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Hätte Schneewittchen das gewusst...

Heute ist wieder einmal Mond-Neptun (Quadrat), eine Märchen-Konstellation, die nicht nur Frauen berührt. Aber die weibliche Seite doch besonders stark, wenn diese astrologische Begegnung im Radix vorliegt. Julia Matzinger, Astro- und Theologin aus Österreich, beschreibt im folgenden Crosspost (Original-Artikel auf ihrem "Astro-Blog") Erfahrungen mit Kontakten zwischen den Herrschern von Empfinden und versunkener Wahrheit - vorm Hintergrund der Münchner Rhythmenlehre:

Du bist eine Frau, fühlst dich aber manchmal wie ein kleines Mädchen? Du fühlst dich in Gegenwart anderer Frauen unwohl, vergleichst dich gern mit ihnen (zu Ungunsten deiner selbst natürlich), bist beeinflussbar, verträumt, etwas ängstlich, dafür aber sensibel bis medial begabt? Du hast oft das Gefühl, keinen guten Zugang zu deinen Empfindungen zu haben, die sich ständig wandeln, anpassen, sich beeinflussen lassen? Oder aber dein Zugang zu deinem Inneren ist so leicht, dass dein Unbewusstes sich ständig ins Bewusstsein drängt, nicht nur in deinen nächtlichen Träumen, sondern auch tagsüber, wenn du es grade gar nicht brauchen kannst?

Wenn du mehrere dieser Fragen mir JA beantworten kannst, kann es gut sein, dass du zu der Sorte Mond/Neptun geprägter Frauen gehörst, wie ich eine bin (Gruppenschicksalspunkt am AC) [Anmerkung der Redaktion - Mond-Neptun - bzw. Venus-Neptun - wird von Wolfgang Döbereiner auch am Grad 4,5 Krebs angesiedelt und bei Mond in 12 + Neptun in 4].

Was passiert hier also genau, wenn sich Mond und Neptun zusammentun? Wir haben es hier mit der Göttin des Weiblichen, der Intuition und des Empfindens, und mit dem Gott der Meere und Gewässer, der Unendlichkeit und der Auflösung im Nichts zu tun…Auf den ersten Blick könnte das ja durchaus gut zusammenpassen, oder?

Nur ist es so, dass die Herkunft und Heimat dieser beiden Prinzipien unterschiedlicher nicht sein können.  Der Mond und seine Analogien haben ihre Wurzeln im Persönlichen, Subjektiven. Die eigenen seelischen Belange sind immer subjektiv, wertend, nicht über die Grenzen des Ego und der eigenen Empfindungen hinausblickend. Der Mond hat im zweiten Quadranten (viertes Haus in der Entsprechung von Mond/Krebs) sein Zuhause, dem Bereich des Seelischen.

Neptun kommt aus dem überpersönlichen Raum der Transzendenz, dort wo  die eigenen Empfindungen, Bewertungen, und alles was die Seele bewegt, sich in Luft (oder besser: im salzigen Meerwasser) auflösen. Natürliche Herkunft des Neptun im Mundanhoroskop ist der vierte Quadrant (das zwölfte Haus in Analogie zum Fische-Neptun-Prinzip), und damit der Bereich des Jenseitigen, des (kollektiven, im Gegensatz zum persönlichen im vierten Haus) Unbewussten, des Göttlichen.

Ich weiß noch gut wie mir ein Licht aufging, als ich beim Astrologen Wolfgang Döbereiner über die Konstellation Mond/Neptun (in ihrer spannungsgeladenen Form des Quadrates, der Opposition, der Konjunktion oder Gruppenschicksalspunkt) gelesen habe. Er bezeichnete sie einmal als die Schneewittchen-Konstellation: Die Frau, die nicht Frau sein darf, ihre Weiblichkeit nicht lebt, ins kindliche Traumland der sieben Zwerge hinter die sieben Berge verdammt wird, um der Mutterfigur in der Geschichte zu entkommen, die sie ihr Leben lang in ihrer weiblichen Entwicklung unterdrückt hatte. Die eigene Tochter wird mit ihrer Schönheit und Weiblichkeit zur Konkurrenzsituation für die Mutter. In Folge darf sie nicht Frau sein, die Alternative ist der Tod. Einzige Option ist die Regression (hinter die sieben Berge) und das Sich-Verstecken hinter dem Putzen und Kochen für die Zwerge (=das was klein bleiben muss, sich nicht entwickelt, nicht leben, wachsen und erwachsen sein darf).

Märchen sind überlieferte Beschreibungen von Lebensthemen, Konflikten und deren Lösungen. Verzauberungen (Ungelöstes) werden gelöst, ein Entwicklungsweg kann beginnen.

So wie bei meinem Beispiel vom Schneewittchen, das eine mögliche Manifestation eines Mond/Neptun -Konflikts veranschaulicht, und den Weg der (Er-) Lösung. Was kann schon helfen in der Situation in der Schneewittchen festsitzt? Die (Stief-)Mutter will ihren Tod (den Tod ihrer Eigenart, ihrer Entwicklung, ihrer weiblichen Identität) und schafft es sogar, ihr Leben derart einzufrieren, dass sie in einem gläsernen Sarg (wohlbehütet vor allen Einflüssen, die sie wieder ins Leben bringen könnten) scheintot vor sich hin vegetiert. Es liegt auf der Hand: Nur ein Mann kann sie erlösen, denn in der Begegnung mit einem Mann wird sie zur Frau, darf sie endlich Frau sein. Das Auftauchen des Prinzen im Märchen ist eine Schlüsselszene: Der Mann ist ein Symbol dafür, dass Schneewittchen nun Frau wird, zu ihrer Identität gefunden hat, frei von der Unterdrückung von Seiten ihrer Mutter.

Das Märchen von Schneewittchen zeigt, welche Herausforderung es darstellen kann, als Frau mit einer Mond/Neptun – Konstellation zur weiblichen Identität zu finden. Wenn die Quelle des Weiblichen, das Empfinden, mit der Kraft zusammentrifft, die alles auflöst und transzendiert –  dann kann es schon mal sein, dass die Konturen dessen, was für mich Frausein heisst, verschwimmen und diffus werden.

Das erklärt auch die Verunsicherung von Mond/Neptun-Frauen in Gegenwart anderer Geschlechtsgenossinnen (vor allem wenn es sich um sehr weibliche, und in ihrer Weiblichkeit sehr starke Frauen handelt): Wenn überhaupt nicht klar ist, was mich und meine Weiblichkeit, meine Identität ausmacht, bin ich umso beeinflussbarer und nehme andere Frauen als Konkurrenz wahr. Das endet in einem Undinen – Dasein, in dem die Frau, der Geschichte unzähliger Mythen und Sagen nach, als Nixe in den Gewässern weilt (ein Bild für das im Unendlichen aufgelöste Weibliche, die Wasserfrau) und auf Erlösung (ja klar, natürlich durch einen Mann) wartet.

Eine weitere Entsprechung des Mond/Neptun – Themas sind die Wassernymphen, in zahlreichen Mythen beschrieben als liebliche Mädchen, die mit ihren Verführungskünsten den Männern aber eher den Tod bescheren als die wahre Liebe…Klar, denn sie handeln ja nicht aus Liebe, sondern aus Angst und Verzweiflung, jemand soll sie doch erretten aus dem dumpfen Gefühl, nie ganz Frau zu sein. Wie die Nixe, die zwar schön und verführerisch aussieht, aber doch kein Geschlecht besitzt – anstelle ihres Geschlechts hat sie einen Fischschwanz, der ihre Zugehörigkeit zu Bereichen jenseits aller Geschlechtlichkeit anzeigt.

Der Fischschwanz als Symbol des Neptun ist der Schlüssel für einen weiteren Lösungsweg aus den möglichen Verstrickungen eines Mond/Neptun – Lebens. Menschen mit Mond/Neptun haben einen Fischschwanz, und ja, der zeigt die Zugehörigkeit in jenseitige Bereiche an. Ähnlich wie es einem Menschen mit Sonne/Neptun  geht: Immer mit einem Bein im Jenseits. Die starke Affinität zu transzendenten, spirituellen Themen kann ein guter weg sein, Mond/Neptun – Veranlagungen zu leben. Wenn das Empfinden (Mond) sich öffnet und das Unendliche (Neptun) hereinlässt, ensteht daraus religiöses Empfinden.

Ich meine hier nicht religiöse Überzeugungen, angelernte Systeme, Glaubensinstitutionen (die allesamt auch eine Berechtigung haben). Religiöses Empfinden wurzelt am Grund der eigenen Seele, und es wird niemals von aussen oktroyiert. Man kann hier auch von Urvertrauen sprechen, dem Gefühl des Eingebettetseins der eigenen Seele in das große Ganze der Welt. Alle Dinge, Geschehnisse und Begegnungen können zu Boten aus dem Himmel werden, zu Bildern, zu Symbolen.

Der fliegende Vogel kündet von der Möglichkeit des Freiseins von allen Polaritäten. Die Begegnung mit einer Schlange am Wegrand zeigt mir, dass eine Zeit der Transformation für mich beginnen könnte. Der Kuss meines Mannes lässt mich erahnen, dass es jenseits meiner Abgeschlossenheit in mir selber auch die Öffnung und Verbundenheit mit dem Du gibt, die Liebe, die Ekstase, das Heraustreten aus meinen engen Grenzen.

Diese Verbundenheit mit der Welt lässt alle Ängste, die mit Mond/Neptun verbunden sein können, verschwinden. Auch wenn es kein Rezept dafür gibt, keine Garantie gegen Verlorenheitsgefühle, weibliche Minderwertigkeitskomplexe und der ewigen Sehnsucht nach Erlösung. Und: Ich brauche dazu nicht unbedingt einen Mann...

Julia Matzinger, geboren 1982, hat Theologie und Philosophie studiert und beschreibt auf ihrer umfangreichen, interessanten Seite ASTROBLOG.NET "Erträumtes, Geschriebenes, Gedachtes und Gedeutetes". 

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