Loop!

Astro-Labor

Ausverkauf der Innenwelt

0000spiritVielleicht ist die Mondfinsternis doch der beste Zeitpunkt. Sie hat ja auch mit Düsterem im Licht zu tun. Darum hier nun noch zaghaft (sprach Pluto!) meine kleine Schmähschrift zum wahnhaften Anteil der Esologie, die ich seit einiger Zeit bereits verfassen wollte. Aber etwas redete zu mir aus mir (vermutlich ein Esologe oder der Geist des "Selbst", um das es gleich noch ausführlich gehen wird): Warte besser noch. Fangen wir deshalb lieber langsam und simpel an, denn nachher wird es noch chaotisch genug: Mit einem der wichtigsten, sensibelsten Radare der Astrologie für den Zustand von Gesellschaften jenseits der Maske. Gleichzeitig Ticket für die feinsten, unfassbarsten Siegel des Unerreichbaren. Neptun ist alles jenseits der Himmel, die wir Menschen uns vorstellen können, die Tür zu den Kristallschalen des Firmaments. Groß, größer als jedes Selbst - und Neptun blendet. Anders, als wir das sonst kennen vom Licht. Das Gemeine daran ist, dass man seine Milliarden Spiegelungen oft erst für unumstößliche Wahrheiten hält und dann leicht in den Mars geht - seinen Schatten. Deshalb wirkt das Esologen-Problem auf mich vermutlich auch so aggressiv. Neptun unterscheidet ja Lüge und Wahrheit, wandelt eins ins andere, wenn dem einen nicht Rechnung getragen wird. Sprich: Wenn die Wahrheit hinter den Dingen nicht erfasst wird, produziert er Abdrücke und falsche Spuren.

einwurf

Darum kann ich auch das ganze Talmi nicht mehr ertragen. Manche hintergrundlos hingeschleuderten Worte, die so gar nichts mit Neptun (und dem Spirituellen, was er auch symbolisiert) zu tun haben. Sondern nur mit Sonne und Merkur als heimtückischen Handlangern. Dem riesigen Leuchten von "spiritueller" Meinung. Solche Worte, die in gewissen Zusammenhängen (nicht ihrem ursprünglichen) zu Tiefschlägern werden: Befreit, Satsang-Lehrer, feinstoffliche Welt, Geistwesen, radikal emotional, Karma, erleuchtet, erwacht, er-irgendwas. All das, was durch  flashmob-artiges Anwachsen der "Eso-Szene" und ihrer dogmatischen Gesetze so ungerecht verbraucht worden ist und zum Implodieren völlig subjektiver Innenwelten geführt hat. Die dann wieder nach außen drangen, als neue Wahrheit. Aka "spirituelles" Super-Ego einer ganzen Szene. Nur: Aus individueller Meinung über das Selbst (klingt bloß etwa edler als Ego) im Universum und dem ganzen Rest wird nicht mal eben so etwas Wahrhaftiges. Auch nicht im nächsten Blog oder Webinar.

Die Menschenflüsterer sind los. Mit Lösungen zur individuellen "Großartigkeit", die stundenlang gegen viel Geld wiedergekäut und aufgeträumt werden. Seit Neptun in den Fischen sind Wirklichkeit, Wahrheit und Wahrhaftigkeit, die großen 3, den Leuten aber endgültig auf vielen Ebenen unter den Füssen explodiert. Aus Esoterik wurde inflationäre Esologie wurde Egoterik (wie Meta neulich treffend sagte). Aus Fußgängern Kopffüßler. Der aktuell abgeplattetste Selbst-Optimierungs-Trend: Alles bloß noch ich. Tu einfach, was dir einfällt. Präsentiere dich. Lebe dich radikal, die Wirklichkeit, die durch dich realisiert sein will. Im Fokus steht: Mensch als völlig unschuldige, meist traumatisierte Person, gelenkt von wahlweise Feinden = Staat, Wirtschaft oder unerleuchteten Partnern. Das ist der aktuelle Dreh. Was offenbar heißt (so wie ich diese ganze müde Veranstaltung verstanden habe), es muss dieses ICH knallhart auf den fein- oder grobstofflichen Selbst-Erfahrungs-Trip gehoben werden. Und danach wird Welt so extrem langweilig und übersichtlich wie die ganze Szene, falls nicht sofort der nächste "Lehrer" mit dem nächsten Energie-Seminar Einlass begehrt. Trauma-Klopfen geht natürlich auch als Sofort-Hilfe. Das macht inzwischen jeder X-te. Ein ähnlicher Ausbruch von "Zeug", das wunderbar verkäuflich war, passierte bei der letzten Runde Neptuns durch sein Heimat-Zeichen, ab 1848. Da vermarkteten die berüchtigten Fox-Schwestern in Amerika erstmals ihre Geisterbeschwörungen. Damit brach eine Ära an. Huh! Heute wird dagegen u.a. persönliche Macht beschworen - hier in der Job-Beschreibung eines - wenn man so will - spirituell Lehrenden:

"...XY lebt und lehrt an der Schnittstelle von Hingabe und Selbstermächtigung. Er hilft dir auf deinem Weg in deine einmalige Großartigkeit und deine großartige Einmaligkeit. [...]  Und er zeigt dir, worum es dir in Wahrheit geht. Er ist so authentisch, dass dir schwindelig wird. [...] Er widerspricht deiner Programmierung so vehement, dass dir schlecht wird. [...] Was er gemeinsam mit dir erreichen möchte, ist nichts weniger als der Himmel auf Erde." (Selbst-Konzept eines der neuen Menschenflüsterer bei Amazon)

Analog zu jener Phase des boomenden Spiritismus ab 1848 bei Neptun Fische veranstalten heute Hunderte von Fake-Spirits und sogenannten Spirituellen einen Ausverkauf der Religions-Derivate und Salon-Psychologie. Das wird schleichend vom allgemeinen Bewussein als ganz natürlich aufgesogen. Leider geht damit immens viel kaputt, was wirklich anders, klug, erspürt und entwickelt war, unter anderem durch die ursprünglichen Esoteriker. Chiron steht gerade überm Uranus des Neptun-Übergangs 2012 in die Fische und Uranus geht auf dessen Jupiter zu. Es bewegt sich was in der Bewegung: Ich, ich, ich. Alles meine Erfindung. Nichts real. Man darf heute konditioniert werden und auch wieder "müssen" (Saturn und Pluto stehen ja im Steinbock). Als "besonders Erweckter" eben nur anderes und auch nicht auf die Art wie "normale Menschen". Als guter Esologe musst du dich zwanghaft von jedem "Du" nennen lassen und vor allem mega-bewusst werden. Radikal frei (irgendwie). Denken lassen (oder nicht). Dogmen haben, aber nicht so nennen. Dann wirst du endlich Mensch und jede deiner Möglichkeiten wird mit 1000%iger Sicherheit wahr. Gib als Ausgleich, was du monetär magst, aber bitte viel. Soweit die Hohepriester der Neptun-Verwirrung.

Was für ein preisgünstiger Irrtum! Immerhin wissen wir aus der Bibel und der Astrologie, dass alles unter dem Himmel seine Zeit und seinen Raum hat. Damit arbeiten wir schließlich. Das bedeutet allerdings auch: Keineswegs kann jeder fix mal mit dem Finger schnippen und jederzeit alles sein und werden. Mancher tut's, mancher nicht. Denn das "wahre Selbst" ist kein Gespenst und auch nicht das Sonderangebot gegen "Energieausgleich", zu dem es die dreisteren Esologen aufbauschen, sondern immer das, was wir gerade leben. Ein Mosaik vieler Versuch- und Irrtums-Anordnungen. Es passiert uns - nach meiner Erfahrung jedenfalls - sowieso, weil wir leben. Wahrer geht's nicht.

Aber mit der manipulativen Ich-Suchmaske stehen natürlich die Türen zu Arbeits-Prozessen weit offen, die mit Selbstentwicklung oft so wenig zu haben wie Mutter Teresa mit Mussolini. Denn Ent-Wicklung geht immer auch in den Raum hinaus. Zieht nicht die Vorhänge noch weiter zu. Merke: Der Esologe hat immer Recht. SEINS ist wichtig. Und DEINS. Er macht Ansagen, die feststellen, dass xy ECHTES Leben ist und z falsches, weil nur gedacht. Dabei denkt er ununterbrochen weiter und verstrickt Leute in diese (wertvollen) Gedanken, um ihnen mitzuteilen, dass sie lieber selbst nicht mehr denken sollen. Wer nun glaubt, das sei Zen, täuscht sich. Es ist vielmehr die "spirituelle Art" jemandem mitzuteilen, dass jemand anderer alles besser weiß. Sagst du das, projizierst du. Überhaupt ist das Prinzip Delegation sehr beliebt bei Esologen, die kritisiert werden. Hauptsache, er und ich kommen eindeutig, direkt und klar ganz zu uns selbst. Bzw. in seinen Gedanken-Kokon. Wenn ich dabei mein Leben und meine Lieben in Schutt und Asche zurücklasse - tja. So ist er halt, der wichtige Übertritt hinter die Bewusstseinsschwelle.

Im Buddhismus, aus dem viele Esologen bitterlich missverstehend ihre kleinen Ü-Eier entlehnen, nennt man so einen Zugang übrigens: Spirituellen Materialismus. Das ist, wenn man unter entkörperlichtem Etikett einfach weiter all das tut, was die anderen auch machen. Sich aber erleuchteter findet -  Hauptsache, es hört sich bei den Menschenflüsterern spirituell bedeutsam an. Und man nennt die Herleitung nicht. Deshalb bleiben eine Menge kleiner, blubbernder Luft-Blasen. Die anderen, in ihrer Wirklichkeit, kommen übrigens beim modernen Drehen im Hamsterrad des Eigenen kaum vor. Sprich, alles erinnert in der Logistik frappant an alte bürgerliche Realitäts-Schwüre, scharf, beliebig unspontan, gedanklich aufgewärmt, egozentrisch und oberflächlich. Kurz, in Neptuns Zeiten wurde aus einer ehemaligen Entwicklung ein extremer, populär missdeuteter Abklatsch der differenzierten Geistesschulungen alter Traditionen (Buddhismus, Sufismus, Hinduismus oder Hermetik und Alchemie etc.). Bei der Esoterik ging es nun allerdings ursprünglich ja keineswegs um das Ego, das sich unbedingt um jeden Preis verwirklichen soll (ob es sich nun "Selbst" nennt oder nicht). Sondern um das verdeckte Gespinst des Daseins, das alle verbindet. Esoterik hieß: Nach innen. Nicht nach außen. War damit auch, nach meiner Einschätzung jedenfalls, das Gegenteil von dem, was nun passiert. Sachen, Wege, Mussturbationen werden duftend seifenartig verbreitet, bis man an jeder Ecke darauf ausrutscht. Als unentwickeltes Wesen, das noch nicht radikal zu seinem total wichtigen Sein und Wollen steht. 

puzzleDass "geheimes Wissen" damals sehr, sehr behutsam (nach teilweise jahrelangen Schulungen und zwar noch außerhalb des "inneren Kreises") an Menschen mit überprüft stabilem Wesen und Wurzeln weitergegeben wurde, hatte nichts damit zu tun, dass man die Welt durch Herrschaftswissen bloß anders kontrollieren wollte. Die Pythagoreer beispielsweise hockten als Anfänger 5 Jahre vor einem Vorhang, hinter dem der alte, dogmatische Meister Pythagoras saß und lehrte, bevor sie ihn überhaupt je zu Gesicht bekamen. Sie wurden endlos überprüft. Letztlich ging es dabei um die Fähigkeit, tiefere Wahrheiten überhaupt als solche zu begreifen und dann verantwortlich anzuwenden. Allen war quasi in 'statu nascendi' der Philosophien, weit vor ihren angeblich so quantenbewussten, seuchenartigen Nachkömmlingen klar, welches Unheil ein wilder Mix oder über die Norm hinausgehende Weisheit in "falschen" Händen eben auch anrichten kann.

Wenn die Teilchentheorien immer weiter versuchen, das Unsichtbare festzunageln, wird auch klar, dass a) das Geheimnis als legitimer und wunderbarer Schöpfungs-Faktor ausgedient hat und b) in den ausspionierten letzten Ecken des Seins und Selbsts nichts mehr nach groben Regeln funktioniert. Das macht die Esologie sich zunutze und hat die Techniken mysteriöserweise (Fügung, Synchronizität) auf den Umgang mit dem Geistigen und Spirituellen übertragen. Mein Wort ist schon der Gegenbeweis. Mikrokosmisch. Alles auslegbar, nichts beweisnötig. Keine Grenze, außer mir. Sehr praktisch, das ist ja fantastische Anarchie. Über ein entsprechendes Verantwortungsbewusstsein für das, was sie da unterstützen oder in die Welt setzen, scheinen unglücklicherweise gerade die Menschen ohne "heilsame Lehrer" selten von sich aus zu verfügen. Und erst recht nicht die, die einfach Hilfe und später esologische Kicks suchen.

Wofür? Wogegen? Einsamkeit, Leiden - alles, was Leute schon in der Eiszeit vermutlich schwer verkrafteten, weil der Glücksanspruch nicht ausrottbar ist. Umso weniger, je mehr einem die Option vorgegaukelt wird. Dabei könnte man es begriffen haben. Das ist so. Man leidet. Denn Dinge ändern sich. Auch die schönen. Das wird auch nicht anders. Heute stoße ich mir den Kopf, morgen den Fuß und übermorgen liegt mein Auto im Graben, worauf meine Versicherung nicht zahlt. Leben ist Zickzack. Daraus bastelt sich nun eine ganze Hilfsindustrie metaphysische Überbauten. Wie die Dachdecker. Da wird genagelt und gehämmert, was das Zeug hält und der Aromadiffuser qualmt dazu. Was könnte man denn noch tun, damit es nicht weh tut? Die einen erfinden dagegen Matrix-Akupunktur, die anderen Gedanken-Verscheuchungen. Dritte Love Principles. Aber das Leid soll weg. So ist viel Geld zu machen. "Einfach total leben, jede Erfahrung gedankenlos SEIN!" heißt der neue Ratschlag. Ein bisschen wie Lord Extra, als man noch rauchen durfte. In die Luft gepafft. Aber ein Ratschlag haut eben auch nur in die Vollen.

Leider ist außerdem der Ethos manches "selbstgemachten Lehrers" recht stumpf. Ein waberndes Geisteskontinuum kommt einem da wie eine Wolke aus Vorstellung und enthemmten Resonanzen auf sich selbst entgegen. Was dann zwar den Markt erobert, aber sich höchstens dadurch hervorhebt, dass es gegen alles ist, was andere schon mal gedacht haben. Darum nennt es auch fast nie Quellen. Ich sage euch... Ich. Esologen haben selten eine Lineage. Vorfahren. Esoteriker im alten Sinn dagegen beziehen sich. Das sichert sie auch gegen unvermeidliche subjektive Fehltritte ein wenig mehr ab. Sie sind verwurzelter und weniger auf Show aus. Weshalb den Boom der Esologie mit ihrer Möchte-Gern-Pädagogik und den massiven Markt-Anteilen letztlich eben nicht viele verkaften, die gezogen werden, einfach kommen, sich etwas herausnehmen und schräg wieder zusammenbauen. Zwischen Reiki, Engelsruferei und Dramaklopfen oder Hellsicht. In den Schattenzonen des Stuff.

So passiert genau das, was die frühen Anhänger des "Innen-Wissens" vermieden - dass halbgare Idee noch mal verfälscht wird und für subjektive Weltbilder und Narkose-Fantasien missbraucht. Das lässt sich die Szene durchaus etwas kosten: Die deutsche Esoterik bringt fast 30 Millionen im Jahr. Fake-Prediger sind mehr und mehr bestens zu Fuß mit einem teilweise hanebüchenen Selbstverständnis und dieser blind akzeptierten Spirit-Speech unterwegs. Für das gleiche Geld muss ein Astrologe schwerer arbeiten. Na gut: Neptun kann eben unendlich tief, aber leider auch unendlich leer sein, je nachdem, was man hinein gibt in seine Zeit. Der Astrologie hat das alles für meine Begriffe wirklich schwer geschadet. Im Selbst- und Fremdverständnis. Etwas mehr Pythagoras hätte man ihr da schon gewünscht:

"Nein, bei der Luft, die ich atme, nein, bei dem Wasser, das ich trinke, ich gestatte keinen Widerspruch zu dem, was ich sage!" (Pythagoras)

Der war nicht tolerant. Aber manchmal könnte man inmitten der Beliebigkeit der Spirit-Angebote klare Hierarchien und Güte-Siegel gebrauchen. Eine Ego-Base (mit der dazugehörigen kommerziellen Nachfrage) der Esologen tut sich vor allem ja durch die wahllos eingeschwemmten Echoblasen in sozialen Netzwerken mit allen üblichen Verkürzungen auf: Ein maßloses Jupiter-Neptun-Phänomen, das unreif durchgelassen wird, seit Pluto Schütze. Jeder x-te ist nun Satsang-Lehrer und wenn nicht das, dann wenigstens autokratischer Philosoph. Kein Problem, solange sie nicht scharenweise wie die Lemminge auftauchten. Nun aber kreuzen Erleuchtete (gern in Paaren) neben einem im Supermarkt auf. Selbst der Elektro-Akupunkteur (mir kommt es vor, als gäbe es selbsternannte Heiler in den neuen Seelen-Berufen inzwischen so viele wie Kfz-Mechaniker früher) ist mit der Akasha-Chronik auf Du und Du. Lebens-Beratung boomt. Das können alle, die kürzlich noch "Nur-Ich" waren. Schließlich hat ja jeder mal selbst gelebt. Gern auch zum soundsovielten Mal. Verkauft wird: Endloses Blablubb, seelische Resonanz-Prozesse auf VHS-Niveau und nette Facebook-Memes, mit denen wieder nur das Selbst morgens auf den Altar gestellt und den ganzen Tag blank geputzt wird. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass... Meiner Entwicklung dient jenes... Im letzten Karma-Workshop erfuhr ich über mich und meine Ahnen folgende Verstrickung... Alles wahnsinnig interessant, teilweise schlimm verbissen, überheblich und selbstbezogen.

Voraussetzungen? Besser keine. Drum ist die "Schule des Lebens" auch so modern als Ausbildungs-Keyword von Facebook-Avataren. Selbst auf dem Land eröffnet fleißig eine kleine Befreiungs-Praxis nach der anderen. Pop regiert das, was einmal so schützenswert war, dass man sich darin ein halbes Leben wirklich übte. Oder wie lange lernte euer Astrologe, bevor er zum ersten Mal beriet? Bei mir waren es, lasst mich nicht lügen, runde 18 Jahre. Ähnlich wie die klassischen chinesischen Akupunkteure, die jahrelang nur auf Pappkartons losgelassen werden, bevor sie an den Menschen gehen. Oft völlig unbeleckt von Korrektiven wuchern aber in der Esologie die Stilblüten dessen "was jemand irgendwie richtig empfindet" (aber "Ich finde xy spirituell" ist eh nur ein Gedanke, kein Gefühl). Was man dann für wahr genug hält, um andere darin zu schulen, auch so zu empfinden/denken. Ganz frei. Keine Verstrickung, bitte! Keine Widerrede - dann solltest du dich doch lieber - natürlich ganz selbstbestimmt - zur Tür bewegen und deine Wahrheit woanders suchen. Am besten erkennt man Esologen vielleicht an narzisstischen Antworten auf sachliche Nachfragen, Hinweise auf Widersprüche oder Kritik.

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All das hatten wir, wie gesagt, schon mal ähnlich: Besagte Fox-Schwestern mit dem betrügerischen Verkauf der Geisterbeschwörung bei Seancen wurden bei Neptuns letztem Heimspiel modern (rechts vorletzter Ingress). Danach ging seinerzeit der Channel-Wahn der spiritistischen Dinosaurier erst richtig los. Für ernsthaft arbeitende Astrologen, die oft Jahrzehnte studiert, geforscht, sich ausgetauscht, sich korrigiert und dann erst "am Menschen" geübt haben, scheint mir die Entwicklung seither fast wie eine griechische Tragödie. Man kann es eigentlich nur noch falsch machen. Wenn auch einige auf den Zug aufspringen - andere ziehen sich zurück.

Einerseits wird man dem unüberschaubaren Markt von außen ja zugeordnet, weil die Schubalde "Eso" undefiniert, schwammig, manchmal wirklich inhaltlich absurd und breitestens multiplizierbar ist. Anleihen werden von überall geholt, zwischen Psychologie, Philosophie, Physik und Religionen. Salamitaktik zieht. Da mit untergebracht zu werden, ist für Astrologen teilweise rufschädigend. Andererseits erleben viele von uns an Klienten die zwanghaft geförderten Wirtschafts-Mechanismen der neuen Spirituellen, die ja unbeantwortete Bedürfnisse von Menschen nach dem nächsten tollen Kick erst verpflastern, dann neu erzeugen, dann wieder hochjagen. Im System ist schon enthalten, dass 42, die Antwort auf alle Fragen, nie esologisch geliefert werden darf. Dann wär man arbeitslos, unter lauter anderen radikalen Egologen.

Ich glaube tatsächlich an die "Macht des Geistes" und manchmal sogar noch an ganz andere Mächte. Aber das bleibt mein Privatvergnügen, bevor ich nicht sicher weiß, dass es keine Kompensation wofür auch immer ist. Was mich deshalb so ärgert, ist, dass diese allgemeine Ausschlachtung der Esologien oft ohne jeden Hintergrund, gewissenhafte Prüfung und Erfahrung passiert. Man spürt was, man denkt sich sein Teil, man muss andere sofort berufs-belehren. Es gibt massenhaft neue Job-Bezeichnungen in dem Bereich. Statt "Irgendwas mit Medien" jetzt "Irgendwas mit Selbst". Seiteneinsteiger geben sich - unbeleckt wie selten vorher - die Klinke in die Hand. Gestern noch Architekt, heute Higher Soul Coach. Oder Eigentümer eines gesprächigen Erzengels. Oder eben Selbstermächtiger. Wie es gerade passt. Das ist natürlich ein zweischneidiges Schwert. Denn auch Astrologen haben ja häufig diese merkwürdigen Lebenswege, die uns sogar vielfach konstruktiv geprägt haben in unserem Zugang. 

Der bei vielem fast schon die Voraussetzung für astrologische Arbeit ist. Weil diese "Sprung-Bereitschaft" dafür sorgt, dass man nicht die Offenheit verliert gegenüber den tiefsten, feinsten Berührungen mit Menschen, Welt und Sternen darüber. Allerdings haben wir Astrologen ja sozusagen ein Sicherheitsnetz und einen doppelten Boden mit im Paket: Uns begrenzt das astrologische System auf eine gute, saturnische Art. Die Mechanismen von Raum und Zeit, die sich zwar missdeuten, aber nie völlig aushebeln lassen. Sie lenken immer wieder weg vom "nur" Subjektiven, verleihen Wurzeln und Struktur. Letztlich kann Astrologie, je nach Ansatz und Fähigkeit der Astrologen, natürlich immer fehlgehen, da sie individuell anwendbar ist. Aber nicht derart bodenlos - es sei denn, man legte es darauf an, aus Konsumgründen. Oder hätte seine Lektionen einfach nicht gelernt. Was mich wirklich schmerzt ist, in welchem Maße in der modernen Astrologie eine Ansteckung durch die neuen Bewegungen Richtung Markt dann doch stattgefunden hat. Was hätte bereichernd sein können, aber hier meist hilflos wirkt. Der Trend "Öfter mal was Neues, sonst nimmt mich keiner wahr!" macht ja auch bei uns dann ab und zu plötzlich regen Flugverkehr am Himmel aus. Bei manchen Kollegen ist inzwischen alles zu haben - jedes zweite Ufo (vom Asteroiden Akialoa bis Zhongolovich) muss plötzlich als neue Erklärung für ein altes Persönlichkeits-Problem herhalten. Dass man es mit den herkömmlichen astrologischen Mitteln und Methoden auch nicht weiß. Dass man etwas Neues bringen muss. Alle anderen, die "Klientel abfischen" (sagte mir neulich jemand) tun das ja auch - nur viel schlechter. Mir behagt das überhaupt nicht. Ich finde es opportunistisch.

Man ist in jedem Beruf fehlbar. Soviel steht fest. Aber es wird einem von Seiten der Esologie unendlich leicht gemacht, individuelle Defizite zu rechtfertigen. Du hast es einfach noch nicht verstanden. Oder: Delegier das mal nicht an mich. So etwas habe ich auch von Kollegen schon gehört. Esologie schluckt leider ihre alten Geschwister. Von der ethischen Überprüfung der Pythagoreer bleiben dann manchmal kaum noch Spuren:

"Laut L. de Crescenzo gehörte es auch zu ihren Riten, sich bei Sonnenaufgang stets drei Fragen zustellen:
a) "Was habe ich Schlechtes getan?";
b) "Was habe ich Gutes getan?";
c) "Was habe ich versäumt zu tun?".
Danach mussten sie folgenden Satz aussprechen: "Ich schwöre es auf jenen, der unserer Seele die göttliche tetraktys offenbart hat". Mit "tetraktys" war die den Pythagoreern heilige Zahl Zehn gemeint." (Rolf Frädrich)

Interessant insofern, dass bei den modernen leider immer noch so genannten "Esoterikern", die sich genauso personenkultig verkaufen wie ein Pythagoras damals (nur nicht so wie er abliefern!), Ethik allein als Wort selten gebraucht wird. Man muss dabei zugute halten: Wir befinden uns bei den Innen-Wendungen ja im Element Wasser. Und das ist halt geduldig, da es mit Emotionen, Ahnungen, Geraune dealt. Deshalb wird es an dem Punkt der Überprüfbarkeit von Esologie auch so schwierig. Während wir als Astrologen uns zumindest in Beratungen beweisen müssen, indem wir dem Klienten auch metagnostisch sein Leben aufschlüsseln, ist die freie Fantasie nach vorn (von Esologen "besprochen" wie ein Bann) eine Art Sumpf. Man glaubt das oder nicht. Jemand erkennt, was viel besser für mich wäre, als das, was ich tue, denke, sage. Dass das aber geschieht, als wäre der esologische "spirituelle Lehrer" ein echter Faktenchecker, der einen wie eine Landkarte liest, indem er sein Weltbild verallgemeinert, vermittelt sich mir überhaupt nicht. Wie blind muss man sein? Natürlich war eine Ausgleichbewegung zur geheiligten Rationalität der Jahrhunderte sehr nötig. Und so lange die Welt sich dreht, wird so etwas nach einer Weile immer wieder vorkommen, wenn gesellschaftlich ein Extrem auftritt. Außerdem stecken im irrsten Zugang manchmal auch die funkelndsten Perlen. Allerdings meist versteckt, nie so marktschreierisch verkauft, wie durch die Eso-Ego-Kollegen.

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Neptuns Tarnung des Wahrhaftigen diente ja stets als Tresor für die, die sich wirklich Mühe machen wollten zu hören, zu sehen und zu erforschen. Aber vor allem, immer und immer weiter zu lernen und zu staunen, über diesen unendlichen Kosmos innen und außen und wie sie sich beide verbinden. Tu dies, dann das, ist da keine so gute Variante. Aber hält das Business prima am Laufen.

Wenn die feinsten Ebenen, die jenseits des Sagbaren liegen, nun von Hinz und Kunz erkannt und gebannt werden (indem man sie in Mengen von Geld umwechselt), wird es richtig haarig. Ich habe wirklich nichts gegen Geld. Wozu bin ich Stier? Aber eben drum muss auch ein dienlicher Maßstab für Werte ersichtlich werden. Wo mir aber ein ganzes Buch lang gepredigt wird, wie uninteressant die eigenen Gedanken doch sind, da das "wahre Selbst" - zack! - stattdessen unbedingt gehoben werden muss, um befreit zu sein, wird mir bang. Da ich gleichzeitig mit eigenen Augen lese, wie hier ein Ego seine Gedanken in den freien Raum schleudert und nichts sonst. Offenbar sind manche Gedanken im Auge des denkenden und schreibenden Esologen doch viel interessanter als andere. Seine. Da hilft ihm auch kein Webinar mehr, das für sich als sein wahres Selbst zu entdecken. Ich bezweifle überhaupt, dass sich Esologen unter sich auch mal wirklich gründlich supervisieren oder zumindest kritisch austauschen. Wie wir Astrologen (gefürchtete Gegen-Kritiker der Kollegen) das ja fast schon als Hobby tun.

Die Sicht in die "feinstoffliche Welt" (was immer dieses Schlagwort genau zu bedeuten hat) kann man - soweit meine Ahnung - sowieso nicht lernen. Nur die Techniken. Die aber sind bei vielen Esos zuhause so beliebig käuflich, dass es kaum noch eine Linie zwischen Wahrheit und Lüge gibt. Such is life. Auch das gehört zum runden Dasein. Nur schade, dass so viele Menschen dadurch verdorben werden für fundierte Zusammenhänge (ich meine nicht plattes Ursache-Wirkungs-Denken) mit Jahrhunderte oder Jahrtausende altem Vorlauf. Aber das zu verstehen wäre eben anstrengend und kein Fall für 08/15 Adepten. Die Forderungs-Haltung und Selbstüberschätzung, die auch bei Astrologie-Interessierten zum Teil feststellbar ist, stammt vermutlich auch aus dieser Ecke. Wenn jeder anderswo selbstiger Sonnenkönig in jeder esologischen Disziplin sein darf, liegt es nah, auch mal den Astrologen zu belehren, dass man ja neben Venus-Saturn auch noch diesen irrsinnig wichtigen Sedna/Phallus Aspekt hat. Oder Uranus selbst - wie bei RTL gehört - gerade mal ganz anders deutet. Für sich. Nun, das ist in Ordnung. Jedem das Seine. Aber da muss und will ich passen.

Es ist einfach so: Einmal an der Ego-Verbesserungs-Nadel, und man kommt nur schwer wieder los. Ich hatte den einen oder anderen Klienten, von dem ich bei der 2. Beratung erfuhr, dass er monatlich den Gegenwert eines Laptop für "Wissen" und Sicherheit über seine "Lebensaufgaben" in Wochenend-Kursen oder Webinaren ausgibt. Nur dann nicht mehr bei mir. Auch diese Leute schicke ich weg, da ich ihnen einfach nicht dienen kann. Bzw., da mein "wahres Selbst" sich sonst nicht mehr aufrecht im Spiegel betrachten könnte. Man weiß doch, dass man diese armen Leute dann einfach am Nasenring ihrer Sehnsucht nach Glücksgefühlen und aufgeregter Erwartung der tollen Erfahrungen durch die Lande zieht. Das geht gar nicht.

Zu Neptun gehört ja immer der Übersetzer Merkur. Die praktische Anwendbarkeit der "großen, unsichtbaren Linien". Ohne die bleiben die Zündfunken aus den esologischen Freiland-Versuchslaboren jedenfalls bloße Chimären. Wie eine kleine Katze, die im Schatten ihrem Schwanz nachjagt. Auch die Unwilligkeit der Eso-Klientel, wirklich etwas in ihrem Leben zu ändern (oder einfach mal eine gerade schwierige persönliche Zeit-Qualität zu ertragen und nicht den nächsten Ego-Heber aufzusuchen) beeinträchtigt nach meiner Einschätzung Astrologie. Wann wird es besser? (an sich verständlich, das wissen zu wollen) wird zu: Wenn ich aber meine Probleme face, kann es doch sein, dass ich mich in ein paar Wochen richtig gut fühle, oder? (Person mit 4fachem Saturn Quadrat Sonne im Transit) Kann sein, klar. Aber es kann auch sein, dass uns allen der Himmel morgen auf den Kopf fällt. Diese geschürte Erwartungshaltung (Du wirst glücklich sein, wenn du nur anders denkst) ist inzwischen enorm. Die Frustrations-Toleranz seidenfadendünn. Das Hoheitsbewusstsein des "Selbst" manchmal für einen Beratenden schwer erträglich. 

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Wer da unter uns Astrologen nun, im Kreise der anderen Eingeweihten gut aufgehoben, auf einmal auch wieder Pop-Astrologie betreibt, wird seine Gründe haben. Ich kenne einen, der "ganz sicher" Lebenden spontan ungefragt ihre toten, berühmten Inkarnationen auf einen Blick zuordnet, Asteroiden-Bedeutungen gleich buchweise channelt und kein Problem damit hat, sich als hellsichtig und die anderen als zu dumm zu bezeichnen und das auch ohne falsche Scham tut. Dem Himmel sei Dank channeln sonst noch nicht so viele Astrologen. Anderswo, in Egologia, sind dagegen ja "Wesenheiten" zu Besuch quasi 24 Stunden angesagt. Alles in allem ist diese ganze Tour eine Verschwendung und ein Tritt in den Allerwertesten der vielleicht ältesten Wissenschaft der Welt.

Ich kenne andere Kollegen, die seit Jahrzehnten im stillen Kämmerlein unendlich selbstkritisch und extrem behutsam und fein forschen. Großartige Ergebnisse haben, aber einfach nicht nach draußen kommen. Und dabei fast zugrunde gehen, weil sie entweder einen Zweitberuf brauchen als Erstberuf. Oder eben sehen, wo sie auf dem Marktplatz der Eitelkeiten in der esologischen Wüste bleiben. Das finde ich grausam.

Selbst habe ich einen ziemlich lebhaften Merkur-Neptun, mit beiden Planeten auch noch in "ihren" Häusern. Deshalb waren merk- bis denkwürdige Erlebnisse von der Spooky Side Of Life für mich nicht wirklich ungewöhnlich. Sie fühlten sich oft wie ein direkter Kanal in andere Ebenen an, immer aufregend, intensiv und besonders. Nur hatte ich das große Glück, einen buddhistischen Lehrer zu treffen, der sehr klug, sehr alt und sehr offen war, und seine westlichen Schüler immer wieder ungemein freundlich auf eins hinwies: Auch solche Erfahrungen sind häufig nur Ich-Phänomene.

Wer von uns - als kleine Lichter - will die Grenze zum Ausverkauf des Innenlebens da denn noch festmachen können? Manchmal begegnet einem etwas sehr, sehr Sonderbares, es beeindruckt für eine Weile, man zieht weiter. Manchmal bewirkt es Dinge in einem, manchmal nicht. Solange es nicht mehr als nur theoretische Klicks und Anhängerschaft in Dritten bewirkt, hat es nichts zu sagen für den Lauf der Welt. Wenn man das doch glaubt, nennt man diese Blindheit eben das EGO. Man nehme sich darum besser nie wichtiger als man ist. Vielleicht war es nur wieder ICH, meine größte "spirituelle" Falle (die meist zuschnappt, wenn ich gerade mein Ego abschaffen will und ganz eingedenk vor den Altären der Selbstbeweihräucherung hocke). Und meine größte Hilfe andererseits, wo es um einfache, kleine Dinge des Alltags geht. Weclhe sich durch ein kongruent arbeitendes Selbst nun mal besser organisieren oder strukturieren lassen. Denn dazu war die Bewusstseinsfunktion des Menschen evolutionär offenbar gedacht. Was wird daraus? Eine ständige Opferung der anderen auf der Tafel der Selbstreflektion zum eigenen Besten. Muss das eigentlich sein? 

Wenn nun Millionen Menschen unter ihren Luxusproblemen ächzen, weil gerade Widder, Stier und Zwillinge ansonsten ohne echten, harten Existenzdruck und Krieg arbeitslos sind, wird aus der Esologie plötzlich ein Schuh. Man setzt sich im endlosen Bore-Out eben mit den Binnen-Kriegen und der Optimierung des nicht Optimierbaren auseinander (solange wir Menschen sind jedenfalls). Sucht als Hans im Glück das Gleichnamige. Sprich, Kontrolle über die Gezeiten von Sonne, Mond, Sternen, Welt und Selbst. Und findet: Oh, da erlebe ich ja ganz was Spezielles - das einzig Wahre bin doch wohl ich! Und wenn das stimmt, kann ich auch allein alles verändern. Glückwunsch! Schon mal eine arme Seele im letzten Stadium einer tödlichen Krankheit erlebt und beglleitet? Dann nur zu: Setz deine Kräfte doch ein! Was übrig bleibt an Wirkung, das warst du dann wohl auch. Soviel verrate ich: Viel wird es nicht sein.

Damit das nicht missverstanden wird: Es gibt sie natürlich, diese Menschen, die besondere Kräfte, besondere Sicht, besondere Fügungsmöglichkeiten haben. Es hat sie immer schon gegeben. Aber bestimmt nicht in der Masse von Dumpfheit und Dummheit, mit der das Gros der heutigen Esologenschaft und Egoterik sich als Heilung der Selbste verkauft. Das erinnert eher daran, Plastikperlen gegen einen Stapel Goldnuggets einzutauschen. Sich als Guru zurechtzustricken oder zu skandieren: "Und jetzt alle mal spirituell (bewusst, spontan, radikal) werden!" - das ist in den meisten Fällen einfach Hybris. Man vergleiche mit der Bescheidenheit der wirklich großen, noch lebenden Lehrer aus den alten Traditionen. Es sei denn, ich täusche mich. Und das Universum hätte sich plötzlich überlegt, tatsächlich den kosmischen Switch auszurufen und ein Heer von Aliens hernieder zu schicken. Als welche dann unvermittelt diese neue Lehrerschar in Schildkröten-Formation die einzig wahre Sorte Hirn auf die Erde wirft. Das glauben ja tatsächlich einige "Weise". Gehobene Schwingung. Sicher doch. Dein Name sei: Eso. Nach Kultur sieht der Rest des Chaos hier ja noch nicht wirklich aus. Wir benehmen uns fast durchweg (und damit meine ich erst recht die Esologen selbst) wie Steinzeit-Wahrnehmungs-Automaten. Konfusionen werden durch die vielen Subjektivitäten, die sich da feiern als Weise aus dem Abendland, eher noch vergrößert. Als Lehrer sollte man jedoch erst mal gelernt haben. Das findet meist zunächst in aller Stille und eher bescheiden statt. Damit sind dann aber zwei Drittel der Esologen schon mal durchgefallen.  

0aquaMich nervt die Dreistigkeit und der Größenwahn derjenigen, die eine Gabe dafür haben, ihren Unterhalt trotz mangelnder Ermächtigung (außer ihrer eigenen) so sehr zu vervielfältigen, dass andere darüber den Menschenverstand verlieren, der zur Aufrechterhaltung bestimmter Maßstäbe so nötig ist. Gerade im Bezug auf die Bedeutsamkeit alter Geheimlehren für die Gegenwart. Was stattdessen dann in konzentrischen Kreisen von Angebot und Nachfrage endet und den Alltag vieler vielfach durchwebt.

Fake-Spirits, Wunderheiler (die sich nur nicht mehr so nennen, aber manchmal agieren wie auf der Kirmes) oder lauwarme Lehrer mit philosophischer, smoother Grabesstimme und Zimmerbrunnen wissen, wie's geht. Sie verkaufen ja eher sich oder Bilder von sich als Inhalte, die Bestand hätten. Fast alles gab es schon vorher, die Welle wird einfach neu formuliert und Uranus gut geritten. Der zieht sich befremdet in uranische Distanz zurück. Und alle, die drumherum staunen, auch. Irgendwann werden die knallharten Rationalisten so wieder das Ruder übernehmen. Wie schade.

Wo etwas überschwappt, bereitet sich das Untergebutterte auf Heimkehr vor. Mich schockiert es immer noch, wenn nach der astrologischen Beratung eine Frage fällt wie: Hast du nicht zufällig ein paar Engels-Zahlen parat für mich? Oder eine Klientin, mit der man wirklich gearbeitet hat (übrigens für sehr, sehr viel weniger Geld, als der Aufwand einen kostet) sich nach der numerologischen Meisterebene erkundigt. Ich halte viel von einer stabil und gut arbeitenden Numerologie, aber nichts von einem Kessel Buntes aus dem Alles-Kann-Nichts-Muss-Hype. Wo man alles verbrät, was der jeweilige "Wissende" am Wegesrande aufgeschnappt hat. Was danach dann an Kontamination durch Verdrehung des Weges kommen kann, strotzt oft nur so vor Ignoranz, Arroganz und Selbst-Erfindung.

Zumal es bei großen Teilen der esologischen Branche keinerlei System gibt, das je überprüfbar wäre oder auch nur den Anspruch an Übertragbarkeit hätte. Motto: Was du glaubst, das prägt deine Wirklichkeit. Sehr praktisch. Dann ist der enthemmte Pop-Esoteriker notfalls eben auch eine Erfindung meines Geistes. Sagte das nicht sogar der Buddhismus? Falsch verkürzt könnte man das natürlich für Kontroll-Fetischisten so übersetzen. Aber den Esologen, die so arbeiten, hat offenbar niemand erklärt, dass im Buddhismus nicht die "absolute" mit der "relativen" Wirklichkeit einfach durcheinander gerührt und dann als Einheitsbrei wieder ausgeworfen wird. Dort geht es zu großen Teilen um eine hoch differenzierte Geistesdisziplin, um nicht nur für uns, sondern vor allem auch für unsere Begegnung mit anderen neue Gewohnheitsmuster im Denken zu schaffen. Weil alle verbunden und damit das Leid des einen mit dem des anderen stets in Kontakt ist. Weshalb man nach beiden Seiten praktischerweise lieber gleich konstruktives neues Karma = TUN verantwortungsvoll wirkt. Von Mitgefühl höre ich die Esologenfraktion jedenfalls sehr, sehr selten reden. 

Auch mancher Astrologe, der mit zahllosen anderen Seitenzugängen inzwischen so geschmeidig um sich wirft, als wären es Bowlingkugeln, sollte sich vielleicht vorsichtig fragen, was ihn eigentlich treibt. Und ob sein vermeintliches "Talent" nicht eher etwas sein könnte, was man sonstwo untersuchen lässt. Ärztlich. Das sage ich übrigens als Anhängerin des Reinkarnations-Gedanken, sowie beste Freundin der systemischen Therapien und des Human Design Systems. Aber es wird schon einen Grund geben, wieso es nicht jedem gut tut, sofort aus der Schande seines letzten Lebens abgeleitet zu bekommen, wieso sein jetziger Partner ihn heute betrügt. Oder welches HDS-Kreuz er unglücklicherweise auch noch trägt. Manchmal hat der Partner nämlich nur ein pickepacke volles 12. Haus, dessen Bedeutung wir gerade übersehen. Er mag vielleicht bloß Doppelleben in der Gegenwart. Alles ist ttatsächlich ja Wirkung einer Ursache und sehr oft die des eigenen Denkens und vor allem, des Tuns.

Das klingt nun insgesamt ärgerlich und ist es auch. All das hat für mich leider überhaupt nichts mehr mit eindrucksvollen Ur-Sachen aus der Welt der echten Schamanen oder Hellsichtigen zu tun. Mich wundert, wie manchmal sogar Astrologen ohne jede starke Uranus- oder Neptun-Lagerung (11/12) auf den Gedanken verfallen, ihnen werde "von da oben" etwas eingegeben. Wassermann und Fische machen nun mal die Grenze und Zugänge nach oben aus. Aus einer ebenso hermetischen Welt der Fachidioten vorher ist ein Jupiter-Pluto mit Sonne-Mond-Schatten-Thematik geworden. Vierfruchtmarmelade, nannte Döbereiner das. Von allem etwas und am besten daran: Es sieht nach draußen prima aus. Wenn Neptun mitspielt, fallen wir oft reihenweise auf diesen Kram herein. Wo man nicht dem Instinkt für das "Wirkliche" im Wahren folgen kann, der offenbar pervertiert ist. Neptun bietet ja nur die beiden Fische in die eine oder die andere Richtung an. Wir haben 2 Wege. Wir nehmen das Bonbon. Und so poppt das Unbegabte traumwandlerisch gerufen an die Oberflächen und wird von der Fanbase, die immer schon eine Ahnung hatte, dass am Leben etwas nicht stimmt (richtig!), einfach durchgewunken.

Mühselige und Beladene trudeln weiter ein im Reiche Egologik, die es auch in Zukunft immer leidgeprüft geben wird. Das nennt man Leben. Soweit meine brilliante Prognose. Ich sollte Geld damit machen. Wer nicht dauernd Mothers Little Helper (Psychopharmaka) einwerfen will, benötigt womöglich auch nicht chronisch die geistigere Trost-Variante = Plackerei durch Selbstverwirklichungs-Kurse. Man könnte mal still durchwandern. Man könnte akzeptieren, wie Dasein auch noch ist. Nicht immer glänzend, erbaulich öffnend oder "lehrreich". Schaut man aber mit der gebotenen Klarheit (die Merkur/Neptuns Achse immer braucht, um nicht in Fallen zu laufen) die Inhalte von "Geistführern" mancher Lehrer (gern auch Erzengel) genauer an, könnte man meinen, hier hätten einige Leute vergessen, ihre Pillen zu nehmen. Wie neulich ein befreundeter, sehr scharfsinniger Astrologe sagte. Vielleicht ist aber auch  "die geistige Welt", die man da so gern zitiert, einfach den Tick schlichter gestrickt. Oder die allgemeine Festplatte gecrasht. Bei Uranus im Widder/Stier-Übergang weiß man ja nie. Möglicherweise ist das als Dekonstruktions-Stadium ja nötig.

Wenn dann der Astrologe zu simpel scheint für den eigenen wuchernden Anspruch, zieht die Karawane zum nächsten Prediger weiter. Vielleicht hat der's etwas günstiger und effektiver und bequemer. Mit einer Erklärung, dass man nur einfach Energie "switchen" muss, um endlich dauerhaft befreit zu sein. Von was auch immer. Meine Erfahrung: Es gibt nur bei absolut Begünstigten den einen Klick-Moment, der alles verändert. Die anderen müssen täglich üben, ihre Sicht dauerhaft vom Selbst-Standpunkt WEG auszuweiten. Hin macht einen meist ganz unkompatibel mit allen, die keine Esologen kennen. Das kann man natürlich für sich so entscheiden, aber es minimiert den Freundeskreis dann doch empfindlich. Schon schmort man wieder im eigenen Suppentopf.

piscesneptun

Das Radix des letzten Übergangs von Neptun in die Fische (weltweit übergreifend für Greenwich, rechts) zeigt ja schon die Maßlosigkeit der erwartbaren Vernebelung, Verfügbarkeit und Verführbarkeit von Produkten wie der Esoterik an. Die dann plötzlich verkauft wird wie vorher Valium oder Benzos. Mit den Jahren mutierte Qualität zu Quantität. Viel hilft viel. Jupiter Herr 4 im Stier in 9. Da werden Halbgötter zu Stoff, vor allem durch den "meisterlichen" Ausdruck des Saturn in 3 gegenüber. Neptun in 6 (mit Chiron, der Wunde!) und Merkur/Sonne (Herrin 12) spiegelt, wie das Unsagbare narzisstisch und subjektiv im Alltag benutzt wird.

Die Ausgleichsbewegung zur übergroßen Denkmechanik im letzten Jahrhundert war zu begrüßen. Wassermann bricht immer Traditionen. Nur sieht sich hier Sonne im Exil zwar als besonders (mit jeder neuen Methode), aber sie folgt auch abrupt einer Anpassung (6!), die früher vielleicht rebellisch war. Aber nun bürgerlich wird. Mars Herr 9 in 1 Jungfrau ist "der kleine Lehrer", der die Lehre aggressiv marketenderisch nach 1 in die Erscheinung trägt und damit das ängstliche, arme Ego füttert. Während genau das, die Angst des Tormanns vorm Elfmeter, als NoGo gilt. So kann man die eigentlich wichtigen Anpassungsprozesse der Zeit und des Überpersönlichen auch ausleben.

Eigentlich dient ja das Sonnen-"Ego" evolutionär mit seinen Identifikationen einer reibungsloseren Wirklichkeit, auf die man sich zum Zwecke der Verständigung über Funktionen einigen musste. Sonst wäre jeder einzuschaltende Staubsauger ein neuer Kampf darum, ob der denn "wirklich" auch in der Quantenwelt ein Staubsauger ist. Natürlich nicht! Aber wem nützt es, wenn der Boden dreckig ist? Darum geht es mir. Nicht um eine Rückkehr in Hau-Drauf-Realitäten.

Die Faktenwelt hat dieselbe Berechtigung wie die Welt des Geistes und der Gefühle. Spiritualität hat der kleine Junge im kleinen Finger mehr, den ich neulich sah, der seine 20 Cent dem Bettler gab, als der Esologe, der sein Ego päppelt, indem er (wichtige Dinge über Resonanzen flüsternd) Seminarräume durchschreitet. Aber auch ihn muss es geben, wird es geben. Auch wir Astrologen sind ja nicht das Gelbe vom Ei. Und ich erst recht nicht. Ich bin nur zutiefst frustriert über das Sendungsbewusstsein von Fake-Predigern. Aber damit kann ich leben. Löwe füttert nun mal Jungfrau. Manchmal zu viel. Nun ist Alltags-Konfusion. Wassermann wird auftauchen, purer, in die Welt des Stiers einbrechen. Danach kommt logisch ein purerer Neptun.

Vielleicht erscheint aber morgen Gott selbst in Gestalt meines kleinen tibetischen Hundes über meinem Bett und spricht: "Hättest du den Artikel nicht geschrieben! Willst du immer noch behaupten, dass Esologie Betrug ähnelt?" Nun - dann vielleicht würde ich noch mal darüber nachdenken. Überhaupt tut mir das ja auch alles leid. Wofür hat man einen Mond und einen Neptun? Die Menschen, die sich täglich "positiv" besprechen und beschwören müssen, bis fast der Spiegel platzt. Die Menschen, die in ihrer kleinen Lebenspraxis irgendwann entschieden haben, dies nun einfach gegen Geld zu tun, Selbstentdeckungs-Kongresse zu eröffnen und anderen zu erzählen: Nur du zählst. Das sind traurige Gestalten, finde ich und bitter sehen sie oft leider auch noch aus.

Es war vielleicht noch nie so leicht wie jetzt, mit so wenig Wissen über "spirituelle Wahrheit" (oder dem, was man dafür hält), die Ahnungslosen zu betäuben. Spitze 2 des Neptun-Ingress' liegt ja ebenfalls noch in Jungfrau. Geld (man nennt das heute, wie gessagt, sauberer, esologisch "Energieausgleich", damit es nicht so unspirituell klingt) zur Absicherung der Person. Venus in den Fischen erhöht in 7 (Mitherrin 10) schafft immense Öffentlichkeit. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte sich mit Neptun allein zu Haus wirklich etwas öffnen. So wird ein Klischee nach dem anderen in ein Geschäft eingehakt, das von Darstellung lebt (Waage in 3, mit Skorpion, den Wandlungs-Tiefen, eingeschlossen - und damit erst mal für den "Kunden" der Trips ausgeschlossen). Das ist alles sehr schön übersichtlich dargestellt im Radix wie im Leben. Und es ist gut so. Denn das ist es: Der Lauf der Welt.

Nicht dass ich mich beschweren wollte (oh doch!). Wir Astrologen wissen wenigstens aus unserer "Wissenschaft", die für andere auch keine ist, wie sehr ein auf Lüge umgepolter Neptun (dessen Sprungbrett zur Wahrheit man nicht nutzt) einen auszehren kann. Zwillinge-Mond in 10 beim Neptun-Ingress zeigt das immense emotionale Bedürfnis der Info-Junkies überall, denen 1001 Story der Selbst-Verbesserung übergeholfen werden. Motto: Alles erlaubt, nur du nicht, wenn du so und so bist (zu verstrickt, zu brainy, zu wütend, zu selbst, zu wenig selbst, zu viel dies, zu wenig das). Aber: DU kannst dich heilen.

Ich glaube, die neuen Missionare der Geistes-Kräfte wissen nicht mehr, auf welchen Knochen sie gehen. Entwicklung, vor allem Selbst-Entwicklung, ist ein Prozess in Zeit und Raum und weder zu verordnen, noch zu erzwingen. Insofern IST Befreiung härteste Arbeit. Ach so, na dann, sagt Uranus. 

neptunsag1970Zu Hippie-Zeiten, nachdem die Beatles nach Indien gingen und die Massen - Krishna sei Dank - mitnahmen in eine andere Kultur, steuerte Neptun gerade Schütze an und entwickelte das, was aus dem Spiritismus an Grundklima hervorgegangen war, völlig anders weiter. Man schaue sich das Radix des Ingress' für Greenwich an (links). Damals tauchten auch wirkliche Lehrer ins Bewusstsein, mit Saturn am Stier-AC, dem starken Stellium Skorpion um Sonne-Jupiter, Wassermann-Mond und Mars/Uranus in Waage. Es wurde letztlich eine verrückte, bereichernde Rückbindung an alte Traditionen - nur westlich verstanden, mit psychedelisch-spirituellen Vernetzungen. Eine Volksbewegung in die Psyche begann, wodurch viel Ausgetrocknetes endlich aufbrach und die Erde bewässert wurde.

Als Stufe war das wunderbar. Jene Ära damals hatte buchstäblich Aufbruchs-Qualität, während jetzt an vielen Ecken dieser Zyklus sogar anti-spirituell, betulich, genormt, standardisiert und reklamehaft bourgeois wirkt. Wie ein Fanzine von Helene Fischer. Kleingeistig, obwohl man sich doch mit "dem großen Geist", der uns innewohnt und sich selbst abschaffen könnte (angeblich), so gern und heftig beschäftigt. Aber man kriegt die Gedanken nicht weg. Man muss mit dem Geistesaffen und seinen so erschaffenen Geistesaffen leben. Jeder und alle. Ob die Allmacht des freien Selbst dadurch beschränkt ist oder nicht. Merkur lässt sich nicht aus dem Chart selbst des unesologischsten der Esologenlehrer entfernen. Und das Unglück, das es auch in seinem Leben immer wieder geben wird genauso wenig. Man kann eins tun: Sich MIT all den Gedanken auch wieder etwas Alltäglichkeit im alltäglichen Dasein gönnen, Unbill tragen, Wechsel als Bestandteil des Seins begreifen und trotz der ständigen Selbst-Kommentare im schweren Kopf sein Leben leben. Und wenn nicht, dann eben nicht. Dann wird man Esologe. Oder Hirnchirurg. Oder Oberförster. Kein Problem, außer für mich und ich hab nichts zu sagen. Was in dem Fall besser ist, weil ich als Stier/Skorpion sonst möglicherweise schlimme Esologen-Prüfungen ausloben würde. Da ich mich von so viel Einseitigkeit bedroht fühle. Aber das geht erfreulicherweise ja nicht allen so, deshalb ist der Fortbestand der "spirituellen" Vielfalt gesichert.. 

Besser, wir gewöhnen uns alle vielleicht wieder daran, dass wir Menschen menschlich sind und trotzdem das Göttliche spüren können in uns. Aber selbst noch lange nicht da oben sind. Auch eine Botschaft von Neptun in den Fischen (und natürlich meinem alten Freund Pluto, der zuviel Liebe-Licht-Geschwafel einfach nicht mag). Das kleine Problem: Wer das und auch Neptuns Nichts in sich nicht erträgt (und ich meine: NICHTS, Leere) oder Plutos zwanghaften Transformationshunger neben diesem wirklich grenzenloses Weh, der wird Neptuns Fülle und Poesie genauso wenig spüren wie Plutos wirklich klaftertief reichende Wandlungen des Selbst. Die nicht durch einen Mausklick und etwas Meditations-Ambiente statt Meditationspraxis zu fixieren sind. Sondern nur mit viel Selbstkritik zu erhalten. Welt ist eben ein Abenteuer, kein lustiger Selbst-Bedienungsladen.

Aber: Wer ein Mehr-Davon-Prinzip verkauft, darf eben nicht zu einem befriedigenden Ende leiten, sonst macht er sich überflüssig. Darüber könnte man auch mal nachdenken. Soweit meine esologische Einlassung zum Tage. Man könnte noch viel über Jupiters zeitweise unrühmliche Rolle zur Verstärkung von Sonne/Mars (ein verdeckter Pluto/Neptun) schreiben in der Eso-Szene. Aber genug ist genug. Morgen spreche ich den Artikel dann eventuell mal testweise  im kleinen wallenden Weißen noch für YouTube ein, während ich mich mit einem Zen-Aufbau aus Steinen auf dem Kopf durch ein leeres Zimmer bewege, als flacheste Analogie zum Raum da draußen. So macht man das als Esologinnen-Anwärter. Das bringt Quote. Ein Tipp noch: Die Fake-Prediger heute wirken ja leider nicht mehr dämonisch wie die Nosferatus früher. Darum erkennt man sie auch nicht mehr so gut. Häufig sehen sie einfach aus wie die wirklich sehr nette Frau, die ich aus einem Forum kenne, und die ihren kleinen Törtchen-Laden in Zwickau zugunsten einer recht erfolgreichen Karriere als Lebensberaterin von Jetzt auf Gleich dichtgemacht hat. Weil sie durch eine erfolglose Konfrontation/Liebe zu einem der gerade modernen und gern genommenen Soulmates (Seelenverwandten) begriffen hatte, dass sie für Größeres gedacht ist. Das wurde sofort wissend umgesetzt. Ohne weitere Vorkenntnisse. Na, etwas Wagemut muss sein. Man darf aber angesichts solcher Real-Jokes, die Esologien auch erzeugen, durchaus vorsichtig überlegen, ob man an der richtigen Adresse ist, wann immer einer der neuen Gurus, Coaches, Berater oder Lehrer (gilt alles auch für die Ladies unter ihnen)

  • sich selbst, seine wunderbaren Partnerschaften und Weisheiten ständig "technisch" in Bild, Ton oder Wortkaskaden in den Vordergrund spielt,
  • offensichtlich andere Menschen verallgemeinernd auf ein "Du bist/wirst - wenn du nur das tust oder lässt..." reduziert, so positiv das auch klingen mag
  • mehr von "deinen" Entwicklungschancen und "Aufgaben" redet als davon, dass es in "deinem" Leben womöglich auch ein Sozialgefüge mit eigenen Bedürfnissen gibt
  • einem Projektion vorwirft oder, "in der Entwicklung noch nicht so weit zu sein", falls man anderer Ansicht ist oder Kritik hat. Und schließlich
  • ständig die beliebtesten Keywords der Spirit-Speech (Licht, Liebe, positive Energie, Resonanzen, Felder, geistige Welt,  in Kumulationen wie aus Gewitterwolken vom Himmel regnen lässt und einem radikale Erneuerungen in Aussicht stellt, falls man nur ganz, ganz doll bei sich selbst ist = selbst-bezogen wird. 

Tja, das ist wohl nicht im Sinne der weisen Esoterik-Erfinder damals. Neulich las ich übrigens irgendwo, in einem dieser den Lebensfluss und totale Spontaneität fördernden Seins-Elaborate, man müsse "den Zensor töten" in sich, um aus der Massenhypnose (Esologen-Klassiker!) aussteigen zu können, die einen programmiert hielte. Weiter hieß es drohend, je mehr Raum ich anderen auf Kosten meiner selbst gäbe, umso weniger bliebe für mich. Gut, kann man denken, nur ist das fast schon ein AfD-ähnliches Politikum. Das klang selbst für mich und meinen taffen Pluto mehr nach Viertnam-Krieg als nach spiritueller Utopie. Auch die Tendenzen gibt es ja inzwischen. Sie werden härter, diese Leute. Für mich ist "Töten" immer noch kein schlüssiges Konzept der Befreiung. Aber macht nichts. Ich habe zu viel skorpionischen Anspruch, der aus mir herausredet. Da wird man schnell mal fies, den Forderungen selbst nicht gerecht und ist sowieso unbelehrbar. Damit will ich es zu dieser Mondfinsternis auch gut sein lassen mit der unkultivierten Kultur-Kritik. Oder, um es mit unseren esologischen Freunden zu sagen: "Nimm dir daraus, was du brauchst, den Rest lass einfach hier!" Namaste, Prost, gruseliger kleiner Blutmond, du warst für viele Switch-Ahnungen und energetische Verwerfungen gut. Bist aber ansonsten völlig überschätzt. Einen wunderbaren Flug ins Freie den Lesern, die es bis herher geschafft haben! Ich will auch keinen Energie-Ausgleich dafür. PS: Am bittersten finde ich die Esologen, die auch noch Schuldverschreibungen für kranke Menschen ausstellen. Da heißt der Slogan unter der Hand: Nicht reflektiert genug gewesen, irgendwie. Sonst würde man doch schneller gesund. Wie grottig, meint Pluto. 

Bild (bearbeitet): Pixabay

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