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Astro-Labor

Der Tierkreis - nur ein Mythos?

Was genau ist der Zodiak, dieser magische Kreis, der den Hintergrund für jede astrologische Deutung bildet? Ist er etwas „Reales“, „Greif- und Messbares“, oder nur eine symbolische Größe, die keinen Bezug zu den tatsächlichen Vorgängen in unserem Sonnensystem hat? Eine Frage, die dem sprichwörtlichen Stich in ein Wespennest gleicht. Und weitere Fragen aufwirft. Die erste ist sicher, welches der beiden Tierkreis-Modelle denn gemeint ist, das tropische oder das siderische? In diesem Artikel dreht sich alles nur um den tropischen Zodiak, wer mehr über den siderischen Tierkreis und seine Entsprechungen wissen möchte, sollte am besten Kollegen fragen, die damit dauerhaft arbeiten.

Seit sich Astrologie und Astronomie nach Johannes Keplers Entdeckungen vor einigen hundert Jahren immer mehr auseinander entwickelt haben, sind relativ wenige Astrologen auch ausgebildete Astronomen und umgekehrt. Kein Wunder also, dass Fragen, die sich auf den astronomischen Hintergrund beziehen, in den meisten astrologischen Lehrbüchern auch heute nur am Rande behandelt werden. Ist das gut so? Sicher nicht, denn dadurch wird der astrologische Hintergrund in gewisser Weise beliebig, was sich dann auch unmittelbar auf die anderen Pfeiler des Systems auswirkt. Solange wir ein Horoskop vor dem Hintergrund des Zodiaks deuten und nur dadurch Planetenstellungen und andere Faktoren eine spezifische Färbung bekommen, solange werden unbeantwortete Fragen dazu, auch bei den Astrologen selbst, für Unsicherheit sorgen müssen. Denn wir benutzen ansonsten ja sehr reale Elemente in der Astrologie, berechnen Planeten äußerst akribisch und legen deshalb größten Wert auf richtige Zeitangaben.

All das wäre überflüssig, wenn der Hintergrund nur eine Erfindung, ein rein geistiges Konstrukt wäre, für den es keinerlei Entsprechung in unserer erfahrbaren Wirklichkeit gibt. Und wäre der Zodiak nur eine allgemeine, universelle Größe, dann gäbe es ja keinen Grund, seinen Anfang ausgerechnet auf den Zeitpunkt zu legen, an dem aus unserer Sicht die Sonne den Himmelsäquator überquert. Wobei man das Wort Himmel auch getrost streichen kann, denn es handelt sich dabei nur um die Projektion des Erdäquators in den freien Raum.

Dass die Sonne diesen überquert, ist lediglich eine Metapher, denn heute wissen wir, dass die Erde, wie alle anderen Planeten auch, um die Sonne kreist und nicht umgekehrt. Die Sonne selbst ist das Zentrum und bewegt sich nur marginal um das gemeinsame Baryzentrum des gesamten Systems. Die Erde wiederum kommt einmal jährlich auf ihrer Umlaufbahn an einen Punkt, an dem sie, gemessen am erwähnten Äquator, diese Linie über- bzw. unterschreitet.

Der Zodiak spiegelt also die Beziehung unserer Erde zur Sonne, er ist eine symbolische Darstellung der wirklichen Umlaufbahn mit bestimmten Schnittpunkten, die eine besondere Bedeutung haben. Das wiederum bedeutet, dass der Zodiak auch keine lokale Größe ist, sondern seine Bedeutung gilt für die Erde als Gesamtheit.

Damit beantwortet sich auch eine weitere, häufig gestellte Frage: ob nämlich auf der Südhalbkugel unseres Planeten die Zeichen zeitlich umgekehrt werden müssten. Denn wenn es bei uns Frühling wird, beginnt in Australien und anderswo der Herbst, fliegen wir im europäischen Winter nach Neuseeland, landen wir 12 Stunden später dort im Hochsommer. Das aber ist ein lokales Phänomen, dass man zwar auch in die astrologische Deutung einfließen lassen muss, aber eben nichts an der Anordnung der einzelnen Zodiak-Phasen ändert. Die Welt als Ganzes bewegt sich ja auf ihrer Bahn um die Sonne, ob man nun in Neuseeland oder Spanien lebt.

Fazit: Der Tierkreis spiegelt also einen realen Vorgang, der messbar und rational begreifbar ist, denn er stellt symbolisch die Beziehung der Erde zur Sonne innerhalb eines Umlaufzyklus dar. Dabei bezieht er sich immer auf die Welt als Ganzes, unabhängig von unserem augenblicklichen, lokalen Standpunkt auf dem Planeten.

Aber das ist nur ein Teil der Geschichte, die jährliche Wiederkehr unserer Erde an bestimmte Punkte auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne. Diese Wiederholung bedeutet nicht, dass diese Phasen immer einen absolut gleichen „Inhalt“ symbolisieren müssen. Denn die Bahn ist nicht kreisförmig, weder auf einer horizontalen Ebene, noch auf der vertikalen. Betrachtet man die Umlaufbahn der Erde über Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg, zeigen sich gravierende Veränderungen, die zum Teil auch sehr konkrete Auswirkungen (zB die Eiszeiten) hier bei uns haben. Diese Abweichungen von einer „Idealbahn“ werden nun wiederum durch die anderen Planeten des Sonnensystems mit beeinflusst, und dies ist der lebendige Ausdruck davon, dass wir in einem holistischem System existieren, in dem alles mit allem zusammenhängt.

Ein weiterer, entscheidender Punkt ist der Umstand, dass sich die Erde auf ihrer Umlaufbahn in diesen Phasen auch unterschiedlichen Regionen der Sonne zuwendet. Und wenn sie der Sonne näher ist, ändert sich auch die Strahlungsintensität, die „bei uns ankommt“. Aber auch die Regionen, die unsere Erde dann durchquert, sind einem permanenten Wandel unterworfen.

Denn anders als bei einem festen Himmelskörper, hat die Sonne verschiedene Bereiche, die auch unterschiedliche Rotationsgeschwindigkeiten aufweisen, die sogenannte differentielle Rotation. Am Sonnenäquator beträgt diese ca. 24 Tage, in der Nähe der Pole sind es ca. 31 Tage. Dadurch entstehen starke magnetische Felder, die sich innerhalb des Sonnensystems ausbreiten. Diese Felder sind zum Teil gegensätzlich gepolt, die Erde durchläuft also auf ihrer Bahn zu bestimmten Zeiten Teile dieser Heliozentrischen Stromschicht, die „positiv“ gepolt sind und wechselt dann in Bereiche die „negativ“ gepolt sind. Es gibt also tatsächlich auch in einer messbaren Wirklichkeit verschiedene Abschnitte auf dieser Bahn, die zum einen sehr klare Grenzen haben und sich zum anderen sehr deutlich voneinander unterscheiden.

Die Punkte, an denen sich die Erde also zu bestimmten Zeiten auf ihrer Umlaufbahn befindet, sind eben nicht nur als symbolische Abstraktionen zu verstehen, sondern zeigen womöglich sehr konkret auf, in welcher Beziehung sich die Erde zur Sonne gerade befindet. Da innerhalb bestimmter Sonnenregionen die Häufigkeit von Sonnenflecken und koronalen Massenauswürfen zunimmt, empfängt die Erde zu diesen Zeiten zwangsläufig sowohl stärke bzw. schwächere Strahlungsintensität, aber auch die Qualität dieser Strahlung ändert sich fortwährend.

Nimmt man das alles zusammen, ergibt sich zumindest der Ansatz einer These. Der Zodiak könnte demnach eine Art Landkarte dieser energetischen Veränderungen darstellen, die auf unseren Planeten mitsamt seinen Bewohnern während seiner jährlichen Reise um die Sonne einwirken. Und es mag sehr wohl in Zukunft eine nachvollziehbare Erklärung für das gesamte Modell der Astrologie geben, dass im Großen und Ganzen auch einer wissenschaftlichen Überprüfung stand hält. Dann nämlich, wenn sich bestätigt, was einige Wissenschaftler schon heute vermuten:  dass nicht nur die Sonne den Lauf der Planeten beeinflusst, sondern umgekehrt, auch der Lauf der Planeten die Aktivitäten der Sonne in wichtigen Teilen mitbestimmt. Der Zodiak oder Tierkreis wäre dann eine Art elektro-magnetischer „Strahlungskarte der Sonnenaktivität“, die speziell auf unseren Planeten abgestimmt ist. Und die Bewegung der Planeten insgesamt vor diesem Hintergrund könnte aufzeigen, welcher Art diese Einflüsse zu bestimmten Zeiten sind.

Damit hätte sich die Suche nach weiteren Wirkkräften für einzelne Planeten erledigt, all das würde sich über die Sonne selbst zeigen (Stellung der Planeten innerhalb des Zodiaks und auch untereinander), sowie über die Position der Erde relativ zur Sonne.

So gesehen arbeitet Astrologie durchaus mit einem sehr „vernünftigen“ Hintergrund, der nicht nur symbolisch etwaige Entwicklungskräfte und Archetypen des Lebens generell abbildet, sondern in einer genialen, bildhaften „Formel“ hochkomplexe Zusammenhänge so einfach darstellt, dass daraus im Laufe der Jahrtausende ein System entstanden ist, mit dessen Hilfe man Veränderungen erkennen und gewichten konnte. Und es auch heute noch kann.

Natürlich ist das nur ein möglicher Ansatz, eine (noch) nicht „bewiesene“ These, die aber den heutigen Erkenntnissen der Wissenschaften zumindest in manchen Teilen entspricht. Und vielleicht aufzeigt, dass es keinen Grund gibt, modernes Wissen nicht als Orientierung und Erklärung heran zu ziehen. Denn wenn etwas „wahr“ ist, dann wird sich diese Wahrheit immer auch in anderen Systemen wieder finden, selbst dort wo es auf den ersten Blick ausgeschlossen erscheint.

Bilder: Ekliptik3 -By Users Marc Layer, Geof on de.wikipedia [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons; Ekliptik4- By Joshua Cesa (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons;

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Freitag, 15. Dezember 2017

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