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Von Löwen und Lämmern

Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.

Albert Einstein

Als am 16. Juli um 12:30 MESZ Jupiter ins Zeichen des Löwen eintrat, sollte hier eigentlich schon ein kleiner Lobgesang auf die kommenden Feuerzeiten angestimmt werden. Waren wir doch gerade Weltmeister geworden, alles konnte nur noch besser werden. Aber auch wenn die Gesamtstimmung schon vom typischen Laissez-faire des Sonnenzeichens geprägt war, versucht man ja trotzdem das eigene Empfinden mit der Wirklichkeit abzustimmen. Und wühlt vorab in den Schubladen der Geschichte, um heraus zu finden, was denn so ein Jupiter im Löwen in den vergangenen Jahrzehnten mit sich gebracht hat. Zur Erinnerung – alle zwölf Jahre findet dieses energetische Schauspiel statt, Material findet man also zur Genüge.

Aber es wurde Abend und es wurde Nacht und die anfänglich positiven Intensionen bröckelten mehr und mehr. Zwar stellte sich heraus, dass die erste Herztransplantation bei Jupiter im Löwen stattfand (1967), der erste Walkman auf den Markt kam (1979) und Deutschland wiedervereinigt wurde (1990), trotzdem blieb ein komischer Beigeschmack. Das passiert ja meistens dann, wenn das „kleine“ Bewusstsein gerne etwas Positives finden möchte, während der große Rest (auch Unterbewusstsein genannt) aus den vorhandenen Informationen etwas anderes „liest“.  Und partout nicht damit aufhören will, ein „ungutes Gesamtfeeling“ zu erzeugen.

Bis dann am nächsten Nachmittag die ersten Meldungen über einen Flugzeugabsturz in der Ost-Ukraine über die Ticker liefen. Und nur wenige Stunden später israelische Bodentruppen im Gaza-Streifen einmarschierten. Seitdem weiß ich wieder – meine Amygdala hat (fast) immer recht.

Die roten Marker in der Geschichte waren aber auch zu auffällig. Und es scheint so, dass bestimmte Teile der menschlichen Gesellschaft nur darauf warten, dass endlich wieder kräftig Feuer ins energetische Öl gegossen wird, um dann genau das zu tun, was man schon die ganze Zeit wollte. Kriege beginnen und Umstürze initiieren (Wassermann als Oppositions-Zeichen), den eigenen Machtanspruch durchsetzen, damit am Ende dieser relativ kurzen Periode klare Verhältnisse herrschen. Besonders der Nahe Osten und Russland scheinen sich für solche Vorhaben bestens zu eignen.

Der Sechs-Tage-Krieg beginnt am 05. Juni 1967 mit Jupiter auf 2° Löwe, sinnigerweise in Konjunktion mit dem Mond der israelischen Staatsgründung. Die wiederum nur möglich wurde auf Grund des Völkerbundmandats für Palästina, das am 24. Juli 1922 ratifiziert wurde. Bei Neumond auf Null Grad Löwe. So ziemlich alles, was auch heute noch ungeklärt ist, hat hier seine Wurzeln. Und natürlich bringt Jupiter, entsprechend seiner Natur, all das jetzt wieder an die Oberfläche. Schleudert Blitze vom Himmel auf Wohnhäuser und Schulen, während die andere Seite Raketen in den Himmel schiesst, die dort zumeist wirkungslos verpuffen.

Man muss nicht denken, all das hätte etwas mit Bewusstsein zu tun. Mit geistiger Kraft und Stärke des Löwen im positiven Sinne. Jupiter kann nur verstärken, was auch vorhanden ist. Wenn es Weisheit wäre, dann auch das. Andernfalls eben Ignoranz, Dummheit, Hybris, Gier und all die anderen dumpfen Seins-Zustände und Empfindungen, die leider immer noch den größten Teil der menschlichen Natur ausmachen.

Jetzt werden wieder Interessen durchgesetzt, die Zeiten der Diplomatie sind vorbei. Und im Zuge dessen neue Realitäten geschaffen, sowie auch in den vorherigen Phasen. 12 Jahre nach dem Sechs-Tage-Krieg verlagerte sich das Geschehen in den Irak und den Iran. Auf der einen Seite entstand ein islamischer Gottes-Staat mit einem neuen geistigen Führer, auf der anderen kommt Saddam Hussein an die Macht. Was dann wiederum zwölf Jahre später zum zweiten Golfkrieg führt, und weitere zwölf Jahre danach zum Irak-Krieg. Stichwort: Weapons of Mass Destruction…

Alles unter Jupiter im Löwen. Und so als hätte sich in den vergangenen 50 Jahren rein gar nichts verändert, entsteht gerade wieder ein neuer islamischer Staat über Ländergrenzen hinweg (Stichwort: ISIS). Und Israel führt wieder einen Krieg, nach wie vor um das „eigene Existenzrecht zu schützen“.

Die Gegenseite ist aber auch um keinen Deut besser, Zitat aus dem Gründungsmanifest der HAMAS vom 18. August 1988 (unter Löwe-Sonne verabschiedet):

Die Stunde des Gerichtes wird nicht kommen, bevor Muslime nicht die Juden bekämpfen und töten, so dass sich die Juden hinter Bäumen und Steinen verstecken und jeder Baum und Stein wird sagen: 'Oh Muslim, oh Diener Allahs, ein Jude ist hinter mir, komm und töte ihn!

Die Frage sei gestattet – hat all das in irgendeiner Weise etwas mit menschlichem Bewusstsein zu tun? Mit bewussten und klugen Entscheidungen, die dazu geeignet sind, Probleme zu lösen, statt sie noch zu verschärfen? Und mit Verlaub – ob man nun an Jehova, Christus oder Allah glaubt, spielt dabei nur eine Nebenrolle. Zumindest aus astrologischer Sicht. Denn was alle drei Religionen vereint, ist der Glaube an einen Gott, ein oberstes Schöpferprinzip. Das über allem steht und thront und in dessen Name auch gemordet, gemeuchelt und geschlachtet werden darf. Ja, bisweilen sogar muss, damit die Welt ein Ort werden kann, der dem obersten Herren ein Wohlgefallen ist.

Hier haben wir den ultimativen Sonnen-Archetyp. Den personifizierten Allmachts-Gedanken, der dann natürlicherweise auch einen entsprechenden Ausdruck in den Personen und Institutionen findet, die sich als Stellvertreter dieses höchsten Prinzips wähnen. Und wenn Gott gerade nicht greifbar ist, dann sucht man sich eben einen anderen Stellvertreter für das Sonnen-Prinzip. Gerne Pop- oder Filmstars, aber auch Politiker, Diktatoren, Könige und  ähnliche Manifestationen.

Jedenfalls wenn man ein Schaf ist, und kein Löwe werden will. Und das ist nicht so einfach, wie man gerne glauben möchte. Denn unbestritten stellt die Sonne ja das zentrale Prinzip in unserem Leben dar. Was man leicht mit der eigenen Ich-Vorstellung verwechseln könnte, dem, was wir für unser ICH halten. Generell geht es hier zu allererst um die Fokussierung auf einen vorgestellten Mittelpunkt. Aber im Zentrum dieses Mittelpunktes findet sich absolut nichts, was auch nur ansatzweise mit der Vorstellung davon in Übereinkunft zu bringen wäre. Dieses Ich-Gefühl oder – Empfinden ist eine rein geistige Schöpfung. Bestimmte Attribute unseres gesamten Seins werden entsprechend bestimmter Vorlieben oder Abneigungen heraus gepickt und diesem zentralen Mythos zugeordnet.

So wird ein geistiger Fixpunkt erschaffen, der scheinbar im Zentrum des eigenen Universums sitzt und von dort aus unser Leben steuert. Nur, ganz im Gegensatz zur alten Bauernweisheit „Wer suchet, der findet“, findet man eben NICHTS, wenn man wirklich anfängt, danach zu suchen. Denn wo soll dieses Ich sein? Im Kopf? Hinter den Augen? Im Herzen? Oder vielleicht im Bauch? Solange wir nicht wirklich danach suchen, scheint die Antwort immer sehr klar zu sein, sobald wir aber anfangen in den entsprechenden Gegenden jeden Winkel zu durchforsten, findet sich niemand und nichts, der auch nur annähernd dieser Vorstellung entsprechen könnte.

Andererseits – wir hören nicht auf zu existieren und zu sein was wir sind, wenn wir dieses Ich nirgendwo finden. Das Empfinden bleibt und auch der ganze Rest.

Man kann das Ganze auch vereinfachen. Wer steuert gerade, in diesem Moment, deinen Herzschlag? Wer sorgt dafür, dass die richtigen Hormone zu den entsprechenden Stellen in deinem Körper gelangen? Wer kümmert sich gerade um deine Verdauung und deinen Stoffwechsel?

Du???

ICH ist wohl schon alleine mit dem Gedanken daran überfordert und bekommt bei dieser Vorstellung höchstens Panik oder schlechte Laune. Was aber nichts daran ändert, dass das Leben weiterhin funktioniert, wie es eben funktioniert. Es scheint prima ohne die aktive Beteiligung von ICH zurecht zu kommen. Da mag es durchaus Wechselwirkungen geben, aber um es mal auf den zentralen Punkt zu bringen – das was wir Bewusstsein nennen, macht nur einen winzigen Bruchteil unseres gesamten Seins aus. Und ist keinesfalls die zentrale Koordinationsstelle unseres Lebens, das was alles zusammen hält und dafür sorgt, dass ich diese Zeilen schreiben kann und jemand anderes sie liest.

Es ist gelinde gesagt, ein permanentes Wunder, etwas über das man andauernd mit offenem Mund staunen müsste und das tiefste Dankbarkeit auslösen sollte. Wenn man denn wenigstens so viel Bewusstsein entwickeln könnte, um diesen einfachen Tatbestand anzuerkennen. Dass da etwas ist, durchaus im weitesten Sinne „in uns“, das sich um all das kümmert und dafür sorgt, dass wir so existieren, wie wir es tun.

Für unsere „Ichs“ ist das erst einmal ein herber Rückschlag. All diese vermeintliche Großartigkeit, reduziert auf einen winzigen Teil unseres gesamten Seins. Aber genau das ist die andere Sichtweise, die sich auf dieser Grundlage entwickeln kann. Das was uns ausmacht, scheint weitaus umfassender und größer zu sein, als es jedes vorgestellte Ich jemals werden könnte. Dieses Wunder hat nun aber kein Alleinstellungsmerkmal, bezieht sich nicht nur auf unser Sein. Sondern jedes Wesen, dem wir begegnen, verfügt ebenfalls über diese schöpferische Kraft, die Leben möglich macht. Unabhängig von seiner Herkunft, seinem Glauben oder seinem sozialen Umfeld und Status.

Die nächste spannende Frage wäre, ob diese Kraft an unsere jetzigen Körper gebunden ist, also nur existiert, solange wir im üblichen Sinne leben? Aber - wenn dem so wäre, wie hätte dann jemals Leben entstehen können? Diese Schöpfungskraft hätte es ja nie gegeben, folglich hätte dieses Leben auch nie entstehen können. Sie muss also etwas sein, was vor diesem Leben existent war und es auch danach noch sein wird.

Damit wären wir dann irgendwie auch wieder bei Gott. Oder wie immer man dieses Prinzip nennen möchte.

Im Namen dieses Prinzips Kriege zu führen, Menschen zu töten oder ihnen die Lebensgrundlagen zu nehmen, ist so ziemlich das Widersinnigste und Dümmste, was sich Menschen jemals ausgedacht haben. Von einem Schöpfer zu sprechen, der barmherzig ist, aber gleichzeitig im Namen dieses Schöpfers zu morden und zu zerstören. Wo immer Menschen dies tun, darf man sich über einen Umstand sicher sein: sie sind weder religiös im Sinne ihrer Religionen, noch haben sie einen Hauch von Weisheit verwirklicht. Solches Handeln kann nur den begrenzten Vorstellungen kleiner, eingebildeter Ichs entspringen, egal womit dies auch gerechtfertigt wird.

Und viele dieser Ichs werden in den nächsten Wochen und Monaten zu einem aufgeblähten Höhenflug ansetzen. Ihre Sichtweisen und Weltbilder propagieren, ihre kleingeistigen Interessen als notwendig und unerlässlich für die gesamte Menschheit darstellen. Wie jetzt auch bei uns, im sogenannten Konflikt mit Russland.

Während es am Anfang der Ukraine-Krise noch möglich war, über die Arbeit mit den eigenen Emotionen einer Eskalation Einhalt zu gebieten (Jupiter im Krebs), werden jetzt Schein-Wirklichkeiten geschaffen. Der Abschuss von MH-17 ist ein Aspekt davon. Bis heute weiß niemand gesichert, oder hat dementsprechende Beweise vorgelegt, dass Russland in diese Tragödie aktiv involviert ist. Trotzdem gibt es eine neue Runde in der Sanktionsspirale und die Auseinandersetzung zwischen den Blöcken wird immer aggressiver.

Das alles ist kein Zufall und es wäre sträflich die entstehende Dynamik zu unterschätzen. Vor allem aber – wer kein tadelloses Mitglied dieser Schafherde sein will, sollte aufhören, Halbwahrheiten mit Wirklichkeit zu verwechseln.

Vor dem Maidan wusste jedes Kind in Europa, dass die Ukraine von einer Handvoll Oligarchen beherrscht wird. Diese Super-Löwe Archetypen kämpften auch damals schon untereinander um mehr Macht und Einfluss, und auch damals schon mit Mitteln, die allen „europäischen Werten“ widersprechen. Um es freundlich auszudrücken.

Mittlerweile scheint die Ukraine aber fest in der Hand eines, nach Demokratie dürstenden Volkes, zu sein, dass nur von der bösen Super-Sonne Wladimir Putin darin gehindert wird, ein freies Mitglied des freien Westen zu werden. Das ist ein wunderschönes Bild für Jupiter im Löwen auf der Alltagsebene, Freiheit und Abenteuer für das Individuum als höchstes Lebensgut.

Dass jetzt der fünftreichste Oligarch der Republik zum Präsidenten gewählt wurde, scheint dieses Bild nicht weiter zu trüben. Und niemand stellt Fragen nach der Rolle von Rinat Achmetow, Viktor Pinschuk, Ihor Kolomojskyj und den anderen Größen, die das Land bisher unter sich aufgeteilt hatten. Sind diese Löwen jetzt über Nacht zu demokratischen Schafen geworden, die sich nichts mehr wünschen, als von den Bürokraten in Brüssel in Zukunft beaufsichtigt zu werden?

Man muss sich nicht an Verschwörungstheorien beteiligen um zu sehen, dass auch hier nichts so ist, wie es aussieht bzw. je nach Weltsicht, dargestellt wird. Die guten Schafe blöken dann entrüstet und merken nicht, dass sie vor diesem aufgeplusterten Feuer-Szenario auf die eine oder andere Weise schon zur Schlachtbank geführt werden. Denn am Ende wird die Mehrheit der Schafe den Preis dafür bezahlen müssen, während einige Löwen wie immer davon profitieren werden.

Und selbstverständlich trägt Herr Putin auch seinen Teil zu dieser Dramödie bei. Er könnte durchaus anders, wenn er wollte. Er will aber nicht, sondern scheint seinen Feldzug gegen die Oligarchie nun auch auf andere Länder ausdehnen zu wollen. Denn am Ende kann es in einer Löwenherde ja nur Einen geben, das ist schon klar.

Aber muss man sich heutzutage wirklich vor jeden Karren spannen lassen, dessen Besitzer behauptet, dass er lebenswichtige Güter transportiert? Ohne einmal nachzusehen, was sich unter der Plane wirklich verbirgt?

Jupiter im Löwen ist auch eine Chance für alle, die bisher tadellose Schafe waren. Die nächsten zwölf Monate bieten reichlich Gelegenheit den eigenen Sonnenarchetyp, diese schöpferische Kraft in uns, zu erfahren. Und auch den Mut zu finden, das zu sein, was wir sind und unsere Welt entsprechend mitzugestalten.

Alles andere wäre eine Vergeudung kosmischer Ressourcen…

Titelbild: von Kevin Pluck (Flickr: The King.) [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

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