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Buntes

Zu viel Frau für einen Mann?

jeanne"Zu viel Frau für einen Mann" sei sie gewesen, hieß es manchmal. Aber Wassermann-Sonne Jeanne Moreau (89), die jetzt unter gleichzeitigen harten Transiten so plötzlich starb, unvermittelt, wie sie bis dahin auch immer gelebt hatte, war alles, nur kein Weibchen. Den lasziven Stier-Anteil des AC konnte zwar niemand übersehen, aber sie machte dahinter als durch und durch uranisches, geistiges Luft-Wesen schon früh unangepasst manchen Männern richtig "Angst".

Jedenfalls denen, die unanbhängige Frauen angeblich ja immer schätzen, aber so viel weiblich dominante Energie (auch Scorpio-Lilith) dann schlecht persönlich ertragen und eher in Konkurrenz gingen. Als Kino-Bugfigur der französischen Nouvelle Vague hat Moreau gerade darum wohl auch mit allen wirklich großen, selbst starken Regisseuren und Schauspielern gedreht, die ihre Präsenz und Eigenwilligkeit aus Feuer-Luft besser verkrafteten. Außerdem ließ sie das Auftreten von drei 10. Haus-Planeten und einem Steinbock-Mars in 9 (neben dem Erd-AC) auch eine bedeutsame, wenn auch trotzige, gewichtige Umsetzerin sein, die eben nicht vorwiegend redete, wie Luft das manchmal tut.

Eine Frau, die darum auch - anders als andere - in den 50ern bereits allein sehr gut wusste, wie sie sich als Star präsentieren und einsteuern musste, um mit ihren drei Dritt-Quadrant-Besetzungen (oft Garanten öffentlicher Antworten und Wahrnehmung der eigenen Person) populär zu sein. Ohne je opportunistisch zu werden. Sie wurde stattdessen selbst ganz groß und lebte immer eigenwillig, bis zuletzt. Aber Jeanne Moreaus aktuelle Transite waren dann wirklich heftig.

Sie starb dann unter transitierender Pluto-Konjunktion und Jupiters (der Herr 8) Quadrat zum Steinbock-MC, einer gleichzeitigen Pluto-Opposition zum Geburts-Pluto, zusätzlich dem t-Saturn über Schütze-Venus in 8 (!) sowie schließlich einem womöglich ausschlaggebenden, gerade in effektiven Orbis gelangenden Anlauf von Uranus im Quadrat zur Sonne. Viel Holz für eine Frau, die im kommenden Jahr ihren 90. Geburtstag gefeiert hätte.

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Zu Wassermann-Neumond geboren, ist man so oder so häufig anders. Gar nicht das, was man Warmduscher oder Weichei nennen würde, in welcher Generation auch immer. Man emanzipierte sich damals erst mit Mühe. Als Frau Jahrgang 1928 wird Moreau darum auch schnell in ihrem rebellischen Sein als eine Art Alien, aber gerade darum auch eine Hoffnung erkannt. Sie hat, wie viele Uranierinnen, die etwas werden wollen, ausgleichend eine Erdbetonung für soviel Luft mitbekommen. Diese Kompensation, die Menschen erfolgreich machen kann. Auch wenn sie unter Jupiters Patenschaft andererseits schnell zündende Visionäre ohne Ausdauer sind. Wie sie sonst oft an einer mangelnden Saturn-Unterfütterung kranken, um dann ihre Projekte nie zu beenden oder einfach nicht im Leben verankert bekommen.

Jeanne Moreau aber ist auch hier anders und wird mit den durchhaltenden Langläufer-Anlagen zur Fahnenträgerin für eine neue Zeit im Film. Ihr Radix zeigt dazu nur zwei "große" Faktoren unter dem Horizont, das heißt, sie entwickelt sich eher durch transpersonale Strömungen für eine Gesellschaft, die auf genau solche Menschen wartete.

Es sind (neben der Lilith in 6) der Pluto (noch in 3), der ihren massiv charismatischen Ausdruck prägt und andere weibliche Konzepte vorgibt (Krebs), und der Neptun in 5, der ihrer schillernden Persönlichkeit dazu noch so viel sofort merkbaren Hintersinn, Feinheit und Transzendenz im Wesentlichen verleiht. Ihre Ausstrahlung und Lebenskraft  sind absolut ungewöhnlich, aber die Ursache kann man nie wirklich festmachen. An solchen Positionen haken Menschen ihre Träume an, gleich mehrere Generationen. Insofern ist Moreau auch eine Begünstigte, als Jupiters spezielles Kind. Denn in eine ganz ähnliche Richtung geht auch ihre absolut ungewöhnliche Jupiter-Uranus Konjunktion in 12 auf der kosmischen Spalte, dem Beginn des Zodiak = 0° Widder. Solche eine Sonderstellung, wie sie immer wieder mystisch wirkende Identitfikations-Figuren mit besonderer, allgemein ausstrahlender Entwicklung hervorbringen will.

Mit Truffaut, Orson Welles, Louis Malle, Fassbinder und Wenders prägte sie als Schauspielerin denn auch nicht nur das nationale Kino. Man spürte sie, bevor sie auftrat - das war das Stoffliche des Stiers am AC, das mit Venus in den Schützen ans galaktische Zentrum getragen wurde und hier Zuschauer und Kollegen in unsagbar starke Vibrationen versetzte.

Eine solche Person kann man nicht zähmen oder trainieren, wenn sie nicht will. Sie prägt vielmehr dem Umfeld ganz real (Erde) ihre Gedanken, Ideen, die Information ihres Wesenskerns (Luft) als Vermittlerin auf. Eine besondere Mischung. Stierisch arbeitsam und unglaublich fleißig. Und dabei doch die sirrende Stimme einer neuen Generation von ruhelosen, revolutionären, wirklich unruhigen Frauen, die nicht mehr nur Körper sein wollten oder Gefährtinnen eines riesigen Männerbildes, das sie dann erschlug. Sondern physisch eigenständig, ohne die Liebe zu verlieren. Alles, was Moreau ins Frauenbild einbrachte, war new & different. Sonst wäre es nicht angenommen worden. Auch in der Rolle nicht. Wie oft beim Uranischen, wenn es denn doch angenommen wird (das ist ja beileibe nicht selbstverständlich), geht dann der einmal aufgegangene Stern erst einmal nicht mehr unter. 

Wenn Charakter, Radix und Magnetismus die Forderung einer Zeit treffen, ist das eben ein großer Glücksfall. So gesehen wurde die bewegliche Luftfrau Moreau von der Herausforderung ihrer Gegenwart bis zuletzt bewegt - ein Kennzeichen vieler Besetzungen über dem Horizont, wo Mensch dem Dasein antwortet und umgekehrt. Das passiert nicht oft, umso unersetzlicher sind für die Kunst ja dann auch solche Tode, solche Verluste, solche Menschen, solche Frauen. Mögen viele Generationen danach auch diesen Willen und dieses Leuchten entwickeln, sie selbst zu sein.

Bild (bearbeitet): Jürgen Draeger (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons.

Daten-Quelle: Astro-Databank, Rodden Rating AA 

 

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Freitag, 15. Dezember 2017

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