wenn die Antwort "Ja!" lautet, dann fliegt los.

In die Veränderung. Wenn ich eins weiß: Dieser Vollmond wird den Ehrlichen dabei helfen. Wenn sie nur ehrlich bleiben.

Bilder (bearbeitet): Danke schön, Pixabay! - Zitate: Barbara Tranberg, dänische Übersetzerin von "Ein Kurs in Wundern"

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