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Astro-Labor

"Da wusste ich, das ist meine Frau!"

Teil 2 Portrait C.G. Jung:

In der Fortsetzung über den Mystiker unter den Vätern der Psychoanalyse untersucht die Schweizer Astrologin Sarah Kündig (STERNENKOMPASS) seine ambivalente Beziehung zu Frauen, die Entwicklung seiner Lehre und die Bedeutung des astrologischen Zeitklimas für die späteren Jahre. Teil 1 ist zu finden unter DIE GANZE SEELE DER WELT.

Die Ambivalenz von C.G. Jungs Beziehung zu Freud wird nun immer deutlicher. Jung erkennt dass er mit ihm nicht mehr als ein Stück des Weges gemeinsam gehen kann. Es ist nicht seine Art, jemandes Anhänger oder Sprachrohr zu sein (hier drückt der Uranus im 7.Haus wieder durch), wie es der Ältere im Grunde von ihm erwartet. Freuds Wertschätzung gegenüber Jung ging so weit, dass er ihn förmlich als ältesten Sohn adoptierteDie beiden Vorkämpfer sind mittlerweile vielleicht auch nicht mehr so sehr aufeinander angewiesen, und als Jung im März 1909 zum zweiten Mal in Wien zu Besuch war, trennten sie sich mit sehr unterschiedlichen Einschätzungen. Das Quadrat von Transit-Uranus zu Jungs Jupiter-Chiron-Opposition läuft langsam an. Zu einer Gastvorlesung in die USA fährt er noch zusammen mit Freud, beiden wird der Ehrendoktortitel verliehen.

Sein Dilemma mit der Vaterfigur aber wird immer virulenter. Soll er Freud persönlich nahe bleiben, muss er dessen Linie vertreten, andernfalls steht die Freundschaft auf dem Spiel. Jung kann die Betonung und die Verabsolutierung des freud'schen Libido-Verständnisses aber nicht nachvollziehen. 1912 veröffentlichte er den ersten Teil des Buchs Wandlung und Symbole der Libido, worin er die Trennung von der freud'schen Psychoanalyse vollzieht. Die persönliche Freundschaft zwischen Jung und Freud bricht.1913 steht Uranus in Opposition zu seiner Sonne. In Abgrenzung zur Richtung des Mentors beginnt Jung seine Wissenschaft nun Komplexe oder Analytische Psychologie zu nennen.

Nach der Trennung folgt eine Zeit innerer Unsicherheit, ja Desorientierung. CG Jung lässt sich nun auf eine Auseinandersetzung mit dem Unbewussten ein. Neptun transitiert seinen Deszendenten, Das überwältigt ihn so stark, dass er sich veranlasst sieht, seine akademische Laufbahn aufzugeben.Schon vorher hat er eine andere, weitreichende Begegnung gemacht: 1896, bei einem Besuch bei Frau Rauschenbach, einer reichen Bekannten seiner Eltern, die er aus Kindertagen kennt, sieht er, als er ins Haus tritt, auf der Treppe ein Mädchen stehen. Es ist ihre 14 jährigeTochter. „Da wusste ich, das ist meine Frau! Ich war tief erschüttert davon, denn ich hatte sie ja nur einen kurzen Augenblick gesehen.

1903 heiraten C.G. Jung und Emma Rauschenbach (Grafik rechts, er innen, sie außen). Emma, die als still, klug und spontan fröhlich geschildert wird, stammt aus einer gutsituierten Schaffhauser Industriellen-Familie. Ihre innere Ruhe soll das oftmals vulkanische (oder uranische!) Temperament Jungs wohltuend kompensiert haben. Sie bringt ihm fünf Kinder zur Welt: Agathe 1904, Gret 1906, Franz 1908, Marianne 1910 und Helene 1914. Die jungen Eheleute fangen bald an, sich ein eigenes Haus am Zürichsee in Küsnacht zu bauen, in das sie 1908 einziehen. Die Einheirat in eine wohlhabende Industriellenfamilie war ein Glücksfall für Jung, denn Emma Jungs finanzielle Mittel erlaubten ein relativ sorgenfreies Leben.

Sie haben synastrisch unter anderem eine sehr nahe Neptun (Emma) Mond (Jung) Konjunktion miteinander und eine Überlagerung von MC-AC im Skorpion. Jupiter läuft in diesem Jahr mundan durch sein Partnerhaus 7. Auch Sonnenbogen-Venus (Emma) steht noch separativ in Konjunktion mit seiner Sonne in Löwe. Die Venus im Radix wird durch den Jupiter im Sonnenbogen mit einem Trigon gut aspektiert. Dass Jung einmal eine gute Partie abbekommen wird, ist angezeigt durch Mond Sextil Venus applikativ. Durch Mond im 3. Haus Stier sollte seine Ehefrau eine kluge, reiche oder zumindest solvente Frau sein. Und mit Venus im 6. Haus in Krebs dazu eine traditionelle, bzw. häusliche Seite und eine "dienende Natur" haben. All diese Eigenschaften fand er in Emma. Wohl wissend, was er an ihr hatte, hat er sich nie scheiden lassen, trotz der Affären. Mond im Quadrat zu Uranus im 7. Haus zeigt auch eine gewisse Ungerechtigkeit ihr gegenüber an.

Die fünf Kinder sind nicht direkt im Horoskop ersichtlich. Das 5.Haus ist leer, wird aber vom flexiblen Zwilling beherrscht, was andeuten könnte, dass es mehrere Kinder werden. Der Herrscher, Merkur, befindet sich in Krebs, einem der fruchtbaren Zeichen. Der Herrscher desauch beteiligten Krebs, dessen Herrscher Mond ist, steht im 3.Haus, ebenfalls beweglich, und in Stier, auch einem fruchtbaren Zeichen. Sonne in Löwe im 7.Haus deutet auf eigene Kinder oder Kinderliebe hin. Jungs Mars, also seine Körper-Entsprechung, lässt im Feuerzeichen Schütze in Konjuktion mit Lilith darauf schliessen, dass er zumindest keine Schlafkappe war. 

In der neu eröffneten privaten Praxis in seinem Haus nimmt er unter anderem auch seine Frau in Analyse. Neben Verpflichtungen in Haus und Familie, wird sie auch Mitarbeiterin ihres Mannes und wächst immer tiefer in die praktische Arbeit der Psychotherapie hinein, so dass sie mit der Zeit auch Seminare hält und in der Ausbildung von Psychotherapeuten tätig ist.

Dass Jung andererseits seine Frau als gleichberechtigte Partnerin angesehen hat, zeigt sich beim Pholus in Wassermann. Es macht den Anschein, als hätte ihn auch eine gewisse "Brüderlichkeit" mit ihr verbunden. Noch während er aber mit Freud haderte, verstärkten sich schon die Spannungen in seiner Ehe. Das Liebesverhältnis mit Sabina Spielrein, einer jüdischen Patientin aus der Klinik Burghölzli, blieb Emma nicht verborgen. Spielrein, eine Skorpionin, befand sich ab 1905 bei Jung in psychoanalytischer Behandlung und wurde seine Geliebte. Die Liaison ließ sich aber mit Hilfe Freuds, der darüber informiert war, vertuschen. Sabina Spielrein wurde später selbst Analytikerin. Noch viele Jahre nach Abbruch der gemeinsamen Arbeit wechselten beide Briefe. 1941 wird sie von den Nazis umgebracht.

An dieser Stelle kommen ich nicht umhin, den Kinofilm "A Dangerous Method" (Eine dunkle Begierde) mit Keira Knightley in einer der Hauptrollen zu erwähnen. Neben der Affäre zwischen Spielrein (* 26.10.1885, Radix ohne Zeit rechts, via Astro-Databank) und CG Jung geht es auch um die Freud-Problematik. In einigen Punkten bin ich nicht ganz mit dem Film einverstanden, zum Beispiel mit der Darstellung, wie die Trennung mit dem Mentor vonstatten ging oder wann das erste Zusammentreffen stattfand. Wer allerdings genau hinschaut, bemerkt die subtilen Darstellungen der jung'schen Entdeckungen, wie der Synchronizität oder auch Anspielungen auf seine okkulten Erfahrungen. Es lohnt sich auf alle Fälle, diesen Film einmal anzusehen.

Als dann eine weitere Freundin, Antonia (Toni) Wolff auf der Bildfläche erscheint, wendet sich Emma in Briefen hilfesuchend an Freud. Die 21jährige war 1909 zu ihrem Mann in Behandlung gekommen. Wolff, zunächst seine Patientin, wurde bald zu Jung's offizieller Mitarbeiterin und "Zweit-Frau". Im September 1911 begleitete sie Emma und Carl Gustav Jung auf den Weimarer Kongress der "Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung". Das Verhältnis wird publik und in psychoanalytischen Kreisen in Wien und Zürich herumgetratscht. Im Sonnenbogen läuft die Lilith 1911 in sein 1.Haus. Kein "Zufall", was zu diesem Zeitpunkt öffentlich wurde. Da eine Auflösung der jungschen Ehe nicht in Frage kommt, muss sich Emma mit Toni (und umgekehrt) abfinden und in die Dreierbeziehung schicken. Toni Wolff bleibt, bis zu ihrem Tode, vierzig Jahre lang Jungs engste Mitarbeiterin.

Beide haben sie Schütze-Mars und eine Zeichen-Umkehrung der Aszendenten. Das Radix links (via Astro-Databank, Rodden Rating AA) zeigt auch Wolffs belasteten Mond im Quadrat zu Neptun-Pluto und Mars-Jupiter. Bereits unter ihrer Mitwirkung erscheint der erste Teil des Buches Wandlung und Seele der Libido, der zweite folgte im Jahr darauf (revidierte Neuauflage von 1950 unter dem Titel: Symbole der Wandlung). 1926 veröffentlicht Jung die Schrift  Die Ehe als Psychologische Beziehung, die sich deutlich auf seine persönliche Erfahrung mit männlich-polygamen Veranlagungen bezieht. Der Blick hierzu ins Geburtshoroskop belegt Jungs Geburts-Mond im 3. Haus, dem "Mätressen-Feld". Hinzu kommt das applikative Quadrat zu Pholus, bekanntlich im Wassermann. Es beschreibt eine ungewöhnlich unklare Situation mit Blick auf Rechte und Pflichten gegenüber Frauen. Insgesamt belegt es wohl auch eine seelisch unbefriedigte Situation in der Partnerschaft, wobei die Unbefriedigten wahrscheinlich eher die Frauen waren. Aber Haupttaktgeber ist Mars in applikativer Konjuktion zu Lilith im 11. Haus. Hier zeigt sich bereits das starke Partnerbegehren, gepaart mit männlicher Triebkraft. Jung hatte wahrscheinlich Mühe, ausgeprägte erotische Neigungen im Zaum zu halten. 

Unterbewusstsein - Selbst - Animus/Anima 

In einem langwierigen inneren Transformations-Prozess stellt Jung sich aber dann dem Unbewussten und dessen Bilderflut. In jenen Jahren wurde der Grundstein gelegt für die spätere Analytische oder Komplexe Psychologie, die er nach 1920 vertiefte und entwickelte. Er kommt zur Erkenntnis "...dass es Dinge in der Seele gibt, die nicht ich mache, sondern die sich selber machen und ihr eigenes Leben führen!" Auf diese Art begegnet er auch jenem Seelen-Aspekt den er Anima nennen wird, seinem weiblichen Teil des Unbewussten. Sie wird ihm zur Vermittlerin zwischen Bewusstem und Unbewusstem. Jung stößt hier auf einen Archetyp, dessen Entsprechung bei der Frau er Animus tauft. Die Entdeckung wird von dieser Zeit an sein ganzes Werk und Leben gewidmet sein.

Jungs Erkenntnisse gründen sich - außer in Anlagen seiner Persönlichkeit - auch in Studien anderer Kulturen. Hier ist die Betonung der 3./9. Haus-Achse ersichtlich, aber auch das Quincunx vom stark gestellten Jupiter zu Pluto, das zu etlichen, längeren Weltreisen animiert. Auch beschäftigt er sich weiterhin intensiv mit einem ungewöhnlich breiten Spektrum von Philosophien, Mythen und Sagen aller Art und aller Zeiten, mit Lebens- und Weisheitslehren wie der Gnosis oder der Alchemie. In diese Zeit fällt die Begegnung mit dem Sinologen Richard Wilhelm, Direktor des Frankfurter China-Institutes und dem Indologen Heinrich Zimmer. Gemeinsam mit Richard Wilhelm publizieren sie 1930 einen alten taoistischen Text: Das Geheimnis der goldenen Blüte. 

Nach dem Tod seiner Mutter 1922, beginnt Jung auf einem Grundstück am oberen Zürichsee zu bauen. Es entsteht ein zweistöckiger Wohnturm, der in einem Rhythmus von jeweils vier Jahren immer wieder Erweiterungen erfährt. 1935 kommt ein Hof und eine Loggia am See dazu und 1955 vollendete Jung das Projekt. Der Turm, der weder Elektrizität noch fliessendes Wasser kennt, enthält einen Raum, den der Baumeister ausschließlich für sich bestimmt hat. Im Alter hält er sich fast die Hälfte des Jahres hier auf. Wieder ein Hinweis auf einen Steinbock-AC. Das gesamte 12. Haus steht auf dem Steinbock, was anzeigt, dass er im Alter, das ja Saturn und Steinbock verkörpern, die Einsamkeit und die Kargheit suchte. 

Dass Jung zu Beginn der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zu einigem Renommee gelangt und einer der angesehensten Bürger Zürichs war, bezeugen die zahlreichen Ehrungen die er in dieser Zeit erhielt. Nessus im 10. Haus in Schütze veranlasst, dass er in der Öffentlichkeit durch seine bewusstseinserweiternde Arbeit eine einschneidende Veränderung bewirkt.

Die beiden Trigone zum aufsteigenden MK und zur Sonne verleihen einen zusätzlichen Schub.1932 verlieh ihm die Stadt Zürich ihren Literaturpreis, 1935 ernennt ihn die Eidgenössische Technische Hochschule in Zürich, wo er die vor dem ersten Weltkrieg unterbrochene akademische Lehrtätigkeit wieder aufgenommen hat, zum Titular-Professor. Allerdings musste er das Amt 1942 aus gesundheitlichen Gründen wieder aufgeben. Im folgenden Jahr verleiht ihm die Universität Harvard den Ehrendoktortitel, weitere folgen aus Kalkutta, Benares, Allahabad und Oxford. 1944 schließt sich Basel an, '45 Genf und erst der Achtzigjährige erhält von der ETH Zürich den Ehrendoktor der Naturwissenschaften. 

Bereits im Schatten von Hitlers Machtergreifung, übernimmt Jung 1933 die Präsidentschaft in der "Allgemeinen Ärztlichen Gesellschaft für Psychotherapie". Die beginnende Herrschaft der Nationalsozialisten veranlasst ihn zu opportunistischen, teilweise antisemitischen Äusserungen, wofür Herbert Marcuse, Erich Kästner, Ernst Bloch und Erich Fromm ihn kritisieren. Das Quadrat von Merkur zum Aufsteigenden MK und die zusätzliche Spannung von Merkur Trioktil zum MC in Skorpion ließen ihn vielleicht unachtsam in seinen Worten in der Öffentlichkeit sein. 1934 aber setzte Jung beim Kongress der "Internationalen Gesellschaft für Ärztliche Psychotherapie" in Bad Neuheim durch, dass die jüdischen deutschen Ärzte, denen die Mitgliedschaft in der deutschen Landesgruppe entzogen worden war oder verwehrt wurde, die Einzelmitgliedschaft der "Internationalen Gesellschaft" erwerben konnten, wodurch sie einen beruflichen und sozialen Status erhielten. 

1939. Krieg bricht aus. Pluto läuft auf Jungs Sonne zu, nun in 7. Er hält sich zur Mithilfe in diversen Hilfs-Organisationen bereit und lässt sich, obwohl kein Politiker, sogar überreden, bei den schweizerischen Nationalrats-Wahlen zu kandidieren, erhält aber nicht genügend Stimmen. Im gleichen Jahr, am 23. September, stirbt Freud im Londoner Exil. Jung verfasst einen Nachruf, in welchem er ihn einerseits würdigt, andererseits aber noch einmal deutlich kritisiert. Mathias Göring, Vetter des Ministerpräsidenten und späteren Reichsmarschalls Hermann Göring, bewirkt 1940 die Gleichstellung der "Internationalen Gesellschaft", deren Vorsitz Jung kurz zuvor aufgegeben hat und verlegt den Sitz von Zürich nach Berlin. Jungs Schriften werden in Deutschland verboten. Rund um die Schweiz wütet der Krieg. Jung hat immer noch Transit-Pluto auf Sonne, der so oft tiefenwirksame Traumata bringt. 

1948 - Gründung des C. G. Jung-Instituts

Die Gründung des C.G. Jung-Instituts am 24. April 1948 wurde in den Jahren davor auch vorbereitet durch die Direktionen: Sonnebogen-Uranus in Konjuktion zum Jupiter im 9. Haus in Waage und den (nun ablaufenden) Pluto auf Sonne (Sonnenbogen im Bild außen) in 7, als Herr 9 und 10 im Radix. Die Energie wird also in Wissens-Erweiterung, in das höhere Wissen (9. Haus) investiert. Der Ausschlag zur Gründung kam aus dem Psychologischen Club, namentlich von Jolande Jacobi. Dass der Auslöser eine Frau war ist kein Zufall.

Mond bewegt sich nun auch "zufällig" in die Konjunktion mit dem DC hinein, dessen Haus-Herrscher er "zufällig" selbst ist, der im 3. Radix Haus in Stier steht. Ein fixes Zeichen, welches die Idee (Waage=Luft) konkret werden lässt. Wegen seiner Pholus-Konjuktion zu Neptun im 3. Haus, ist Jung von dieser Idee anfangs nicht gerade begeistert. Er war der Ansicht - Zitat: "...ich vertrete ja kein Doktrin, propagiere keine Lehre und will auch keine blinden [Anm. = neptunischen] Anhänger." Doch schließlich lag es ihm fern, das Unternehmen zu behindern und das Institut wurde gegründet. Seine Transite an dem Tag: Mond läuft durch sein 9. Haus im Skorpion, Mars steht im engen Trigon zu seinem Mars, dem alten Herrn von 9 und 10, Uranus im Trigon zu Jupiter und holt die Aussage der Direktion aus den vergangenen Jahren erneut in die Wirkung. Vor allem: Neptun, der das 2. Haus der Talente und materieller Substanz beherrscht und im Radix in Haus 3 der Funktionen steht, befindet sich nun fast exakt auf dem Südknoten in 8, den Werten der anderen. Es war auch Jungs Lebensaufgabe, etwas Wert-Erhaltendes/-aufbauendes zu schaffen und zu hinterlassen. Unter anderem auch ersichtlich durch Nessus im 10. Haus (der Berufung) im Trigon zum aufsteigenden Mondknoten im 2. Haus (der Wert, die Materie).

Durch das Trigon wird der Lebensaufgabe eine durch das Schicksal geführte Besonderheit eingehaucht. Nicht zu unterschätzen ist auch, dass Tages-Nessus eine fast gradgenaue Konjuktion mit dem ebenfalls erwähnten Pholus macht. Hier liegt auch die Würze, die schöpferische Energie. 1949 veröffentlicht Jung dann zum ersten Mal, im engen Kreis der Eranos-Tagungen, einen Vortrag über Synchronizität. Der Herr des DC, Mond, der das Empfinden, die Seele symbolisiert, hat im Sonnenbogen den DC erreicht - und Jung erreicht sein Publikum.

Die letzten Jahre

1951 (der mundane Jupiter läuft von Fische nach Widder und holt in der Zeit generell das Unbewusste nach draußen) publizierte er einen zweiten Vortrag und untermauert nun mit ausführlichen statistischen Experimenten, seine Vermutungen über das Phänomen, das er Synchronizität nennt und das ihn seit der Mitte der zwanziger Jahre beschäftigt. Im Gegensatz zum Synchronismus, der großen Gleichzeitigkeit zweier Ereignisse, meint der Begriff Synchronizität das Zusammentreffen zweier oder mehrerer nicht kausal aufeinander bezogener Geschehen, welche von gleichem oder ähnlichem Sinngehalt sind. Als eine praktizierte intuitive Technik, ganzheitliche Charakterbilder zu ermöglichen, nimmt Jung nun auch die Astrologie unter die Lupe. 

Am 27. November 1955 stirbt seine Frau Emma, bei mundaner Mars-Neptun-Konjunktion im Quadrat zu seiner AC-DC-Achse und Saturn nah an seinem MC. Ruth Bailey versorgt von nun an den Haushalt. Sie war auch schon mit ihm in Ostafrika und hin und wieder genießen sie Ausfahrten in die nähere Umgebung oder die Nachbarländer.1957 nimmt die Idee, eine Biografie herauszugeben, Gestalt an, und im folgenden Jahr beginnt die Veröffentlichung von C.G. Jungs gesammelten Werken. Anlässlich des 85. Geburtstages wird er auch zum Ehrenbürger ernannt. Aber unmittelbar danach wurde er ernstlich krank, hat sich aber nochmals erholt. Jung, der Vater einer anderen Psychoanalyse, nimmt nun seine spärlichen Kräfte für eine letzte Publikation zusammen. Es ist eine Einführung in die Analytische Psychologie: "Der Mensch und seine Symbole" erscheint 1968. Im Kapitel "Zugang zum Unbewussten" resümiert er:

In einer Periode der menschlichen Geschichte, da alle verfügbare Energie auf die Erforschung der Natur verwandt wird, untersucht man zwar die bewussten Funktionen des Menschen, aber der wirklich komplizierte Teil des Geistes, der die Symbole hervor bringt, ist immer noch weitgehend unerforscht. Es scheint fast unglaublich, dass, obwohl wir jede Nacht von dort Signale empfangen, eine Entzifferung dieser Mitteilungen den meisten Menschen zu lästig erscheint. Das bedeutenste Instrument des Menschen, seine Psyche, wird kaum beachtet, oft sogar mit Misstrauen und Verachtung angesehen."

Nach Wochen der Krankheit stirbt Carl Gustav Jung am 6. Juni 1961 in seinem Haus in Küsnacht - bei Saturn in 1, zurücklaufend auf seinen Aszendenten. Es herrscht Fische-Mond an diesem Tag und Venus als Herrscherin IC und Mit-Herrscherin 8 (im Radix beim Merkur, dem Herrn 8) steht nun auf 0° Stier, im zulaufenden Quadrat zu seiner Geburts-Sonne und nah an seinem Neptun. Ein großer Geist geht nach Hause.

Quellen: C.G.Jung, Biographie von Gerhard Wehr - C.G.Jung, Synchronizität, Akausalität und Okultismus - http://www.sternwelten.net/horoskope/persoenlichkeiten - http://www.cgjung.com/chronik - http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at - http://www.junginstitut.ch - http://www.dibb.de/jung-psychotherapie.php - http://www.verena-kast.ch/KastAktualitaetJung.pdf - Kinofilm: A Dagerous Method

Bilder (bearbeitet): alle via Wikimedia Commons, unter anderem von StefanoRR at Italian Wikipedia (Transferred from it.wikipedia) [Public domain]

Mehr von Sarah Kündig auf ihrer Seite Sternenkompass.

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