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Skorpion-Eklipse: Das Ja im Nein

Als jetzt die Sonne in den Skorpion lief und mit ihr die 4. Eklipse des Jahres (samt aller plutonischen Drachen, die in den Seelen wohnen) das Haupt erhob, hat wieder die Zeit des großen Neins im inneren Kampf gegen das Dasein begonnen. Abwehr, die immer Probleme erzeugt. In solchen Phasen stellt sich für jeden von uns die Frage, wie wir mit dem, was wir bekämpfen in unserer kleinen Welt (also sehr vielem), eigentlich anders umgehen könnten. Nicht umsonst hat die 8. Phase des Tierkreises ihren ganz eigenen, mächtigen Ruf und Sog. Pluto (und sein oft verhasstes oder als grausam gemobbtes) Zeichen sind ja archaisch.

Wie in Steinzeiten stellen sie Mangel fest, um Fülle zu schaffen. Das dient der Abwehr von Gefahr, die "alles" zerstören könnte. Leider haben wir im tiefen, dunklen Herzen der 8. Phase noch nicht begriffen, dass Schutz nicht gleich Überwältigung sein muss und nicht jedes Seil auf dem Boden eine Schlange. Wir installieren weiter Urteile, Schubladen, Feststellungs-Merkmale (gut? schlecht?) um gegen die drohende, traumatische Vernichtung zu kämpfen, die Skorpion so nah kommt. Immer geht es ihm um Plus oder Minus, Be-Wertungen, die aus den Wertigkeiten des Stiers gegenüber entstehen.

Extrem-Vorstellungen zwischen Hell und Dunkel. Und so schleppt der agitierte Skorpion da, wo er im Radix steht, gern ganze Konzept-Pakete mit sich herum - nicht nur in Gestalt der eh als hart oder unreif verschrienen Plutonier, die als Packesel mit der Projektionslast "sauberer" Zeichen überlastet werden, da sie so stark mit der intensiven Zeit-Qualität schwingen. Nein, jeder hat ja seinen Pluto im Horoskop - und das Zeichen der Finsternis (0°!) schlägt überall im Radix einen besonderen Ton an. Es gibt keine bessere Prüfung als nach diesem Skorpion-Neumond, um sich auf die Schliche zu kommen, zumal auch in der übersetzten Eklipse = dem "Verschwinden oder Ausbleiben" bereits das Prinzip Skorpion steckt. Feststellen des großen NICHT. Ob fehlend, tabuisiert oder auszumerzen.  

Selbsterkenntnis fängt den Wurm! (SPRICHWORTREKOMBINATOR)

Jetzt geht es um die Macht der inneren Konzepte, aber auch um die Freude (Löwe wartet ja auf Skorpions Eck-Seite), wenn die alten Urteile, Neins, Abwehr-Cluster gegeneinander klirren, weil man sie probehalber spielerischer einsetzt. Dafür müsste man die Überzeugungen und ständigen Gutachten, mit denen man die ganze Welt überzieht, allerdings erst einmal kennen. Was der Schuld-Verschreibungs-Politik des Skorpionischen, das noch in seiner Negativ-Bilanz verfangen ist, spontan widerstrebt. Aber Ehrlichkeit, die Pluto fordert, fängt eben bei sich selbst an: Schluß hier, bitte, in der 8. Phase, mit zweierlei Maß der Waage, her mit der Loyalität zu eigenen Werten, die sich auch auf das eigene Defizit bezieht - Nutzen, Frommen, Verdehungen.

Wenn Skorpion sich in diese Eindeutigkeit begibt, ist er eigentlich schon erlöst. Fang bei dir selbst an. Überprüfe alles. Alle Konzepte. Aller Menschen. Auch deine. Dazu ist nicht nur das Plutonische, was jetzt im Untergrund überall wabert, aufgerufen. Auch der Rest der Welt schaue besser noch einmal genau hin, bevor er Pluto/Skorpion als ungemütlich von sich fortstalkt, aus dem Eigenen heraus mobbt oder aus seinen Kreisen wegdenkt. Urteile sind überall. In jedem. Gerade aktuell, da eine Finsternis mit Neumond den ersten Grad des Skorpion so stark markiert und energetisiert hat. Denn es geht jetzt um nicht mehr oder weniger als das Prinzips des Nein, der Kontrolle und Verwandlung. Wie es in uns lebt, sich bewegt und uns alle psychologisch verschattet. Verführerisch für Projektionen, aber auch eine Zeit voller Chancen, im eigenen Dunkel endlich ein kleines Ja genau da zu finden, wo wir den lieben langen Tag feststellen, was alles falsch ist und uns nicht gefällt.

Am Anfang empfiehlt sich gerade bei den angetriggerten Zeichen  oder Planeten des Begegnungs-Quadranten (Waage/Venus, Skorpion/Pluto und Schütze/Jupiter) immer eine Felder-Überprüfung des eigenen Geburts-Bildes. In welche Häuser fallen diese Zeichen und Planeten? Denn die dazugehörigen Faktoren neigen an sich schon dazu, weg delegiert zu werden. Wo finden sie sich also im Radix, welche Themen-Bereiche betreffen sie, welche Bedeutung haben sie? So bekommt man eine gewisse Ahnung (oder erinnert sich an das, was man - wegen der Projektion, wieder vergessen hatte) davon, was nun, wo die Urteile des Skorpionischen viel Raum bekommen,  in welchem Haus wie zu spuken beginnen kann und wird. Denn jetzt stößt Pluto jeden von uns auf seine Konzepte, eben genau da, wo sie am stärksten (weil vermeintlich existenz-notwendigsten) sind. Hier ist auch das gefühlte Nein, das wir so gekonnt abspulen, gemeinhin am größten: Dies will ich nicht, das auch nicht, und erst recht nicht das da! Hier kämpfe ich dann und wehre mich (manchmal lebenslang) gegen ein Leben, das meist ganz anders will als ich.

Ich werde zum Pluto, da, wo ich mich ohnmächtig fühle und mächtig in die Macht zurück möchte. Das Nein gibt mir allenfalls eine Illusion von Kontrolle - immer da, wo ich eigentlich ein Durchrütteln meiner Konzepte am Allernötigsten habe. Und mich am meisten wehre - gegen eine flüssigere Entwicklung, die meinen bewussten Kurs korrigieren und mich im Dasein folglich auch wieder in Fluß bringen könnte. 

Scherben sagen mehr als Worte! (SPRICHWORTREKOMBINATOR)

Von Pluto stammen meist die zerrenden Lebens-Weisheiten wie: Wer nicht hören will, muss fühlen! Da er immer auf dem Trip ist, das Schlimmste zu verhindern. In jedem Horoskop. Deshalb fühlt er sich auch in seinen Bereichen so stark bemächtigt. Denn aus seiner Sicht blockiert er ja nur den überall drohenden Tod. Ein bisschen Kontrolle, die er so liebt, hilft darum auch, um in diesen Zeiten der Prüfung eigener Abgründe (dessen, was wir an uns selbst ungern sehen!) den Hunger des Gottes der Unterwelten, der jetzt seine innere Ladung ins Leben bringen will, schon einmal konstruktiver abzupuffern. Manchmal unterstützt gerade beim Plutonischen die bildliche Vorstellung des Gottes Pluto darin, besser mit den vielen geistigen Umtrieben umzugehen, die unsere tiefsten Gefühle so auf- und auswerfen. Diese unterweltliche Verbohrtheit ist ja in einem gewissen Maße nötig, weil die Werte aus der Achse 2/8 lebens-fördernd wie todes-abschirmend sein sollen.

Um nur das durchzulassen in den Rest des Daseins (nach draußen), was für uns persönlich richtig oder falsch ist. Fertig oder unfertig, bereit für die Welt, wie wir sie uns bauen wollen, oder eben nicht, anfällig für Verletzungen oder frisch aus dem Stahlbad der dogmatischen Unverletzbarkeit hervorgezogen. Pluto als Handlanger und Vollstrecker des Skorpion testet unter anderem ja das, was halten muss, auf Konsequenz. Besonders nach dieser Eklipse, besonders bei Menschen, die Verbindungen zu den Neumond-Ständen haben. Prüft alles, was in seinem Bereich (Feld, in dem er steht und wo Skorpion sich befindet) auftaucht, auf seine "Güte". Als Ethiker ist er aber damit eben auch der schlimmste Verneiner in unseren Charts, der da kein Durchkommen zulässt, wo etwas seinem Extrem-Anspruch noch nicht genügt. Unter Saturn-Rezeption doppelt in Pflicht und Schuldigkeit - und ein Fallensteller, der das Ja, das für den Fluss des Lebens wichtig ist, nur allzu leicht aushebelt.

Deshalb wird nun das Skorpionische samt seines Gesandten Pluto im Steinbock genau in den Bereichen, die er im jeweiligen Radix berührt, auch nach dieser Eklipse (rechts auf Greenwich berechnet) eine Weile ganz besonders heftig ackern, schubbern und alles, was in unserem Horoskop plutonisch ist, wie einen Knet-Teig durchwalken. Finsternisse gelten immer schon als besondere Punkte in der Zeit, in denen Zyklen zum Abschluss oder Anfang kommen. In sich plutonisch, weil sie die diffusen Strömungen aus den Fischen vergröbern und verbuchstäblichen können - manchmal eben auch als Widerstand, so dass wir ihre Botschaften überhaupt erst erkennen. Die Überzeichnungs-Funktion als Schutz.

Am Spannendsten wird das immer wieder, wo wir selbst zu Pluto, zum Widerstand, zur Abwehr, zum Nein werden. Kein Wunder also, wenn wir jetzt häufiger als sonst die Verweigerung, die Tabus, die 1000 möglichen Gesichter des Neins in uns wiederentdecken.

Die Spur der Herrschaft, der Unterwerfung, Dominanz und Kontrolle, mit der der Geist, der in uns allen ständig so unendlich aktiv ist, sich dem Leben, wie es durch unser Bewusstsein fließt (Neptun) so gern wiedersetzt. Wenn er in der 8. Phase ankommt. Bis wir das, was uns passiert dann schließlich in jeder Faser persönlich nehmen (Mond) und ordentlich dagegen an randalieren. Der Negativ-Kreislauf der Wasserzeichen, bei denen noch unbewusste, neptunischen Wahrheiten über Pluto und Mond ins Empfinden aufsteigen müssen und dann bestenfalls Wandel einläuten und schlimmstenfalls noch mehr Widerstand. Falls Pluto die Konzepte vorher wie ein Kippschalter ins Destruktive klicken lässt. Sein Weg ist spontan, er ist der Bestimmer: So geht es nicht, so muss, soll, will man anders (das Quadrat aus dem letzten Fix-Zeichen Wassermann schiebt Skorpion ja von rückwärts in seiner Rebellion noch an!). Pluto setzt die ganze Welt in einen Rahmen. Hier gut, da schlecht. Das soll so. Das darf ja gar nicht!

Und so tanzen wir eine Weile in seinen Armen. Beurteilen, beschränken, kontrollieren, manipulieren unsere kleine Welt und hypnotisieren uns letztlich mit dem eigenen Widerwillen gegen alles, was nicht unserem "ganz, ganz sicheren Gefühl" (Skorpion) entspricht - davon, wie es sein sollte. Plutos unterirdische Dogmen. Leider ist nun aber Widerstand gegen Neptuns Fluss (das, was uns geschieht, wird uns geschehen, ob wir es nun bezwingen wollen oder nicht) wie ein seelischer Kaltstart - der Motor rüpelt und rülpst, unser Nervenkostüm wird extrem von der eigenen, chronifizierten Abwehr (mit Saturn) belastet.

Aber es ändert sich letztlich an all dem doch nichts. Denn: Mehr davon bringt nur mehr davon - und wer mehr Widerstand in die Welt einbringt, bekommt am Ende eben eine besonders reiche, besonders schöne Widerstands-Ernte zurückgeliefert. Das mag man esoterisch finden oder nicht - es erweist sich leider meist (vor allem in plutonischen Zusammenhängen) als wahr. Wo - wie jetzt - der Skorpion im Leben Überhang bekommt, da stehen die Gespenster auch besonders gern gegen den Fluß der Zeit auf und "wehren sich". Und da das bleibt, wogegen man sich wehrt, gibt es wiederum famose Ergebnisse einzufahren:

Ich muss auch heute wieder aufstehen. Will nicht. Wieso habe ich drei Termine - oh Gott, das ist unerträglich! Kannst du nicht ein einziges Mal "Ja!" sagen und dich freuen, dass du etwas für mich tun darfst, wenn ich dich darum bitte? Wer hat eigentlich dafür gesorgt, dass die dritte Verabredung auch noch schiefgeht? Ja, genau - ich packe das neue iPhone aus und das Display ist zerkratzt - wen mache ich dafür rund? Das darf einfach nicht noch mal passieren! Wieso darf ich eigentlich kein Gluten essen? Dieses ganz Elend muss verhindert werden. Wieso sitzen alle anderen in ihren schönen Einzel-Büros und ich muss hier im Großraum hocken? Ach du Schande, was macht er da wieder? Wieso begreift er nicht, dass das so nicht geht? Kann die nicht einmal leiser telefonieren? Warum hast du nicht daran gedacht, was du mir gestern versprochen hast? Wenn ihr mich noch ein einziges Mal so behandelt, dann...

Wir kolonialisieren unser Leben mit unseren Vorstellungen zu Tode, im Wahn, dass irgendwann die Perfektion der "Fertigung" das durchlassen soll und wird, für uns, unsere Umwelt, unsere schwarz-weißen Willens-Kärtchen, was eindeutig richtig, wahr, am besten (auf Skorpion folgt Schütze!) für uns ist. Bis dahin ist allerdings immer noch eine Reise von Milliarden Schritten zu tun. Soviel sei verraten - in alle Ewigkeit wird es tausenderlei zu reparieren geben, was Skorpion/Pluto, der Boss, dem Merkur (Jungfrau) als Auftrag des tatsächlich materiellen Löcherflickens dann in die schnellen Flügelschuhe schiebt. Die Millionen inneren Neins gegen das, was in unserem Alltag passiert, enden eben nie. Sie sind letztlich nicht viel mehr als eine Pervertierung der skorpionischen Anlage zur "Fertigung".

Ihre Abwehr, den Strom der ständigen Kommentare "gegen" zu erkennen und NICHT als Wahrheit zu nehmen, das ist unter anderem die Botschaft dieser Eklipse. Lassen wir die wilden Hunde des Zensors ruhig bellen - wichtig ist, sich nicht wieder und wieder in den eigenen Widerspruch gegen das Leben zu verwickeln. Wichtig wäre auch, zu erkennen, was da passiert, die Dauerschleifen der Abwehr gegen etwas, was ohne Urteil schlicht einfacher flösse. Und dass das Nein, wenn man es denn ernst nimmt, leider nie ein Ende kennt. Diese Zeit des Skorpionischen ist ja auch darum so wertvoll, weil sie uns konfrontiert mit den eigenen Tiefen, in denen die Monster der Negativität wohnen, obwohl da draußen, in der Welt jenseits der Stier-Grenzen (die Skorpions seelische Borderlines auf's Feinste vervollständigen) ohnehin schon genug Drachen in Himmeln und Höllen ihr Unwesen treiben. Die wir aus unseren eigenen Herzen so gut kennen, von wo aus sie dann als Projektion in die Fremde ziehen und dort Szenen aus unserem Inneren nachspielen.

Das will ich. Das nicht. Das darf. Das nicht. Ich bin nicht einverstanden. Du sollst. Sag ja, oder ich kämpfe, oder ich kontrolliere oder ich schlage oder ich schreie dich leise oder ich ächte dich oder ich trete dich raus aus meiner Welt oder ich zerstöre dich. Wie ich mich selbst und mein Einverständnis, meine Bereitwilligkeit, meine Zustimmung, mein Ja zu dem, was mein Leben ausmacht (ob es mir nun passt oder nicht) kaputt mache. Komm, lass uns doch das Falsche aus diesem Leben verbannen! So sehr, dass wir endlos mit uns kämpfen, um das, was wir wollen, brauchen, was uns schützt. Was nicht ist. Was soll. Was nicht darf. Was muss. 

Alles Pluto. Alles Konzept. Alles Alltag. Alles seelischer Reflex - meist ohne dass es uns auch nur ansatzweise bewusst würde. Diese Tonbänder laufen ständig, solange wir an Plutos Minus-Polen kleben, uns eine Welt basteln, in der wir eine Möglichkeit bejahen und ein Risiko verneinen, die beide allein gespürt (Wasserzeichen!), aber noch lange nicht bewiesen sind. Damit verschenken wir immer wieder Plutos Plus-Pole - die unglaublich große Kraft der inneren Änderung, die weite Kreise ziehen kann und gesellschaftlich wird, wenn wir ihren Magnetismus entdecken.

Wo aus dem Nein des Pluto ein Ja wird und die Transformation des Lebens, wie wir es sehen können, wirklicher, anders, markerschütternd konsequent und leidenschaftlich beginnt. Wie geht das? Ganz leicht. Wir nehmen einfach unsere Vorstellung und verändern sie. Pluto pur. Alle mal lachen! Womit wir auch schon bei den bescheidenen Verwirklichungs-Möglichkeiten wären, die Existenz-Achse 2/8 (durch die Eklipse nun so stark angesprochen) nun mal mitbringt. Wenn man realistisch bleibt und sich selbst und nicht die anderen für Ergebnisse haftbar macht. Was leider immer noch häufiger der Fall ist. Skorpion weiß ja immer besonders gut, was er nicht will, während Stier, gegenüber eher nach dem greift, was er sich wünscht und dringend braucht. Haben wollen! Wie ein kleines Kind. Oder: Nein, nein, nein! schreien. Wie in einem Trotz-Anfall. Über diese Komm her-Geh weg! Achse kommt nun aber letztlich auch die Akzeptanz des Lebens herein.

Wenn mit dem auf die Eklipse folgenden Neumond auch die Venus auf 0° Skorpion steht und kurz nach der Finsternis nachts das Stier-Thema des Besitzes und der Grenzen (die ja den Besitz, sprich eigentlich: die Eigen-heiten schützen sollen) in die Welt wirft, geht es letztlich um alles: Den Reichtum dessen, was über der Oberfläche in den Dingen, im Stoff, liegt (Stier) und um das, was aus der Wahrheit des Unterschwelligen über Skorpion ins Leben hineindestilliert wird - aus den überschwappenden Fischen, die durch Skorpion in den Krebs wollen - in die Privatheit des Begreifens, das ein Spüren ist und nur so wirksam wird.

Auf seinem Misthaufen lernt man segeln (SPRICHWORTREKOMBINATOR)

Pluto symbolisiert die Fülle dessen, was aus der Erde kommt - was unter der Sichtbarkeit der materiellen Substanz auch an Entwicklung in uns wächst. So ist in jedem skorpionischen Nein auch ein Ja versteckt, das noch nicht gehoben wurde. Akzeptanz erleichtert Veränderung. Sprich, wieso nicht erst einmal annehmen, was ist, vorm Anstreben dessen, was sein und werden soll. Sonst bewegen wir uns chronisch im Modus des Virtuellen (überschießender Skorpion schafft überschießenden Wassermann). Eine Würdigung des Existierenden (ob gut oder schlecht) als kleine Übung nimmt daher zunächst etwas Druck aus dem plutonischen Explosions-Kosmos der zwingenden Vorstellungen und wird unter Umständen dann das dickste Pfund, die sicherste Bank des Seelischen auf seinem Weg zur bewussten Wandlung.

Wenn wir die Vorstellungen, das Konzept, also probehalber von den Konzepten lösen und mit neuen Konzepten experimentieren, kommt Luft an die Bilder, die wir ins Leben projizieren. Weil wir sie sonst eben auch nur zurück an unser Dasein delegieren und darum auch nur so in ihm immer wiederfinden können, wie wir sie investiert haben. Deshalb kann der Umgang mit dem starken Pluto und Skorpion momentan auch ganz spannend sein, wenn man - wie im Sprichwort-Rekombinator oben - einmal anders mit ihm bastelt und bohrt. In sich selbst. Nicht nur in den Grenzen der anderen. Misch also die Karten neu, würfle und schau, was dabei herauskommt. Wenn schon niemand tut, was ich will, wenn mein Leben mir eben Zitronen gibt, wieso mache ich dann nicht endlich Limonade daraus?

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
  den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
  und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

(Reinhold Niebuhr - Pluto Konjunktion Neptun)

In skorpionischen Zeiten haben wir immer eine kleine, aber durchschlagende Möglichkeit, uns aus den Kisten der Vorstellung herauszuhelfen: Ja sagen, zu dem, was mir passiert. Gegen alle Konzepte. Ein Geschehen im Leben zu bejahen, heisst nämlich nicht bereits (wovor das Skorpionische sich fürchtet), einverstanden mit ihm zu sein und es nicht ändern zu wollen. Das ist das große Missverständnis, was manchmal wiederum zur Abwehr gegen die Bejahung führt. Ja zu sagen, das bedeutet keineswegs, es wunderbar zu finden, dass ich mit Hartz IV lebe, schon die zweite Waschmaschine dieses Jahr gekauft werden muss, mein Kind eine wirklich böse Krankheit hat oder die neue Projektplanung wieder nicht gewürdigt wurde, entsprechend dem, was ich hineingesteckt hatte. Ja, dieser andere plutonische, trickreiche Dreh (Hurra, ein neues Konzept!) bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als Bereit-Willig-Keit. Nur eine winzige Wendung der inneren Haltung, ein, feines Nicken zu dem, was passiert: Die Hingabe an das, was IST, gegenüber Kampf gegen das, was NICHT SEIN SOLL. 

Ja, so ist das. Ich wurde wieder übersehen. Meine Mühe nicht beachtet. Anderen geht es scheinbar besser als mir. Mein Leben ist schwierig. Ja, so ist das. Ich habe keine Lust, heute all das zu tun, was zu tun ist. Ich würde am liebsten weglaufen. Ja, das stimmt, ich bin überfordert. Ja, ja, ja. So ist das. Diese Beziehung will ich nicht mehr. Ich hasse deine Langsamkeit. Wenn nicht sofort etwas sich zum Allerbesten fügt, drehe ich durch. Ja. Ja, so ist es. Und es darf so sein. Wie es ist, ist es richtig. Auch wenn es falsch sein sollte. Ich gebe der Falschheit ein Ja, bis sie sich richtig anfühlt.

Denn wenn es so sein darf, bevor allein die Realität dessen, was mir passiert, durch mein Konzept schon entmündigt und aus ihrer Wahrheit getreten wird, erleichtert sich manchmal wie in einem Zauber das gesamte Sein. Etwas fällt von uns ab, wenn wir so Ja sagen zu dem, was losgeht, läuft, sich abspielt, mitten im großen Nein des Pluto. Ja, es ist schlimm. Ja, wir sind müde. Und ja, das ist unser Leben. Nein sperrt zu. Ja packt an. Selbst wenn es ein Ja zum Nein ist. Eine Vollkommenheit, auch wenn nichts sich wirklich geändert hat, mitten in all den Defiziten. Sie bleiben, nur der Blickwinkel ändert sich, er bekommt ein Ja.

Ja, das ist unsere Welt. Ja, so wollen wir sie nicht. Ja, vielleicht wird sie so bleiben und das ist traurig. Abwehr ist normal und menschlich. Sie bekommt ein Ja. Ja, ich wehre ab, ja, ich bin plutonisch, ja, und das ist ermüdend. Ja. Wo ich nicht mehr kämpfe gegen das, was geschieht, sondern es erst einmal wahrnehme als vorhanden - JA! - habe ich einen weitaus stärkeren Hebel für Veränderung.

Denn ich verdrehe dann zumindest nicht mehr spontan meine Wirklichkeit, sondern erkenne den Boden für ihre Wandlungen.Skorpion ist ein mächtiger seelischer Nährboden zur Verwirklichung des Reichtums in der Welt. Wenn wir Pluto also das geben, was wir haben, ein kleines Ja zu dem, was ist, einfach so, nackt und pur, wie es nun mal ist, kann er möglicherweise, wenn wir es durchhalten, seine Transformationen ohne all die Verschwendung der Abwehr-Energie ab und zu etwas anders ins Werk setzen. Denn es darf sein: Das Defizit. Das Unfertige. Das Wünschen. Das Hoffen. Das Skorpionische. Das wilde, das Überwältigende. Das Mächtige und Ohnmächtige. Das Träumen. Das Wollen, das Nicht-Akzeptieren. Das Trauma, der Mut, die Angst, die Kisten und Container der Urteile. Ja. So ist es. Es gibt sie, es gibt uns, es gibt das Leben. Dann wird etwas weit - in Zeiten solcher Eklipsen. Saturnisch verantwortungsvoller, noch größer in der Rezeption, wenn "Wächter der Erfahrung und Hüter der Wirklichkeit" (Wolfgang Döbereiner) zusammentreffen. Im Plus, im Wirken und Wandeln. Noch ist es nicht so. So könnte es sein. Mit einem Ja.

Ja - so ist es, wie es jetzt ist. Fehlbar. Alles gut. Geben wir Pluto ein Ja für den mächtigsten und schwierigsten Job, den ein Gott je hatte: über die eigene Vorstellung hinauszugelangen. In die Weiten des Neptun, wo der Fluss des Lebens fließt, ohne Einschränkungen, gut, böse, ohne jedes Urteil.

Bilder (bearbeitet): Alte Meister, Public domain, + Jacob Cornelisz. van Oostsanen+ Bonatti + Caravaggio by PiCo at en.wikipedia (Transferred from en.wikipedia) [Public domain], from Wikimedia Commons 

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