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Totgeglaubte leben doch länger

Wenn man von diesem Paradebeispiel hört, für die so oft randalierenden Transite des Uranus mit ihren Schnitten (aber auch für den unendlichen Erfindungs-Reichtum eines Jupiter), ahnt man schon, wie das betroffene Horoskop dazu aussehen muss. Denn dass Totgeglaubte manchmal wirklich länger leben, zeigt dieser Fall einer jungen Frau sehr gut (im Radix ein auffälliger Sonne-Jupiter im Schützen), die 1984 für 31 Jahre verschwand. Es geschah, als Uranus auf ihrer speziellen Ausweitungs-Konjunktion stand. Wie sie sogar einen Baron Münchhausen schaffen kann, da Schütze nun mal zu Geschichten neigt.

Wenn auch selten zu derartig irren Storys. Radikal wie Uranus zuweilen wird, hat er hier nämlich ein altes Leben komplett abgeschnitten. Die Hauptperson, Petra P., wurde unter anderem schon für ermordet gehalten, bis die heute 55jährige jetzt, bei Jupiters Quadrat zu Sonne-Jupiter (Wiederholung), plötzlich heil auftaucht. Wenn auch offenbar nicht glücklich mit einer möglichen Wiedervereinigung. Nein, sie will keinen Kontakt zur Familie, die sie damals verließ. Mitverantwortlich für ihre Entdeckung ist auch Saturn, der die Entdeckung im letzten Grad auf ihrem (mutmaßlichen) Skorpion-Mars festnagelt, während Mars mundan auf ihrem Uranus steht. Aufgestört. Der akute R-Merkur jetzt bringt - analog zu ihrem R-Merkur Skorpion - ihre verdeckte Wirklichkeit zurück:

Diese Jahrzehnte alte Tarn-Identität als Frau Sch. in Düsseldorf, bei der nun aber leider eingebrochen wurde, wird zerstört. Weshalb die Polizei am 11.9. vorbeikommt und vermerkt, dass dem Opfer Papiere fehlen. Womit die seltsamen und kompromisslosen Ereignisse um Petra P. auffliegen. Astrologisch klar, da selbst die groben Mittags-Horoskope klassisch anzeigen, wie logisch Aspekte manchmal "funktionieren". Wenn sich Anlage und Auslöser passend treffen, können sie ein Dasein völlig auf den Kopf stellen. Petra P., die seinerzeit sogar von Ede Zimmermanns XY UNGELOEST verzweifelt gesucht wurde, brauchte jedenfalls womöglich jenen trennenden Uranus-Transit, um sich aus einem festgefahrenen Leben als gesettelte Studentin nah den Vorstellungen der Eltern vollständig herauszulösen und in ihre Abenteuer-Anlage von Sonne-Jupiter im Schützen zu kommen. Aber Uranus zeigt dann eben manchmal auch dauerhafte Abspaltungen von dem, was bisher zu einem gehörte.

Die Informatik-Studentin (der Vater ist auch Diplom-Physiker) beschäftigte sich damals an der Uni mit Computer-Sprachen. Mit der visionären Schütze-Konjunktion eine Art Nerd, würde man heute wohl sagen. Dafür war sie aber auch offenbar sehr stark eingebunden in die Familie. Erst 24 Jahre alt, lebte Petra P. zwar in einem Studenten-Wohnheim in Braunschweig, wo sie die Diplomarbeit bereits zu Ende schrieb, fuhr aber jedes Wochenende zurück nach Wolfsburg, "nach Hause", und sonntags wieder zum Campus. Auf den jüngeren Bruder wollte sie dort denn auch aufpassen und das Haus sitten, als die Eltern zwei Wochen in Italien Urlaub machten. Sie verabschiedete sich von ihren Kommilitonen, kam aber nie an, wo ihr Bruder am Tag drauf Geburtstag feiern wollte. Irgendwann, viel später, "gesteht" der Mörder eines anderen Mädchens aus der Gegend fälschlich, auch sie umgebracht zu haben, widerruft später. Man erklärt sie für tot. Dabei lebte Petra einfach woanders. Am Tag des Verschwindens aktiviert Mond gegenüber, im Krebs stark, den damals laufenden Jupiter-Transit über Steinbock-Saturn, der ihr neue Götter bringt, neue Perspektiven, neue Entscheidungen. 

Wie ihr Radix zeigt (innen ohne Häuser, da fehlende Zeit), hat Petra P. diese spezielle Spannung zwischen dem plutonischen und jupiterhaften Prinzip auf mehreren Ebenen schon angelegt. Es geht um Konzepte, zu feste Vorstellungen und eigene Visionen. Einmal sind da die Zeichen - im Schützen ist das Mädchen die "große" Aussenperson - eine Leuchte. Sonne mit Jupiter zeigt ja jemanden, der weiß, er ist besonders. Im Skorpion jedoch findet sich das Schatten-Gesicht eines erwünschten Optimums für die Außenwelt, das hier (Ehrgeiz, vermutlich von der männlichen Familienseite verlangt - und stark gefördert).

Ein hoch problematischer, introvertierter, mutmaßlich auch kindlich traumatisierter, tief empfindender, offensiver und selbst oft angegriffener, bezwungener Mars-Merkur, genau an der Zeichengrenze, spukt in der Seele. Das sind auch Schmerzen, bittere Erfahrungen, selbst wenn Mars schon auf 0° Schütze stehen sollte. Er wird von Merkur rückläufig immer wieder ins Schmerz-Bewusstsein gezogen. Wahrscheinlicher ist, dass er ohnehin dort steht. Auch eine Anlage zu bitterem Zynismus, der sich nach Verwundungen einstellen kann. Auch über die Planeten-Faktoren zeigt es sich noch mal alles in allem sehr ähnlich: Sonne-Jupiter steht im Quadrat zum Pluto, was eine polare Konflikt-Bereitschaft gegenüber dem Vater-Prinzip (und vom Vater-Prinzip aus) andeutet. Es wird von diesem Mädchen viel gefordert, worauf es sich selbst mit den intelligenten Schütze-Anteilen deutlich unter Druck setzt. Die Jugendliche folgte diesem Anspruch, etwas werden zu müssen, wie das viele Skorpion-Betonte tun, die sich später in Konzepten von Druck, wahlweise höchster Konzentration und manchmal fremden Fixierungen, irgendwann gefangen fühlen.

Dann muss die nächste Zodiak-Stufe der Fixzeichen nach Skorpion das eben lösen: Wassermann, sprich Uranus. Denn dieser Sonne-Jupiter, den der Rebell damals dann berührte, den Petra P. danach dementsprechend unvermittelt lebt, hat andere Pläne, als nur brav in seiner Massivität etwa einen Bezug zu einer akademischen Laufbahn zu pflegen. Die junge Frau wird immer unruhiger, als Uranus erst Pluto im Quadrat überläuft und er dann direkt auf Sonne-Jupiter zusteuert. 1984 hat sie außerdem Jupiter auf Saturn im Steinbock stehen, der sie sonst doch so sehr dazu anhält, den Zollstock im Rückgrat zu behalten und gegen alle Träume die Form zu wahren. Nun ploppt etwas dominant auf, ihr Sonnenherr, der die Regeln im Impuls sprengt.

Er bricht (oder weitet) damit auch alle Grenzen, während Mars zeitgleich die alten Ängste des skorpionischen Merkur im Transit aufrührt. Das muss dann wie eine Kurzschluss-Reaktion gewesen sein, als das Mädchen im Hochsommer, am 26. Juli 1984, nach dem Zahnarzt, eben nicht ins Haus der Eltern fährt, wie verabredet. Die Studentin verschwindet vielmehr ohne jede Spur. Was eine Achsenbezüglichkeit des Neptun in Radix oder Transit zusätzlich wahrscheinlich macht. Überhaupt hat Petra reichlich Überläufe.

Da wäre nämlich noch ein Pluto im Quadrat zum Mond (Steinbock oder Wassermann), der sie sonst emotional an die Familie binden könnte. Davor hat er Venus direkt überlaufen, weshalb eine unglückliche Liebe im Vorfeld auch möglich ist. Nun zieht sie sich selbst jeden Boden des Zuhauses unter den Füßen weg, möglicherweise auch durch ein Quadrat des laufenden 0° Jungfrau-Merkur zum Mars (noch einen Wiederholungs-Aspkt zum Radix) unterstützt. Uranus im Schütze wirkt über allem sehr, sehr stark, der durch den Merkur nun bald angeschoben wird. Die Idee, das sie wegmuss, wird zwanghaft und zwingend. Weil Planeten in befreundeten Zeichen immer eine beträchtliche Energie entwickeln, im Transit, beflügelt das auch. Über Petra P.s wahre Gründe kann man nun astrologisch wunderbar spekulieren. All das wird letztlich blitzartig in Bewusstsein geweht sein, wie bei Uranus üblich, es sammelt sich und leuchtet dann auf einmal auf, weshalb dann Cuts stattfinden. Bei all der Nervosität des (vermutlich) zweiten Überlaufs von Sonne-Jupiter, die kumulierte, kein Wunder. Mehr bleibt Mutmaßung, so lange die Felder, die viel beantworten könnten, unbekannt sind. 

"Weiterhin ein Rätsel ist der Polizei, wie es der Frau überhaupt über so lange Zeit gelungen ist, ohne jegliche Identitätspapiere durchs Leben zu kommen. Personalausweis, Reisepass, Führerschein, Krankenversicherungs- und Bankkarte - nichts von alledem hat die Frau mehr als 31 Jahre lang zur Verfügung gehabt." (FOCUS)

Sicher scheint nur, dass sich da viel angesammelt hatte (auch Frucht des Jupiter im Schützen). Dass also diese Flucht (sprich, der Abbruch, die Trennung von einem Leben mit Uranus, der Neptun stets vorbereitet) womöglich auch mit einem Gefühl der Einkesselung (im Plutonischen) zu tun hatte. Wenn Skorpion (im Negativ-Kosmos) das Gefängnis wäre, das ewige Folter erlebt, sucht Schütze (destruktiv) die großen Freiheiten, wo er dann wegen eines mangelnden Zentrums unter Umständen seine Besonderheit in der Welt verbrennt. Wenn man dagegen umgekehrt konstruktiv die Wandlungen durchlebt und seine seelische Substanz unter Traumata sucht, erweitert Jupiter oft tatsächlich die Möglichkeiten des Wesent-lichen. 

Soviel darf man sagen, dass hier etwas sehr, sehr schief ging bei Petra P. Und auch, dass die Familie als Hintergrund astrologisch eine tragende Rolle spielte. Während die Tochter, einst hoffnungsvolle Diplomandin, dann eine neue, viel kleinere Identität annahm, leben die Eltern im Neptunischen weiter, der Unwahrheit über den Tod, der gar nicht gekommen war, wie sie glaubten. Vielleicht brauchte Petra auch das, Jupiters Täuschungen, die sich leicht aufblasen, ungewollt. Gegen diesen anderen, übergroßen, verängstigten (Pluto-Quadratur) Perspektiv-Zwang, ein Wissen um das, was ihr bevorstand, das ihr Wesen ja mit ausmachte. Wohinter der Skorpion mit seinen Übergriffen stark schob und drückte. Sie will sich heute nicht mal mehr erinnern, wo überall sie gewohnt hat, nur die letzten 11 Jahre am Rhein, das ist sicher. Auch, dass sie immer arbeitete. Irgendwas. 

Wichtiger war offenbar die absolute Autonomie. Die vollzogene Loslösung. Wobei nun offenbar das Abenteuer, eine Fremde in ihrer eigenen Existenz zu sein (oder jenseits davon), die Hauptrolle als Schütze-Analogie übernahm. Statt der forscherischen Umsetzung springt die Frau praktisch über den Tellerrand. Auch das - wenn auch nicht in der Ausprägung - sieht man oft. Eine Ebene des Ausdrucks wird gegen eine andere getauscht. Bei Plutos Lauf durch Skorpion (und über Petras Skorpion-Planeten) wird sie trotzdem oft genug danach in Angst vor ihrer eigenen Courage geraten sein, auch in schwierigste existenzielle Situationen. Jemand, der fürchtet, dass entdeckt wird, wer er nicht ist. Ein Preis der Autonomie. Der Freiheit, die für viele viel zu teuer gewesen wäre. Aber für manche, für die Exzentriker, Jupiters stolze und manchmal zu feurige Kinder, eben gerade teuer genug. 

Bilder (bearbeitet): XY UNGELOEST (YouTube Screenshots)

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Dienstag, 16. Juli 2019

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