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Wie man das Leid besser liebt...

0000leid108„Wir werden durch Werbung irregeführt, wo Menschen in Outfits, die zu ihren Meditationskissen passen, selig aussehen.“ (Pema Chödrön, via Lions Roar).

Leid ist allgemeingültig, schwierig, letztlich nur mitteilbar, nicht teilbar. Und Venus‘ Visionen täuschen darüber oft wunderbar hinweg, weil sie in den Fischen erhöht steht. Mal dir die Welt glücklich. Sei einfach, dann wird alles gut. Und wo es nicht gut wird, ist es nicht das Ende, weil leider „falsch,“ bis wir es uns „richtig“ denken. Soweit der Traum von Feuer-Luft. Nun die Wirklichkeit von Erde-Wasser (und beide haben Recht!):

Da spaziert irgendwann ein Saturn über unser Horoskop - oder in Mundan-Aspekten und zeigt an: Nun disziplinierst du dich oder ich behindere dich. Oder ein Chiron, der vor der Heilung unendlich schmerzt. Oder Pluto, Neptun, Uranus, all die großen Wandler, die Veränderung anzeigen. UDNA plötzlich funktioniert nichts mehr, wie man möchte. Weil das Schicksal uns anderswo sieht. Irgendwo hakt immer etwas, ziept es, wehrt sich jemand, geht einer nicht mit. Und man möchte nur noch eins: den Schmerz endlich loswerden.  So menschlich, so bekannt, so kräftezehrend, so nutzlos. 

Leid gehört zum Alltag. Je eher man es leben lässt, umso eher kann man sich und andere lieben. Gestern bewegte sich Jungfrau-Mars aus dem Quadrat zum Schütze-Saturn heraus, wo er dessen wirklich peinvolles Langzeit-Quadrat zum Fische-Chiron wieder aktivierte. Sprich: Leid. 

"Wir können denken, dass es bei Meditation und dem spirituellen Weg darum ginge, die Schwierigkeiten deines Lebens zu überwinden und diesen einfach nur tollen Ort zu finden. Aber das hilft dir nicht sehr, denn das bringt dich bloß dazu, ständig enttäuscht von dem zu sein, was den ganzen Tag lang beim Frühstück, Mittag- und Abendessen passiert." (Pema Chödrön, via Lions Roar)

Diese allgemein große Überempfindlichkeit für Wehes aller Art, die uns nun mal gegeben ist als Menschen, könnte auch ein süßes, frisches Mitgefühl für alle anderen in uns hervorrufen. Wenn wir bloß fähig wären, uns selbst schon als Teil eines großen Ganzen zu sehen, wo Leid einfach nicht vermeidbar ist. Alle Tricks kleistern diese Wahrheit nur zu. Die Tibeter unterscheiden beim Leid 4 Arten, die man auch astrologisch nachvollziehen kann: 

  • Leid des Leidens: Das, was einfach wehtut - Geburt, Alter, Sterben, Krankheit, Unangenehmes im Alltag, aus dem wir besser keine große Sache machen, denn jeder erlebt es. Es braucht Empfinden, Raum und Zeit und wird verbunden mit Mond und Saturn.
  • Leid der Veränderung: Alles löst sich auf, was wir festzuhalten versuchen. Aussehen, schöne Gefühle, Beziehungen, Besitz, Situationen, Erkenntnisse, die von anderen abgelöst werden. Auch diese Erfahrung von Pluto und Uranus (Trennung und Zerstörung) machen wir alle.
  • Leid der Bedingtheit: Die komplizierteste Art des Leids - 

Auch jetzt hagelt es unter entsprechenden Konstellationen der Langsamläufer kardinal und fallend durchaus Trauma-Splitter. Aber Leid wird eben auch wegen seiner unangenehmen Eigenschaft, immer den Bad Guy zu spielen, fast nur da Thema, wo es besonders zieht und zerrt. Ja, dann ist es an der Zeit, uns auszuhalten, als Herausgeforderte von dem, was die Menschheit noch nie loswerden konnte: Alles, was nicht nach unserer Nase läuft. Manchmal muss man das Leid wie das Leben lieben, um anders mit uns selbst umzugehen. Denn nur dann können wir das auch mit anderen. Das Saturn-Chiron-Quadrat, die „Untröstlichkeit“ dauert schon das ganze Jahr und noch bis zum 2. November. Un-überfühlbar. Für den Umgang damit gibt es astrologisch kein Patentrezept. Nur unterschidlich wirksame Ansätze. Was also in der letzten, wichtigen Runde tun, um mit den eigenen Anlagen mitzuschwingen, wenn man feststellt, dass es wieder schwierig wird? Sich alles gedanklich Pink anzumalen, ist modern, scheint aber nicht für alle zu funktionieren. Hier die astrologische Grob-Unterteilung in zwei Problem-Entwicklungs-Typen:

Typ 1: Für Menschen mit faktisch größeren Feuer-Luft-Anteilen als Zeichen-Anlage im Radix eignet sich oft tatsächlich der Pfad der Konzentration auf Positives eher, als ein tiefer Einstieg in die eigenen Defizite, der sich für sie immer wieder wie eine sehr frustrierende Kleinarbeit anfühlen kann. Ihre Entwicklung wird stark angeschoben durch alles Lichte und Leuchtende, also ein „Re-Framing“, Umdenken in Richtung auf „das Gute“. Wobei ihre Prozesse dann teilweise auch oberflächlich verlaufen können. Aber das ist ok so, wenn es sich richtig anfühlt.

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Unumgänglich ist auch bei ihnen nachhaltigeres, konfrontatives Tiefseelen-Tauchen im Unbewussten der Traumata und eine bewusste Beschäftigung mit dem Ernst des Lebens, wenn dann die Geburts-Anlagen von den Erde-Wasser-Planeten Pluto, Saturn oder Neptun berührt sind. 

Wer zwar wichtige persönliche Stände wie Sonne/Mond o.ä. in Feuer-Luft hat, aber „dahinter“ doch eine deutlich noch stärkere Betonung von Erde oder Wasser-Faktoren, wird am positiven Denken (und allen Abkömmlingen der Licht & Liebe Techniken) aber eher scheitern und sollte besser wie Typ 2 verfahren.

Typ 2: Menschen mit mehr Erde-Wasser als Radix-Anlage werden am positiven Denken oder Handeln allein nicht viel Freude haben und nicht mit Make it Simple-Parolen durchkommen. Sie können überhaupt viel besser fahren, wenn sie endlich akzeptieren: Hindernisse sind nicht etwas wie kosmischer Dreck, der aus dem Weg geräumt werden muss, um sich danach erst mal ins „richtige Dasein“ zu befördern. Für sie gehören Blockaden nicht nur zum Leben, sondern machen eine Hälfte sogar erst aus. Ob es einem nun passt oder nicht. 

Erde-Wasser ist häufig ein rechtshirniger Empfindungs-Macher-Typus und darum auch besonders anfällig für hochsensible, kreative Wahrnehmung, aus der sich evolutionär irgendwann die „Problembewältiger“ entwickelt haben. Oder anders gesagt: Schwierigkeiten führten immer schon besonders schnell zu Entwicklung. Ohne Frieren und Hunger auf Protein säßen wir vielleicht immer noch auf den Bäumen und verspeisten Bananen. Je ausgeprägter Erde-Wasser im Chart, desto mehr werden wir vom Weg der Hindernisse profitieren. 

Er beginnt da, wo man Leid als Teil des Daseins endlich akzeptiert, ja, es als seine Herausforderung betrachtet. Hier geht es gar nicht darum, Blockaden wegzudenken oder umzudeuten, sondern anzunehmen oder sogar willkommen zu heißen und mit eigenen Verhaltensänderungen beantworten. Denn an allem anderen wird man sich die Zähne ausbeißen. 

0000leid1Für Erde-Wasser ist akutes Handeln immer sehr wichtig und dieser Typ sollte Alltags-Hürden als „Boten“ von etwas Notwendigem betrachten lernen, was sich immer zum richtigen Zeitpunkt in den Weg stellt. Weil es a) im Zyklus einfach dran ist oder b) eine wichtige Bedeutung als Kompensation von etwas anderem hat, die man bisher übersehen und übergangen hatte. 

Gehen Jupiter und Uranus als Luft-Feuer-Trend allerdings über Schlüssel-Konstellationen, ist es auch für den Typ Zeit, mehr Distanz einzunehmen oder in schwierigen Energien für eine Weile das Körnchen Gute zu sehen und insgesamt positiv umzudenken und ins Positive einzuschwenken.  

Auch hier gilt: Selbst bei isoliert starken persönlichen Ständen in Erde-Wasser wird die sonst angemessene Technik der Konfrontation mit dem Dunklen nicht sehr befriedigend verlaufen, wenn im Hintergrund eine noch dominantere Betonung der Feuer-Luft-Faktoren arbeitet. Da lohnt es sich, genau hinzusehen, wenn man den eigenen Typ bestimmt.  

Die Haupt-Anlagen in den Feldern dann (die ja sehr gegensätzlich zur Zeichen-Anlage sein kann) wird analog zwei Umsetzungs-Formen für den Alltag der Entwicklungs-Prozesse anzeigen:

a) Radixbilder mit betonten Feuer-Luft-Häusern (1, 3, 5, 7, 9, 11) arbeiten auf der obigen Grundlage der Themen dann eher gut, hilfreich und „sättigend“ per Kopf - mit energetisch-geistigen Techniken (NLP, Gesprächstherapien, „Dämonenfüttern“ aus der tibetischen Tradition, Meditation)

b) Radixbilder mit betonten Erd-Wasser-Häusern (2, 4, 6, 8, 10, 12) sollten als bewussten Ansatz grundsätzlich mehr wirklich „irdische“ Umsetzungen ausprobieren – wie Körperarbeit, Systemaufstellungen oder praktisch festzuhaltenden Mentaltechniken wie „The Work“).

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Leid ist unvermeidbar, wie gesagt - solange alles sich ändert - und das ist die gute Nachricht, es zeigt ja; Wir leben. Wir können unser Leid nur tragen, mitnehmen, in die Mitte des Herzens, in die Mitte des Lebens, das wir auch mit dem großen, alten Rucksack gut durchwandern. Nur da eben ungern, wo es sich erst mal anfühlt, als würde man barfuss auf Scherben gehen. Wie jetzt, bei Saturn-Chiron. Zeit, die Reklame-Bilder der Selbst-Verbesserung aufzugeben, den Druck wegzulassen, wo man sowieso schon unglücklich ist. Wo wir ein schlagendes Herz haeben und all die Verletzungen kennt, verbinden wir uns mit allen anderen, denen es genauso geht. Wo man das Leid besser liebt, ist reicher leben.

Bilder (bearbeitet): Pixabay + sri

Zitat-Quelle: Der sehr empfehlenswerte Artikel im „Lions Roar“ - The Wondrous Path Of Difficulties

 

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